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Wut auf meine Gefühle/Mitteilunsgbedürfniss

DavidPrice96

Neues Mitglied
Hallo Alle zusammen,
Ich bin DavidPrice und bin gerade auf dieses Forum aufmerksam geworden.
Normalerweise spreche ich mit meinen Freunden über meine Gefühle, aber seit heute traue ich mich das nicht mehr, weil ich Angst habe, dass sie mich nur noch als bekloppt ansehen. Ich sehe mich nämlich selbst so. Bekloppt, lächerlich, einfach nur armselig?
Worum geht es?
Ich hole etwas aus, entschuldigt mir das.
Vor mittlerweile 8 Jahren war ich in der 10. Klasse in ein Mädchen verliebt, Johanna. Ich war gerade erst auf die Schule gewechselt und hatte mir eigentlich vorgenommen mich nicht schon wieder in irgendein hübsches Mädchen zu verlieben - oder nennen wir es mal wieder zu verknallen, zu vergucken, einen Crush zu haben. Das hat offensichtlich nicht sonderlich funktioniert. Wie dem auch sei, nach vier Monaten habe ich ihr meine Gefühle gestanden, sie hat mir einen Korb gegeben und ich habe vier weitere Monate gebraucht um darüber hinweg zu kommen.
Ich habe anschließend dennoch meine erste Freundin kennengelernt, Ann-Marie. Ann-Marie und Johanna sind Freundinnen, wodurch ich auch mit Johanna viel Kontakt gehalten hatte und wir sind wirklich sehr gute Freunde geworden.
Und damit es noch etwas verwirrender wird, werfe ich jetzt Mädchen, inzwischen natürlich Frau, Nummer 3 in den Topf: Jasmin. Jasmin ist Ann-Maries beste Freundin und mit ihr und Johanna zur Schule gegangen. Sie bilden quasi das Gegenstück zu mir und meinem zwei besten Freunden. Außerdem verstehen wir uns auch richtig gut. Perfekt, würde man sagen, der Freund sollte sich doch schließlich mit den besten Freundinnen verstehen, richtig?
Ich bin also mit Ann-Marie zusammen und merke plötzlich, dass sich Gefühle für Jasmin in mir entwickeln. Ich versuche das zu unterdrücken, lange, doch irgendwann spreche ich mit Ann-Marie darüber und es ist für sie vollkommen okay. Wir sind beide der Meinung: Mal einen Crush auf eine andere Person zu haben ist voll in Ordnung. So vergehen also fünf, ja, fünf Jahre und die Gefühle für Jasmin werden immer mal größer und mal kleiner, manchmal sind sie "fort" und kommen dann umso stärker zurück.
Das Jahr 2019: Ich schmeiße mein Studium, beginne ein BFD im Krankenhaus einer anderen Stadt (in der Jasmin lebt) und ziehe aus der gemeinsamen Wohnung aus. Ich habe Angst vor der Zukunft, weiß nicht, was aus mir wird und zu allem Überfluss teilt mir Ann-Marie mit, dass sie sich nicht sicher ist, ob sie mich noch liebt.
Meine Depressionen werden größer (während der Schule waren die aufgekommen) und ich beginne vom Arzt verschriebene Antideprissiva einzunehmen.
Februar 2020: Ann-Marie und ich trennen uns. Überraschung: Das ist nicht einmal schlimm für mich, ich habe ihr gesagt, lass uns reden. Wir haben die Trennung zusammen beschlossen, also alles gut. Ich treffe mich am selben Abend mit Jasmin. Seitdem ich in der Stadt lebe treffen wir uns mindestens einen Abend unter der Woche und meistens verbringen wir das gesamte Wochenende miteinander. Wir gucken Filme, kochen, gucken Serien, gucken Filme, gucken Serien... Wir haben sehr viel Zeit auf dem Sofa verbracht und verdammt, das war eine der Besten Zeiten an die ich mich erinnern kann. Das hat natürlich meine Gefühle für sie beeinflusst. Jetzt bin ich wieder Single und denke mir, hey jo, jetzt kannst du ja mal mit Jasmin über deine Gefühle reden. Natürlich nicht sofort, falls ihr das gedacht habt. Ich warte also ein paar Monate, die eigentlich immer besser werden. Meine Depressionen sind schwach, ich bekomme eine Ausbildung (witzigerweise in derselben Stadt, in der ich zuvor studiert habe (was nicht meine Heimatstadt ist)). Wir sind mit Freunden im Urlaub und eines Abends, als alle anderen im Bett sind, reden wir. Wir reden über mich, über sie und darüber, dass sie sich selbst nicht in der Lage fühlt eine Beziehung zu führen. Vielleicht will sie niemals eine Beziehung führen. Das hat auch alles mit ihrer Psyche zu tun, darüber will ich jetzt nicht weiter sprechen.
Nun gut, ich hatte mir zwar keine großen Hoffnungen gemacht, aber natürlich war da dieser kleine Funke, ihr kennt das.
Ich habe es ungefähr eine Woche ausgehalten, bis ich alles was sie gesagt hat, wieder ausgeblendet habe und meinen Gefühlen wieder freien Lauf gegeben habe...
