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Zu Hause ausziehen - Tipps und Erfahrungen

Mokita

Aktives Mitglied
Hallo zusammen :)

In dem Thread hier möchte ich gerne ein paar Tipps und Erfahrungen sammeln, die mir in Zukunft hoffentlich weiterhelfen können.

Ich habe nun mein Abitur abgeschlossen und beginne im in ein paar Monaten ein duales Studium - zumindest wenn Corona das erlaubt. Im Sinne des Threads gehe ich einfach mal davon aus, dass der reguläre Zeitplan zumindest grob eingehalten werden kann.

Zu Beginn des Studiums werde ich außerdem zu Hause ausziehen und in eine Wohnung der Hochschule ziehen. Dort werde ich dann mit entweder 2 oder (bis zu) 5 anderen Leuten in einer WG wohnen.
Ich bin tatsächlich sehr nervös, was das Ganze angeht. Werde ich mich gut mit meinen Mitbewohnern verstehen? Wie verhält man sich überhaupt, wenn man plötzlich mit Leuten zusammenlebt, die man gar nicht wirklich kennt? Wie gehe ich damit um, dass ich mit meinen Problemen nun nicht mehr sofort zu meinen Eltern gehen kann?

WIe ging es euch denn, als ihr das erste mal von zu Hause ausgezogen seid? Habt ihr euch gefreut, endlich unabhängig zu sein oder wart ihr auch nervös? Was sind eure Erfahrungen mit WGs? Habt ihr Tipps für mich, was Haushaltsführung und Zusammenleben mit anderen angeht?

Danke und einen schöne Tag euch :)
 

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Sil the evil Bitch

Namhaftes Mitglied
WIe ging es euch denn, als ihr das erste mal von zu Hause ausgezogen seid?
Ich zog damals aufgrund von psychischen Problemen ins betreute Wohnen.

Habt ihr euch gefreut, endlich unabhängig zu sein oder wart ihr auch nervös?
Gefreut definitiv. Ich musste nicht bei jeden Scheiß alles meinen Eltern erzählen, um Erlaubnis bitten oder mich dauernd rechtfertigen. Wobei es ein langer Weg war erst Mal halbwegs unabhängig zu sein, bevor ich dann zu meinem Verlobten zog.

Was sind eure Erfahrungen mit WGs? Habt ihr Tipps für mich, was Haushaltsführung und Zusammenleben mit anderen angeht?
Ich denke Kommunikation und Kompromisse sind da wichtig. In mein Fall umso wichtiger, da mein WG Bewohner ein Autist und ziemlich nervig war.
 

Schroti

Namhaftes Mitglied
Ich fand es cool, selbstständig zu wohnen, aber etwas war ganz seltsam: Ich habe morgens beim Aufwachen die vertrauten Geräusche vermisst! Das Klappern des Geschirrs, wenn meine Mutter den Frühstückstisch deckt. das Pfeifen meines Vaters. Die vertraute Amsel vor dem Fenster. DAS hat mich völlig unerwartet getroffen.
Gab sich aber irgendwann. :)
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Habt ihr Tipps für mich, was Haushaltsführung und Zusammenleben mit anderen angeht?
Ja: kauf Dir 'nen Edding und schreib auf alles Deinen Namen. 😁
Lebensmittel finden furchbar gerne Platz in fremden Mägen.

Chillig sein.
Die Vorstellungen von Sauberkeit, bei der Einhaltung von Putzplänen können wahnsinnig unterschiedlich sein.

Einzug = Einstand?
Kiste Bier und was sonst so getrunken wird spendieren, paar Würstchen, 'nen Kartoffelsalat.
Grill auf den Balkon, jeder bringt was mit/beteiligt sich.
Gut zum Kennenlernen.
 

Bodenschatz

Namhaftes Mitglied
Hi Mokita!


Als erstes mal herzlichen Glückwunsch zum Abi – trotz Corona und dazu, dass Du einen Studienplatz bekommen hast.

Um überhaupt ausziehen zu können brauchst Du ein paar Voraussetzungen, von denen Du vermutlich einige schon geklärt hast!


