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Ich weiss, dass mein Vater bald Sterben wird..

K

Kibby

Gast
... und das macht mir so unheimliche Angst.. im Moment noch, kann ich mit ihm reden, ihn anfassen und bald soll das nicht mehr so sein??? Für mich einfach unfassbar.

Er ist 63 und sein Krebs ist nicht mehr heilbar. Sein Hausarzt meinte am Freitag zu mir, dass wir froh sein können, wenn er Weihnachten noch bei uns ist. Ich muss also quasi zusehen, wie er stirbt!!

Ich muss dazu sagen, dass ich unter Depressionen und Panikattacken leide. Bin auch in Therapie. Bei meinen Panikattacken geht es darum, dass ich Angst vor dem Sterben habe.. Angst, nicht mehr da zu sein.

Und das soll ich jetzt quasi "live" miterleben?? Ich weiss, dass ich daran nichts ändern kann, doch mein Herz kann das irgendwie nicht akzeptieren.

Ich hab das Gefühl, dass meine Angst sich nun "personifiziert" und auf mich zurennt, ohne, dass ich sie aufhalten kann. Stehe permanent unter Spannung... kriege mich nicht mehr geregelt.

Meinem Vater hab ich soweit alles gesagt, was ich ihm sagen wollte. Ich sehe ihn auch jeden 2. Tag. Doch mache ich mir an den anderen Tagen, wo ich nicht zu ihm fahre Vorwürfe, dass ich auch mal an mich denke...

Sorry, ist alles durcheinander.. aber vielleicht versteht mich jemand??

LG
Kibby
 
ich kann dich (hoffe ich) sehr gut verstehen. bei mir war es nur so, dass ich das erst hatte, als meine omi tot war. ich konnte nicht begreifen, dass sie nie wieder kommt. es war so, als würde ich sie nur einfach nichtmehr besuchen. aber dass sie ganz weg ist habe ich nicht realisiert.
ich denke, dass es auch daran lag, dass sie sich hat einäschern lassen. "Meine Omi passt nicht in eine kleine Vase", es wollte nich in meinen Kopf rein, dass sie in so einem kleinen Ding unter der Erde liegt.

Als es hieß, sie würde bald sterben, bin ich nichtmehr zu ihr. sie war nichtmehr ansprechbar haben meine eltern gesagt und ich wollte sie nicht so sehen. ich wollte meine omi im kopf habe, wie sie noch recht munter auf ihrem bett sitzt und sich darüber freut, dass ich sie besuche.
damit habe ich es mir wohl nicht leichter gemacht, aber seit einiger zeit (der tod ist schon 2 Jahre her) habe ich angefangen es zu begreifen und zu trauern.

rede doch mal mit deinem/deiner Therapeuten/Therapeutin drüber, die hilft der doch bestimmt.

auf jeden Fall hast du mein tiefstes Mitgefühl und ich wünsche dir viel Kraft und nette Menschen, die dir helfen das durchzustehn.
 
Das ist eine blöde Situation. Vielleicht hilft auch mal ein Buch.
Ich möchte Dir emppfehlen mal was von Elisabeth Kübler Ross zu lesen.
Sie hat etliche Menschen begleitet. Unser Vater starb auch vor jahren. Er lag zum Schluss 2 jahre im Bett. Was man tun kann ist Nähe geben. Die größte Angst von sterbenden liegt oft darin in solchem Moment alleine zu sein.
Aber so wie ich lese machst Du das ja sehr gut.

Alles hat irgendeinen Sinn, auch für Dich, es wird Dich stärker machen. jeder Sturm im Leben macht stärker.
ich wünsche Dir ganz viel Kraft.
Alles liebe
 
