Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
was gut oder schlecht ist weißt du auch nicht. ich weiß, du hast ein ganz klares bild davon. und dein leben scheint geordnet. nur eben, das betrifft dein leben. anderer mensch, andere voraussetzung. jemanden bewerten und sich für jemanden interessieren sind zwei paar dinge.
vorne weg: ich bewerte keine Personen. Ich lege großen Wert auf die Trennung von "Bewertung einer Person" und "Bewertung des Denkens und Handelns einer Person".
Ich denke schon, dass ich meistens eine genaue Vorstellung davon habe, was gut ist und was schlecht. Meine Ansichten kann ich auch begründen. Das ist mir wichtig. Andernfalls wäre meine Meinung von "gut und schlecht" kein Denken sondern ein Empfinden.
Manchmal, wenn ich mit meinen Kindern, als sie noch Kinder waren, diskutierte, hatte ich einfach die besseren Argumente. Gemäß meiner besseren Argumente habe ich auch die Entscheidung getroffen. Das haben meine Kinder akzeptiert. Aber es gab auch Situationen, in denen meine Kinder trotzdem ihren Weg "im Widerspruch zu meiner Meinung" gehen wollten. Wir haben diese Situation dann so beschrieben: "Papa hat Recht, aber meine Meinung gefällt mir trotzdem besser." Das haben wir beide dann so akzeptiert.
Insgeheim hoffte ich, dass die Frage "was ist richtig?" weiter in meinen Kindern arbeitet.
Neulich habe ich mit meinem Sohn (38 J.) darüber diskutiert. Ich hatte den Eindruck, in seiner Kindheit für ihn evt. zu stark gewesen zu sein. Er widersprach mir und meinte: "wenn Du nicht so stark gewesen wärest, hätte ich nicht so stark an mir arbeiten können."
Dies mal als Überlegung...
LG, Nordrheiner