Es ist verletzend, wenn man altert und der Partner sich dann Fotos von jungen Frauen ansieht.
Und genau da könnte man dann näher hinsehen, reflektieren. Denn das hat weitaus mehr mit einem selbst zu tun als mit irgendetwas anderem.
Mit dem Selbstwert, mit Selbstliebe, mit Schwierigkeiten mit dem Alterungsprozess.
Ja, irgendwie gibt einem das doch das Gefühl das etwas begehrt wird was man selbst nicht bieten kann oder nicht?
Das man nicht ausreicht und sowas...Oder bin ich krank im Kopf?
Was sind die Hintergründe für solche Gefühle?
Ich hatte hier in einem Post versucht das zu verdeutlichen, mit dem Duft fremder Gerichte und Gewürze, mit einer Kunstausstellung.
Bin ich mit mir im Reinen, hat mir das nichts an, wenn der Partner so einen Duftspaziergang genießt.
Vielleicht - das ist die Extremform - kann ich mich sogar für ihn freuen oder das mit ihm teilen, einen Austausch führen, was ihn begeistert, was mich begeistert.
Zweifle ich aber an mir selbst, werde ich darüber nachdenken, ob ihm mein Essen nicht mehr schmeckt, er lieber etwas anderes essen würde, er unehrlich ist, wenn er sagt, dass ihm mrin essen schmeckt, er an diese fremden Gerichte denkt, während er mein Essen isst,...
Wenn ich mich dann ehrlich darüber unterhalten würde und erzählen würde was mich so angemacht hat an dem letzten Film den ich geschaut habe, bin ich mir sicher das sich meine Freundin dabei nicht gut fühlen würde... Wir sind ja auch schon ein bisschen älter und bei uns sitzt nicht mehr alles so wie vor 20 Jahren....
Ich habe, seit ich seit einigen Jahren Kortison nehmen muss, zugenommen, und zwar nicht wenig. Nicht einfach, ich musste mich quasi neu kennenlernen, diesen Körper mit mir in Einklang bringen.
Und ich habe damit immer mal Schwierigkeiten, hätte gerne das vorherige Ich mit normalen Alterungserscheinungen.
Dazu ist dieser merkwürdige Mann, der mir das Gefühl schenkt, wahnsinnig begehrenswert zu sein, nicht nur einiges jünger, sondern auch noch von Frauen umschwärmt.
DAS löst manchmal einen sehr kurzen Moment der Eifersucht aus.
Aber was ist das?
Liegt an ihm? An einem Flirt? An diesen Frauen?
Nein.
Das sind einfach MEINE Ängste.
Verlustängste.
Hinter denen Selbstzweifel stehen: Alterungsprozess, Gewichtszunahme, nicht mehr trainiert wie noch vor wenigen Jahren.
Also einfach mrine Schwierigkeiten mit mir selbst!
Ein Film hingegen, das ist keine reale "Bedrohung". Mich interessiert sehr, was er da gerne sieht, was ihn gerade anmacht.
Ihn darüber sprechen zu hören macht mich an, sein Vertrauen in mich, mir seine Lust daran zu offenbaren, lässt mich tiefe Liebe fühlen.
Für mich ein Geschenk, das wir beide genießen. So offen sein zu können kannte er nicht, ihn erstaunt diese Basis noch immer und er genießt es.
Ich spiele gerne damit, ihn auf so ein Filmchen anzusprechen, seine Phantasie anzuregen, die Lust anzufachen, Bilder in seinen Kopf zu pflanzen, die er zwar nicht umsetzen will, ihn aber als Phantasie wahnsinnig anmachen.
Darum versuche ich immer wieder das bei anderen nachvollziehen zu können und scheitere jedes mal kläglich woraufhin ich denke das diese sich vermutlich selbst belügen.
Weil du etwas nicht verstehen kannst, wertest du andere ab, indem du ihnen Selbstbetrug unterstellst.
Mir fiel da noch ein Post von dir auf, der sinngemäß solch anders gestrickten Menschen mehr oder weniger die Tiefe ihrer Beziehungen abspricht:
Schädlich ist was schadet. Das definiert jeder Partner selbst. Da kommt es schließlich auf subjektives Gefühl an und ist je nach Beziehungsart und Beziehungstiefe wohl unterschiedlich.
