Aber sieh Dich doch nicht immer in Konkurrenz zur Schwester. Das ist doch mehr als kindisch.
Das kommt bei Leuten, die auf dem Dorf groß geworden und dort hängen geblieben sind, öfters vor. Ich habe zwei Cousinen vom Dorf, die sich ganz genauso verhalten. Mittlerweile sind beide schon im Seniorenalter und benehmen sich immer noch so. In ihren albernen Konkurrenzkampf beziehen sie auch ihre Ehemänner, Söhne, Schwiegertöchter und Enkelkinder ein und versuchen, bei anderen Verwandten Stimmung gegeneinander zu machen.
Es zählt nur, was die anderen Dörfler von ihnen denken. Sie trauen sich nicht mal, eine Putzfrau einzustellen, denn dann könnte die Dorfgemeinschaft ja denken, sie wären zu faul, ihr Eigenheim selbst zu pflegen.
😉
Immerhin, Dir hat Dein Mann ja anscheinend schon ganz gut den Gehorsam beigebracht. Du tust und meinst ja anscheinend , was Dein Mann meint, ohne Reflektion.
Auch das ist typisch Dorf. Der Preis für ein Leben, in dem eine Frau in jeder Hinsicht von ihrem Mann abhängig ist und sich obendrein noch einredet, sie sei abgesichert. In Wirklichkeit muss sie immer Angst haben, dass ihr Mann früh stirbt oder die Ehe scheitert, weil dann ihr gesamter Lebensstandard gefährdet ist. Und auch ihr Ansehen im Dorf, denn bei den Dörflern gilt eine Frau nur etwas, wenn sie verheiratet ist und Kinder hat. Tja, da muss man schon ängstlich bemüht sein, es dem Mann recht zu machen und zusehen, dass man nur ja verheiratet bleibt, selbst wenn der Gatte sich zum größten Kotzbrocken entwickelt oder eine Freundin nach der anderen hat. In manchen deutschen Dörfern geht es noch zu wie in Hinteranatolien, was die Mentalität der Menschen und die Rolle der Frau betrifft. Die TE ist das beste Beispiel dafür.
Diese ganzen Einschränkungen und Abhängigkeiten machen halt bösartig, man sucht sich irgendwein Ventil, um seinen Frust darüber loszulassen, dass man finanziell und sozial vom Ehemann und der Dorfgemeinschaft abhängig ist und alleine nicht zurecht käme. Dann lässt man eben Boshaftigkeiten gegen seine Schwester los.