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zum Psychotherapeuten: Ja / Nein ???

belantine

Aktives Mitglied
Manchmal verstehe ich nicht, was mit mir los ist... da ich mich schon früh aus Interesse mit Psychologie beschäftigt habe, kam ich auf den Gedanken Borderline...

Jetz habe ich einen Screeningtest im Netz gemacht und der meint es gibt einen Verdacht...

Ich weiß aber ne so recht... grad geht es mir ja gut. Ich bin mir unsicher, ob ich nun zum Psychotherapeuten soll oder nicht.

Zeitlich ist das auch so ein Problem, da ich von 9 Uhr bis 18 Uhr, also höchstwahrscheinlich innerhalb der Sprechzeiten.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich aufgrund meines dualen Studiums immer nur 12 Wochen "zu Hause" bin.
 

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belantine

Aktives Mitglied
Es sind mehrere Probleme, Platzangst, wenn ich mit mehreren Menschen in einem kleineren Raum bin und die Ausgangstür nicht einfach erreichbar ist.

Angst, dass ich wieder anfange, mich selbst zu verletzen, die soweit geht, dass ich über eine Stunde richtig heftig weine, kein Wort sagen kann und mein Partner mich nicht beruhigen kann.

Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, manchmal sitze ich in Seminaren und fühle mich da total fehl am platze, will nur noch weg, fühl mich richtig schlecht, meine Gedanken kreisen um negative Dinge und dann nehm ich halt Schlaftabletten, damit ich nicht die Kontrolle verliere, denn schließlich ist ja Anwesenheitspflicht.

Außerdem scheine ich den Tod eines Bewohners (ich hab ein FSJ in einem Wohnheim für geistig- und mehrfach behinderte Menschen gemacht) noch nicht verkraftet zu haben. Ich hatte ihm versprochen, ihm ein Bild von meiner Oma mitzubringen und hab das über zwei Monate vergessen und dann ist er gestorben und ich habe halt das Gefühl, ihm noch was schuldig geblieben zu sein.

Es sind noch mehr Dinge, aber mir fehlen grad die Worte und der Zugang dazu.

Ich finde Borderline passt halt auf all das und damit habe ich wenigstens einen Ansatz, das zu verstehen, was mit mir passiert... ich weiß nicht, was genau ich darüber denke...
 
S

SAMUZ

Gast
Ich verstehe deine Zweifel. Dies aus meinen eigenen Erfahrungen. Jetzt bin ich so weit, dass ich die Therapiesitzungen akzeptiere. Glücklich bin ich mit jenen auch nicht. Was ich jedoch weiss: Verarbeitung kommt mit Verarbeitung. Lebensglück mit Lebensglück. Optimismus mit Optimismus.

Du hast einen Tod eines Menschen zu verarbeiten. Vielleicht stellst du auch deinen Beruf und dein Studium in Zweifel.

Kopf hoch :) Geh' deinen Weg! ;)
 

belantine

Aktives Mitglied
Danke Momo und Samuz!

Für mich ist halt der Gedanke komisch, mit jemandem, den ich zum ersten mal sehe, über "diese Zustände" zu reden. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie das ist. Vielleicht könnt Ihr mal von eurer ersten Therapie-Stunde erzählen...

Es ist so anstrengend, nicht zu verstehen, was man fühlt und nicht zu wissen, woher die Tränen kommen...
 

Tuesday

Aktives Mitglied
hallo belantine,
bevor du zu einer therapeutin gehen kannst, musst du zu einem psychiater, (...)
aber zuerst musst du die diagnose abklären lassen, sonst zahlt keine kasse die therapie.
lg momo
Das stimmt so nicht.

Man kann gleich zu einem Therapeuten gehen. Die ersten fünf Stunden bei ihm werden auf jeden Fall von der Kasse bezahlt. Sagt dir dieser Therapeut nicht zu, kannst du zum nächsten gehen und hast auch da wieder fünf "Probestunden".

Entscheidest du dich bei einem Therapetuen zu bleiben, muss dieser einen Antrag bei der Krankenkasse auf Kostenübernahme stellen. Das wird in der Regel auch genehmigt.

Um den Antrag auf Kostenübernahme bearbeiten zu können, braucht die Kasse die Bestätigung von einem Hausarzt, dass keine körperliche Erkrankung vorliegt.


Nach dem, was du hier an Symptomen beschreibst, Belantine, würde ich dir aber auch raten zu einem Psychiater zu gehen. Es könnte sein, dass eine medikamentöse Behandlung angebracht ist.