Das mit den Panikattacken kann ich gut nachvollziehen.
Bei mir haben sie begonnen als meine Mutter gestorben ist.
Habe ihr Leiden mit ansehen müssen und die Tatsache,das man nichts mehr für sie tuhn konnte hat die Attacken ausgelöst.
Du darfst sicherlich an dich selbst denken,irgendwo musst du auch Kraft tanken.
Verstehe dich sehr gut..uns wurde gesagt das meine Schwester die Nacht ncht überleben würde..sie hat zwei Wochen gekämpft,die Ärzte haben nur mit dem Kopf geschüttelt,es war unfassbar,wieviel Kraft ein Mensch aufbringen kann.
Für uns,ihren Mann und die Kinder war es eiine schwere Zeit,man hatte sich innerlich drauf eingestellt auf das was der Arzt sagte..und es kam doch alles ganz anders.
Wir haben uns abgewechselt,immer waren mehrere Personen von uns bei ihr,hörten auf jeden Atemzug von ihr..wir bewegten uns auf Zehenspitzen durch´s Haus.
Bis der Arzt sagte,das das vollkommen falsch ist.das wir uns verhalten sollten wie immer,normaler Alltag..weil meine Schwester das bestimmt so wöllte und sie sich wohler fühlen würde,so alsob sie dazugehören würde.
Hab vergessen zu sagen,(entschuldigt den Ausdruck)das die Ärtzte sie aufgegeben haben und sie Zuhause in ihrer Gewohnhten Umgebung sterben lassen wollten.
Sie hat gekämpft bis zum äussersten..konnte sich nicht mehr mitteillen,keine Worte mehr bilden,wir konnten nur raten was sie uns mitteilen wollte,und sie wollte noch viel sagen,dessen bin ich mir sicher.
Aber sie war keine Sekunde alleine,immer war jemand von uns da,Tag und Nacht..
Für alle war es eine schwierige Zeit..ich weiss nicht wie ich es ausdrücken soll...man bekommt gesagt da sie die Nacht nicht überleben wird,stellt sich darauf ein..und man weiss nicht ob man sich freuen soll über jeden Tag,jede Stunde ,jede Minute länger mit ihr..oder ob es "besser" wäre,wenn ihr Kampf bald vorüber wäre..
Sie ist in der Stunde gestorben,als ich mal kurz weg war,um bei mir Zuhause was zu holen.ich bekam den Anruf,als ich gerade eine halbe Stunde Zuhause war.
Habe mir lange Zeit Vorwürfe gemacht,warum es gerade in dem Moment passieren musste..aber im nachhinein denke ich,das es einen Grund hatte..sie war in dem Moment alleine mit eine der Schwiegertöchter,einer der seltenen Momente,wo wirklich nur EINER von uns bei ihr war.
Ihre Kinder,ihr Mann,ich und ihre andere Geschwister waren nicht bei ihr als es passierte.
Es hatte einen Grund dessen bin ich mir sicher.

Was ich nun damit sagen möchte ist,das man zwar versuchen sollte,bei einem Sterbenden zu bleiben,die letzten Tage und Stunden mit ihm zu verbringen,aber den Zeitpunkt wann es passiert,kann man dadurch nicht beeinflussen...und niemand sollte sich Vorwürfe machen,das man gerade dann in den letzten Sekunden nicht an seiner Seite war,denn wenn es genau dann passiert,wird es seinen Grund haben..
 
ich kann deine angst total gut verstehen, mein papa hatte mittlerweile schon zwei herzinfakte und hat beipässe bekommen die mittlerweile schon fast wieder zu sind, nach dem fast dritten infakt wurde mein papa früh rentner was er garnicht wollte, weil er seit 25 jahren lkw fährt früher fernverkher so einen menschen kann man nicht an zu hause binden zu fahren ist für ihn wie eine sucht. muß dazu sagen mein dad ist starker raucher da hat sich nichts dran geändert und fahren tut er auch noch weil man es aus ihm nicht mehr raus bekommt es ist aber so das die ärtze ihm gesagt haben das er mit dieser lebeneinstellung nur noch 5 jahre hat und wenn es wirklich so ist dann will ich jeden min mit ihm geniesen weil ich ihn liebe ch glaube wenn er gesund wäre würde ich schon lange nicht mehr zu hause leben. will dir damit sagen nutze die zeit die du noch hast und freue dich über jeden neuen tag wünsche dir ganz viel kraft und mut und alles alles gute
 
Kibby meinte:
... und das macht mir so unheimliche Angst.. im Moment noch, kann ich mit ihm reden, ihn anfassen und bald soll das nicht mehr so sein??? Für mich einfach unfassbar.

Er ist 63 und sein Krebs ist nicht mehr heilbar. Sein Hausarzt meinte am Freitag zu mir, dass wir froh sein können, wenn er Weihnachten noch bei uns ist. Ich muss also quasi zusehen, wie er stirbt!!