1. Die finanzielle Seite


Von Seiten Deiner Eltern oderdurch öffentliche Hand brauchst Du regelmäßige Einkünfte, da Du regelmäßige Ausgaben haben wirst. Da das logisch ist, gebe ich nur Hinweise zur AusgabenSeite.
> „GEZ“
Leute, die eine Wohnung inne haben, sind beitragspflichtig. Man kann sich – auf Antrag – befreien lassen, ist aber ohne Antrag nie befreit und bekommt daher Stress. Also musst Du bei der Rundfunkanstalt ein Konto einrichten, sprich melden, dass es Dich gibt. Beim Wohnen in einer WG wäre dazu anzumerken, dass die Gebühr nur für eine 8in sich abgeschlossene) WG insgesamt anfällt, die sich die Teilnehmer teilen können aber nicht müssen! Jeder WG-Mitbewohner ist der „GEZ“ gegenüber verpflichtet, für die Rechnung zu haften: zahlt der eine nicht, nimmt man den nächsten, wurde bezahlt, werden die anderen nicht angeschrieben. Das ganze übrigens rückwirkend über Jahre! Von daher bedarf ist es enorm wichtig, dass Du eine Befreiung nach den Gründen beantragst, die vorgesehen sind. Ein Grund ist der, dass einer in der WG zahlt. Für die Befreiung brauchst Du daher seine Teilnehmer-Nummer und kannst Dich so darauf beziehen, dass Du befreit sein möchtest. Die „GEZ“ bekommt Wind davon, dass es Dich gibt, wenn Du Dich beim Einwohnermeldeamt anmeldest.
> Zweit-Wohnsitz-Gebühren
Manche Städte erheben Zweitwohnsitzgebühren, und zwar auch für Studenten ohne Einkommen! Daher macht es in diesen Städten Sinn, den Erstwohnsitz dort anzumelden falls die kommunalen Vorschriften so auszulegen sind. Der Zweitwohnsitz wäre danach das ehemalige Kinderzimmer oder Du meldest Dich dort ab, wenn da ebenfalls Gebühren für Zweitwohnsitze anfallen würden.
>Einkommensteuer
Als Studentin hast Du eher wenig Einkommen und würdest eher nicht z denen gehören, die etwas wieder bekommen. Das könnte Dich dazu verleiten, erst gar keine Steuererkärung abzugeben. Falsch gedacht!
Gerade als Studentin hast Du gegenüber Deinem Einkommenhohe Ausgaben, die steuerlich anerkannt werden (können).
Die werden aber nicht im Steuerjahr verrechnet, sondern sie werden Dir als „Erstattung“ gutgeschrieben. Die „Erstattung findet nach dem Studium statt, nämlich dann, wenn du Einnahmen hast, und zahlen müsstest. Da Du aber „Guthaben“ angereichert hast, kann es passieren, dass Du in den ersten Jahren eigentlich ohne Ende zahlen müsstest aber das „Guthaben“ gegengerechnet wird – und Du quasi steuerfrei arbeitest. Also: Steurfachleute dazu befragen.
>Mehrwertsteuer
Gestern müsste das „Zweite Corona Steuerhilfegesetz“ verabschiedet worden sein, das zum 1.7. in Kraft tritt und die MWSt von 19 auf 16 bzw 7 auf 5 % absenkt. Es fällt in den Zeitraum bis Ende des Jahres und hilft dir.
Wichtig in dem Zusammenhang wäre, dass Du prüfst, ob der dazu vorgestellte Entwurf umgesetzt wurde, der in Einzelheiten beschreibt, wie das Gesetz umzusetzen wäre.
Konkret geht es um Lieferungen und Leistungen in dem beschriebenen Zeitraum(!). Danach ist pauschal betrachtet die MWSt dann gesenkt, wenn jemand in dem Zeitraum für Dich etwas erledigt hat und zwar unabhängig davon, wann er die Rechnung schreibt. Also kannst du bis 31.12.2020 umziehen und bezahlst die Rechnung in Januar 2021 – mit 16 % MWSt. Dosenpfand würde ich also erst nach Januar 2021 einlösen, da dann die MWSt wohl wieder 19 % beträgt – falls Du dagegen vorher nur 16% bezahlt hast J
In Bezug auf Gas Wasser Strom etc sollen die Lieferanten einen Mittelweg anbieten, der sich nach dem Abrechnungszeitraum richtet. Da besteht Diskussionsbedarf.

