L
Lavender C.
Gast
Ich bin vor einiger Zeit zu bestimmten Personen in meinem (entfernteren) verwandtschaftlichen Umfeld auf Distanz gegangen, da die Lebenssituationen zu unterschiedlich sind und jedenfalls von der anderen Seite nur wenig Toleranz, geschweige denn Wertschätzung, für meine Art zu leben aufgebracht wird. Man hat mich über viele Jahre spüren lassen, dass man sich mir wegen dort vorhandener eigener Familie und diverser materieller Güter überlegen fühlt. Andererseits scheint man mir aber das zu missgönnen, was ich trotz widriger Rahmenbedingungen auch als unverheiratete und kinderlose Frau bildungsmäßig und beruflich erreicht habe. Es wird ignoriert oder durch spitze bzw. giftige Bemerkungen abgewertet. Bei Familientreffen gaben diese Personen stets den Ton an, bestimmten die Themen, die als "interessant" zu gelten hatten, und ich hatte den Eindruck, mich fügen, tiefstapeln und auf bescheiden machen zu müssen, um die Pseudoharmonie nicht zu stören. Diese Leute brauchten sich aber keinen Zwang anzutun und durften sich produzieren, wie sie wollten.
Nachdem ich früher immer den untersten Weg gegangen bin, habe ich einsehen müssen, dass dies nicht hilfreich ist und diese Personen ihre Einstellung und ihr Verhalten mir gegenüber ohnehin nie ändern werden. Auf ein Rangieren als Randfigur "unter ferner liefen" bei Familientreffen, auf denen diese Leute ständig im Mittelpunkt stehen, mich aber gönnerhaft behandeln und aus dem "inner circle" ausschließen, hatte und habe ich keine Lust mehr. Ich habe mich daraufhin zurückgezogen, melde mich einfach nicht mehr bei ihnen, und umgekehrt ist das zum Glück bislang ebenso. Der Kontakt zieht mich nur runter, und in schwierigen Situationen meines Lebens habe und hatte ich von denen sowieso nicht einmal "moralische" Unterstützung zu erwarten.
Dennoch gelingt es mir nicht, auch innerlich loszulassen. Ich stelle mir häufig vor, wie die in Saus und Braus leben, ihr Familienleben genießen, über mich triumphieren und schadenfroh sind, dass ich weder verheiratet bin (immerhin habe ich seit einigen Jahren eine Wochenendbeziehung, die sie mir wahrscheinlich auch nicht zugetraut hätten) noch Kinder, noch Immobilieneigentum etc., sondern "nur" einen anspruchsvollen Beruf habe. Ich kenne die Betreffenden gut und lange genug, um zu wissen, dass sie zwar keineswegs dumm und faul sind, aber in vielerlei Hinsicht einfach mehr Glück gehabt haben als ich und z.B. von ihren Eltern über viele Jahre hinweg - auch noch als Erwachsene - finanziell und praktisch deutlich mehr unterstützt werden konnten, als es bei mir möglich war. Die Rahmenbedingungen meines Lebens waren von Kindheit an beträchtlich schwieriger, aber ich denke, ich habe daraus vergleichsweise viel gemacht. Und so finde ich im Grunde gar nicht, dass die besagten Personen wirklich begabter, intelligenter, sympathischer, einfühlsamer, hilfsbereiter, sprich: "besser" sind als ich. Mehr anzustrengen als ich brauchten sie sich auf gar keinen Fall. Ihnen ist vieles durch glückliche Fügungen zugefallen, die es in meinem Leben nun mal nicht gab. Aus meiner Sicht ist das ein Grund, dankbar zu sein, nicht aber, auf andere, vom Schicksal weniger Begünstigte herabzusehen.
Es fällt mir bis heute schwer zu akzeptieren, dass das Leben nicht gerecht ist, dass es ihnen - äußerlich betrachtet - besser geht als mir, sie als die Erfolgreicheren dastehen und sich in dem Gefühl sonnen können, alles "richtig" gemacht zu haben. Leichter würde es mir fallen, wenn sie damit nicht auch noch so prahlen und das, was ich im Gegensatz zu ihnen erreicht habe, nicht derart ignorieren oder durch kleinere und größere Giftspritzen abwerten würden. Manchmal wünschte ich, diese Leute würden auch mal so richtig auf die Schnauze fallen und sich dann nicht mehr so toll und erhaben vorkommen.
