Hesback,
Du bist ein Meister darin, die falschen Fragen zu stellen. Ob es Hochschulen für Gefühle gibt? Ja, dort wird unter anderem Psychologie gelehrt. Das war Dir wirklich nicht bekannt? Kaum vorzustellen. Aber es liegt vielleicht daran, dass Du scheinbar der Meinung bist, mit dem Stellen der Frage wäre Deine Aufgabe getan. Aber das eigentlich Interessante an einer Frage sind die brauchbaren und anwendbaren Antworten. Denn aus diesen ergeben sich die nächsten Schritte und eben solche Schritte erhöhen zumindest etwas die Chance auf einen brauchbaren Erfolg.
Du weist nicht, ob Du Stärken hast? Zu aller erst sollte Dich das selbst interessieren, aber da es das offensichtlich nicht tut (Sonst wüsste das ein Mann in Deinem Alter), wer sollte dann ein Interesse daran haben, es für Dich herauszufinden? Nur die Menschen, die sich an Dir bereichern wollen. Dein Desinteresse lockt also die falschen "Fliegen" an.
Dir hat noch keiner gesagt, dass Du Stärken hast? Prosaisch formuliert: Wie willst Du das Schiffchen Deines Daseins durch das Meer des Lebens steuern, wenn Du Dir über dessen Beschaffenheit, Aufbau und Möglichkeiten einfach keine eigene Meinung bildest? Wenn Du von allem höchstens eine vage Ahnung hast, warum sollte jemand Dir vertrauen?
Die Relevanz philosophischer Fragen ist nahe Null, ohne deren Pendant: sinnvolle Antworten. Und vielleicht auch noch einer winzigen Kleinigkeit: dem Willen zur Veränderung. Welchen Wert hat eine Frage, wenn sich eine Antwort schon wieder im Gewirr der nächsten Fragen verliert? Ja, Fragen sind wichtig. Sie sind das Fundament von Erkenntnissen und weiteren Fragen. Würde ein Architekt so bauen, wie Du uns vorlebst, bestünden unsere Städte nur aus halb fertigen Kellern und ausgehobenen Baugruben.
Warum Dir so viele User schreiben? Weil Du nur so wenige Schritte gehen müsstest, um voran und weiter zu kommen. Aber wer den Kopf nicht hebt, kann nie den Horizont sehen. Du verweigerst Dich in Deinem kindlichen Trotz dem Leben. Das hat etwas Anrührendes, aber auch viel mehr etwas Tragisches. Aber verzeih, das ist wieder ein Ratschlag und könnte in einem Tipp enden und stört die Ruhe Deiner Kreise.
Warum sich User über Dich ärgern? Das Glück ist ein launisches Wesen. Wir sind so oft auf Glück angewiesen und die Ergebnisse unserer Anstrengungen sind manchmal in Sekunden weggefegt, dass einem manchmal nur noch die Hilfe anderer Menschen bleibt. Aber wie können sich zwei Nichtschwimmer in einem Ozean helfen? Da hilft auch eine klopapierlange lange Liste kreativer Ausreden und fadenscheiniger Begründungen nichts mehr. Und hier liegt der Grund für den Ärger, der Dir immer wieder entgegen schlägt: welche Chance habe ich, von Dir Hilfe zu bekommen, wenn ich sie von Dir benötige, wenn es mich der Länge nach hinlegt und Du in meiner Nähe bist? Nach Deinen Ausführungen bekomme ich maximal eine ausgefeilte Begründung von Dir, warum Du gerade als Helfer ausfällst.
Wir Menschen brauchen einander, selbst wenn wir mit den meisten unserer Spezies nichts zu tun haben wollen, aber die Erkenntnis, dass es für jeden Einzelnen ohne einander noch viel schlimmer wäre, lässt uns immer wieder zusammen rücken und sogar Freundschaften oder auch nur Arbeitsgemeinschaften schließen. Ja, Du schließt Dich nicht völlig aus und hast schon einiges versucht. Aus meinem reinem Egoismus möchte ich Dich bitten, es weiter zu versuchen, nicht aufzugeben. Mit jedem Stück, das Du aufgibst, gibst Du auch etwas von der menschlichen (Zweck)-Gemeinschaft auf und das bedroht uns als Menschen. Es ist nicht viel, was uns verbindet und stärkt. Im Grunde ist es nur der Wille, sich nicht geschlagen zu geben. Was einer allein nicht kann, können vielleicht zwei oder viele. Ich habe einmal in einer TV-Sendung gehört, dass die Aussicht auf Bier in Ägypten den Bau der Pyramiden ermöglicht hat. Es braucht manchmal gar nicht so viel, damit wir etwas erreichen können. Der nächste Schluck Bier kann Motivation genug sein.
Hör auf, Fragen zu stellen, deren Antworten Dich nicht interessieren. Lass Dich von einem "Schluck Bier" motivieren, was immer Dein "Bier" ist. Das würde mir weniger Angst machen. Wenn sich immer mehr "Nicht"-Wähler für nichts engagieren, sich raus halten, sich entziehen und verweigern, dann wird es für die übrigen gefährlich und manchmal auch nicht mehr zu stemmen. Fange vielleicht damit an, die richtigen Fragen zu stellen.