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Abi oder Studium

Reflexion23w

Mitglied
Ich bin total fertig mit den Nerven, habe einen wirklich chaotischen und heftigen Werdegang bis jetzt.

In der Kindheit/Jugend wurde ich wegen allem Möglichen geprügelt, oft gings um Noten und Schule. Habe dann rebelliert und nix mehr gemacht, weil ich wollte dass meine Eltern mich anerkennen wie ich bin und nicht für gute Noten. Ich habe auch nie gelernt zu lernen, in der Grundschule wurde ich zum lernen geprügelt und musste alles auswendig lernen. Auf dem Gymnasium wurde alles schlechter, Schläge hab ich nur noch für das Ergebnis kassiert und lernen konnte ich nicht wirklich. Nunja ich musste dann gezwungener maßen auf die Realschule und dort hab ich einen mittelmäßigen Abschluss erhalten.
In der Schule habe ich auch sehr viel gefehlt, meißt nur auf den Letzten Drücker gelernt. Danach hab ich die 11 versucht, aber hatte wieder Probleme zu lernen, meist hab ich alles weggeschoben von mir. Musste abbrechen und dann hab ich erstmal gejobbt und Praktika gemacht, 3 jahre lang.Meine berufsberaterin hatte mir immer abgeraten nochmals eine Schule zu besuchen. Eine Ausbildungstelle hab ich aber keine bekommen. Als ich dann von einem privaten Kolleg erfahren habe, habe ich dort unter Panik und Druck meine Fachhochschulreife nachgeholt.(2.5) Es war eine Schule in richtung Technik und Medien, zwar hat es spaß gemacht aber mir war es zuviel ständig am PC zu sitzen, ich hab mich gefangen gefühlt.
Danach hab ich gedacht ich geh in den sozialen bereich, hab ein FSJ angefangen, da ich keinen studienplatz erhalten hatte zum WS, musste aber dass FSJ abbrechen aufgrund von Konflikten.
Ich hab viel nachgedacht, hab überlegt mein ABI nachzuholen und dann auf eine UNI zu gehen, vielleicht Psychologie wenn ich es schaffe oder in die Werbung/Kommunkationsbranche.
Viele meiner ehemaligen Gymi-Klassenkameraden sind auf der Uni und studieren Medizin, Jura, Lehramt. Früher war mir Schule nie wichtig, aber jetzt hab ich erkannt, wie ich mir alles verbaut hab.

Vor kurzem habe ich dann eine Therapie angefangen, weil die Vergangenheit mich nicht loslässt. Ständig hab ich Panik und Angst und eigentlich fühl ich mich als wär meine Zukunft kaputt, egal was ich mache.
Über den sozialen Bereich hab ich auch viel nachgedacht und weiß erlich gesagt nicht ob ich dafür geeignet bin, wie soll ich anderen helfen, wenn ich mit mir selbst nicht klarkomme, ein bisschen war auch der Gedanke da: Hilf anderen, wenn du dir schon nicht selbst helfen kannst.

Nun habe ich aber eine zusage für Soziale Arbeit erhalten, in einer großstadt, eigentlich sollte ich mich freuen.
Aber nun mach ich mir ernsthaft Gedanken ob ich nicht doch mein ABI nachholen sollte, allerdings bin ich 23 und es würde 2 Jahre dauern. Ich wäre dann 25/26 zu Studienbeginn.
Und ob ich einen besseren Abschluss schaffe , kann ich selbst nicht garantieren.

Mir wurde jetzt gesagt, mach dass studium, dann hast du was in der Hand und in 3 Jahren kannst du immernoch dein ABI nachholen. Aber mit 26 noch 1-2 Jahre abi nachholen, und dann mit 28 nochmal was anderes Studieren, würdet ihr mir sowas wirklich empfehlen? Der einzige Vorteil wäre die Fremdsprache die ich in den 3 Jahren studium nachholen könnte und mein Englsich verbessern und nach dem Studium könnte ich tagsüber arbeiten und abends zum abendgymnasium. Aber mit 28 dann noch eventuell in den Medienbereich, wer weiß ob ich dann überhaupt noch up2date bin mit meinen Computer-Kentnissen.
Und ein Psychologie Studium brauch wirklich einen sehr hohen Schnitt, ich zweifel ein bisschen diesen zu schaffen, lohnt sich dieser überhaupt wenn man schon Sozialarbeiter ist oder wäre eine Therapeutenausbildung nicht sinnvoller.

