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Meine Mutter ist tot

mamabaer

Neues Mitglied
Hallo zusammen,
ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Meine Mutter ist vor drei tagen an meines Vaters Geburtstag gestorben.
Sie hatte Leberzirrhose im Endstadium und keiner hat was bemerkt.
Selbst ich nicht... Sie war nicht gelb nur immer so müde
Sie ist ins KH gekommen blutüberströmt, lag 2 Wochen im künstlichen Koma und hatte dann Organversagen und Herzstillstand
Hilfe ich habe zwei Kinder 11 Jahre und 13 Monate
Meinem Papa geht es gesundheitlich auch nicht gut
Ich weiß nicht mehr weiter
morgen ist die Trauerfeier
Ich mache mir so schuldgefühle und frage mich immer warum
hat sie es gewusst sie war nie beim arzt
warum so früh sie hatte gerade erst ihren 62 Geb. gefeiert.
wo bekomme antworten auf meine fragen
LG CHris
 
hi Süsse,

der Tod ist immer schneller da wie man Dinge klären oder sich verabschieden kann.
Ich glaube fast, dass es so sein muss, weiß nicht wieso.
Es prägt uns und macht uns stärker - wofür weiß ich auch nicht.
Ich wünsch uns allen, dass wir einen "sauberen Abschied" nehmen können aber es liegt nicht in meiner Macht.

Ich tröste mich damit...nein... ich bin eher überzeugt, dass alles seinen Grund hat und es genau den Lauf genommen hat den es sollte.
Man sieht den Sinn nur einfach nicht.

Wie kommst Du darauf, dass sie nicht beim Arzt war - woher sollte sie das denn sonst gewusst haben?

Warum hat sie es keinem gesagt?
Na, weil sie nicht wollte, dass Ihr euch Sorgen um sie macht - törricht eigentlich aber es war ihre Entscheidung.

Hat sie es nicht gewusst?
Vielleicht wollte sie es nicht wissen - auch ihre Entscheidung.

Den Hinterbliebenen bleibt nur übrig, sich damit ab zu finden.

Schuldgefühle, so empfinde ich es zumindest und bin damit auch wahrscheinlich allein und setz mich in die Nesseln, eine art von Egoismus (jaa jetzt mögen einige aufschreien) aber denk mal nach:

Es geht Mir schlecht weil Ich nicht da war, weil Ich mich vorher mit ihr/ihm gestritten habe, weil Ich nichts gemerkt habe u.s.w.

Ich versuch immer alles ganz nüchtern zu sehen, denke es ist nicht verkehrt weil man realisiert wieso und weshalb man so empfindet.

Trauer ist auch Egoismus.
Ich vermisse sie/ihn, Ich fühle mich verlassen, Ich bin jetzt allein, Ich habe deshalb schmerzen, Ich komm nicht damit klar.....

Man kriegt einfach keine Antwort auf die Fragen, die im Raum stehen, dann würde sich doch keiner mehr Gedanken über den anderen machen weil sich doch eh alles zum Guten für Sich wendet.

Verstehst Du ?

Trauere um sie, Du durftest sie kennen lernen, Du durftest sie in ihrem Leben begleiten, Ihr habt schöne und schlechte Zeiten mit einander verbracht, Sie hat Dich zu dem gemacht, was Du heute bist - also ein Teil von ihr.

Sie hat bestimmt nicht gewollt, dass Du dich so quälst.
Sie hat geschafft, dass Ihr in Liebe an sie denkt.
Das war ihre Lebensaufgabe, das war Ihr Beitrag, das war "sie".

Sei dankbar für die gemeinsame Zeit und quäle Dich nicht - das wollte sie bestimmt nicht.

Ich wünsche Dir viel Kraft für morgen und alles liebe.

VG
 
Hallo,

Wie kommst Du darauf, dass sie nicht beim Arzt war - woher sollte sie das denn sonst gewusst haben?


Tja sie hatte immer Angst vorm Arzt, ihr Vater und ihre Schwester sind an Krebs erkrankt und dann früh gestorben
Sie hatte auch immer Angst davor

Ich galube sie hat es gewusst weil sie zur Geburt meiner Tochter gesagt hat:`Das ich das noch erleben darf`?

Ich sagte zu ihr Mama du redest wie eine 85 Jahre alte Frau....
Nun weiß ich warum????

Du hast wirklich Recht mit deinem Worten, aber ich komme einfach damit nicht klar.
So plötzlich läßt sie mich alleine....

Wo kann ich mir hilfe suchen??

Hast du auch einen Menschen verloren???

