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Zwang zu kratzen

dolcevita

Neues Mitglied
Hallo an alle,

bin neu hier im Forum. :blume:
Mein Problem ist folgendes, ich leide seit einigen Jahren an Depressionen, das kam ziemlich schleichend während meines Studiums, ich glaube das Ganze fing mit einem Burnout an, da ich extrem viel Zeit in das Studium investiert habe und mir permanent die Nächte um die Ohren geschlagen habe, iwann hatte ich einfach keine Kraft mehr, selbst nach Phasen der Erholung, und es hat sich dann in eine Depression "verwandelt", ich habe mittlerweile einfach keine Freude mehr am Leben, und das wo ich das Studium jetzt schon ne ganze Weile hinter mir habe und mein Leben "objektiv" einfach toll ist und ich wirklich zufrieden sein müsste (so mehr oder weniger zumindest). Stattdessen bin ich permanent schlecht drauf, kann mich zu nichts aufraffen, bin ständig erschöpft und müde... Naja und seit ca. 1 1/2 Jahren ist nun noch ein extremer Zwang hinzu gekommen, nämlich dass ich mich ständig überall kratzen muss, ich weiß aber dass das nur von der Psyche kommt...Besonders schlimm ist es zB in Stresssituationen oder in Streitgesprächen.. Das klingt jetzt gar nicht so schlimm, aber das ist es!! Das Kratzen ist nämlich schon iwie Teil von mir, ständig präsent, ich mache das gar nicht mehr bewusst, bzw. kann es auch nicht mehr lassen!! Wenn ich versuche einfach mal ruhig da zu sitzen, funktioniert das einfach nicht. Dann habe ich das Gefühl, dass ich innerlich platze oder so.. Ich muss dem Drang dann einfach nachgehen...In stressigen Situationen sind das dann regelrechte Anfälle.
Das Ganze grenzt schon regelrecht an Selbstverletzung, ich habe an Armen, Beinen, Kopf und Rücken überall blutige, aufgekratze Stellen. Mein Partner leidet auch extremst unter der ganzen Sache.....

Ist es möglich, das mit einer Therapie zu heilen? Gibt es hier jemand, der sowas kennt?

Ich muss zugeben, dass ich in all den Jahren wo ich schon Probleme habe, NIE bei einem Psychater war. Bestimmt ist es auch das erste, was ihr mir raten werdet… Ich habe mich einfach immer so dafür geschämt, bin auch ein sehr schüchterner Mensch und habe echt Angst zu einem Psychater zu gehen und ihm von meinen Problemen zu erzählen. Habe mich einmal überwunden und das mit dem Kratzzwang meinem Hausarzt erzählt, aber der hat mich gar nicht ernst genommen, vor allem als ich meinte, dass ich denke, dass das psychisch bedingt ist, meinte er nur „Sie haben doch keine Probleme, oder?“ So wirkt es halt eben nach außen hin…. Ich wirke nach außen hin, obwohl ich ein sehr zurückhaltender Mensch bin, glaub ich trotzdem sehr stark, ehrgeizig etc… Was ich ja auch bin, aber auf der anderen Seite quälen mich Depressionen, die ständigen Selbstzweifel, immer die Gedanken „Was denken andere über mich?“ und der ständige übertriebene Perfektionismus…
Meint ihr, dass man mir helfen kann? Das Schlimmste ist für mich die Vorstellung, mein Leben lang vllt damit leben zu müssen… Ich möchte jetzt endlich etwas ändern, auch meinem Partner zu Liebe, der genug eigene Probleme hat und den ich damit nicht noch belasten will…

Vllt hat ja jmd einen Tipp für mich.

Sorry, das war jetzt recht lang, aber ich musste mir das echt mal von der Seele reden!!!

Danke!

Vg

ps: Passt vllt auch besser ins Forum "Ich" als Gesundheit... keine Ahnung...
 
Zuletzt bearbeitet:

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muddle

Gast
Wow, dieser gesamte Text - von oben bis unten - könnte von mir stammen! Wirklich in allen Einzelheiten, bis auf die ärztliche Versorgung.

Überlastung, Burn Out, dann Depressionen, Wunden aufkratzen, Haut an Nägeln abreißen, nach außen hin stark und selbstbewusst wirken, innerlich ohne Selbstwertgefühl und ständig mit den Gedanken "Was denken andere über mich? Wie wirke ich?", übertriebener Perfektionismus, ...

