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Zucker, Verwarlosung, Alk etc....

help_me81

Mitglied
Ich denke, das Forum passt ein bischen..
Also:
Seit dem 25.12. ist mein Vater im Krankenhaus. Er hat seit etwa 4 Jahren Zucker und hat seine Medikamente nicht genommen. Vor etwa 3 Monaten hat sich ein Fuß entzündet und nun ist sein Fuß zur hälfte abgestorben. Er ist nicht zum Arzt gegangen. Ich habe ihm am 25. seit 6 Wochen gesehen, in den letzten 4 Wochen hat er 10 kg abgenommen. Mit viel Kraft konnte eine gute Freundin von Ihm und ich Ihn davon überzeugen, mit uns ins Krankenhaus zu fahren. Er wollte sich anfang Januar einen Termin beim Hausarzt geben lassen. Ihm wird nun ein Unterschenkel amputiert.

Er war (oder ist? ich weiß es nicht) alkoholabhängig. Des weiteren schafft er es nicht, seine Wohnung in Ordung zu halten. Ich stehe jetzt wohl mit Ihm fast alleine da. Mit seinen Brüdern hat er sich zerstritten. Eine sehr gute Bekannte von Ihm hilft mir noch. Wir haben Ihm den Wohnungsschlüssel entführt.

Nun wollen wir im Januar ein Renovierungskomando organisieren und seine Wohnung in Ordnung bringen. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob er uns das nicht übel nimmt. Auf der anderen Seite geht es so nicht weiter. Am liebsten würde ich Ihm auch eine Reinigungskraft besorgen, die 1-2 mal pro Woche bei Ihm für Ordung sorgt und den Kühlschrank kontrolliert. Er schafft es offensichtlich alleine nicht.

Im Moment mache ich mir Vorwürfe, dass ich mich nicht ausreichend um Ihn gekümmert habe. Ich studiere, arbeite nebenbei noch halbtags und habe mit 27 auch mein eigenes Leben. Er war oft sehr nervig (hat so im Schnitt 1-2 mal am Tag angerufen obwohl er eigentlich nichts wollte etc.).

Vor dem Vorfall macht er fast nichts (er ist 62, im Vorruhestand). außer halt den ganzen Tag vorm Fernseher sitzen und sich volllaufen lassen.

Er ist sehr stur und kompliziert. Fast jeder hat sich von Ihm distanziert (bzw. er von fast jedem).

Liest hier jemand mit, der Erfahrungen mit einer solchen Situation hat?
 

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M

Mahdia

Gast
Hallo Du!

Kann in etwa nachvollziehen wie es Dir geht (waren zwar andere Umstände in der Familie, kam aber auf das selbe hin)

Sicher will man für seine Eltern bzw. in Deinem Fall für den Papa da sein. Aber Du hast auch Dein eigenes Leben, worauf Du schauen musst.

Seine mehrmals täglichen Anrufe hören sich an, als hätte er irgendwie nach Ablenkung gesucht. Aber ein bisschen muss er sich schon selber kümmern.

Obwohl es mir sehr leid tut, dass er einen Unterschenkel verloren hat :eek:

Die Idee für eine Reinigungskraft find ich nicht mal so schlecht. Vielleicht wird er am Anfang dagegenreden (wahrscheinlich schämt er sich dann ein bisschen? :confused:) aber schlußendlich hätte er dann jemanden, der ein bisschen auf den Haushalt schaut und Du könntest Dich wieder auf Dein Studium konzentrieren.

Ich finde nicht, dass Du Dir Vorwürfe machen musst, Du hast schließlich lange genug versucht, ihn zur Vernunft zu bewegen.

Ich wünsch Euch alles Gute!

Liebe Grüße
Mahdia
 

help_me81

Mitglied
Naja, ich denke, man darf ihn nicht fragen. Er wird nichts zulassen. Seine Bekannte hat ihn im Griff. Daher wollen wir anfang des Jahres in die Wohnung und ersteinmal Aufräumen (und renovieren). Er muss sich ja schließlich auch spritzen.

Ich denke, das beste ist, ihn vor vollendete Tatsachen zu Stellen.

Ich habe in den letzten Monaten halt jeden Anruf abgeblockt (bzw. immer den AB angehabt und einmal pro woche angerufen).
 
