Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Zu alt für einen Job ?

Malus

Mitglied
Ich bin 43 und suche seit mittlerweile fast einem Jahr einen Job, doch was ich bekomme, sind Absagen über Absagen, mittlerweile über sind es über 300, ich weiß einfach nicht mehr, was ich noch tun soll.
Das eigentlich Schlimme ist allerdings, dass ich die Gründe für die Absagen zu kennen weiß, ich diese allerdings nicht ändern kann, da sie in der Vergangenheit liegen.
Aber der Reihe nach.
Nach dem Abitur entschloss ich mich gegen den Willen meiner Eltern zu studieren, statt in den elterlichen Handwerkskleinbetrieb einzusteigen. Ich entschied mich für Germanistik und Anglistik, da ich mich für die Themengebiete interessierte und ich schon immer ein Faible für Sprachen hatte.
Da ich keinerlei finanzielle Unterstützung von meinen Eltern erhielt und ebenso kein BAföG, musste ich ständig nebenbei arbeiten. Am Ende waren dies 30 Stunden im Semester und Vollzeit in den Semesterferien.
Mein Studium litt darunter. Als sich über einen Bekannten die Möglichkeit ergab für einige Zeit in der IT Branche im Ausland zu arbeiten, brach ich deshalb mein Studium ab und arbeite erst in Spanien, später auch in den USA und Australien. Nach 3 Jahren kehrte ich nach Deutschland zurück. Wider Erwarten fand ich sehr schnell einen Job, wieder in der IT Branche, da ich mir während meines Auslandsaufenthaltes viel Wissen in diesem Bereich aneignen konnte. Der Job war in Ordnung, kein Traumjob, aber ein Job mit dem man sein Auskommen hatte. Soweit schien alles in Ordnung zu sein, zumal ich meine Frau kennenlernte und heiratete. Einige Zeit später erbte meine Frau ein kleines älteres Häuschen von ihrer Großmutter. Nach einigen Hin und Her entschlossen wir uns, umzuziehen, das Häuschen zu renovieren und dort zu leben.
Zunächst schien wieder alles glatt zu gehen. Obwohl sich unser neues zuhause in einer der strukturschwächsten Gebiete Deutschlands befand (Vorpommern) fand ich überraschend schnell eine Anstellung in einem kleinen Systemhaus dort. Der Job war zwar langweilig und die Bezahlung mies, meiner Frau zuliebe arrangierte ich mich allerdings damit.
Vor 4 Jahren erkrankte ich dann an Knochenkrebs. Was folgte war eine Tour durch verschiedenste Krankenhäuser und Spezialkliniken. An arbeiten war während dieser Zeit nicht zu denken, zumal mein Arbeitgeber zu dieser Zeit Insolvenz anmelden musste (was abzusehen war, die Gehaltszahlungen waren schon immer unregelmäßig gekommen).
Kurzum, ich habe all das überstanden, Details hier jetzt näher auszuführen wäre nicht zielführend. Seit Mitte letzten Jahres gelte ich als geheilt. Seit dieser Zeit suche ich einen neuen Job. Ohne Erfolg. Und das, obwohl ich in Form einer externen Prüfung (und das als zweitbester meinen von über 80 Prüflingen)meinen Berufsabschluss zum Fachinformatiker nachgeholt habe und meine Bewerbungen von verschiedensten Personen habe gegenlesen lassen.
Ich kann nur vermuten, was die Personalchefs an meiner Bewerbung stört. Mein Lebenslauf. Ich habe versucht, die Lücke von 3 Jahren, die darin klafft, einfach unter den Tisch fallen zu lassen oder explizit darauf hinzuweisen („Erkrankung“) alles ohne Erfolg. Zudem macht sich natürlich noch das abgebrochene Studium nicht gut. Dennoch denke ich, dass ich viel Berufserfahrung sammeln konnte, ist das nichts wert ?
Mittlerweile bin ich auch flexibel, da meine Frau sich inzwischen von mir getrennt hat (ich war ein echter Kotzbrocken während meiner Krankheit gewesen). Ich bewerbe mich deutschlandweit, dennoch werde ich kaum zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Ich bewerbe mich für Stellen, die meinem Kenntnisprofil zu 100% entsprechen, genauso auf Stellen, für die ich unter oder überqualifiziert erscheine, dennoch bekomme ich keine Chance. Ich bin am Verzweifeln, wie soll es nur weitergehen ? Hartz4 erhalte ich nicht und meine Ersparnisse sind fast aufgebraucht …
 

Anzeige(7)

D

dirk k

Gast
hi,

schau mal in deine nachrichten.
die informationen sind vertraulich. bitte nur für bewerbungen berücksichtigen.

