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Wunden auf Narben (Vorsicht, Trigger)

Morphine

Mitglied
Diesen Beitrag habe ich schon in einem anderen Forum verfasst, aber irgendwie konnte mir keiner antworten... wahrscheinlich sind die meisten mit meinem Problem überfordert :( Ich hoffe hier kann jemand mir einen Rat oder was auch immer geben *ganz feste hoff*

vorsicht, trigger!


Ich habe schon seit meinem 9. Lebensjahr mit SVV probleme, aber langsam verzweifle ich. Bin zwar seit jahren wegen Posttraumatischer Belastungsstörung in Thera, aber im Moment nimmt mein SVV überhand. Mein ganzes Bein ist voll, ich will nicht auf das andere Bein überspringen, aber ich kann es nicht lassen... mir fällt es NOCH zu schwer, aufzuhören...

und das problem ist, dass ich dann immer wieder auf den Narben drübercutten muss... Ich würde das gerne vermeiden, aber in meiner momentanen Verfassung schaff ich das nicht. Unterdrück ich das zulange, dann sind die Schnitte umso tiefer. Ich weiss auch garnicht mehr wie ich mein bein verbinden/mit Leukoplast zukleben soll, weill ich dann immer auf 1-2 tage alte wunden drüber"kleben" muss o.ä,.... es ist einfach nix mehr frei! ich bin verzweifelt... und ich weiss auch nicht, was für Konsequenzen das hat, wenn man auf narben wieder wunden und wieder narben und wieder wunden hat. Kann da hautkrebs o.ä. entstehen? Irgendwie habe ich da auch angst. Ich ekle mich vor mir selbst, und ich weiss nicht wieviel und was die Haut ertragen kann.... weiss jemand medizinisch da was?

Oder hat jemand tipps zur wundversorgung (ausser das herkömmliche... mach grad ne ausbildung zur MFA und mit meinen 12 Jahren SVV erfahrung kenne ich schon viele methoden, ebenso mit Steri-Strips und nähen und so....) Es geht mir u.a. darum, auch alles so sinnvoll zui versorgen, ohne nebenflächen weiter aufzureissen/ zu beschädigen...)

Ich habe keine idee... was ich tun soll... andereseits denke ich mir "dein bein ist eh schon so versaut, geh einfach auf das andere rüber, das spielt keine rolle mehr."

*seufz*

hilfe?
 

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Morphine

Mitglied
Hallo Morphine!
Das heißt doch, du hattest bis dahin damit keine Probleme - was hast du damals noch anders gemacht als danach? Vielleicht steckt in dieser Zeit etwas, das dir heute wieder helfen könnte ...
Gruß, Werner
Naja, da war ich noch ein kind. ok, da habe ich vllt. nicht konkret geschnitten, aber zumindest schon auf die beine geboxt oder mich auf Reißzwecke "fallen" lassen.
Ansonsten habe ich keine erinnerung... mir half weinen gut, aber meine Mutter verbat mir immer das weinen, ich wurde zusammengeschlagen oder beschimpft.
Ich könnte wieder anfangen weinen zu lernen... aber ich denke das würde nur einen Teil des Suchtdrucks auffangen können...

Was ist mit Ersatzreizen?
Gummibänder um das Handgelenk? Heiß duschen?

Schau mal in den Thread "Verzweifelt". da werden ganz viele Vorschläge gemacht. Vielleicht hilft dir das ja.

http://www.hilferuf.de/forum/ich/752...weifelt-2.html


Alles Gute!
Ersatzreize kenne ich zur genüge, auch sonstige "skills"... aber wenn ich wegdrifte bzw. dissoziere, hilft nichts mehr. Meist ist es auch so dass ich "erwache", und manchmal garnicht weiss was davor passiert ist... Aber wenns weniger akut ist, dann nutz ich auch schon mal solche ersatzreize, die weitere rückfälle vermeiden... z.b. dass ich statt 4x hintereinander nur 3x schneide. Mir hilft es besonders wenns nicht so akut ist, wenn ich einfach meine arme und beine vollkrikel... mit kuli, filzstift o.ä.

Hatte vor dezember und ausbildungsbeginn überlegt in die rheinischen kliniken zu gehen, weil die dort angeblich auch gut sein sollten für trauma-patienten. Aber jetzt mit der Ausbildung kann ich mir das nicht leisten... naja, solange ich meine suizidgedanken einigermassen im Griff hab geht das ja.... dafür ist u.a. auch das SVV unterstützend.

Klingt paradox, aber wenn es mir schlecht geht oder ich flashbacks habe oder anfange zu zittern etc. und z.t. suizidale gedanken habe, dann hilft es mir, das alles für ne kurze zeit zu stoppen. So bin ich mit meinem körper und der wundversorgung beschäftigt anstatt meinen innenleben, erinnerung usw.