2. Die rechtliche Seite


Falls Du in eine WG ziehst, gibt es folgendes zu beachten, denn Du wirst einen Mietvertrag erhalten.
>Du bist Hauptmieterin
>>Hauptmieterin kann bedeuten, dass Du eine Wohnung mietest und den ungenutzten Rest untervermietest, also Geld dafür bekommst. Das ist Dein Gewinn – aber auch Dein Risiko, da Du Deinen Vertrag dem Vermieter gegenüber zu erfüllen hast, währen es dem egal ist, ob und wie Du die Anteile zusammen bekommst.
>>Hauptmieterin kann bedeuten, dass Du gleichbedeutend mit anderen Hauptmieterin bist. In diesem Fall entschließt Du Dich dazu, mit einem Partner /Freund zusammen eine Wohnung anzumieten und als WG zu teilen. Diese Variante wird von Vermietern bevorzugt, da sie gleich zwei Ansprechpartner haben, die sich verpflichten, die monatliche Miete zu befriedigen. Befriedigen heisst, dass es dem Vermieter egal ist, wer überweist. Der Haken an der Sache ist der, dass zwei Hauptmieter in einem einzigen Vertrag als zweiköpfige Person betrachtet werden. Einer alleine kann ohne Zustimmung des anderen zwar kündigen, also ausziehen, bleibt aber ohne Zustimmung des Vermieters haftbar – und muss ggf zahlen! Das Mittel der Wahl ist (!): Solltest du jemals mit einem Freund zusammen eine Wohnung anmieten ohne dass ihr verheiratet oder sonst wie gebunden seid, so gehört in den Mietvertrag ,dass ihr Euch beide mit Zustimmung des Vermieters dahingehend gegenseitig bevollmächtigt, dass der eine die Kündigung aussprechen darf, die für den anderen mitwirkt und umgekehrt. Einer kündigt also, beide fliegenraus und der verbleibende kann mit dem Vermieter etwas anders vereinbaren, falls der Vermieter ihn behalten will. Es ist nicht unmoralisch, eine Türe als Eingang zu benutzen aber auch zu wissen, wo der Ausgang ist!
>>Du bist Untermieterin
Jemand hat eine Wohnung gemietet und gibt Dir ein Zimmer ab. Dein Ansprechpartner ist ausschließlich der Mieter. Ob der die Genehmigung dazu hat oder nicht, ist seine Sache, kann aber dazu führen, dass der Vermieter dies generell nicht will. Ob er Gewinn oder Verlust macht, geht Dich ebenfalls nichts an, da du die Prüfung bei Deinem Wohnungseigentümer auch nicht anstellen würdest. Ding ist aber: falls der Mieter seinen Vertrag mit dem Eigentümer auflösen will, muss er Dich ebenfalls fristgerecht kündigen. Du bist also von ihm abhängig und kannst dich nicht darauf berufen, in einer Wohnung eines Eigentümers zu wohnen. Der Eigentümer kann Dich nehmen, muss es aber nicht, kann Dich also raus klagen: Er wird nicht mal kündigen, das er keinen Vertrag mit Dir hat. Der Schaden hat der Mieter zu tragen, mit dem Du den Vertrag hast, und ist da nichts zu holen Komma dann….
 

Bodenschatz

Namhaftes Mitglied
3. Die zwischenmenschliche Seite


>Falls mehrere Einzelkinder sich in einer Wg zusammen finden, wird es schwierig, da jeder bisher nur für sich alleine zuständig war und keine Geschwisterchen hatte, denen er etwas abgeben musste. Bei uns war es so, dass einer den Kuchen teilt – aber der andere durfte sich ein Stück aussuchen.
Das prägt.
>Weil Du ein Mädchen bist, kannst Du Dich auch über die Unterscheide in Kulturen belesen. Manche Männer in manchen Kulturen sind die Helden sowieso, was man dann auch mal merkt.

Insgesamt wäre es gut, wenn Du Antennen für zwischenmenschliche Beziehungen hättest und Deinem Gefühl trauen könntest.
Wichtig wäre, dass Du Rechte und Pflichten hast und nett und bestimmt aber nicht kontrollierend und bestimmend auftrittst sondern diplomatisch. >Insbesondere im nordafrikanischen Raum gibt es allerdings Varianten von Diplomatie. Du fragst: wieviel Geld hast Du? Und bekommst als Antwort: 10 Euro. Danach findest Du bei der Person weitere 1000 Euro. Sie hat nicht gelogen, da sie ja de facto 10 Euro besitzt aber nur nicht gesagt hat dass sie noch andere 1000 Euro hat J