viel glück
 
P

Püppi83

Gast
Hallo Malus! Du hast eine schwere Krankheit besiegt und bist in meinen Augen ein Kämpfer. Du findest ganz gewiss auch einen Job. Ich würde auch keine Bewerbungen mehr verschicken, sondern diese in die Hand nehmen und mich persönlich bei einem möglichen Arbeitgeber vorstellen. Und wenn du noch Interesse an deiner (Ex)frau hast, dann such das Gespräch mit ihr. Eigentlich müsste sie Verständnis haben, dass du in der Zeit deiner Krankheit "anders" zu Gange bist als sonst. Dir alles Gute und Liebe. :)
 

Ausrufezeichen

Aktives Mitglied
Also zu alt bist du nicht. Viele Leute steigen oft noch viel älter um. Ich denke es dauert länger und vielleicht musst du auch übergangsweise mit einem weniger gutbezahlten Job rechnen. Aber oft ist es ja als übergangslösung ganz gut, weil die Leute nur sehen, er hat was gemacht.
 

Darknessgirl

Aktives Mitglied
Ich finde es toll, was du geschafft hast und dass du nicht aufgibst. Zudem Glückwunsch zu deinem zweiten Leben, ich wünsche dir weiterhin viel Gesundheit.

Jetzt musst du schauen, dass dieses zweite Leben auch attraktiv für dich wird. Zunächst stellt sich die Frage, ob du dir Unterstützung holen kannst. Dir stehen sicher Leistungen zu, also wäre es schon sinnvoll, dich beim Amt zu melden. Vielleicht kann man dir dort auch helfen bezüglich einer Berufsberatung oder du nimmst diese selbst in Anspruch. Da solltest du keinen falschen Stolz haben, nimm alles mit, was dir hilft.

Hast du Rückhalt von Freunden, eigener Familie etc.?

Ich denke, mit deiner Erfahrung (Ausland, Sprache,...) sollte es eigentlich möglich sein, etwas zu finden. Oder kannst du dir vorstellen, ganz neu anzufangen? Das würde zu deinem neuen Leben passen. Vielleicht hilft dir ein erneuter Ortswechsel oder du orientierst dich an dem, was du eigentlich gerne machst oder mal machen wolltest.

Nochmals ins Ausland gehen möchtest du nicht, oder?

Also, ich würde erstmal

- eine Bestandsaufnahme machen (was kann ich, was habe ich gemacht, was sind meine Stärken und Schwächen, was möchte ich,...)

- prüfen, wo ich Unterstützung erhalte (Amt, Beratung, Familie)

- einen Bewerbungscheck machen, falls noch nicht geschehen

-prüfen, ob deine schlechten Chancen an der Region liegen (vielleicht noch mehr die Umzugsbereitschaft betonen oder einen Umzug in bessere Strukturen in Erwägung ziehen, evtl. denken einige AG, dass die Entfernung problematisch ist)

Ich denke, wenn du bisher so viel geschafft hast, dann wirst du das jetzt auch schaffen.
 

Malus

Mitglied
Vielen Dank für Eure Aufmunterung.

Unterstützung von meiner Familie habe ich eigentlich keine. Zu meinen Eltern habe ich seit mehr als 15 Jahren keinen Kontakt mehr, was ich allerdings auch nicht weiter als tragisch empfinde, da sie sich ohnehin nie sehr für mich interessiert haben.
Ich habe noch losen Kontakt zu meiner älteren Schwester, die im Moment allerdings genug mit eigenen Problemem zu kämpfen hat.
Ansonsten habe ich noch zwei ganz gute Freunde. Beide wohnen allerdings weit weg und sind in vieler Hinsicht das komplette Gegenteil von mir. Beide sind sehr erfolgreich in ihren Jobs und verstehen natürlich nicht, warum ich keinen Job finden sollte. Ist auch schwierig mit ihnen darüber zu sprechen.
Hier vor Ort habe ich nie richtig Anschluss gefunden, was wohl auch meine Schuld war. Ich habe kein Problem, von hier wegzuziehen, da es hier absolut nichts gibt was mich hält, das betone ich auch immer in meinen Bewerbungen, allerdings scheint man dem keinen Glauben zu schenken. Ich würde mir als Personaler wahrscheinlich auch überlegen jemanden zum Bewerbungsgespräch einzuladen, der 500km entfernt wohnt, naja.
Und dann sind da eben noch mein abgebrochenes Studium und meine Erkrankung mit darauffolgender Arbeitslosigkeit.
Kann ja schlecht schreiben "Mai 2011 - Juli 2014 Erkrankung an Osteosarkom mit diversen OPs und Chemos". Da wird man gleich gar nicht eingestellt, weil die Personalabteilung mich als mögliches Risiko in Hinblick auf zukünftige Erkrankungen sieht.
Es ist zum Verzweifeln.
Vom Jobcenter habe ich den Vorbereitungskurs zur Externenprüfung Fachinformatiker bezahlt bekommen (über Bildungsgutschein), die ich ja auch sehr erfolgreich abgeschlossen habe. Das war's allerdings, und mehr ist nicht mehr in Aussicht.
Ich will endlich beweisen, dass ich etwas kann, bekomme aber nicht die Möglichkeit dazu. Es ist zum Verzweifeln.
Immer nur diese Standard Mail-Absagen. Und selbst auf Nachfrage bekommt man nicht heraus, woran es lag. Klar die Personaler wollen sich da nicht ans Bein pissen lassen ...
 
