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Zwang zum Perfektionismus - Wie kann man sich wirklich davon frei machen?

Gelinda

Sehr aktives Mitglied
als es am schlimmsten war, habe ich zum ersten mal überhaupt erkennen müssen, wie wenig einfluss wir menschen wirklich auf unser gehirn haben. wir denken immer, wir würde alles bestimmen, aber in wirklichkeit dirigiert uns unser gehirn und wenn es außer kontrolle gerät, dann haben wir gar kein mitspracherecht mehr. ich kam mir echt wie eine willenlose marionette vor und obwohl ich alles ganz klar mitbekommen habe, war ich total machtlos. es ist wirklich so, als würde man bei klarem verstand verrückt werden. das tut sehr weh. :(
Oh Gott? ?
nach meinem Unfall stand "ich" quasi neben mir, neben meinem nicht korrekt funktionierenden Körper - daß das auch auf das Gehirn zutrifft, erschreckt mich.
Kann ich mir schwer vorstellen, bisher dachte ich, daß der Geist, das Bewußtsein, das "Ich" ist.

So stellst du jetzt dar, daß du bereits durch psychosomatische Wirkung (wohl) körperliche "Ordnungsbedürnisse" hast?
 

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ABC

Gast
nach meinem Unfall stand "ich" quasi neben mir, neben meinem nicht korrekt funktionierenden Körper - daß das auch auf das Gehirn zutrifft, erschreckt mich.
Kann ich mir schwer vorstellen, bisher dachte ich, daß der Geist, das Bewußtsein, das "Ich" ist.

ich weiß, dass es schwer nachvollziehbar ist, aber es ist echt grausam und irgendwie schon menschenunwürdig, was da mit einem passieren kann. ich habe zeitweise nur noch auf der couch vor mich hin vegetiert und alle anderen um mich herum waren auch hilflos. es mag übertrieben klingen, aber das ist es leider nicht. :(

So stellst du jetzt dar, daß du bereits durch psychosomatische Wirkung (wohl) körperliche "Ordnungsbedürnisse" hast?
den letzten satz verstehe ich inhaltlich nicht ganz. die ordnungsbedürfnisse sind rein psychisch, aber durch die ausübung des händewaschzwangs sind diese natürlich stark angegriffen und heilen nicht mehr ab, was gerade jetzt bei der witterung teilweise extrem weh tun kann (blutige risse und so). :eek:
 

Gelinda

Sehr aktives Mitglied
ja das meinte ich, sowas, wie die Fussel, die da nicht hingehört oder so eine Zwangshandlung, wie Händewaschen, solche Zwänge trifft auch Ärzte udgl., Menschen, die trotzdem im täglichen Leben ihren Mann stehen.
(Soll jetzt keine Abwertung sein, weil du nicht arbeitfähig bist.)

FG Gelinda
 
D

Dr. Rock

Gast
das ist ja das blöde, meine ängste sind zwar größtenteils überflüssig, aber dann passiert eben doch dauernd irgendwas schlimmes, wo ich nichts gegen tun kann. wie sollen sich denn die ängste da dauerhaft verflüchtigen? ich nehme aber auch echt fast alles an "katastrophen" und krankheiten mit, was so am wegesrand rumliegt. :rolleyes: das sagen inzwischen sogar schon die paar leute um mich herum.

Na ja, ob Ängste überflüssig sind...ich weiß nicht...Angst ist ein natürliches Warnsignal, nur ist es eben leider so dass wenn man, ich sag´s mal so, "vorbelastet" ist, sich Angst auch bei Dingen meldet, die im Grunde nicht wirklich gefährlich sind und bei denen andere Menschen eben keine Angst empfinden würden. Hängt also auch davon ab, wie man "justiert" ist, würde ich sagen.

