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mein Mann ist alkoholsüchtig

Vielen Dank für eure Beiträge.

Eigentlich weiß ich, dass eine Trennung der einzige Weg und der einzig richtige Schritt ist. Und diesen Gedanken habe ich bereits seit der Geburt meiner Tochter.
Aber ich kann ihn einfach nicht einschätzen. Ich weiß nicht was er bei einer Trennung tun würde oder wozu er fähig ist.

Ich befinde mich zurzeit in psychologischer Betreuung aufgrund einer Depression. Mittlerweile hab ich meine Depression aber gut im Griff. Er will diese Tatsache gegen mich ausspielen. Er sagt: "Ich werde dich als selbstmordgefährdet dastehen lassen, du bist krank im Kopf weil du eine Therapie machst."
Ich habe bereits viel mit meiner Therapeutin darüber gesprochen und mittlerweile weiß ich, dass das kein Druckmittel sein kann. Daraus kann er mir keinen Strick drehen.

Ich bin zwiegespalten im Moment. Einerseits will ich auf jeden Fall die Trennung / Scheidung. Allein schon aufgrund der Schläge und Grausamkeiten. Das spielt er herunter indem er sagt: "Du musst doch nicht ständig auf alten Sachen herumreiten. Es tut mir doch leid, aber es muss doch mal gut sein."
Ich möchte ihm seine Entschuldigungen glauben aber eigentlich weiß ich, dass sich nichts ändern wird.
Aber andererseits haben wir auch viel zusammen durchgestanden: Firmenaufbau / Firmenaufgabe, Hauskauf / Hausverkauf, Schuldentilgung und zuletzt natürlich unsere gemeinsame Tochter.

Wenn ich ihm aber sage, dass er eigentlich alles kaputtmacht mit seiner Alkoholsucht, spielt er alles herunter und sagt, ich muss mich einfach nur wieder zusammenreißen.

Aber was wichtig ist zu sagen an dieser Stelle: Natürlich werde ich mein Kind keinerlei Gefahr aussetzen!
Du steckst in einer typischen Gewaltbeziehung. Auch das Verhalten deines Mannes ist typisch dafür. Er wird sich nicht ändern, das garantiere ich dir.
Mit der Therapeutin solltest du auch besprechen, wie du am besten ohne Eigengefährdung schnellstmöglich ausziehen und dich und das Kind in Sicherheit bringen kannst. Es gibt auch spezielle Beratungsstellen für solche Fälle. Auch die Polizei ist seit vielen Jahren im Umgang mit häuslicher Gewalt geschult.

Was dein Mann redet, ist nur Stuss. Das ist gar nicht für voll zu nehmen. Den kannst du abhaken. Und was heißt schon gemeinsam "durchgestanden"? Dein Mann hat gar nichts durchgestanden, sonst wäre er nicht zum Alkoholiker geworden. Er ist labil, suchtkrank, uneinsichtig und beziehungsunfähig. Er hat bei nichts Nennenswertem Erfolg gehabt. Im Gegenteil: Du bist mit ihm bereits beim Firmenaufbau und beim Hauskauf gescheitert. Er überschätzt sich offensichtlich maßlos und kann nicht mit Geld umgehen. Schon gar nicht ist er in der Lage, Verantwortung für eine Familie zu übernehmen. Das einzige, was er geschafft hat, war, ein Kind zu zeugen. Das ist keine Kunst. Es reicht auch nicht aus, wenn jemand nur "manchmal" nett sein kann und dir dann das Blaue vom Himmel verspricht. Das tun alle Suchtkranken und Gewalttäter. Sie halten aber nichts von dem, was sie versprechen. Ihr Suchtmittel bzw. die Neigung zu Aggressionsausbrüchen bis hin zu körperlicher Gewaltanwendung hat sie im Griff und nicht umgekehrt. So einfach ist das.

Der Exmann meiner Cousine war auch alkoholsüchtig. Sie hatten ebenfalls ein kleines Kind. Zum Glück war sie so vernünftig, sich frühzeitig scheiden zu lassen. Ihr Exgatte hat danach noch ein paar Jahre herumgesponnen, sein Elternhaus verspielt, mit einer anderen Frau ein weiteres Kind bekommen, aber auch in dem Fall kam es nach kurzer Zeit zur Trennung. Er ist immer tiefer gesunken und endete schließlich - ohne Übertreibung! - als obdachloser Penner buchstäblich in der Gosse, ist inzwischen beinamputiert wegen seiner gleichzeitigen Nikotinsucht und bereits seit über 10 Jahren ein Dauerpflegefall im Heim im Delirium. Diagnose: Alkoholbedingte Demenz. Hat schon in seinen 30ern buchstäblich sein bisschen Verstand versoffen. Am Elternhaus lag es nicht, seine Eltern und Geschwister waren ganz normale, kleinbürgerliche, in geordneten Verhältnissen lebende Leute.

