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Gelöscht 85627
Gast
Ich will keinen Mann nackt sehen außer meinen eigenen!
Schau, das ist genau die Falle, in die wir imner wieder tappen:
Wir gehen ganz selbstverständlich von uns selbst, unserer eigenen Einstellung, unseren Moral- und Wertvorstellungen aus und möchten, dass andere empfinden und denken wie wir selbst.
Doch egal wie sehr man verbunden ist, besteht ein Paar doch immer aus 2 Individuen. Und würde man in geordneter Langeweile nebeneinander herleben, denken, man kenne den anderen ja in- und auswendig, so zeigt auch dieses Beispiel jetzt, dass dem gar nicht so ist: es gibt immer noch neue Facetten zu entdecken!
Das klingt wieder mal alles sehr locker-leicht von mir, so ist das aber gar nicht; ich weiß, das Gegenteil ist gerade der Fall, doch:
Versuche zu sehen, dass darin auch eine Chance für euch als Paar und für jeden einzeln steckt. Den anderen neu entdecken können.
Die eigene starre Haltung mal loslassen und zusammen erkunden, was man daraus an Positivem für die Paarsexualität ziehen könnte.
Wie war das damals, Beziehung, Sex, als ihr noch verliebt wart?
Was hat sich wie im Alltag verändert?
Was würde jeder von euch sich wünschen?
Vor ein paar Wochen hat sich ein Mann aus unserem Freundeskreis mir gegenüber entsetzt gezeigt, weil einer seiner Kollegen sich in seiner Werkstatt Nacktfotos an die Wände gehängt hat. O-Ton dieses Freundes: "Und das ist ein verheirateter Mann!"
Naja, kann ernst gemeint sein, wobei ich mich dann frage, weshalb er es nötig hat, so über einen anderen Mann zu werten.
Kann auch wenig aufrichtig sein und er zieht sich 3 x täglich beim W****en Pornos rein.
Solche Aussagen würde ich weder positiv werten noch viel darauf geben.
Er hat nur gesagt, er weiß nicht, warum er das macht, dafür gibt es keinen besonderen Grund. Was soll man denn da denken
Dass es genau so ist?
Dein Partner scheint sich nicht viel mit sich selbst auseinanderzusetzen; ihm war danach, also hat er es gemacht, fertig.
Das kann so simpel sein, doch, und zerdenken bringt nicht weiter.
Ich halte es für möglich, er weiß mit deinen Fragen wenig anzufangen, weil er einfach ein unreflektierter Mensch ist.
Und: brauchst du einen besonderen Grund, dir bei einer Ausstellung Fotos/Zeichnungen/Gemälde anzusehen?
Ein "Ich sehe sie eben gerne an", "Ich finde sie einfach schön", kann da doch genug Grund sein.
Ich fühle mich wie betrogen. Und gedemütigt. Je älter ich werde, desto demütigender ist das doch.
Das weist auf Selbstzweifel und Ängste hin, und das ist ein Grund, dieses Thema auch als Geschenk zu verstehen. Für die Chance, dich selbst besser zu ergründen und die Chance der eigenen Entwicklung.
Das Problem wären also weniger irgendwelche Fotos oder dass dein Mann sie ansieht - er könnte auch in erotische Kunstausstellungen gehen, weil er Kunstliebhaber ist - sondern da liegen vielmehr Probleme in dir selbst begründet, Baustellen.
Wärst du dir deiner selbst sicher und könntest ihm und dir vertrauen, würden dir ein paar Fotos keine Angst machen.
Ja genau. Lust gemacht wird bei anderen Frauen, und ich bin der Mülleimer, bei dem abgeladen wird?
Weshalb diese negative Darstellung?
Du bummelst über einen Markt mit verschiedenen Ständen, an welchen Gewürze und Gerichte aus verschiedenen Ländern angeboten werden.
Es duftet herrlich, inspirierend, du genießt. Und gehst freudig nach Hause, in deine vertraute, geliebte Küche, und beginnst ein wundervolles Mahl nach deinen Wünschen und Vorlieben, ganz ohne fremde und vielleicht unverdauliche Gewürze, zuzubereiten. Und genießt.
Der Markt ist längst vergessen.
Verstehst du, was ich damit sagen will?
Du magst die Zeit auf diesem Markt, es ist spannend, interessant, anregend, aber du verschwendest keinen Gedanken daran, dort zu essen. Denn du bevorzugst, was du in deiner vertrauten Küche zubereiten und genießen kannst!
Es ist nicht schön, nach so langer Zeit zu entdecken, dass man unterschiedliche Wertvorstellungen hat.
Das ist im ersten Moment sehr erschreckend.
Doch dann entscheidet, was wir selbst daraus machen wollen. Wie wir das für uns und unsere Beziehung nutzen wollen. Z. B., um herauszufinden, was sich verändert hat, was fehlt, etwas frischen Wind hineinzuholen.
Oder, anders gesagt:
Vielleicht mal etwas ändern beim würzen, kochen. Die Küche umgestalten. Das Fenster weit öffnen, Sonnenstrahlen und Windhauch hereinlassen. Statt in der Küche an anderen Orten kochen. Improvisieren, probieren. Spielerisch entdecken, wie Kinder, und herzhaft zusammen lachen, wenn etwas nicht so passt.