Ich wünschte es wäre viel einfacher, aber ich bin leider so tief in der Sucht drin :(
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Morphine,
was du beschreibst klingt für mich schon so, dass dir eine Trauma-Therapie helfen würde. Die Ausbildung ist da kein Hindernis dafür - du bekommst eine Überweisung vom Arzt und fertig. Dein Leben an sich und deine Gesundheit sind ja die Basis dafür, dass du eine Ausbildung machen kannst. Denke nochmal konkreter darüber nach und informiere dich in der Klinik, ob und wann sie Platz haben.

Trotzdem finde ich es schon erstaunlich und bemerkenswert, wie viel du selbst schon herausgefunden hast. Das könnte in der Therapie dann sehr nützlich sein. Eigentlich warten Therapeuten geradezu auf Patienten wie dich - ich habe den Eindruck, du hast langsam "genug" von der Sucht und bist bereit, das Trauma aufzulösen.

Und das Kind, das du mal warst, lebt ja gewissermaßen immer noch und hat sicher einiges nachzuweinen - da wäre eine passende Umgebung, Raum, Zeit und Menschen, die für dich da sind, schon angemessen.

Ich denke, es ist eine gute Zeit, es JETZT anzupacken und dir selbst den dafür notwendigen Respekt und auch die Liebe zu geben.

Kannst du dir vorstellen, wie gut es dir geht, wenn du über diesen Berg weg bist - wieviel Lebensfreude da wieder da ist?

Trau dich! Alles Gute,
Werner
 

Tuesday

Aktives Mitglied
Klingt paradox, aber wenn es mir schlecht geht oder ich flashbacks habe oder anfange zu zittern etc. und z.t. suizidale gedanken habe, dann hilft es mir, das alles für ne kurze zeit zu stoppen. So bin ich mit meinem körper und der wundversorgung beschäftigt anstatt meinen innenleben, erinnerung usw.
Hallo Morphine,

das klingt nicht paradox, sondern sehr logisch.

Es geht dir schlecht. Du versuchst es zu ändern. Du greifst auf das Einzige zurück, was dir als Kind blieb - die Selbstverletzung.

Wenn du dissoziierst, ist es natürlich zu spät da noch was zu machen. Aber du kannst vorher eingreifen.

Von hier aus kann ich dir leider keine maßgeschneiterten Vorschläge machen, nur allgemein sagen, was helfen könnte. Werde dir darüber klar, dass du in dir die Stärke hast dir selbst zu helfen. Auch ein Therapeut kann nichts anderes tun, als dir Skills an die Hand zu geben. Nutzen musst du sie selbst.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich denke natürlich schon, dass eine Therapie notwendig ist. Du brauchst jemanden, der dich auffangen kann, dir hilfreich zur Seite steht. Allein ist es schwer sich immer wieder selbst zu motivieren.

Es gibt viele Wege dir selbst zu helfen.

Du kannst Bücher lesen. Mir hat ein Buch von Heinz-Peter Röhr sehr geholfen meine eigenen Handlungsmuster anzuschauen und zu ändern.

Ich traue meiner Wahrnehmung: Sexueller und emotionaler Missbrauch von Heinz-Peter Röhr: EUR 8.90; 190 Seiten; Verlag: Dtv (Oktober 2006); ISBN-13: 978-3423343473


Über SVV direkt gibt es eigentlich nur ein Buch, das ich empfehlen würde. Es ist aber durchsetzt von Fachtermini und daher nicht so einfach zu lesen. Es ist auch realtiv teuer. Aber Ulrich Sachsse ist einer der führenden Psychologen auf diesem Gebiet. Vielleicht magst du es trotzdem versuchen.

Selbstverletzendes Verhalten: Psychodynamik - Psychotherapie. Das Trauma, die Dissoziation und ihre Behandlung von Ulrich Sachsse; EUR 21,90; 209 Seiten; Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht; Auflage: 6. A. (1. Februar 2002); ISBN-13: 978-3525457719


Solange du noch auf der Suche nach einem Therapeuten bist, kannst du schon erste Dinge für dich tun.

Versuche rauszufinden, welche Situationen dich "triggern". Also was genau muss passieren, damit es dir schlecht geht. Achte auch darauf, was die ersten Anzeichen sind. Da ist ein Tagebuch hilfreich.

Wenn du diese Auslöser gefunden hast, kannst du in Zukunft früher eingreifen und hoffentlich schlimme Selbstverletzung verhindern.

Die Selbstverletzung ist ein Zeichen für Aggression, die rausmuss. Besser wäre es, du könntest sie nach außen leiten und nicht gegen dich selbst. Was hilft dir Aggressionen abzubauen?

Erwarte keine Wunder. Es werden erst mal nur ganz kleine Schritte sein und es wird viele Rückschritte geben. Aber das ist völlig normal. Entscheidend sind nicht die Erfolge, sondern dass du etwas tust. Wenn du nämlich gar nicht erst losgehst, kannst du auch nicht an irgendeinem Ziel ankommen.

Mach es wie der Straßenkehrer aus der Michael Ende Geschichte "Momo". Ein Schritt, einmal kehren. Ein Schritt, einmal kehren. Und so fegt sich die ganze Straße fast von allein.