Das hilft dir nun aber nicht weiter...ich bin auch nicht so richtig in Behandlung. Meine Ärzte wissen zwar grob Bescheid, ich habe auch schon eine Reha hinter mir, wo aber vieles noch nicht bekannt war und die ziemlich nutzlos war, und hatte nur ganz kurz einen Therapeuten, der ebenso nutzlos war, aber ich gehe es gerade wieder an und genau das rate ich dir! Du hast ja deine Frage selbst schon beantwortet, du solltest zum Therapeuten gehen. Entweder du überwindest dich nochmal mit deinem Hausarzt darüber zu reden oder bittest ihn um eine Überweisung zum Neurologen. Gib nicht auf, wenn ein Arzt dir "nicht glaubt" oder es nicht ernst nimmt, denn es geht um DICH und deine Gesundheit! Ich kenne das Gefühl, ich werde auch kaum ernstgenommen, aber ich habe mir nun gesagt: "Ich gehe das an und gehe den Ärzten zur Not richtig auf die Nerven!" :D Vielleicht wäre das mit dem Neurologen eine Idee? So war zumindest der Weg bei mir...ich weiß nicht, ob du dir auch gleich einfach so einen Thera suchen könntest...vielleicht kann da jemand anderes was zu sagen? Kenne mich mit den Verfahrensweisen nicht so aus!

Hab Mut und tu etwas für dich!

Alles Gute wünscht Dir

muddle
 

dolcevita

Neues Mitglied
Hallo muddle,

vielen Dank für deinen Beitrag, ich habe mich sehr darüber gefreut.
Ich konnte gar nicht glauben, dass es jmd gibt, dem es ähnlich geht... Ich habe dann aus Interesse auch noch andere Beiträge von dir gelesen und habe noch jede Menge mehr Gemeinsamkeiten entdeckt ;-) - wirklich kaum zu glauben!!
Warum meinst du, sollte ich zu einem Neurologen gehen, und nicht direkt zu einem Pschologen/Psyachter? Den Umweg über den Hausarzt würd ich mir gern ersparen.
Ich bin halt total überfordert damit, es gibt Psychologen, Psyachter, Psychotherapeuten, Neurologen und was weiß ich noch alles - wo geh ich denn am besten hin mit meinem Problem...? Und so Therapiestunden, zahlt das eigentl. die Krankenkasse?

viele grüße
 

dolcevita

Neues Mitglied
bzw. wäre es tatsächlich schön wenn noch mal jemand anderes was dazu sagen würde, denn du muddle hast ja geschrieben dass du dich da selbst nicht soo gut auskennst...

Ich danke dir auf jeden Fall schon mal und wünsche auch dir weiterhin viel Kraft und alles Gute, und dass du den für dich richtigen Therapeuten findest!
 
M

muddle

Gast
Warum meinst du, sollte ich zu einem Neurologen gehen, und nicht direkt zu einem Pschologen/Psyachter? Den Umweg über den Hausarzt würd ich mir gern ersparen.
Ich bin halt total überfordert damit, es gibt Psychologen, Psyachter, Psychotherapeuten, Neurologen und was weiß ich noch alles - wo geh ich denn am besten hin mit meinem Problem...? Und so Therapiestunden, zahlt das eigentl. die Krankenkasse?
Ich denke du kannst auch direkt zu einem Psychotherapeuten gehen nehme ich an. Nur dauert es i.d.R. eine Weile, bis man da einen Termin bekommt. Das zahlt eigentlich die Krankenkasse, wenn sie es eben für eine Notwendigkeit hält. So sicher bin ich mir bei dem ganzen Verfahren nicht. Und ich kenn das, ich war/bin auch total überfordert, mit den verschiedenen Möglichkeiten, welche Ärzte es gibt etc. Für mich war das Verwirrung pur!
Mein Weg ging eben über den Neurologen...bei den Psychotherapeuten habe ich einfach alle in der Gegend durchtelefoniert, mein Problem kurz geschildert (überleg dir am besten vorher, was du sagen möchtest, sie wollen oft nur ansatzweise wissen, mit "wem sie es zu tun haben") und mich auf die Warteliste setzen lassen. Wenn sie für dich nicht der rihctige Ansprechpartner sind, sagen sie dir das eigentlich schon am Telefon (manche behandeln z.B. keine Essstörungen oder so). Nach meinem ersten Termin hat den Rest der Psychotherapeut selbst geregelt. Ich hab mir nur regelmäßig eine Überweisung von meinem Arzt geholt.
 

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