Das kann man auch auf Zeiten anwenden, wenn jemand zu spät kommt. „Wie lange brauchst Du zum Duschen?“ – „1 Minute brauche ich“. Nach 10 Minuten kommt er heraus und hat tatsächlich die Minute gebraucht – wie angekündigt, aber noch 9 Minuten dazu….
>Putzen, ein stetiger Streitpunkt
Da ich Mitbewohnerinnen hatte , die von Spülen nichts halten und sich die Berge türmten, bin ich mal dazu über gegangen, die Berge in einen Wäschekorb zu stapeln und aus der Küche zu bringen. Erfolg? Null, Schränke leer.
Was definitiv geholfen hat war folgendes. Man nehme nach vergeblicher Aufforderung das gebrauchte Geschirr und alles, und räume es in den Schrank ein. Was bis dahin sauber war wird dann auch noch dreckig , aber alles ist aufgeräumt. Auf die Frage, wie ich sowas machen könnte, habe ich geantwortet, dass es vollkommen egal ist, ob man Dinge VOR oder NACH dem Essen spült. Also muss man erst Spülen, wenn man etwas aus dem Schrank benutzen will.
An der Dienststelle wurden die Büros NIE gefegt – es gab keine Putzfrau. Also habe ich mir den Besen geschnappt und den gesamten wochenalten Dreck als Unschuldslamm auf den Flur gekehrt, auf dem die Schalterkunden laufen mussten. Was der Chef dazu meinte kann man sich denken: „ Ich hab nur den Dreck aus dem Büro gekehrt, weiter bin ich nicht gekommen…“. Danach gab‘s eine Putzfrau.

Generell würde ich wohl empfehlen, mit den potentiellen Mitbewohnern vorab ein längeres Gespräch zu führen. So lernen sie Dich kennen - und Du sie.

4. Wohnungslage

Du musst nicht am Hauptbahnhof wohnen. Bestimmt nicht. Und auch nicht im Zentrum des Geschehens.
Zum einen finden sich am HBF Leute die man nicht kennen will, zum anderen kannst Du nicht jeden Tag feiern, weil in der Stadt das Leben daraus besteht Dich anzulocken, damit Du bezahlst! Zudem findest Du an den angesagtesten Stellen garantiert jede Menge Leute, die nur deshalb da auftauchen, weil sie neue Freunde finden wollen. Dazu gehört zwangsläufig, dass man die Freunde von gestern genau so schnell vergisst.
Dein Zimmer sollte am besten so liegen, dass Sonne herein kommt (Südseite) aber nicht gerade im EG an der Stasse liegt, so dass Du jede Strassenbahn mitkriegst. Sowas kann neven. Ein 4. OG++ ohne Aufzug ist - oft – sportlich. Wenn nicht für Dich, dann für Deinen Besuch bzw Umzug.

Im Übrigen kannst Du besser eine halbe Stunde in nur einem Zug sitzen und dabei 30 km zurück legen, als 5x in der Stadt umzusteigen , weil die Bahnen im Zickzack um die Uni herum fahren und Du für diesen „Luxus“ innerstädtische Miete bezahlen darfst.
 

mariamariaaa

Neues Mitglied
Hi und Glückwunsch zum bestandenen Abitur erstmal! Natürlich erwarten dich jetzt ein paar große Veränderungen, aber lass dir aus Erfahrung heraus sagen, dass das einzige, was man dir auf den Weg mitgeben sollte das ist: Lass alles auf dich zukommen. Es ergibt sich, so banal es auch klingt, alles meist von selbst. Zu viel planen und sich selbst Druck machen bringt da nichts. Es lässt dich letztlich nur verzweifeln, wenn es später nicht genauso kommt wie du es vorgesehen hast (obwohl das nicht zwingend bedeutet, dass es so wie es kommt schlechter oder besser ist). Nachdem ich zu Hause bemuttert und täglich bekocht wurde war meine größte Angst gar nicht alleine kochen zu können, weil ich es ja nie lernen musste und dann immer auswärts essen zu müssen (was aufs Portmonee drückt). Natürlich ist es nicht so gekommen. Innerhalb kürzester Zeit habe ich mir das Kochen von ganz allein angeeignet und sogar meine Leidenschaft dafür entdeckt. Alles was neu und fremd ist kann einem anfangs Angst machen, aber versteif dich da nicht drauf. Es wird sich schon alles nach und nach fügen. Viel Erfolg auf deinem Weg!
 

Mokita

Aktives Mitglied
Vielen lieben Dank an alle, die geantwortet haben. Ich habe mir alles durchgelesen, habe im Moment nur leider nicht genug Zeit einzeln auf die Beiträge zu antworten.
 

Zauberfee78

Aktives Mitglied
Auch von mir die besten Wünsche zum bestandenen Abitur 🥂!

Ich war deutlich älter, als ich von zu Hause ausgezogen bin. Mit Anfang 30 zog ich in meine erste Wohnung. Meine Eltern wollten mich vorher nicht gehen lassen. Und ich fand es gut, mehr Geld zur Verfügung zu haben (wobei ich meinen Eltern jeden Monat eine bestimmte Summe abgegeben habe). Ich ging öfters aus, reiste viel und genoss mein Leben in vollen Zügen. Auf der anderen Seite mischten sich meinen Eltern total in mein Leben ein und wollten mir immer wieder Vorschriften machen. Es gab viel Stress.