G

Gast

Gast
wie wärs wenn du dich selbstständig machst?

bei deinen fähigkeiten wäre dies doch eine möglichkeit.

alles andere hast du ja bisher schon vergeblich versucht.
 

Malus

Mitglied
An Selbständigkeit habe ich auch bereits gedacht. Allerdings wieder verworfen. Ich bin nicht der "Verkäufertyp" den es dazu braucht. Mein vorletzter Arbeitgeber hat mich für ein halbes Jahr mal in den Vertrieb gesteckt, da dort Not am Mann war und er sehen wollte, wie ich mich mache. War der Horror. Klinken putzen, um (potentiellen) Kunden etwas aufzuschwatzen, was sie wahrscheinlich gar nicht brauchen. Nach einem halben Jahr war das Experiment glücklicherweise beendet und ich zurück in meiner alten Abteilung.
 

Darknessgirl

Aktives Mitglied
Ich finde zunächst schon, dass du offen mit deiner Erkrankung umgehen kannst.

Das Fertigwerden damit und die Findung ins Leben erfordert Nehmerqualitäten und Stärke, die so mancher Arbeitnehmer nicht hat. Wer das nicht versteht, ist nicht dein richtiger Chef, ohne das zu instrumentalisieren.

Ich finde auch aus deinen Beschreibungen heraus nicht, dass du nicht erfolgreich warst bisher. Wie viele Menschen haben sich denn getraut, ins Ausland zu gehen, dort zu arbeiten, noch dazu in einem anderen Beruf und zurecht zu kommen? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass auch das viel Kraft kostet und Mut braucht.

Du schreibst schon im Eingangsbeitrag "Wider Erwarten fand ich schnell einen neuen Job", Vielleicht ist auch da das Problem.

Vielleicht "verkaufst" du das nicht hinreichend in deiner Bewerbung bzw. setzt nicht die richtigen Schwerpunkte, weshalb du diese einmal daraufhin checken lassen solltest.

Lass dich nicht klein machen durch andere und schaue, dass die gewonnenen Tage für dich einen Sinn ergeben und nicht umsonst waren.

Ich hatte einen Bekannten, 10 Jahre jünger als du, der die gleiche Krankheit hatte und leider diese Tage nicht bekommen hat, also solltest wenigstens du etwas daraus machen :).
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!
  • @ Kampfmaus:
    hm irgendwie werden die Raumnachrichten immer zu den ungünstigsten Zeitpunkten geleert
    Zitat Link
  • (Gast) Tick:
    Ich hab jetzt nach meiner Antwort nichts mehr gelesen, außer deiner letzten Nachricht
    Zitat Link
  • @ Kampfmaus:
    glaub du hast nichts verpasst ^^
    Zitat Link
  • (Gast) Tick:
    dann ist gut
    Zitat Link
  • @ Otter:
    Ich werde Mal mit dem Admin reden
    Zitat Link
  • @ Kampfmaus:
    wegen dem Löschen des Chats?
    Zitat Link
  • (Gast) Tick:
    Ich verlasse den Chat wieder
    Zitat Link
  • (Gast) Tick:
    Habt einen schönen Abend!
    Zitat Link
  • @ Kampfmaus:
    danke, du auch!
    Zitat Link
  • @ Otter:
    Ja Maus
    Zitat Link
  • Chat Bot:
    Gast itsalinx hat den Raum betreten.
  • (Gast) itsalinx:
    Hallo
    Zitat Link
  • (Gast) itsalinx:
    Welchen GK würden ihr wählen? Bio oder Chemie
    Zitat Link
  • (Gast) itsalinx:
    In Chemie habe ich einen schlechten Lehrer, Bio interessiert mich mehr, aber das auswendig lernen ist nicht immer ganz einfach
    Zitat Link
  • Zitat Link
  • @ CheeseburgerGurke:
    denk würd bio nehmen
    Zitat Link

    Anzeige (2)

    Oben