Die Frage ist, ob man sich immer gleich entscheiden und eine Partei aus seinem Leben puffen muss. Klar wünscht man sich als Partnerin unabdingbare Loyalität. Die gibt es aber nicht immer und muss es vielleicht auch gar nicht. Oder besser gesagt kann beides nebeneinander existieren, wenn man einen guten Kompromiss findet, mit dem alle leben können.
Ihr seid gerade einmal 2,5 Jahre zusammen. Du kannst nicht erwarten, dass dein Partner mit seinen Eltern bricht. Das zu verlangen fände ich vermessen und würde ihn da auch nicht unter Druck setzen, so sehr du dich jetzt auch ärgerst. Seine Reaktion gestern war nicht gut, vermutlich war er überfordert. Dass er dich nicht verteidigt hat zeigt einfach, wer bisher welche Rolle in seinem Elternhaus gespielt hat. Und die hat er verinnerlicht, kam da gestern nicht raus. Seine loyale Haltung zu dir muss er sich nun erarbeiten; das heißt aber nicht zwingend, sich so gegen seine Eltern zu entscheiden, dass er den Kintakt abbricht. Eine konträre Haltung kann man auch einfach vertreten.
Zieh du deine Konsequenzen und wenn seine Eltern nicht offener, fairer und freundlicher werden, stell den Kontakt ein. Dann kann er eben nur noch alleine hin. Sie würden dir eh nicht fehlen und deine Kids haben bestimmt auch Großeltern aus deiner Linie. Dein Mann muss damit klar kommen und gerade vor seinen Eltern vertreten, warum du so entschieden hast. Wenn sie 1+1 rechnen können wird ihnen klar, dass sie selber deine Rückzug verschuldet haben. Du wirst diese Menschen nicht ändern. Das können maximal sie selber, müssten es aber aus eigener Motivation wollen und einsehen, dass sie einen Fehler begangen haben.