LG CHris
 
Meine Mutter ist im November 2009 gestorben. Ganz plötzlich.
Meine Eltern schliefen getrennt und als mein Vater morgens aufsteht und sie wecken wollte, lebte sie schon nicht mehr.
Er hat mich sofort angerufen und sagte:" Ich kann Mama nicht wecken. Sie will einfach nicht aufwachen. Ich versuch es weiter. Werd gleich den Arzt anrufen."
Dann hat er aufgelegt.
Ich hab mich sofort auf den Weg nach Hause gemacht (wohne 200km weit weg)
Als ich ankam, war meine Mutter grad abgeholt worden.
Ich konnte sie nicht mehr sehen.
Zwei Tage vor ihrem Tod hatten wir noch telefoniert. Und da ging es ihr gut. Eine Woche später wollte ich meine Eltern besuchen. Sie hat mir noch erzählt das sie sich darauf freut.
Im Juli 2010 ist dann mein Vater gestorben.
Er hat ihren Tod einfach nicht verkraftet.
Hat noch 2 Wochen im Krankenhaus gelitten.Und wir mit ihm.
Jetzt hab ich nur noch meinen Bruder.
Meine anderen Verwandten leben leider auch nicht mehr.
Ist sehr schwer, damit umzugehen. Aber wir schaffen das ganz gut, denke ich.
Habe aber Angst, das irgendwann der große Knall kommt, und ich zusammenbreche
 
Hallo Ihr Zwei

@ Biena
An was ist denn deíne Mutter und dein Vater gestorben(wenn ich dich das überhaupt fragen darf)

Es ist sehr schwer seine eigenen Eltern zu verlieren.
Vor allen Dingen wenn es plötzlich und so früh ist.
Ich komme auch nicht drüber weg, ich glaube das kommt man eh nie.
Überlege schon ob ich mir nicht Hilfe holen soll.
Habt ihr euch Hilfe gesucht???
Mein Vater ist auch krank ich glaube er verkraftet das nie.
Ich habe wenigstens einen Mann und zwei Kinder die mir helfen.
Es ist echt ein leid.
Am Freitag ist wahrscheinlich die Beisetzung
Ich drück Euch
Chris
 
hi,

als meine Oma gestorben ist vor 10 Jahren, hatte ich erst 2 Wochen später davon erfahren, da war die Beerdigung auch schon gelaufen.
Mein Vater hatte das mit keinem Wort erwähnt.
Unsere Familienverhältnisse sind eh etwas seltsam.
Leicht unterkühlt würd ich sagen, mein Vater wurde streng erzogen und Gefühle kann er nicht wirklich zeigen.
Als mein Opa im sterben lag, war meine kl. Schwester auf dem Sprung nach Australien und er wollte sie so gerne nochmal sehen bevor sie fliegt.
Ich sagte, ich würde mit fahren und sie sollte auf mich warten.
Ich hatte zu der Zeit gekellnert und immer Nachtdienst gehabt und so kam es, dass ich verschlafen hatte und sie so lange auf mich gewartet hat, dass sie nicht mehr zum Opa fahren konnte.
2 Tage nach ihrem Abflug verstarb er.
Ich hatte sie also daran gehindert, ihn ein letztes mal zu sehen.
Auch kein schönes Gefühl.

Ein Ex Freund meiner Mutter, ich hab am 1.5. und er am 3.5. Geburtstag, starb ganz allein und ich hatte vergessen ihn am 3.5. an zu rufen zum gratulieren.
Er schickte mir zum 1.5. eine Geb. Karte und ich habe ihn nicht mal angerufen oder wie sonst üblich zum Chinesen eingeladen.
Am 5.5. erfuhr ich dann, dass er gestorben sei.

Wie Du siehst mamabaer, hat jeder sein Kreuz zu tragen und muss versuchen mit den Selbstvorwürfen auf zu hören.

Es bringt nichts, keinem ist damit geholfen und man muss nach vorn sehen sonst frisst es einen auf.

Ich hoffe, Du findest einen Weg für Dich und wünsche Dir alles Gute.
 
Es tut mir so leid für dich und für alle, die liebe Menschen verloren haben. Das ist der Weg den wir alle einmal gehen müssen. Und diesen Weg müssen wir auch alleine gehen.

Ich selbst habe oft Tagträume von meinem eigenen Tod. Mir wird Angst und Bange dabei. Ich sehe meinen Sohn vor mir, wie er verzweifelt vor Trauer und Hilflosigkeit. Ich habe selbst keine Angst vor dem Tod, weil ich das nicht beeinflussen kann. Die Angst ist nur wegen meines Sohnes. Wird er im Leben zurecht kommen ohne mich? Wird er am Schmerz zerbrechen?

Ja, wenn Eltern, Kinder oder Geschwister gehen müssen, bleibt für die Hinterbliebenen immer nur Herzschmerz über. Man sagt die Zeit heilt alle Wunden. Daran glaube ich nicht.

Wenn man einen Menschen geliebt hat und gerne mit ihm zusammen gewesen ist, dann wird immer ein Schmerz und eine Lücke im Herzen bleiben. Nur die Erinnerung bleibt.

Alles, alles Gute wünsch ich dir.
 