Ich muss dazu sagen, dass ich unter Depressionen und Panikattacken leide. Bin auch in Therapie. Bei meinen Panikattacken geht es darum, dass ich Angst vor dem Sterben habe.. Angst, nicht mehr da zu sein.

Und das soll ich jetzt quasi "live" miterleben?? Ich weiss, dass ich daran nichts ändern kann, doch mein Herz kann das irgendwie nicht akzeptieren.

Ich hab das Gefühl, dass meine Angst sich nun "personifiziert" und auf mich zurennt, ohne, dass ich sie aufhalten kann. Stehe permanent unter Spannung... kriege mich nicht mehr geregelt.

Meinem Vater hab ich soweit alles gesagt, was ich ihm sagen wollte. Ich sehe ihn auch jeden 2. Tag. Doch mache ich mir an den anderen Tagen, wo ich nicht zu ihm fahre Vorwürfe, dass ich auch mal an mich denke...

Sorry, ist alles durcheinander.. aber vielleicht versteht mich jemand??

LG
Kibby


Hallo Kibby,

diese Angst,die du ansprichst....Angst vor dem Sterben und Angst vor dem Tod,ist normal.
Du kannst nun in diesem Moment sehr viel für deinen Vater tun. Sei da für ihn,versuche ihn auf seinem Weg zu begleiten.
Auch wenn er sterben wird und du gerade vor diesem Moment Angst haben wirst........diese Angst geht vorbei.
Seit Jahren begleite ich Menschen auf ihrem letzten Weg,auch meine Mutter war dabei.
Du wirst von deinem Vater viel lernen,gerade in dieser Zeit wird er dir sehr viel zeigen. Er wird dir zeigen das diese Angst vor dem Tod unbegründet ist. Der Tod ist nicht etwas *Endgültiges*. Elisabeth Kübler Ross beschrieb den Tod als einen Umzug in ein anderes Haus.
Anhand meiner Erfahrungen kann ich dir sagen,dass die wirklich so ist.

Schwerkranke und Sterbende wünschen sich unsere Nähe,verwehre diese Nähe deinem Vater nicht.
Alles Liebe und viel Kraft

anny
 
......kibby...ich kann dich sehr gut vferstehen ....mein vater is auch krank....es is jetzt kompliziert das zu erklären ....deshlab lass ich es lieber ...auf jeden fall sagen dei ärzte er hat höchstens noch 3-4 jahre ..:!!!!!
mein vater is mein ein und alles ....meine eltern sind geschieden und zu meiner mutter hae ich nicht diese gewisse verbindug wie zu mienem vater .
ich mache viel mit meinem vater ..er ist zwar manchmal etwas kompliziert aber das klappt schon 🙂
mein vater ist selbstständig ...un verdient auch gut ...un jetzt wo es richtig gut läuft und er ERNTET ...was er mal gesät hat...frgat er mich immer :"soll es das schon gewesen sein?"....sein leben ...meint er damit ..ihm geht essoo schlech t..man sieht es ihm nicht an ..er hat auch keine schmerzen ...aber ...!! er wird es nciht überleben...
ich weiß icht was ich machen soll...ich breche jedes mal in tränen aus wenn cih daran denken ....🙁
ich wünsche sows keinem auf der welt !!!....
lg Marina
 
Das ist einen unsagbar schwere Situation......... Aber auch wenn es dir JETZT keinen Trost spendet: Sei froh, dass du dich jetzt noch in aller Ruhe verabschieden kannst! Du kannst ihm jetzt nochmal deine ganze Liebe geben und das tust du ja auch...

Ich bin vor 5 Jahren Witwe geworden und mein Mann war gerade 47 Jahre alt geworden..

Ganz viel Kraft!
Insomnia
 
Hey ich kann das auch verstehn...hab das mit meiner mutter auch erlebt.
Das was der Arzt sagt stimmt ich hab das auch so gemacht...normaler Altag meine Mutter umsorgt sie Fernseh schauen lassen ganz normal mit Ihr geredet..ich hab mir immer gesagt ich bin jetzt die Tochter und Sie würde es auch so machen.

Der Mensch weiss es ja auch das er stirbt und der Moment kommt
noch früh genug...wenn es soweit ist und Du nicht dabei sein willst
dann darfst Du Dich auch verabschieden und gehen.


Wichtig ist es als normal zu erachten das der Tod kommt..
Es vereinfacht vieles.
 

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