Hi Fridolin
Bitte gib nicht auf. Es lohnt sich auf jeden Fall, an dich zu glauben und daran, dass du es schaffst.
Ich selber habe einige Erfahrung in Sachen Selbstzerstörung. Zwar habe ich mich nie geritzt, aber mit Drogen, Alkohol und den falschen Männern schafft man es auch ganz gut, sich fertig zu machen. Ausserdem diverse Selbstmordversuche.
Heute geht es mir gut, das alles liegt weit hinter mir. Das wichtigste ist, daran zu glauben, dass man es schaffen kann und sich selbst zu verzeihen, wenn man rückfällig wird.
Alleine hätte ich es nie geschafft. Im Gegensatz zu dir wollte ich allerdings nie in eine Klinik, im Gegenteil, alles nur das nicht. Selbstbestimmung war mir immer wichtig. Psychotherapie bringt einen, je nach Therapeut, schon ein Stück weiter, aber eben, nur ein Stück. Es hilft, gewisse Muster zu erkennen, was schon mal ein Anfang ist.
Was mir wirklich was gebracht hat, sind Therapien wie Polarity-Therapie, Craniosacral-Therapie und Trauma-Therapie (Somatic Experience). Wichtig ist es, jemanden zu finden, zu dem du Vertrauen haben kannst, sonst kannst du jede Therapie gleich vergessen. Klar muss Vertrauen erst aufgebaut werden. Aber wenn du mit jemandem nicht kannst, dann merkst du das bestimmt sofort.
Der grosse Unterschied dieser Therapieformen zur Psychotherapie ist: Hier werden Körper und Seele mit einbezogen. Der Hausarzt beschäftigt sich mit deinem Körper, der Psychi mit deiner Seele und deinem Geist. Heilung muss aber auf beiden Ebenen stattfinden.
Und noch was: Es kann dauern. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, geduldig mit mir zu sein und auch kleine Schritte nach vorne zu begrüssen. Ja, und irgendwann wirst auch du zurückblicken und staunen, wie weit du gekommen bist mit vielen kleinen Schritten.
Ich wünsche Dir viel Mut und drück dir die Daumen.
borago