Ich ziehe also wieder weg, sie wechselt ebenfalls die Stadt. Wir telefonieren jede Woche einmal und alles ist gut. Wir sind immer noch Freunde. Doch in mir reift einfach das Verlangen noch eine letzte Sache für mich selbst auszurpobieren. Um zu wissen, dass es eben nicht sein soll. Ich möchte sie küssen und wissen, wie sich das anfühlt. Spoileralarm: Schlechte Idee.
Endlich kann ich sie mal in ihrer neuen Wohnung besuchen (wir wohnen ca. 500km entfernt). Wir haben einen tollen Abend und dann beschließen wir ins Bett zu gehen. Und den ganzen Abend habe ich überlegt, ob ich sie frage, ob ich sie küssen darf. Aber ich habe Angst vor ihrer Antwort, was wenn sie nein sagt? Also mache ich was offensichtlich ist und frage sie nicht.
Vermutlich die dümmste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Ich stehe im Flur und küsse sie. Und, oh man, es ist ein flüchtiger Kuss auf den Mund. Viel zu kurz um irgendwas zu spüren, um irgendwas wahrzunehmen. Ich sag ja, dumm. Natürlich reden wir im Anschluss darüber. Sie hätte es lieber gehabt, wenn ich sie gefragt hätte. Kann ich auch verstehen, ich habe getan, was ich niemals tun wollte und was ich abgrundtief verachte. Einen Sexuellen Übergriff. Ich schäme mich immer noch dafür.
Aber noch viel mehr ärgere ich mich über mich selbst, weil ich einen potenziell schönen Moment für Jasmin unschön gestaltet habe. Auch wenn sie keine Gefühle hat, kann ein Kuss schön sein. Ich habe ihr einen potenziell schönen Kuss genommen. Und mir hat es ja offensichtlich nichts gebracht.
Dümmste Aktion ever.
Ein paar Wochen später rede ich mit einer anderen Freundin, ich lasse ihren Namen weg, damit es nicht noch verwirrender wird. Sie tritt mir wegen der Aktuon bei Jassi in den Hintern und sagt, dass ich durchdrehe. Und sie hat recht.
Es scheint mir gar nicht mehr möglich zu sein, aber irgendwie schaffe ich es, die Gefühle für Jasmin zu verwerfen. Wow, denke ich, dass ich das geschafft habe ist ein riesen Erfolg. Unglaublich! Immerhin war ich sechs verdammte Jahre in sie verliebt.
Ihr erinnert euch an Johanna, das Mädchen vom Anfang? Sie hat seit Jahren einen Freund, den ich schon genau so lange kenne wie sie. Wir sind alles in allem ein echt eingeschworener Freundeskreis von knapp 10 Leuten.
Anyway. Zwei Monate lang bin ich glücklich. Ich treibe mich seit zwei Jahren auf Tinder etc herum, habe aber erst zwei "nette" dates gehabt und ansonsten nicht besonders viel Erfolg.
Doch Trommelwirbel... Ich denke viel zu häufig an Johanna. Mit ihr kann ich über alles reden. Über Beziehungen, Sex, die Arbeit, Hobbys, alles halt, wir haben sogar mal über einen Dreier mit ihrem Freund gesprochen, denn wir finden uns definitiv sexuell attraktiv (ich bin übrigens Bisexuell und ihr Freund ist auch nicht hässlich). Wir vertrauen uns so gut wie alles an. So gut wie... Denn jetzt ist der heutige Tag gekommen. Und wieder einmal frage ich mich, was mein Verstand oder mein Herz (soweit man daran glaubt) mir eigentlich antun möchte.
Denn ich versuche zu unterdrücken, dass ich nicht nur gerne mal Sex mit Johanna haben würde. Nein, ich möchte Zeit mit ihr verbringen, sie Küssen, mit ihr kuscheln, ich möchte mit ihr einschlafen und aufwachen. Danke. Da sind sie wieder. Die Gefühle für jemanden, den ich unmöglich haben kann. Und noch dazu etwas, worüber ich mich nun wirklich nicht traue mit ihr zu sprechen, schließlich will ich nicht, dass es komisch wird. Und auch mit meinen anderen Freundin traue ich mich nicht darüber zu sprechen, wie zu Anfang gesagt. Ich glaube, dass das langsam lächerlich wird.
So bin ich also hier gelandet. Und ich möchte mich glaube ich vor allem mitteilen, ich brauche nicht nur Ratschläge. Ich habe keine Ahnung, was genau ich eigentlich brauche. Ich habe Angst davor, diese Gefühle zu zu lassen, logisch, denn ich weiß, dass es dumm ist. Ich habe aber auch Angst davor, dass mich diese Gefühle einfach zerstören. Dass sie mich einfach überwältigen und ich wieder zurück in meine Depressionen falle. Ich bin einfach nur sauer auf mich.
Vielleicht die Frage: Wie schaffe ich es, nicht sauer auf mich selbst zu sein? Denn, das kann ja mein Verstand oder mein Herz oder mein Unterbewusstsein eigentlich nicht wollen, richtig? Schließlich ist es auch mein Unterbewusstsein, dass mir den Überlebensinstinkt schenkt. Oder will es mich einfach in den Wahnsinn treiben?
 

