Ich habe nur diesen Strang gelesen, weitere Infos habe ich also nicht.
Abgetrennt von der Vorgeschichte etwas bewerten, einordnen, zu woĺlen, ist nicht sinnvoll.
Das ist wie ein Schnappschuss, auf dem jemand ein dummes Gesicht zieht - anhand dessen kann man nicht beurteilen. Die Gesamtsituation führt zu bestimmten anderen Situationen. Wie an Wegkreuzungen. Hat dein Fahrzeug eine defekte Lenkung und du kannst nicht nach rechts einschlagen, wirst du links oder geradeaus fahren. Sieht es geradeaus sch... aus, mühsam, wirst du, auch wenn der Weg "besser" wäre, irgendwann den anderen ausprobieren. Doch auch dieser gabelt sich...Nur den Moment ansehen, wie du es jetzt möchtest, bringt dir gar nichts.
3 Jahre ohne Sex und mit Kinderwunsch - sie muss dich sehr lieben, um sich selbst das anzutun.
Und dabei leiden.
Sprecht ihr offen darüber, wie es euch damit geht? Kann sie dir sagen, wie sie sich fühlt, ohne Angst haben zu müssen, mit Vorwürfen überhäuft, angemault oder mit Beziehungsende "bedroht" zu werden?
Und jetzt gibt es seit 1 Jahr (!) eine deutliche, unübersehbare Schieflage in eurer Beziehung. Wie geht ihr damit um? Wie kommt es, dass ihr innerhalb eines ganzen Jahres keine Lösungswege gefunden habt? Stillschweigen? Nebeneinander statt Miteinander? Nicht bereit wirklich offen zu reden, etwas zu ändern?
Kein Vorwurf, nur Interesse, weil ich es so gar nicht verstehe:
Warum forderst du von ihr ein, sexlos zu leben? Ihr natürlicher Trieb, diese Lust, verpufft doch nicht im Nichts, löst sich nicht in Luft auf. Wie waren deine Lösungsideen dazu? Bist du wegen etwas sehr verletzt, böse auf sie, und willst sie quälen?
Oder hast du nicht darüber nachgedacht, dass das etwas mit ihr, mit dir, mit eurer Beziehung macht?
War es dir egal, Hauptsache, sie hält sich daran, und du wartest auf den "großen Knall", damit du ihr vorwerfen kannst, schuld am Ende eurer Beziehung zu sein?
Irgendetwas musst du doch gedacht/gefühlt haben und dies immer noch tun.
Was ich mich auch frage:
Warum hast du dich nicht von ihr getrennt?
Warum trennst du dich jetzt nicht von ihr?
Die Beziehung läuft schlecht, du begehrst sie nicht. Willst du nicht mehr vom Leben? Besitzdenken?
Und jetzt, nach all dem Leiden, tritt ein, was zu erwarten war, eintreten musste. Sie wird empfänglich für Positives von außen. Lachen. Interesse. Aufmerksamkeit. Zugewandtheit. Und daraus vielleicht mehr.
Keine Kraft, keine Lust mehr, weiter zu kämpfen und in dieser schlechten Stimmung still zu verharren. Und dabei einzugehen wie eine welkende Blume.
Du gießt sie nicht. Du düngst sie nicht. Du beachtest sie nicht. Außer, dir fällt plötzlich eine Veränderung auf. Sie treibt zarte Blätter und Blüten aus. Jenand anderes muss sich kümmern!
Du reagierst mit Eifersucht, willst kontrollieren, überwachen, schüttelst die Pflanze, rüttelst an ihr, willst Hinweise, Informationen.
Aber sie willst du nicht. Sie interessiert dich nicht. Nur ein mögliches Fehlverhalten.
Du siehst sie nicht wirklich.
Hör auf zu wühlen. Tu euch beiden nicht noch mehr weh.
Hier, an diesem Punkt, wäre manchmal eine Veränderung möglich. Könnte man eine Beziehung auf neue Füße stellen. Wenn man bereit ist, genau hinzusehen. Auch bei sich. Bei den Dynamiken, die in einer Beziehung durch beide ausgelöst werden. Und bereit ist zu arbeiten, zu verändern, umzudenken.
Bei euch sind diese Voraussetzungen nicht gegeben.
Dann entsteht nur weitere Verletzung, weiterer Schmerz, weitere Wut.
Und irgendwann folgt doch noch die Trennung.
Oder ihr quält euch weiter und lebt verbittert nebeneinander.
Willst du nichts anderes vom Leben?
Und noch ein Gedanke:
Passiv-aggressive Verhaltensmuster könnten eine Rolle bei euch beiden spielen.
Sie kennt dich.
Du kommst an ihren Laptop.
Auf dem ein Foto ist, bei dem ich mich frage, warum sie es nicht gelöscht hat. Es ist kaum so hübsch, dass es erhalten werden muss.
Möchte sie, dass du es findest?
Moral...wird viel zu oft missbraucht für Schuldzuweisungen. Und genau darum geht es hier doch letztlich. "Schuld" nachweisen wollen, sich selbst bequem in der Opferrolle einigeln. Sie hat ja...
Wo war die Moral, wo waren gemeinsame, wichtife Werte, in den letzten Jahren? Jetzt willst du sie bemühen?
Die Basis bei euch ist längst zerstört.
Ihr habt es beide versemmelt.
Sie kann dir nicht vertrauen.
Du kannst ihr nicht vertrauen.
Was verbindet euch noch?
Angst vor dem Alleinesein?
Gewohnheit?
Lass sie los.