Und dass du Katastrophen anziehst...ist es möglich, dass du vielleicht unbewusst durch dein eigenes Verhalten, durch deine eigene Übervorsichtigkeit, entsprechende Katastrophen selbst anzieht bzw. sie erzeugt? :eek:

Hoffe du erwürgst mich jetzt nicht, aber ich für keinen Teil frag mich halt immer, welchen Anteil ich vielleicht selbst habe an meinen Katastrophen.

joa, versuche ich auch, sowas sagte mir sogar meine psychologin erst letztens, dass ich mich im prinzip nur gewehrt habe, wenn ich angegriffen wurde und dass meine eltern ihre "macht", die sie als eltern über ihre kinder hatten, leider nicht richtig eingesetzt bzw. missbraucht haben.

ich habe aber nach wie vor ein total schlechtes gewissen, dass sie dann nachher, wo die symptome schon so stressig und anstrengend für sie und die anderen waren, auch so dolle unter mir gelitten haben (auch wenn ich selbst schon genug unter dem ganzen mist leide).
Das verstehe ich nicht...deine Eltern haben dir übel mitgespielt und dir deinen Start ins Leben versaut...warum zerbrichst du dir jetzt den Kopf und hast ein schlechtes Gewissen, ob deine Eltern unter deinen Symptomen gelitten haben könnten? Warum schaust du nicht auf dich selbst anstatt auf deine Eltern?

Ok, deine Eltern haben auch das für dich getan, was damals ihrer Auffassung nach das Beste für dich zu sein schien, aber dennoch muss dein Augenmerk auf dich und dein Wohlergehen liegen und nicht bei deinen Eltern.
 
A

ABC

Gast
Na ja, ob Ängste überflüssig sind...ich weiß nicht...Angst ist ein natürliches Warnsignal, nur ist es eben leider so dass wenn man, ich sag´s mal so, "vorbelastet" ist, sich Angst auch bei Dingen meldet, die im Grunde nicht wirklich gefährlich sind und bei denen andere Menschen eben keine Angst empfinden würden.

ja, du hast das charakteristische merkmal einer angststörung beschrieben, die ich natürlich auch noch habe (meine eltern sind auch teilweise überängstlich). :eek:

Und dass du Katastrophen anziehst...ist es möglich, dass du vielleicht unbewusst durch dein eigenes Verhalten, durch deine eigene Übervorsichtigkeit, entsprechende Katastrophen selbst anzieht bzw. sie erzeugt? :eek:

Hoffe du erwürgst mich jetzt nicht, aber ich für keinen Teil frag mich halt immer, welchen Anteil ich vielleicht selbst habe an meinen Katastrophen.

das frag ich mich auch, aber gerade bei den körperlichen katastrophen der letzten jahre habe ich wohl eher kaum schuld. kurze erklärung (und das sind nur die letzten fünf jahre): durch den psychischen totalzusammenbruch 2007 kam ich in die psychiatrie und bekam dort zum ersten mal zwei sorten psychopillen (serotoninwiederaufnahmehemmer).

ich war sechs wochen drin und nahm sechs kilo zu. nach einem jahr hatte ich dann aber schon 40 kilo mehr als vor dem aufenthalt drauf. im gleichen jahr fingen merkwürdige schwindelanfälle an (können durch die tabletten ausgelöst worden sein, ist aber nicht nachweisbar), die sich dann in unregelmäßigen abständen wiederholten (inklusive heftigen k*tzarien).

noch ein jahr später waren sie dann so heftig und häufig geworden, dass ich die medis eigenmächtig absetzen musste (ich konnte ja eh nix mehr drin behalten). ab diesem moment habe ich innerhalb der nächsten neun monate über 40 kilo wieder abgenommen (das k*tzen hat dabei leider unfreiwilligerweise nachgeholfen).

das war innerhalb von drei jahren eine viel zu krasse und vor allem zu schnelle gewichtszu- und wieder -abnahme. höchstwahrscheinlich hat das die gallensteinbildung (für die ich genetisch wohl eh prädestiniert bin) zusätzlich noch forciert. seit letztem jahr hatte ich aber wenigstens keine schwindelanfälle mehr. dafür hatte ich dann 8 wochen nach meinem umzug gleich die nächste tolle krankheit am start.