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littleNina

Aktives Mitglied
Hey, beobachte Dich mal. Du hast Pech in der Liebe und dafür gibt es einen Grund: Du entwickelst schnell Gefühle die man dann nicht gestehen kann weil der andere überrumpelt ist. Es gibt einen Ausweg: Warum lernst Du nicht Leute ausserhalb Deiner Gruppe kennen? Triff Dich mit Mädchen zum reden bei denen Du das Gefühl hast dass Du ihnen gefallen könntest. Auch mit anderen Menschen könntest Du über alles reden und Gefühle wecken. Mädchen die nicht vergeben sind. Und ich bin sicher auch da wirst Du Gefühle entwickeln.
 

DavidPrice96

Neues Mitglied
Hi.
Du hast sicherlich recht, ich muss Menschen außerhalb meiner Gruppe kennenlernen, aber das ist leider extrem schwierig für mich (und während Corona sowieso Schwierigskeitslevel 10). Ich gehe manchmal in Clubs, würde mich aber niemals im Leben trauen dort jemanden anzusprechen. Ich gehe nie in Bars, das ist einfach nicht meine Welt und ich bekomme dort manchmal Beklemmungsgefühle. Ich habe keine Gruppenhobbys. Ich schreibe. Ich zocke (zugegeben mit meinen Freunden). Und ich gucke Netflix etc. Da trifft man eben niemanden ;-)
Ich habe gehofft, dass es vllt jemanden in der Berufsschule geben könnte. Aber Fehlanzeige.
Zur Tinderfrage. 1) Ich habe schon eine gewisse Vorstellung, auf was ich stehe. Ich mag das Außergewöhnliche. Doch zumeist sind die Frauen auf Tinder ziemlich "Basic" (soweit man das von den Fotos her sehen kann, und sein wir mal ehrlich, niemand würde wirklich jemanden daten, den man einfach nicht hübsch findet. Und die Profilbeschreibungen reißen es mit 90% "travelling", "cat lover" und "fitness" reißen es auch nicht heraus. Wobei ich auch Katzen mag).
2) Ich bin leider extrem Introvertiert. Ich kann sehr schlecht Gespräche starten und Smalltalk ist ein Grauen für mich. Für viele Frauen im Internet genügt ja ein "Hi, wie gehts, was machst du so?" nicht. Aber ganz ehrlich, ich werde keine großen Pick Up Lines raushauen, denn so bin ich nicht. Also sind Frauen, die "ein einfaches Hi wie gehts reicht nicht aus" und "seit beim Anschreiben kreativ" im Profiltext stehen haben auch direkt raus (obwohl das sowieso meist dieselben wir in 1) sind). Und selbst wenn eine Konversation zustande kommt, bin normalerweise ich die Person, die Fragen stellt und mal mehr als drei Zeilen antwortet und wirklich etwas über sich preisgibt. Und darauf hat man irgendwann auch keinen Bock mehr.
Die beiden Dates, die ich hatte, waren schließlich mit einer hübschen, aber eben auch, ohne das persönlich abwertend zu meinen, mit einer ganz normalen Frau. Das war nett. Wir konnten uns unterhalten und ich war schüchtern (das war erst das vierte Date in meinem Leben und das erste übers Internet). Naja, auf jeden Fall haben wir beide gesagt, war nett, aber muss man nicht wiederholen. Und das zweite Date war per Video. Mein Gegenüber hat so gut wie nichts über mich wissen wollen und als introvertierte Person dann die gesamte Last des Gesprächs zu tragen... Schwierig.
Fazit: Ich habe keine Ahnung, wie ich neue Leute kennenlernen soll, also benutze ich immernoch mehrere Datingapps, denn hey, vielleicht ja irgendwann, man muss ja Hoffnung haben.
 

