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Gast
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Logisch betrachtet hast du dich in dem Moment gegen deine Partnerschaft entschieden, als du mit dem anderen Mann geschlafen hast (egal ob Alkohol im Spiel war). Irritierend finde ich hierbei auch die Tatsache, dass du dir (nach eigener Aussage) eine Affäre erhofft hast.
Sind das tatsächlich Gedanken, die man sich in einer "im Kern funktionierenden" Beziehung macht?
Auch solltest du dir selbst die Frage stellen, ob es dein Partner ist, den du im Falle einer Trennung vermissen würdest oder ob dich die Angst vor dem Allein-sein umtreibt.
Ich kann deine Angst da schon verstehen etwas Wertvolles zu verlieren, aber betrachte es mal aus folgendem Blickwinkel:
Wenn du dich weiter entwickelst, wirst du dich dem nächsten Partner womöglich umso mehr öffnen können, so dass alle Schranken fallen. In diesem Augenblick wird dir aufgehen, dass du ein "Abenteuer" nicht mehr brauchen wirst. Dann "genügt" auch der Alltag, denke ich.
Das ist durchaus möglich.
Weshalb empfindest du deswegen Wehmut?
Das stimmt. Zumindest bin ich das Risiko eingegangen damit die Partnerschaft in Gefahr zu bringen.
Das ist irgendwie immer das selbe bei mir, manchmal habe ich den Eindruck ich bin gar nicht in der Lage einfach mal zufrieden zu sein. Immer wieder bringe ich Drama in mein Leben, sonst könnte ich ja tatsächlich mal glücklich werden.
Ja das irritiert mich irgendwie auch. Aber ich habe mich in der Nacht so lebendig gefühlt, weg von dem Alltag und endlich mal wieder was aufregendes erleben. Vielleicht wollte ich das Gefühl einfach noch nicht wieder los lassen sondern noch länger "etwas davon haben". Und ich habe mich mit dem Mann so gut verstanden, als wäre das wirklich etwas besonderes gewesen. Vielleicht rede ich mir das auch nur ein weil ich, wie du schon gesagt hast "verliebt in das Verliebt sein bin". Da bin ich mir im Moment gar nicht mehr sicher.
Aus diesem Grund auch die Wehmut. Es war ein so besonderer Abend, ich war kurzzeitig so losgelöst von allem und konnte die Zeit einfach genießen. Dass das jetzt wieder vorbei ist bzw. nicht wieder kommen wird, macht mich irgendwie traurig.
P.S.: Vielen Dank, dass du mich für mein Verhalten und meine Gedanken nicht verurteilst. Ich weiß, dass mein Verhalten und die Gedanken dazu furchtbar sind. Aber ich bin auch nur ein Mensch, ein verkorkster Mensch, und das ist mein großer Fehler. Aus Angst vor Verurteilung von Freunden oder dass sie ihre Meinung über mich ändern, habe ich mich an anonyme Helfer gewendet. Denn das mit mir allein auszumachen, bekomme ich diesmal nicht hin.