Auch ich habe im Oktober 2009 meine Ma verloren. Ich habe sie fast 2 Jahre mit meiner Schwester gepflegt. Dann sollte sie zur" Routine OP"auch diese hat sie verkraftet. Es ging ihr gut, dann starb eine Frau im Zimmer und ab da ging es bergab. Sie fiel in einen Dämmerschlaf, so etwas kannte ich nicht. Wir sind 4 Kinder die sie alleine großgezogen hatte. Wir wechselten uns jeder mit den Besuchszeiten ab. Als ich ging war alles wie gehabt. 1 Stunde später ist sie verstorben. Für mich fiel eine Welt zusammen. Nichts war mehr wie vorher-kein Spaziergang mit meinem Hund zu ihr-kein gemeinsames Frühstück. Nichts. Ich kam aus dem weinen nicht mehr raus. Auch heute noch. Und lass dir eines gesagt sein, trauer so lange wie du brauchst. Da gibt es keine Zeitangabe. Ich sitze so manches Mal da und mir laufen die Tränen nur so runter.Das Verhältnis zu meiner Ma war sehr intensiv-gerade das macht es so schwer. Man kann nichts mehr erfragen oder sich mal einen Rat gebenlassen. Vor kurzem hätte sie Geburtstag gehabt-unsagbar schwer. Auch jetzt wo ich diese Zeilen schreibe bleibt kein Auge trocken. Ich konnte lange nicht einschlafen, war nur aufgewühlt und zutiefst traurig. Es hilft wenn man drüber spricht-jedoch verging bis dahin viel Zeit.
 
als ich 14 war ist meine mutter auch ganz plötzlich gestorben.
was war immer bekannt, dass sie eine herzfehler hat, den ich auch hab, aber das kam doch plötzlich.
sie war gerade mal 50 und ihr ging es total gut.
ich war mit ihr alleine zu hause und auf einmal, als sie gerade kochen wollte, ruft sie ich solle einen notarzt rufen, der kam dann hat sie mitgenommen. im krankenhaus hab ich sie zuletzt lebend gesehen als sie in einem bett zum op geschoben wurde.
mein vater hat mich von dort abgeholt, er war in der arbeit, und die ganze nacht durch wurde operiert. am nächsten morgen musste ich in die schule, obwohl mir gar nciht danach war.
in der schule kam dann mein dad mit roten augen und da wusste ich schon was passiert war.

es ging so schnell. sie war am tag vorher noch topfit, man hat ihr nichts angemerkt und dann auf einmal. aortenriss.
ich hab mir vorwürfe gemacht, weil ich mich ein paar tage vorher mit ihr gestritten habe.
aber ich glaube es war schicksal. denn daraufhin wurde meine aorta untersucht ob mir das gleiche drohen könnte. und ich bekam gleich einen op-termin für ein jahr später, da meine aorta auch schon leicht vergrößert war und bald gerissen wäre.

wäre meine mutter also nicht gestorben, wäre ich es ein jahr später wahrscheinlich.

und meine freunde haben mir sehr gut geholfen, das zu überstehen. ich bin jetzt 17 und kann richtig lachen und lebe mein leben wie jede andere und habe spaß.

wende dich an deine guten freunde, die sind sicher immer für dich da und helfen sicher gerne.
 
Es gibt keine Ratschläge in deiner Situation - denn das sind oft Schläge - es gibt nur Mitgefühl, und das empfinde ich sehr stark, weil ich auch meine Mutter ganz plötzlich verloren habe, von einem Tag auf dem anderen, vor bald über fünf Jahren. Auch mit mehreren Kindern zurückgeblieben, die gleich drei Omas in einem Jahr verloren. Allein die Zeit, der Glaube, dass letztendlich alles gut wird - und den habe ich von meiner Mutter - haben mir geholfen, als ich den Boden unter meinen Füssen verlor. Die Zeit heilt Wunden, die Zeit versöhnt, die Zeit wandelt Wut und Fassungslosigkeit in Demut, Liebe und zärtliche Erinnerung. Wir können's nicht mehr rückgängig machen. Allein die Liebe bleibt, und sie begleitet uns ein Leben lang. Heute kann ich auch mal mit einem liebevollen Lächeln an meine Mutter denken, ohne dass gleich die Tränen fließen. Auch die Kinder bewahren sie in liebevoller Erinnerung - haben zuweilen Angst sie zu vergessen. Ich beruhige sie, denn der Körper und das Herz vergessen nie!
Ich weiß nicht, ob ich diese Seite wiederfinde und nochmal antworten kann - ich stieß zufällig darauf. Aber ich glaube nicht an Zufälle - Zufall ist, was einem zufällt - und so hoffe ich, dass ich Dir helfen kann, auch wenn ich den Pfad zu Dir nicht mehr finde - sei gewiss, ich fühle mit Dir.
 

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