@eisherz: verstehe genau was du meinst. und ich bin den schritt damals auch im vollen bewusstsein gegangen. das heißt nicht, dass ich dabei kein unrechtsbewusstsein hatte. mir war sehr wohl bewusst was ich da mache und auch, dass es ihr weh tun könnte. nur das war für mich zweitrangig und wirklich nach dem motto 'was sie nicht weiß' da ich mich ja sowieso trennen wollte. es ist auch nicht so, dass ich mich monatelang mit der anderen vergnügt habe. es waren etwa zwei wochen, es war drei oder vier mal, dann hab ich selbst festgestellt, dass es einfach nur sch* ist.
@vegas: ich schätze, weil ich vorher beruflich unterwegs war und erst am samstag abend nach hause kam. ihr ging es wohl am freitag nicht so gut, weshalb ihr chef sie zum arzt gejagt hat. kann jetzt natürlich nach den ultraschallbildern nicht sagen wie lange sie das schon weiß, ich erkenn da nix drauf. sieht ein bisschen aus wie eine bildstörung.
@findefuchs: meine familie hat schon von beginn an gedrängt ihr die wahrheit zu sagen. ich hab oft und lang mit meinem dad drüber geredet, immer wieder die frage gehört wie ich mir denn mit ihr eine gemeinsame zukunft aufbauen möchte, wenn das alles auf einer lüge basiert.
gesagt habe ich ihr nichts aus einer guten mischung der gründe, die du geschrieben hast. zuerst dachte ich wirklich, dass ich die angeschlagene beziehung unnötig belasten würde. es war so unbedeutend, die frau war nee das schreib ich lieber nicht - es hatte jedenfalls absolut gar nix mit dem gemeinsam was ich mit sex in einer beziehung verbinde, da gab es keine zärtlichkeiten, keine nähe - nichts. eher so das modell pit-stop - rein, rauf, runter, raus. im nachhinein betrachtet hätte mich mit kumpels ein bier trinken gehn wahrscheinlich genauso befriedigt. das ist gemein, aber es war so. als es mir bewusst wurde war ich dann froh drüber, dass meine mutter mir von klein auf eingebläut hatte, dass sie niemals einen satz wie 'ich dachte sie nimmt die pille' von mir hören mag und ich immer schon grundsätzlich bei allen partnerinnen auf kondome bestanden hab. die waren auch von mir, die hatte sie nicht angefasst und nein, ich hab die nicht extra besorgt.
dann dachte ich zunächst wirklich dass gras über die sache wächst. und fünf monate später kommt diese frau dann in mein büro und teilt mir mit sie sei schwanger, natürlich von mir und im gleichen atemzug, dass sie mich reingelegt hätte, weil sie unbedingt ein kind wollte. das war dann der moment in dem ich unglaublich schiss bekommen hab und einfach den schwanz eingezogen hab, an dem mir bewusst wurde dass das jetzt wie ein boomerang zurückkommt. da konnte ich es ihr nicht sagen. es gab nur noch nen tunnelblick und den gedanken 'es kann gar nicht sein'. am gleichen abend hab ich meinem vater alles erzählt. wir haben gemeinsam ein paar dinge in erfahrung gebracht unter anderem ihre beziehung zu dem anderen mann und einige andere dinge. aber zu dem zeitpunkt konnte ich es meiner freundin nicht mehr sagen. ich war mir damals schon sicher, dass das nicht mein kind sein kann und ich wollte ihr nach dem großen fehler sie überhaupt betrogen zu haben nicht zumuten die suppe, die ich mir da eingebrockt hab mit mir zusammen auszulöffeln. kurz vor der geburt habe ich es meiner mutter erzählt, die unglaublich sauer auf mich war und ist. sie war dann aber diejenige die mich dazu bewegt hat ins krankenhaus zu gehen, wollte sogar mit um sich ihr 'erstes enkelkind' anzugucken. ergebnis: kind sieht weder mir noch irgendwem sonst aus der familie ähnlich, weder direkt nach der geburt noch zu einem anderen zeitpunkt. die affäre konnte meiner mum nicht mal in die augen gucken. wir sind also alle drei sicher, das ist nicht mein kind. und dann begann die juristische klärung. also wieder den schwanz eingezogen und die letzten kräfte mobilisiert um das auch noch durchzustehen. es fehlt nur noch das ergebnis des tests. es hat sich da schon auch ein entsprechender leidensdruck aufgebaut und ich hatte immer im hinterkopf 'wenn das alles vorbei ist, dann musst du ihr das erzählen'. aber eben erst wenn es vorbei ist. im nachhinein ist es furchtbar feige.
sicher weiß ich natürlich nicht, wie sie das dann aufgefasst hätte, aber über mehrere jahre lernt man den partner schon sehr gut kennen und sie ist ein sehr rational denkender mensch, den meine beichte dann mit sicherheit nicht in dem ausmaß aus der bahn geworfen hätte, wie es jetzt der fall ist.
ich denke da auch die ganze zeit dran, dass sie jetzt irgendwo sitzt und sich aus den paar aufgeschnappten sätzen ein szenario konstruiert, das nicht der realität entspricht. es ist nicht so, dass ich sie aus einer laune raus beschissen habe und das über monate oder sogar jahre, ich hab für die andere frau auch keinerlei gefühle und hatte nie welche und ich bin mir so sicher man sich als mann halt sein kann, dass es nicht mein kind ist. all das weiß sie derzeit nicht.
du hast also recht findefuchs, ich sollte mir da wirklich meine schläge - und die werde ich sicherlich von ihr bekommen - abholen und ihr wenigstens die ganze wahrheit sagen und nicht darauf hoffen, dass sie sich etwas zusammenbastelt sich zu meinen gunsten auswirken könnte.