Entschuldigung, Landkaffee,
aber so weit war ich noch gar nicht, ich wollte über Deine Worte nachdenken, denn Du hast einige gute Aspekte genannt. Ich merke wirklich schon, dass ich nicht nur sie sondern auch die Umwelt anders, intensiver und differentierter wahrnehme als vorher.
An Behindertensport habe ich auch schon gedacht, vielleicht mit dem Schwimmbad beginnen. Aber da müßte ich meiner Freundin Mut zusprechen, denn sie war in den 3 Jahren noch nicht da.
Und da wäre meine Aufgabe auch zu sehen, dass ich ihr eine Hilfe bin, wieder mehr Selbstvertrauen zu finden, und das wäre eine große Aufgabe für mich. Denn sie hat die Amputation im Kopf noch nicht verarbeitet, das spüre ich manchmal und sie sagte es auch. Nach der langen Zeit sind andere Patienten mit der Handhabung der Prothese und dem Gangbild auch schon weiter.
Ja, ich setze mich ständig mit diesem Thema auseinander und ich werde fair sein. Meine Befürchtung ist nur, und das ist vielleicht nicht deutlich geworden, dass ich der Aufgabe nicht gewachsen sein werde.
Es geht dabei ja nicht nicht nur um Sex; das ist schön mit ihr.
Auch intellektuell passen wir gut zusammen und das ist in unserer Situation ganz wichtig einzustufen.
Danke für deine Zeilen.
Entschuldige bitte, Gerard,
ich war zu drängelnd.
Behindertensport... . Schaut Euch doch ´mal ein Turnier an.
Durch den Vater meines Jugendfreundes (ich war 14 und er schleppte mich und seinen Sohn stolz mit) lernte ich einige Sportarten kennen.
Vielleicht nicht sofort selber Schwimmen, wenn Deine Freundin noch nicht so weit ist. Aber evtl. zufällig die Schwimmsachen dabei haben, falls die Lust kommt?
Für den konkret richtigen Behindertensport ist ein Sportgesundheitspass (oder wie das heisst) erforderlich.
Aber vielleicht macht es erst eben auch nur einfach Spass z.B. beim Turmspringen zu zusehen, oder beim Weitsprung oder.... .
Immer eine gute Gelegenheit, um auch mit Menschen in Kontakt zu kommen, die selber ein Handicap haben und auch mit deren Partnern, Familien.
So, und aus den positiven Erfahrungen heraus gestärkt, ... .
- Ich bleibe jetzt einmal nur als Beispiel beim Thema Schwimmen-
Da setzt Ihr so Ihr könnt Euch eines Tages einfach ´mal in einen Flieger zum Badeurlaub. Es geht mir jetzt nicht darum, dass Euch dann keiner kennt, z.B. Blicke dann nicht so stören. Es geht mir um den klaren "Tapetenwechsel", den "Schnitt" und leider auch ein wenig darum, dass es Länder gibt, in denen offenbar mit einigem eben lockerer umgegangen wird. Ist der Schritt geschafft, ist auch der Weg ins normale öffentliche Schwimmbad hier innerlich nicht mehr weit.
Kreativ sein.... . Verbündete suchen und dann Thema abhaken, normal leben.
Du schriebst:
"Nach der langen Zeit sind andere Patienten mit der Handhabung der Prothese und dem Gangbild auch schon weiter."
Davon würde ich mich zunächst nicht beirren lassen. Ärztliche Kontrolle ja, und dann weiter sehen... .
Manchmal blockiert ja auch "einfach" die Zukunftsangst... .
Schritt für Schritt auch da.
Redet offen über Eure Gefühle.
Und vergiss Dich selbst nicht. Wenn Du z.B. zum Schwimmen gehen möchtest, Deine Freundin nicht.... . Lasse sie nicht einfach sitzen (vielleicht liest sie derweil ein tolles Buch oder macht Fotos oder oder...), aber gehe Schwimmen. Später tauscht Ihr gemütlich sitzend, Eure Erfahrungen aus. Es ist wichtig, dass beide noch eigene Wege gehen!
Andernfalls wird sie sich irgendwann wie eine Belastung fühlen und Du wirst ihr innerlich Dein ungelebtes Leben vorwerfen.
Mögt Ihr Gedichte?
Schau ´mal im Internet nach Erich Fried:"Was es ist."
So, ich denke, das war jetzt eine Menge so zum Einstieg.
😉
Alles Gute!
Und kläre die Beziehung auch mit Deiner Frau. Das ist für Euch alle wichtig!
Liebe Grüsse!
Landkaffee
Habe gerade gelesen: Du fährst gerne mit dem Rad. Dann tue das bitte auch weiter!
Ich habe zwei Beine, aber selbst mit denen käme ich bei der Geschwindigkeit meines Mannes nicht mit.