Leider schade ich mir durch diese Gedanken nur selbst, während die mir widerwärtigen Personen ihr Leben genießen können. Ich denke viel zu oft an sie, und dann nützt es auch nichts, dass man sich nicht mehr trifft, nicht mehr schreibt und nicht mehr miteinander telefoniert.
Wie schaffe ich es, nach der äußeren auch die nötige innere Distanz zu diesen Personen aufzubauen?
Nachdem ich früher immer den untersten Weg gegangen bin, habe ich einsehen müssen, dass dies nicht hilfreich ist und diese Personen ihre Einstellung und ihr Verhalten mir gegenüber ohnehin nie ändern werden. Auf ein Rangieren als Randfigur "unter ferner liefen" bei Familientreffen, auf denen diese Leute ständig im Mittelpunkt stehen, mich aber gönnerhaft behandeln und aus dem "inner circle" ausschließen, hatte und habe ich keine Lust mehr. Ich habe mich daraufhin zurückgezogen, melde mich einfach nicht mehr bei ihnen, und umgekehrt ist das zum Glück bislang ebenso. Der Kontakt zieht mich nur runter, und in schwierigen Situationen meines Lebens habe und hatte ich von denen sowieso nicht einmal "moralische" Unterstützung zu erwarten.
Dennoch gelingt es mir nicht, auch innerlich loszulassen. Ich stelle mir häufig vor, wie die in Saus und Braus leben, ihr Familienleben genießen, über mich triumphieren und schadenfroh sind, dass ich weder verheiratet bin (immerhin habe ich seit einigen Jahren eine Wochenendbeziehung, die sie mir wahrscheinlich auch nicht zugetraut hätten) noch Kinder, noch Immobilieneigentum etc., sondern "nur" einen anspruchsvollen Beruf habe. Ich kenne die Betreffenden gut und lange genug, um zu wissen, dass sie zwar keineswegs dumm und faul sind, aber in vielerlei Hinsicht einfach mehr Glück gehabt haben als ich und z.B. von ihren Eltern über viele Jahre hinweg - auch noch als Erwachsene - finanziell und praktisch deutlich mehr unterstützt werden konnten, als es bei mir möglich war. Die Rahmenbedingungen meines Lebens waren von Kindheit an beträchtlich schwieriger, aber ich denke, ich habe daraus vergleichsweise viel gemacht. Und so finde ich im Grunde gar nicht, dass die besagten Personen wirklich begabter, intelligenter, sympathischer, einfühlsamer, hilfsbereiter, sprich: "besser" sind als ich. Mehr anzustrengen als ich brauchten sie sich auf gar keinen Fall. Ihnen ist vieles durch glückliche Fügungen zugefallen, die es in meinem Leben nun mal nicht gab. Aus meiner Sicht ist das ein Grund, dankbar zu sein, nicht aber, auf andere, vom Schicksal weniger Begünstigte herabzusehen.
Es fällt mir bis heute schwer zu akzeptieren, dass das Leben nicht gerecht ist, dass es ihnen - äußerlich betrachtet - besser geht als mir, sie als die Erfolgreicheren dastehen und sich in dem Gefühl sonnen können, alles "richtig" gemacht zu haben. Leichter würde es mir fallen, wenn sie damit nicht auch noch so prahlen und das, was ich im Gegensatz zu ihnen erreicht habe, nicht derart ignorieren oder durch kleinere und größere Giftspritzen abwerten würden. Manchmal wünschte ich, diese Leute würden auch mal so richtig auf die Schnauze fallen und sich dann nicht mehr so toll und erhaben vorkommen.
Leider schade ich mir durch diese Gedanken nur selbst, während die mir widerwärtigen Personen ihr Leben genießen können. Ich denke viel zu oft an sie, und dann nützt es auch nichts, dass man sich nicht mehr trifft, nicht mehr schreibt und nicht mehr miteinander telefoniert.
Wie schaffe ich es, nach der äußeren auch die nötige innere Distanz zu diesen Personen aufzubauen?
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