Es wäre auch gut, wenn du einen Psychiater mit Zusatzausbildung Psychotherapie finden könntest. Dieser rechnet seine Stunden mit der Kasse anders ab und dadurch gibt es keine Stundenbegrenzung.


Was den Tod des jungen Mannes betrifft. Weißt du denn, wo er begraben ist? Vielleicht hilft es dir ans Grab zu gehen und ihm das Bild noch zu bringen. Das wäre ein Abschluß für dich und du könntest deine Trauer loslassen und verarbeiten. Wenn du nicht weißt, wo das Grab ist, dann kannst du das Bild auch verbrennen. Der Rauch wird deine Intention zu ihm tragen. Nur so ein Gedanke.


Und ob du zu einem Therapeuten gehen sollst oder nicht ... einfach ausprobieren. Die beißen ja nicht. Danach bist du schlauer!


Tuesday
 
G

Günter

Gast
Hallo belantine

Jetzt ist im Grunde schon alles gesagt, was ich schreiben wollte. ;)

Deine Selbstdiagnose Borderline solltest Du erst einmal vergessen. Die Definitionen von Borderline sind so unscharf, dass fast jeder Mensch Anteile eines Borderliners an sich feststellen kann. Eine Bekannte von mir hatte eine schlechte Phase, sie las so eine Definition, und fragte sich prompt, ob sie Borderliner sei. So ähnlich kommt es mir auch bei Dir vor.

Genau wie Tuesday finde ich, dass Du einige Probleme hast, die Dich belasten. Und das so sehr, dass Du nach Gründen suchst, und insgeheim vielleicht schon spürst, dass ein Therapeut eine mögliche Lösung darstellen könnte.

Von einem Neurologen würde ich Dir eher abraten, da er mehr für körperliche Ursachen zuständig ist. Einen Psychotherapeuten würde ich für angemessener halten. Oder Du wählst einen Zwischenweg, und gehst einmal zu einem Arzt für Psychiatrie und/oder Psychotherapie. Wenn Du ein gutes Verhältnis zu Deinem Hausarzt hast, kannst Du auch zuerst einmal mit ihm darüber sprechen.

Dass Du unsicher bist, wie so ein Gespräch aussehen soll, ist ganz normal, das wird Dein Ansprechpartner auch kennen. Wir haben gelernt, über unsere körperlichen Beschwerden zu sprechen, bei seelischen Problemen kennen wir es nicht.

Dass Du verpasst hast, Dein Versprechen einzulösen ist natürlich schade. Und es ist ganz normal, dass Du Dir das jetzt vorwirfst. Ein guter Weg wäre gewesen, es ihm mit in sein Grab zu geben. Jetzt wird Dir wohl nur noch übrig bleiben, ihn bei seinem Grab zu besuchen, und mit ihm darüber zu sprechen. Vielleicht hast Du ja irgendwann Gelegenheit dazu.

Günter
 

belantine

Aktives Mitglied
Ich bin jetz soweit, dass ich denke, hingehen zu wollen, mein Freund unterstützt mich, ich hab mir Nummern aus den gelben Seiten gesucht, aber ich werd so nervös, wenn ich nur daran denke da anzurufen und kann mich auch nicht wirklich dazu motivieren...

? ? ?
 

belantine

Aktives Mitglied
Hab jetz angerufen: drei Mal ein interessantes Gespräch mit dem Anrufbeantworter, der mir mitteilte, dass die Sprechzeiten immer dann sind, wenn ich arbeite bzw davor und einmal eine Sprechstundenhilfe, die mir sagte, Termine erst ab Februar...

na super... bin kurz davor loszuheulen, weil ich mich so hilflos fühle...


Nachtrag: Hab jetzt den Termin für Februar genommen... was empfehlt ihr mir, was ich in der Zwischenzeit machen soll?
 
Zuletzt bearbeitet:
E

Eisfuchs

Gast
Hi Belantine,

da braucht man viel Geduld. Ich selbst habe mindestens 20 Therapeuten angerufen, bis endlich mal jemand für mich Zeit hatte. Zwei Wochen hab ich gebraucht. Halt durch und ruf alle an, bis jemand für dich sofort Zeit hat. Sprich den Therapeuten auf den Anrufbeantworter und sag ab wann du erreichbar bist. Sie rufen in der Regel zurück. Den Termin für Februar würd ich erst mal stehen lassen. Absagen kann man immer noch.

Viel Glück

Vergissmeinnicht
 

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