ein gallenstein hatte sich in einem der gallengänge festgesetzt und dadurch eine heftige kolik ausgelöst, wegen der ich eigentlich nicht ins krankenhaus wollte. die schmerzen wurden dann über die nächsten zwei tage dann aber doch so konstant, dass ich dort eingewiesen wurde und mich wenige stunden später auf der intensivstation wiederfand.

man stellte eine pankreatitis fest (die auch noch schwer verlief) und es folgten ercp, zvk, künstliche ernährung, mehrmals ultraschall und röhre (wenigstens die beiden sachen taten nicht weh), wieder mal des öfteren k*tzen, 60-70 infusionen und was weiß ich noch so alles.

nach 2,5 wochen durfte ich dann endlich nach hause (nachdem ich fast einen lagerkoller hatte), um dann 6 wochen später gleich wieder anzutanzen, um mir die gallenblase rausnehmen zu lassen, wobei die schmerzen danach doch um einiges größer waren, als man mir vorher weismachen wollte.

wo hab ich da meinen anteil dran? wahrscheinlich waren es letztendlich einfach diese harmlos aussehenden tablettchen, die diese blöde kettenreaktion ausgelöst haben.

Das verstehe ich nicht...deine Eltern haben dir übel mitgespielt und dir deinen Start ins Leben versaut...warum zerbrichst du dir jetzt den Kopf und hast ein schlechtes Gewissen, ob deine Eltern unter deinen Symptomen gelitten haben könnten? Warum schaust du nicht auf dich selbst anstatt auf deine Eltern?

wie ich gelinda schon sagte, ich liebe meine eltern eben über alles. ich hätte mir damals auch nicht vorstellen können, ihnen das alles jemals zu verzeihen, aber heute weiß ich eben, was dahinter steckt und dass sie selbst so einige psychische baustellen habe.

sie lieben mich und haben mich auch nicht hängen lassen, als die eine blöde ärztin in der psychiatrie damals meinte: wenn gar nichts mehr geht, sollen mich meine eltern doch rausschmeißen, dann würde ich schon von alleine
wieder werden. ja toll, wo ich gerade damals völlig aufgeschmissen und hilflos gewesen wäre (ich konnte vor dem klinikaufenthalt nichts mehr alleine machen, nicht mal aufs wc gehen :eek:).

ich rechne ihnen sehr hoch an, dass sie nicht auf diese herzlose person, sondern auf ihren elterlichen instinkt gehört haben. sie haben mich dann mit nach hause genommen und ab da ging es dann fast nur noch bergauf (zumindest psychisch, denn physisch kamen dann ja die oben schon beschriebenen probleme).

sie haben mir nie absichtlich schaden wollen und das weiß ich jetzt auch, nachdem sie nicht mehr auf einem podest stehen, sondern ich sie auch als menschen sehen kann, die eben auch fehlerhaft sind. so wie sie jetzt mit mir umgehen, so ähnlich waren sie auch vor meiner schulzeit zu mir.

jetzt sind sie wahrscheinlich noch bessere eltern, weil sie wissen, dass sie falsch gehandelt haben und ich ihr schlechtes gewissen spüren kann. besonders meine mutter hat damals sehr viel mit mir geweint, weil sie mir nicht helfen konnte und weil sie gesehen hat, wie sehr sie mir mit ihrer erziehung geschadet haben.

Ok, deine Eltern haben auch das für dich getan, was damals ihrer Auffassung nach das Beste für dich zu sein schien, aber dennoch muss dein Augenmerk auf dich und dein Wohlergehen liegen und nicht bei deinen Eltern.
ich lege mein augenmerk schon auf mich selbst, aber darüber hinaus kann ich mir doch trotzdem sorgen um meine eltern machen, leider wohnen sie ja momentan eh weiter weg.
 

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