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Anderssein - Entspannungsatrategien

  • Starter*in Starter*in Asphaltiert
  • Datum Start Datum Start
A

Asphaltiert

Gast
Hallo,

Ich wende mich mit einem seltenen Problem an Euch!
Ich bin Autist und da ich schnell überfordert bin, habe ich in meinen Psychen eine Art Entspannungsstrategie verknüpft.
Ich - männlich - bin mehr auf Frauen fixiert - ich kann mit Männern nicht umgehen, sie verunsichern mich, machen mir Angst. So ist es nun einmal, dass es mich entspannt, wenn sich mein Gegenüber ein Schal bzw. ein Halstuch vor Mund und Nase bindet und dabei Gummihandschuhe trägt.
Nun liegt es nahe, dass man das in den Bereich Fetischismus einordnet und ad acta legen kann.
Allerdings empfinde ich naturbedingt keine Lust auf Erotik bzw. mehr. Ich hege zudem auch kein Interesse an solchen Akten. Mir geht es schlicht und ergreifend um den Entspannungsfaktor, der mir dabei gut tut.
Wobei ich einräumen muss, dass ich bloße Hände nicht berühren mag, Behandschuhte aber schon. Ich mag das Gefühl von Latex/Nitril an den Händen anderer.
Zudem fällt es mir leichter, einen Bezug zu einer Person aufzubauen, wenn sie etwas vor Mund und Nase hat, da ich mich dann sicherer und wohler fühle.
Wie gehe ich damit um bzw. ist es überhaupt vertretbar, andere um so etwas zu bitten und wie ist es möglich zu erreichen, dass enge Vertraute bereit sind, das zu tun?
Schließlich fühle ich mich wohl damit. Das Problem besteht mehr im größeren Umgang und in der Kommunikation, da ich nicht abschätzen kann, ob so etwas gemacht wird, noch nicht mal, ob ein solches Anliegen verstanden wird.

Vielleicht könnt ihr mir helfen. Ganz eventuell sogar mit eigenen bzw. ähnlichen Erfahrungen. Es ist stets schwierig von der Norm abzuweichen.
 
Es überrascht mich nicht besonders, dass noch keine Antwort eingetroffen ist. Dennoch bestürzt es mich. Wenn man das Verhalten hier im Forum beobachtet ist es für einen selbst ein Armutszeugnis, keine Antwort zu bekommen.
Offenbar sind meine Schwierigkeiten nicht massentauglich genug, um eine Lösung zu erarbeiten.
Nicht dass ich mich wichtig genug hielte, dennoch hatte ich mir ein wenig mehr erwartet. Nun kann man das klassische "Hab Geduld" oder "Erwarte mehr von dir selbst und erreiche so Antworten" anführen - Es ist irre leicht aus Sicht einer anderen Person Aspekte vorzuweisen, die hemmend sind.
Jeder hat seine Programme und seine Umgangsweisen. Ich für mich weiß, dass ich meine Zeit mit einem Phantom verschwendet habe.
 
Ich liebe 'taktile Reize'- sie entspannen mich.
(Mag sein, daß das ein wenig erotisch klingt, hat aber mit Sex rein nichts zu tun.)

Zieh' doch einmal die Handschuhe aus.
Übe.
Vielleicht gelingt Dir Entspannung.
 
Wie gehe ich damit um bzw. ist es überhaupt vertretbar, andere um so etwas zu bitten und wie ist es möglich zu erreichen, dass enge Vertraute bereit sind, das zu tun?
Schließlich fühle ich mich wohl damit. Das Problem besteht mehr im größeren Umgang und in der Kommunikation, da ich nicht abschätzen kann, ob so etwas gemacht wird, noch nicht mal, ob ein solches Anliegen verstanden wird.