DavidPrice96

Neues Mitglied
Ich ich ich ich. Da liegt dein Problem. Selbst aus deinem sexuellen Übergriff nichts gelernt.
Danke für deine Hilfreiche Antwort. Ich bin ein Mensch, ich denke nun mal an mich. Es geht um mein Leben, also denke ich an mich. Ich möchte es verbessern, ich möchte glücklicher werden. Wenn du mir zeigst, wie meine Ziele erreiche, ohne an mich zu denken... Dann zeig es mir bitte.
Zudem: In diesem Zusammenhang denke ich ganz sicher nicht nur an mich. Ich denke auch an meine Freundinnen. Eine freundschaftliche Beziehung besteht auf Gemeinsamkeiten, geteilte Hobbys und auch gewisser Zuneigung, denke ich. Und das bedeutet, es ist etwas, das in zwei Richtungen geht. Wenn ich eine Beziehung zerstöre, verursache ich nicht nur bei mir Leid. - das ist mir vollkommen klar.
Außerdem habe ich aus meinem sexuellen Übergriff gelernt. Ich würde niemals wieder eine Frau küssen ohne das ich nicht vorher Frage oder das ich ganz klar erkenne, dass sie es auch will.
 

DavidPrice96

Neues Mitglied
Warum trittst Du nicht einem Verein Deiner Wahl bei? Da lernst Du andere Menschen kennen.
Hi.
Die Motivation dafür ist da. Zum Beispiel ein Fußballverein. Aber die Überwindung es wirklich zu tun fehlt mir leider. Und ich weiß nicht wieso. Ich habe Angst davor zu versagen, dass die anderen mich nicht mögen, dass ich die anderen nicht mag, dass ich wieder aufgebe und nicht mehr hingehe. Und dann lasse ich es. Destruktives Denken, ich weiß. Aber ich weiß nicht, wie ich das ändern kann.
Aber ich habe auf deine Nachricht hin mal nach einem Schreibtreff oder so etwas ähnlichem in meiner Stadt gesucht. Und auch etwas gefunden. Und schon beginnt es. Jede kleine Türschwelle, die mir im Weg steht, baue ich zu einer Mauer aus, die für mich unüberwindlich wirkt. Aber es ist vermutlich die beste Möglichkeit, die ich habe. Und zudem würde es mich vermutlich auch in meinem Ziel meine Bücher zu veröffentlichen weiterbringen - also doppelt gut, wenn ich es denn schaffe.
 

kasiopaja

Sehr aktives Mitglied
Hi.
Die Motivation dafür ist da. Zum Beispiel ein Fußballverein. Aber die Überwindung es wirklich zu tun fehlt mir leider. Und ich weiß nicht wieso. Ich habe Angst davor zu versagen, dass die anderen mich nicht mögen, dass ich die anderen nicht mag, dass ich wieder aufgebe und nicht mehr hingehe. Und dann lasse ich es. Destruktives Denken, ich weiß. Aber ich weiß nicht, wie ich das ändern kann.
Aber ich habe auf deine Nachricht hin mal nach einem Schreibtreff oder so etwas ähnlichem in meiner Stadt gesucht. Und auch etwas gefunden. Und schon beginnt es. Jede kleine Türschwelle, die mir im Weg steht, baue ich zu einer Mauer aus, die für mich unüberwindlich wirkt. Aber es ist vermutlich die beste Möglichkeit, die ich habe. Und zudem würde es mich vermutlich auch in meinem Ziel meine Bücher zu veröffentlichen weiterbringen - also doppelt gut, wenn ich es denn schaffe.
Probieren geht über studieren. Einfach machen.
 

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