Für mich sind das Punkte, die des Reflektierens wert wären. Weshalb hast du das nötig?
Würde sich eine Frau beim Anblick eines hübschen nackten Mannes selber befriedigen ...würde viele Männer bei ihrer Frau ausflippen.
Auf der anderen Seite sehen sich zahlreiche Männer Pornos an.
Jein. Ein wenig Bewegung ist reingekommen, mehr Frauen stehen dazu, Pornos zu konsumieren und auch innerhalb einiger Partnerschaften scheint der Umgang doch offener zu werden.
Wie alles braucht auch die Entwicklung hier Zeit und nicht jeder soll, kann oder muss so einen Weg für sich beschreiten.
In einer Beziehung wäre ich aber immer bemüht, meinen Standpunkt zu verlassen, aus einem anderen Blickwinkel auf etwas zu schauen, und gemeinsam Wege zu finden, auf denen beide gut gehen können. Was nicht selten heißt, vertraute Gefilde zu verlassen und irgendwo abzubiegen, damit der Weg breit genug für beide ist.
Vielleicht ist das auch der Schlüssel wieso es bei einigen auf diese Weise klappt, sie gestehen sich beide ein auch auf anderes und neues scharf sein zu dürfen....
Das ist tatsächlich eine Selbstverständlichkeit für mich/uns.
Man wird doch nicht plötzlich blind durch eine Beziehung?
Und wie gesagt, fremde Gewürze können sehr reizvoll zu riechen sein, man muss sie deshalb längst nicht essen wollen!
Man schnuppert interessiert, genießt das, und geht dann freudig nach Hause, dankbar für die Vertrautheit der Hausmannskost, bei welcher man sicher sein kann, dass sie schmeckt und bekommt.
So ein Schnupperausflug kann also sogar sehr belebend wirken, dafür sorgen, dass man sich dessen, was man hat, wieder bewusster wird und sich noch mehr darauf freut.
Ich gehe weiter, ich schnuppere nicht nur.
Und ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass niemand meine Liebe zu diesem Mann schmälern könnte. Ich liebe seine Zickerei, seine Sturheit, wie er mich zur Weißglut bringt, auf eine Weise, dass ich ihn ansehe und das alles in sich zusammenfällt und ich nur noch hin und weg bin. Ihn umarme, fühlen will, über den dummen Streit nur lächeln kann, ihm je nach Situation sage, dass nur er so etwas Verrücktes schafft, dass ich ihn während eines Streits begehre/mir meiner Liebe gerade so bewusst werde. Er ist kompliziert, er ist schön, sexy, humorvoll, anstrengend, und und und - perfekt für mich.
Ich frage mich gerade allgemein, wie ich damit umgehen soll.
Ich hatte ihm ja gesagt, dass es mir damit nicht gut geht. Das kann er überhaupt nicht nachvollziehen, für ihn ist das harmlos. Er ist mir gegenüber aber sehr liebevoll geworden, so als wollte er mir zeigen, ... Ja, was eigentlich?
Ich will aber auch nicht, dass er wegen mir ein schlechtes Gewissen hat. Es soll ja nicht nur mir gut gehen, sondern ihm genauso.
Er wünscht sich offenbar, dass du dir seiner Liebe sicher sein kannst und nicht zweifelst und Ängste mit dir herumträgst. So interpretiere ich, dass er versucht, dir seine Liebe noch mehr zu zeigen.
Fantasien verbieten, ich weiß nicht, ich kann mich da gerade nicht reindenken.
Ich selbst, nein. Ich träume mich nicht an die Seite eines Helden, und von einem anderen Leben träume ich erst recht nicht, weil sonst alles schön ist, fast zu schön, um wahr zu sein.
Schaust du romantische Filme, liest du entsprechende Bücher?
Sehr viele Frauen tun dies und das ist nichts anderes als Futter für die romantische Ader, Phantasie. Für eine Weile dem Alltag entfliehen, eingetaucht in eine andere Welt.
Deshalb würde aber wohl keine Frau ihren Partner aufgeben wollen, die Liebe zu ihm leiden, usw