Rosige Perspektiven, nicht wahr?

Meine Cousine hat damals, auch ihrem Sohn zuliebe, gerade noch rechtzeitig die Notbremse gezogen. Ich hoffe inständig, dass du das auch schaffst. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja, der Alkohol kann (muss aber nicht) der Fluch der Selbstständigkeit sein. Es ist nicht jeder dafür geschaffen, die Last der Verantwortung - die mit der Selbstständigkeit einher geht - auf seinen Schultern zu tragen.

Ohne Entziehungskur geht alles zugrunde.
 
Es ist auch nicht jeder dafür geschaffen, eine Immobilie abzuzahlen und sich bis dahin wie ein Sozialhilfeempfänger einschränken zu müssen.

Und mit einer Entziehungskur allein ist es noch lange nicht getan. Man muss auch trocken bleiben. Selbst krankheitseinsichtige Alkoholiker werden vielfach immer wieder rückfällig. Die Ehe mit so jemandem kann man nur Märtyrern und Masochisten zumuten.

Am schlimmsten sind die Kinder dran, die sich ihre Eltern schließlich nicht ausgesucht haben und auch nicht einfach gehen können. Sie sind der Siituation hilflos ausgeliefert und tragen bleibende psychische, oft auch körperliche Schäden davon, wenn nicht der nicht süchtige Elternteil die Konsequenzen zieht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,
eine Beziehung mit einem nicht einsichtigen und sich nicht Hilfe holenden Alkoholabhängigen wird nur immer schlimmer. Er wird sein Verhalten immer mehr verteidigen und deines immer mehr in Frage stellen. Du bist in Therapie und hast Unterstützung, das ist gut. Wenn du Angst vor deinem Mann hast, dich trennen willst und nicht weißt wohin, dann kann dir vielleicht eine Frauenberatungsstelle helfen, um in einem Frauenhaus fürs erste unterzukommen. Oder hast du Verwandte, Freunde zu denen du könntest?
Wenn du mehr wissen möchtest welche Optionen es gibt, dann kannst du auch mal eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern aufsuchen und dir anhören, welche Erfahrungen sie haben.

Meine Erfahrung mit nicht krankheitseinsichtigen Alkoholikern ist, sie machen sich kaputt, aber sie nehmen jeden mit, dem es nicht möglich ist auf Distanz zu gehen. D.H. nicht, dass jeder alkoholabhängige Mensch gewalttätig ist und doch hat ihr Verhalten Auswirkungen auf alle in der Familie lebenden. Doch ein gewalttätiger nicht einsichtiger Alkoliker, wird im Ausmaß seines tun immer intensiver, mit dem trinken von Alkkohol, aber auch mit seinem Verhalten erst mit, später aber unter Umständen auch ohne den Alkohol gerade getrunken zu haben.

Sich zu trennen ist nicht einfach, denn vielleicht wenn....
Aber dies vielleicht wenn ist eine Hoffnung, die wahrscheinlich Hoffnung bleibt oder in Verzweiflung endet.
Für sich allein zu entscheiden ist eins, aber mit der Verantwortung für ein Kind, da kann jedes Warten zu lang sein. Selbst ein sehr Kleines Kind bekommt die Spannungen schon mit. je älter es wird, desto mehr erlebt es, die Ängste, die Verzweiflung die Unsicherheit. Will schützen, beistehen, fühlt sich unter Umständen verantwortlich, gerade auch, wenn es glaubt Grund dafür zu sein, dass es so ist wie es ist. Die Mutter in einer Beziehung bleibt die weder ihr noch ihm (dem Kind) gut tut. Nein eine Familie braucht Sicherheit, ein Kind noch ganz besonders.

LG
 
Du musst DICH vor seiner Gewalt schützen, und Du musst auch das Kind schützen.

Darüber hinaus könnte es für ihn auch eine Initialzündung sein, wenn Du sein Verhalten nicht (mehr) deckst, sondern ihn mit seiner Trinkerei mal gnadenlos auf die Nase fallen lässt. Vielleicht merkt er dann, dass ER etwas ändern muss. Davon aber ganz abgesehen: sieh zu, dass Du da rauskommst.
 

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