Das Problem ist eher das System an sich, nicht die 5€ mehr oder weniger.
Ich wurde mit 17 schwanger, hatte bis dahin keinen Schulabschluss, weil ich in den Kreisen rumhing, die heute stolz darauf sind, keine Arbeit zu haben.
Mit dem Kind kam das Umdenken.
Ich wollte zu einer Abendschule, meine Schulabschlüsse nachholen.
Zitat der ARGE: Wenn Sie zu einer Abendschule gehen, werden Sie von uns kein Geld mehr bekommen.
Ich wollte aber keine 3 Jahre auf meinem Hintern sitzen bleiben und bin somit, als mein Kind 6 Monate alt war, arbeiten gegangen, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen und mir die Schule leisten zu können.
Eine Freundin hat in der Zeit auf mein Kind aufgepasst, sonst wäre mir das nicht möglich gewesen.
3 Jahre später, mit der Mittleren Reife mit Durchschnitt 1,0 habe ich einen Kindergarten-Platz bekommen und das Abendgymnasium morgens gemacht (ja, das gibt es) und bin arbeiten gegangen, gelernt habe ich nachts, wieder 3 Jahre später hatte ich mein Abi mit 1,2.
Ich war lange sehr wütend darüber, dass mir Steine in den Weg gelegt wurden, WEIL ich etwas machen wollte.
Das darf doch nicht sein?!!
Anstatt Jugendliche und junge Erwachsene in Maßnahmen zu stecken, die richtig viel Geld kosten, oder ganz auf der Couch sitzen zu lasen, sollte es Verpflichtung sein, Schulabschlüsse zu machen, die die Betroffenen bis dahin nicht haben, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.
Und im Übrigen hatte ich die schlechtesten Vorraussetzungen, Jobs zu bekommen.
Alleinerziehend, in Schulausbildung, die ersten 3 Jahre keinen garantierten "Babysitter", die anderen 3 Jahre nur von 13-16 Uhr Zeit, da der Kiga dann schloss, und ich habe IMMER einen Job bekommen!
Natürlich sind die Vorraussetzungen bei Facharbeitern mit Ausbildung und Schwerkranken andere, aber auch wenn man alleinerziehend und jung ist, es ist eher eine Frage dessen, wieviel Kraft und Ehrgeiz man in eine Sache steckt, wieviel Abstriche man in Kauf nehmen kann, als eine Frage der nicht vorhandenen Angebote, denn Angebote gibt es zu genüge und einfache Jobs auch!
Aber wenn man nichts vorweisen kann, weil das Umfeld genau so tickt und sich an einen gewissen Lebensstil gewöhnt hat, dann ist es natürlich einfacher, zu motzen und sich zu bemitleiden, als Energie in Lösungsfindung und Veränderung zu stecken.