Okay, du weißt, was dich entspannt und dir hilft, Vertrauen in andere Personen aufzubauen und dich zu entspannen. Das ist gut und ein großer Schritt. Das an andere Menschen zu kommunizieren ist die große Kunst, das stimmt. Ich habe versucht mir vorzustellen, wie ich auf jemanden Fremden oder flüchtigen Bekannten reagieren würde, der mal locker flockig zu mir sagt "Du, kannst du den Schal bitte über deine Nase ziehen, und dann unterhalten wir uns?"
Hm. Als sehr unsichere Person würde ich vermutlich sehr unsicher reagieren und mich zurückziehen. Vermutlich würde ich denken, dass man mich verarschen wollte.
Andererseits bin ich mir sicher, mindestens eine Person zu kennen, die sich wohl prompt den Schal über die Nase ziehen und dann fragen würde: Okay, hab ich gemacht, warum?

Meine Meinung ist: Wenn es dir wirklich hilft und dir etwas daran liegt, eine Person kennen zu lernen, sprich es an. Vielleicht nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, sondern indem du ein kleines Vorwort einleitest. Vermutlich wird es tatsächlich schwer, jemanden zu finden, der unvoreingenommen darauf eingeht. Aber hey... dann hast du zumindest schon mal ein erstes Gesprächsthema, oder? Ich sehe zumindest rational gesehen keinen Grund, warum man so einen Tick nicht ansprechen dürfen sollte. Wenn es darum geht, Menschen, mit denen du bereits eng vertraut bist, darauf anzusprechen, sehe ich sowieso überhaupt kein Problem. "Vertraut" heißt, dass mans ich öffnen darf und soll.
 
Hallo A.,

mir war dein Anliegen zu fremd und zu schwierig. Aber jetzt hab ich Muße.

Ich denke nicht, dass man das von anderen Menschen erwarten kann zu tun. Aber wenn es dich überkommt und du jemand fragst, dann müsstest du ziemlich dankbar sein dafür. Aber ich glaube, dass du das nicht wärst in dem Moment, sondern mehr drauf fokusiert wärst, dass es so ist, wie du es willst. Aber ich kenne keine Autisten. Deshalb glaube ich an meine Ahnung nur sehr wenig.
Ich komme bei dem Problem aber eher auf die Idee, dass du auf sehr seltsame Dinge sehr angewießen zu sein scheinst. Ich würde versuchen das etwas zu mindern versuchen in dem du deine Fantasie benutzt. Wenn du mit jemand sprichst stell dir doch einfach vor er wäre anders. Versuch dir bildlich vorzustellen, wie der Mann aussehen würde, wenn er als Frau verkleidet wäre und Lippenstift hätte. Oder dass er auch Autist wäre oder einen anderen Knacks hätte und die ganze Zeit irgendwas komisch mit den Händen macht zum Beispiel. Dann wärst du nicht mehr so darauf fixiert, was wirklich da ist, sondern wärst mit dir selber beschäftigt. Ich hab mir zum Beispiel eine Zeit lang vorgestellt ich würde Lavendel riechen. Ganz vergessen.... Wie ich darauf gekommen bin???
lg
 
@trigital

1. Der erste Absatz mutet an wie aus der Feder eines Menschen, der seine Haltung generalisiert (vgl. "[...] dann müsstest du ziemlich dankbar sein dafür.") Es klingt so, als wäre es nahezu ausgeschlossen, dass es jemanden gibt, bei dem es Sinn macht, es anzusprechen.

2. Ich möchte dir nicht zu nahe treten und auch der Exkurs ins Persönliche ist mir zu billig, dennoch stelle ich dir die Frage, auf welcher Grundlage du dich zu Wort meldest. Einerseits gilt es als positiv, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten an der Findung einer Problemlösung zu beteiligen, doch sollte zumindest eine minimale Grundlage vorhanden sein, um seine Aussagen zu stützen. Bereits im Eingang postulierst du, dass dich dieses Anliegen übersteigt. Der folgende Text liest sich dann mehr als das Beiwerk eines Medikamentes. Der Wunsch nach der Erschließung deines Gedankens ist mir dadurch abhanden gekommen. Zudem sprichst du dir damit selbst eine adäquate Kompetenz ab, was du im Satzgeflecht ausgiebig unterstreichst. Andererseits interessiere ich mich nicht dafür, was irgendwie, irgendwo gut geheißen wird. Mich interessiert die Metaebene meines Problems, um dort den Widerspruch aufzulösen.