M

Mahdia

Gast
Mhm, das ist sicher ne schwierige Situation *grübel*

Vielleicht kannst Du Dich mal mit ihm zusammensetzen und sagen "He Papa, so geht das nicht weiter, wir machen uns Sorgen" und dass er ruhig Hilfe annehmen kann. Daran ist ja nichts schlechtes. Dass Du ihm erklärst, warum Du seine Anrufe nicht entgegennehmen konntest (Studium, Arbeit), das wird er sicher verstehen (auch wenn er erst mal auf stur stellt)

Aber wenn ihr erstmal renoviert und er sieht, wie die Wohnung dann ausschaut, würde er einer Reinigungshilfe gegenüber vielleicht nicht so ablehnend reagieren.

Ich drück euch die Daumen!
 
S

Satansbraten

Gast
Du hast seinen Wohnungsschlüssel geklaut, verschaffst dir Zutritt zu seiner Wohnung, willst auch noch ein "Renovierungskomando" organisieren (wer weiß was das für Leute sind)....

Was sagt eigentlich dein Vater dazu ?
Wird der überhaupt gefragt ???
 
S

Satansbraten

Gast
Naja, ich denke, man darf ihn nicht fragen. Er wird nichts zulassen.
hab ich erst gelesen nachdem ich schon geschrieben hab.

Wenn meine Tochter mal auf so ne Idee kommen sollte würde ich sie dafür umbringen und mir anschließend selbst die Kugel geben denn niemand hat das Recht ohne mein Wissen und ohne meine Zustimmung meine Wohnung zu betreten, in meinen Sachen zu schnüffeln und alles durcheinander zu bringen - jedenfalls nicht ohne richterlichen Beschluss.
 

help_me81

Mitglied
So hart das klingt - das wäre die Alternative. Darüber habe ich auch nachgedacht. Er stellt für sich eine Gefahr dar. Er wollte im Krankenhaus die Behandlung verweigern und der Arzt hat mir gegenüber angedeutet, dass er, bei Verweigerung der erforderlichen Maßnahmen (die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen), einen Vormund bestellen wird (zumindest für die Dauer der Behandlung), da er ansonsten kurzfristig daran zugrunde gehen wird.

Wenn jemand 3 Monate mit einem entzündeten Fuß herumläuft, so viel vom Fuß abgestorben ist, dass dieser nicht mehr zu Retten ist und das Heilmittel gewesen wäre, zum Arzt zu gehen... Es wäre nichts passiert, wenn er vor 1 oder 2 Monaten zum Arzt gegangen wäre...

Er hat seit 4 Wochen (dass ist jetzt kein Scherz!) fast nichts mehr gegessen. Er hat in 4 Wochen 10 Kg abgenommen. Ich hoffe, das ist Grund genug, ihn einen Vormund zu bestellen. Ihm würde es jetzt gut gehen, ohne dass er überhaupt in die Nähe eines OP-Saals gekommen wäre, wenn er in dem letzten halben Jahr seine Medikamente genommen hätte, oder wenn er vor 4 Wochen zum Arzt gegangen wäre.

Der Fuß stinkt nach Verwesung, so extrem, dass er in einem Einzelzimmer untergebracht ist. Bevor er da war, muss dieser noch viel schlimmer gerochen haben.

Ich habe die Hoffnung, dass dies eine Chance für einen Neuanfang ist. Dass er, wenn er eine Haushälterin hat, die sicherstellt, dass er seine Medikamente nimmt, Ordnung hält etc... Vielleicht fängt er dann mal an, den Vorruhestand zu genießen.

Welche Alternative habe ich? Vormund und Heim. Aber das würde er nicht wollen und damit wäre er nicht glücklich. Und überzeugen kann ich Ihn nicht. Er schämt sich für seine Situation und wird keine Hilfe annehmen.
 

help_me81

Mitglied
Vielleicht ist das mit den "nicht in der Lage, seine Wohnung in Ordnung zu halten" auch nicht ganz eindeutig gewesen. Es ist wohl eher der Zustand Messi als etwas Unordnung. Ich bin selbst nicht der ordentlichste aber die Wohnung befindet sich in einem vermüllten Zustand.

Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Er soll die letzten Jahre seines Lebens endlich mal positiv erleben...

Die Ärztin in der Notaufnahme hat zu mir wörtlich gesagt: "Wenn er nicht schnell seine Lebenseinstellung ändert, hat er nicht mehr lange"
 

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