Oh man bitte helft mir, ich hab keine Ahnung was ich tun soll😕
 
Wenn du den Bachelor in sozialer Arbeit hast, hast du gleichzeitig die allgemeine Hochschulreife erworben und kannst alles an einer Universität studieren. Nur ist fraglich ob ein Studium nicht viel schwerer und vor allem auch schaffbar ist, als das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen. Ich habe auch aufgrund der Tatsache, dass ich damals die Schule nicht so ernst genommen habe, nur die Fachhochschulreife auf einem technischen Berufskolleg erworben und habe ein Ingenieurstudium an einer FH aufgenommen. Ich habe jedoch schnell gemerkt, dass so ein Studium nicht meinen Interessen entspricht und habe mich umgehend um Ausbildungsplätze beworben. Außerdem habe ich mich für ein anderes Studium (BWL) an einer FH eingeschrieben und wurde tatsächlich, trotz geringem NC (2,5) für das SS 2010 angenommen. Ich würde das Abitur nur nachholen wenn man es in einem Jahr (FOS 13) durchziehen kann. Leider muss man als Aufnahmevoraussetzung eine Ausbildung in dem Bereich der Schule haben. Also etwa eine kaufmännische, soziale usw. Ausbildung. Ich habe leider nur eine schulische, technische Ausbildung und muss somit 2-3 Jahre für das Abitur aufwenden.
Andererseits interessieren mich eigentlich nur Fächer die man auf einer Gesamthochschule studieren kann. Ich war ein Semester an einer FH und muss sagen, dass sich zu mindestens bei mir nur die "Versager der Gesellschaft" aufgehalten haben. Es waren fast alles Leute die ein Studium an der Uni nicht gepackt oder mit ach und krach (DN = 3,5-4,0) die Fachhochschulreife erworben haben. Außerdem kam bei der FH nicht wirklich Studienflair auf, man hat sich dort sowohl von der heruntergekommenen Einrichtung als auch von den "Studenten" so gefühlt als wenn man auf einer etwas besseren Berufsschule gelandet wäre. Die Professoren waren eher Pseudoprofessoren, wo man sich gefragt hat wie die zu ihrem Amt gekommen sind. Es besteht zu mindestens ein meilenweiter Unterschied zwischen Uni-Prof (muss auch habilitieren) und FH-Prof.
Es kann natürlich auch Ausnahmen geben. Das Niveau war dort dementsprechend nicht allzu hoch und man hat sich schnell gefragt was soll ich mit diesem Halbwissen nachher bloß anfangen, wie kann man sich mit sowas beim Arbeitgeber behaupten?! Deshalb würde ich lieber an einer Uni studieren. Aber drei Jahre für das Abi aufzuwenden ist mir auch schon zu viel und lohnt sich irgendwie auch nicht. Entweder FOS 13 oder gar nicht.
 
es gibt an einigen Unis/(in Hessen?) die Möglichkeit, auch mit Fachhochschulreife zu studieren...genauer kenne ich mich da nicht aus. Wahrscheinlich sind davon ZVS-Studiengänge wie Psychologie ausgeschlossen. hast du dich schon konkret mit psychologie auseinandergesetzt? Denn damit du noch einmal 2 Jahre Schule durchziehst, nur um einen Abschluss zu bekommen, bräuchtest du schon ein klares Ziel vor Augen.... Und wie gesagt, für viele andere Fächer gäbe es Möglichkeiten, die an einer Uni zu studieren.
wenn es stimmt dass man nach einem FH Bachelor automatisch die allgemeine Hochschulreife hat wäre es ja eigentl. Zeitverschwendung noch einmal 2 Jahre zur Schule zu gehen wenn man stattdessen auch etw. studieren kann was immerhin etw. genauer den eigenen interessen entspricht.
Welche Bereiche interessieren dich so allgemein? was könntest du dir neben Psychologie noch vorstellen?
 
Hi,

ich würde unbedingt das Studium wählen und nicht weiter Zeit verplempern. Auch rate ich dringend davon ab, Psychologie zu studieren, um sein eigenes Leben auf die Reihe zu kriegen. Man kann sich nicht selbst professionel therapieren.
Soziale Arbeit klingt doch prima!

Liebe Grüße

Monarose
 
Hi,

ich würde unbedingt das Studium wählen und nicht weiter Zeit verplempern. Auch rate ich dringend davon ab, Psychologie zu studieren, um sein eigenes Leben auf die Reihe zu kriegen. Man kann sich nicht selbst professionel therapieren.
Soziale Arbeit klingt doch prima!

Liebe Grüße

Monarose

Ich möchte mich nicht einmischen und finde das Studium auch besser als das Abitur, aber wäre eine Ausbildung keine lohnenswerte Alternative? Ich möchte den Plan nicht kritisieren, aber sind nicht die Leute, die soziale Arbeit studieren, später auf Aufstockungsgeld angewiesen? Ich habe vor kurzen einen Bericht gesehen, in denen es um die Gehaltsentwicklung in der BRD ging und verschiedene Gruppen wurden thematisiert. Nach diesen Bericht, sind Familien bzw. mehr Personenhaushalte, in denen nur eine Person arbeitet, oft besser in Hartz IV aufgehoben als in der Arbeitswelt (finanziell betrachtet). Dort wurde ein Mann gezeigt, der soziale Arbeit studiert hat und danach nur 850 Euro im Monat verdiente (mit einer 40-Stundenwoche) und damit musster er seine Familie ernähren. Würde er Hart IV. beantragen, stünde seiner Familie mehr Kapital zur Verfügung.
 