3. Ich betrachte mich als Realist. Mir erscheint es äußerst brotlos, mich in eine Wirklichkeit zu flüchten, die anders ist, als ich sie sehe. Abgesehen von den Sequenzen, in denen ich in den Weiten meines Kopfes verschwinde um mich mit Zahlen und Buchstaben zu beschäftigen, gibt es für mich keinen Anlass, die Realität zu verzerren. Hierzu muss ich jedoch anmerken, dass Optimismus und Pessimismus für mich ebenso zu den "realitätsverzerrende Mechanismen" gehören. Das mit der Vorstellung ist also nicht als einziges doof.
Die Menschen sind - meiner höchst ungeschätzten, sowie weitgehend ungeteilten Meinung nach - ausreichend gestraft mit der scheinbaren Rückbildung ihrer geistigen Fähigkeiten und zudem um keinen Grund für Fremdscham verlegen; welchen Ansatz sollte ich vorweisen, um in diese empfindliche Kerbe zu schlagen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich liebe 'taktile Reize'- sie entspannen mich.
(Mag sein, daß das ein wenig erotisch klingt, hat aber mit Sex rein nichts zu tun.)

Zieh' doch einmal die Handschuhe aus.
Übe.
Vielleicht gelingt Dir Entspannung.

Ich mag es nicht so sehr, welche zu tragen. Ich wünsche mir, dass mein Gegenüber welche trägt.
 
Hallo,

das geht in Richtung Bondage, Bdsm, oder wie auch immer das heißt. Das sich jemand davon abgeschreckt fühlt, der damit noch nie was zu tun hatte ist klar. Es gibt Menschen mit so einem Fetisch und auch eine Szene dafür. Da würde ich in einschlägige Foren gehen und dort mal mit Gleichgesinnten sprechen. Der Autismus ist von der Distanz her schwer einzuschätzen, inwiefern das den Erfolg deine Fantasie auszuleben beeinflusst. Grundsätzlich ist das aber kein Hindernis, solange jedem klar ist, woran er ist und einverstanden damit ist.
 
Sicherheit, Beruhigung, Entspannung.

1.) Ok. Weshalb?

2.) Welche Gedanken liegen dem zugrunde, dass Du das nicht (in dem Ausmaß?) erlebst, wenn Mund und Nase nicht bedeckt sind?


3.) Was denkst Du, wenn Mund und Nase des Gegenübers nicht bedeckt sind - welche Befürchtung hast Du?

1.) Ich weiß es nicht. Das ist in meinen Psychen so verankert.

2.) Ich finde Menschen sehr schwierig zu verstehen. Gemäß meiner ausreichenden psychologischen Kenntnisse kann ich mit vielen Menschen aufgrund ihrer Krankheitsbilder umgehen, ihr Verhalten akzeptieren und auch, dass es irrational ist. Die Mimik hingegen zu deuten ist mir nicht möglich. So denke ich prinzipiell, etwas Falsches zu tun bzw. dass eine Person wütend auf mich ist. Ich muss gestehen, das ist mehr ein Grund als ein Gedanke, was daran liegt, dass dies auf keinem konkreten Gedanken fußt.

3.) Ich habe keine konkreten Befürchtungen. Für mich ginge mit Befürchtung ein Hygienetrieb einher und das ist es ja nicht. Ich möchte mich ja nicht vor anderen schützen. Ich weiß bedauerlicherweise nicht so recht, welche Antwort hier angemessen ist.
 

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