Wenn ich nochmal jung wäre, würde ich definitiv früher ausziehen - so mit 24, 25. Es ist einfach ein tolles Gefühl, frei zu sein und machen zu können, was ich will. Eine WG war aber für mich niemals eine Option. Ich hatte schon in jungen Jahren keine Lust, mich mit anderen wegen Haushalt zu streiten und hätte auch heute keinen Nerv dafür. Vielleicht ziehe ich mal mit meinem Freund zusammen, aber wir sind noch nicht lange ein Paar, es ist noch zu früh um darüber nachzudenken.
 

Ascadia

Mitglied
Wie ging es euch denn, als ihr das erste mal von zu Hause ausgezogen seid? Habt ihr euch gefreut, endlich unabhängig zu sein oder wart ihr auch nervös? Was sind eure Erfahrungen mit WGs? Habt ihr Tipps für mich, was Haushaltsführung und Zusammenleben mit anderen angeht?
Zu deiner Frage 1 und 3:
Ich bin nicht von Zuhause ausgezogen. Ich war in einer WG mit einer schwer beeinträchtigen Frau, die 1 Jahr älter war als ich, geistig aber auf dem Niveau einer dreijährigen. Plus extreme aggressivität. Nachdem ich es dort nicht mehr ausgehalten habe, bin ich in meine erste Eigene Wohnung gekommen. 39 m², extrem hellhörig, schwingender Boden, Extrem-Alt-Altbau.

Frage 2:
Ich hab mich damals gefreut wie 'nen junges Fohlen. Ich konnte tun und lassen was ich will... oder fast. War natürlich weiterhin in Betreuung, aber nur noch in Teilbetreuung. Meine Wohnung war eine Müllhalde. Hatte extrem viel Zeug, das mir mein Vater damals in der WG ohne Worte vorbei gebracht hat. Zeug aus meiner Kindheit, Miniaturkleidung, etc. Hab damals schon sehr viel ausgemistet. Hatte so viel Zeug wie eine dreiköpfige Familie. Ganz zu schweigen von der kaputten Wohnung, in der ich als Untermieterin drin war. Das Haus war eine Katastrophe, ständig Licht kaputt, Aufzug seit Jahren kaputt, Gegensprechanlage auch, keine Klingeln, Vermietern eine geldgierige und geizige Egoistin. Übrigens, diese Wohnung hatte ich schon mit 16 Jahren. Ist ne längere Geschichte.

Danach wiederum bin ich in meine zweite Wohnung gekommen. Neu renoviert, Sozialbau, günstig, Balkon, nicht mehr so extrem hellhörig. Nachteil: asoziale Nachbarn rundherum, die glauben die Wände wären extradick und schalldicht. Höre sie jeden Tag rumstolpern, schreien, reden, aufs Klo latschen, etc. Seit meiner ersten Wohnung sind 6 Jahre vergangen, ich bin von selbst viel sauberer geworden. Es dauert zwar wegen meiner psychischen Probleme oft sehr lange, bis ich mich zum putzen überwinden kann, aber es klappt! Problemzone ist nur noch die Küche... ich komm einfach nicht hinterher. Ich hab allerdings schon 6+ Müllsäcke des uralten Zeugs ausgemistet, so langsam brauch ich den Boden nicht mehr als Ablage verwenden.

Frage 4:
Frage aktiv um Hilfe! Du kannst nicht von vornherein wissen, wie man die Waschmaschine oder den Geschirrspüler reinigt! Oder wie man Lampen anschraubt! Es ist vor allem das technische und handwerkliche, das mir zu schaffen macht. Musste mir trotz Betreuung das meiste selbst beibringen, weil die es nicht für nötig halten, mir mal ausführlich zu zeigen wie man z.B. den Geschirrspüler reinigt. Wusste ne Zeit lang nicht einmal, dass man SALZ braucht für den! Auch in Sachen richtiges Putzen (welche Lappen für was, Farbordnung, Putzmittel...) wurde mir nix gesagt. Tolle Betreuung die ich da habe.
___
Mich macht es oft wütend, dass meine Schwester mit 18 immer noch im Hotel Mama verwöhnt wird. Sie versucht mir immer vorzuschreiben was ich wie zu tun habe. Wenn die kleine mal wüsste, dass Wohnungsmanagement, Mietveträge, Putzen, etc. nicht so einfach sind wie sie denkt! Sie darf erst bei mir mitreden, wenn sie ihre eigene Wohnung hat, basta. Lass mich nicht belehren von einem kleinen, unerfahrenen 18 Jährigen Mädel ohne Erfahrung.
 
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