Also auch auf die Gefahr hin, dass sich der Thread noch mehr verzweigt....ich lese hier mehrfach, dass es natürlich schade/schlimm sei, dass Kinder von Hartz IV-Empfängern schlechtere Bildungsschancen hätten als Kinder von finanziell besser Gestellten.
Ich lebe ja vielleicht hinterm Mond...aber: wieso? Wieso ist es "klar", dass ein Hartz IV-Kind weniger und schlechter lernt? Wieso soll es nicht Abitur machen und dann mit Bafög studieren? Okay, es hat wahrscheinlich keinen Geigen- oder Tennisunterricht als Kind. Aber wozu braucht man das? Sicher nicht, um gute Noten zu schreiben.
Ich versteh es nicht wirklich. Ein Kind kommt in die Schule - zeigt sich da begabter oder nicht ganz so begabt. In ersterem Fall bekommt es eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium. Wenn es dort immer nocht gut zurechtkommt, macht es Abitur und kann dann entscheiden: Ausbildung, Studium. Selbst für Auslandsaufenthalte/-semester gibt es Stipendien. Spontan fällt mir eins über den Bundestag ein, bei dem es bei den Bewerbungen nicht nur auf Noten, sondern auch auf Engagement ect. ankommt. Auch eine Chance für "ärmere" Kinder.
Auf diesen gefühlten 100 Seiten (keine Ahnung, wieviele es genau sind) steht sicher viel Wahres und zu Recht Kritisches, aber Hartz-IV als "bildungstechnische Sippenhaft"?? Ich weiß nicht. Faule, lernunwillige Kinder gibt es überall. Klar gibt es welche, die "Hartzer so wie Papa" werden wollen. Aber doch nicht alle und doch nicht zwangsläufig. Ich kann mich nicht mal errinnern, dass mich auch meinem Gymi (ja, lange vor Hartz IV) mal jemand gefragt, was meine Eltern beruflich machen. War egal. Da waren Arbeiterkinder, Arztkinder, Lehrerkinder, Landwirtskinder - hat keinen gejuckt. Warum auch!