Ja sozialarbeiter verdienen nicht wirklich viel und der staat spart am sozialen bereich. Das ist mir bewusst, um weiterbildungen komme ich nicht drum herum. Diese wären aber sehr teuer un aus eigener tasche zu bezahlen.

Eine Ausbildung will ich nicht machen, der Wunsch zu studieren ist schon groß. Und mit einem Psychologie studium ist mir bewusst, dass ich mich nicht selbst therapieren kann, dazu bin ich jetzt ja in therapie um Probleme zu lösen. Aber Psychologie hat mich schon immer interessiert, verhalten, erleben, hirnforschund.

Im Moment tendiere ich doch zum Abendgymnasium, weil ich dort nochmals die 12 nachholen müsste und dort könnte ich meinen jetzigen 12er Schnitt auch verbessern. D.h. ich hab eine doppelte Chance einen besseren Schnitt zu erlangen- einen bessere FHR und wenn ichs schaffe sogar einen guten ABI-Schnitt.
Sozialarbeiter verdienen nicht wirklich gut und um die Medienstudiengänge zu studieren die ich als alternative sehe, reicht 2.5 auch nicht aus, aber wie gesagt ich bin dann 26.
Und tagsüber müsste ich irgendwas arbeiten um mir ein wg-zimmer leisten zu können.
 
Psychologie, Medizin sind ZVS-Studiengänge mit heftigem NC, wenn man nicht dutzende Wartesemester angesammelt hat. Möchte nochmal bestätigen, dass du mit einem FH Bachelor eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung erwirbst. Vllt. schaust dir dazu auch nochmal die entsprechenden Hochschulgesetze an. Was das Abi nachholen angeht, warst du da schon mal auf Abitur nachholen, Abi nachmachen per Fernabitur, Abendschule & Co ? Da werden eigentlich alle Möglichkeiten vorgestellt, wenn du jetzt nicht studieren möchtest, könntest auch an der BOS 13/FOS 13 in einem Jahr Abi nachholen, geht aber nur mit der abgeschlossenen Ausbildung oder alternativ mehrjährige Berufserfahrung. Aber es gibt noch viele andere Wege. Aber ein FH Studium ist vllt. nicht so schlecht, nicht alle FHs sind Hochschulen 2. Klasse! Diese Hessen-Option (Bachelor-Studium mit FH-Reife auch an Unis möglich, mit Ausnahme der Uni FF/Main) ist definitiv noch überlegenswert.
 
Hi, danke.

Es ist allerdings so mit der allg. Hochschulreife durch ein Bachelor, dass du ja ein Studium hinter dir hast und zweitstudienbewerber haben nur einen Anspruch auf 3 % der Plätze.

BOS hab ich mir überlegt, allerdings müsste ich in eine Richtung die mir nicht liegt, aufgrund der vorbildung.

Abendgymnasium ist momentan die einzigste Alternative, hab da schon angefragt und die würden mich nehmen. Allerdings dauerts eben 2 Jahre und ich bin bei studienbeginn 26.
 
Wie gesagt, Kolleg ginge ja auch, hättest dann halt Ganztagsunterricht und von Anfang an Bafög-gefördert.

Man könnte ja folgendes machen: FH Bachelor, Uni Master. Geht ja auch, vorher machst halt einen ähnlichen Studiengang an der FH um dann in den Master an ner Uni in einem verwandten Studiengang zu kommen. Am Ende steht ja dann der Uni Master als höchster Abschluss.
 
Hallo,

zu Deinem Wunschstudium Psychologie: Das gibt es z.B. auch an der Fernuniversität Hagen, ohne NC. Dort könntest Du sogar über ein sogenanntes Akademiestudium ohne Abitur starten und über eine Zugangsprüfung dann in den regulären Status einer Studentin gelangen - nähere Informationen findest Du hier

Allerdings hat das Studium keinen klinischen Teil, aber für beratende Berufe z.B. wäre das ja nicht tragisch.

Abgesehen davon aber kann ich Dir aus persönlicher Erfahrung nur raten, Dir das Erfolgserlebnis Abitur nachholen zu gönnen.

Ich selber habe mit 41 mein Abitur gemacht, studiere seither Bildungswissenschaft und werde an den jetztigen Bachelor auch noch ein Masterstudium und Promotion anschließen. Meinen Doktor habe ich bevor ich 50 bin und dann kann ich noch gut und gerne 20 Jahre damit berufstätig sein - aber in einer Tätigkeit die mir Spaß macht und nicht nur zum Überleben dient.

Ich habe übrigens im Rahmen meines Studiums eine Community zur Förderung und Untertützung des Zweiten Bildungswegs aufgebaut, schau doch mal vorbei - dort veröffentliche ich unter anderem Erfolgsgeschichten über Bildungsbiografien jenseits der Normalbiografie, da kannst Du lesen, wieviele Menschen (die deutlich älter sind als Du ;-) ) diesen Schritt schon gehen und sehr froh darüber sind.

Ich wünsche Dir alles Gute und ich bin mir sicher, dieser Schritt wird Dir gut tun und sich lohnen!
Liebe Grüße
Sabine
 

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