Finde also erst einmal heraus, was den Druck übermächtig werden lässt und überlege dir gleichzeitig Strategien, wie du mit der Aggression in deinem Inneren umgehen kannst. Tatsächlich hilft Sport, Schwimmen, Laufen, Boxen...

Du musst dich trauen deine Gefühle zuzulassen, ihnen zu vertrauen, sie zu zeigen. Das hat dir natürlich deine Mutter "ausgetrieben". Das kann ich sehr gut nachvollziehen, das war bei mir ähnlich.

Ich musste richtig lernen Wut zu haben. Wut ist aber wichtig, denn sie ist ein Ventil für die Aggressionen. Die sind da. Sonst würdest du dich ja nicht selbst verletzen.

Bei mir war es am Anfang so, dass ich die Wut nicht dosiert rauslassen konnte. Ich bin dann richtig ausgeflippt. Man muss erst einmal lernen, damit umzugehen.

Bist du bei einer Psychiaterin in Behandlung? Wenn nein, tut es auch ein Hausarzt. Ich würde dir nämlich raten dich mal über Ergotherapie zu erkundigen und da insbesondere nach Körpertherapie. Ergotherpeuten können dabei helfen die Wut zu finden und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Ergotherapie wird von der Krankenkasse gezahlt, man hat in der Regel auch keine große Wartezeiten, bis es mit der Therapie los geht. Am besten rufst du vorher einige Therapeuten an, schilderst ihnen dein Anliegen und wenn du dann genau weißt, zu wem du gehen kannst, kannst du dem Arzt Name und Therapieart vorlegen und um das Rezept bitten. Du wirst ein bisschen telefonieren müssen, da die Spannweite der Therapiemöglichketien bei den Ergotherapeuten sehr hoch ist und so sind die oft spezialisiert.

Was dir auch noch helfen könnte, ist eine Selbsthilfegruppe. Da kommst du mit Leuten zusammen, die ähnliche Probleme haben und sicher schon den ein oder anderen Lösungsweg beschritten haben. So kann man sich über die Wirksamkeit austauschen. Für den Anfang tut es auch ein Internetforum. Aber auf lange Sicht würde ich eine Gruppe vor Ort suchen, damit du einfach einen festen Termin in der Woche hast, wo du mit Menschen zusammen sein kannst, die dir gut tun.

Ich habe gerade noch eine ganz blöde Idee. Weiß nicht, ob dir das hilft. Aber vielleicht magst du es probieren. Könnte es eventuell helfen, wenn du das Bein mit einer Binde umwickelst. Wenn Selbstverletzung für die Aggression steht, die raus muss, geht ein Teil der Aggression schon verloren, während du die Binde aufwickelst.

Bist du ein Mensch, der gut mit Symbolen arbeiten kann? Mir würde es sehr helfen, quer über den Oberschenkel ein Symbol zu malen oder vielelicht eine Kette ums Bein zu tragen. Die sollte dafür stehen, nur noch jedes zweite Mal zu cutten. Das kannst du auch einüben. In den guten Zeiten Hose ausziehen, das Symbol berühren und sagen: "Du stehst dafür, dass ich nicht mehr cutte, sondern eine Zeitung zerreiße." Dann die Zeitung nehmen und zerreißen. So legst du im Kopf Verhaltensmuster fest.

Erkundige dich außerdem mal über EFT. Es gibt im Internet kostenlose Anleitungen. Außerdem gibt es bei youtube Videos. Therapeuten haben wirklich tolle Erfolge mit dieser Methode und man kann sie auch allein anwenden. Das ist eine Akkupunkturmethode, bei der Energieblockaden im Körper gelöst werden. Kommt aus der chinesischen Medizin.


Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Ideen geben. Hab nur Mut, man kommt da raus.


Tuesday
 

Morphine

Mitglied
Hei ihr,

ich melde mich kurz zurück,

bedanke mich ganz herzlichfür werner und tuesday für die hilfreichen Beiträge, die trotzdem nicht viel geholfen haben, da ich einfach zu instabil bin.

@tuesday
das mit der binde ist eine super idee =) nur ist in der zwischenzeit mein svv noch schlimmer geworden,... z.b. hab ch extra strumpfhosen angezogen... und was passiert? in der bfs ne panikattacke bekommen, wegdissoziert, und dann zum chirugen, wunde am arm nähen :( das blöde ist, in letzter zeit habe ich immer öfter erinnerungslücken, wundere mich über neue schnitte, und das problem verbreitet sich, weil iuch jetzt, nach fast 12 jahren öfters auf andere körperteile zurückgreife... womit die binde nicht helfen würde, sondern nur verschieben.
das mit der kette habe ich aber gemacht... hat ne zeitlang echt geholfen... mein freund hat mir ein silberkettchen mit herzchen geschenkt... damit ich falls möglich, beim cutten innehalte und mich dran erinnere, das sein zu lassen...

Ich danke dir für die buchtipps, schmeisse sie in amazon unter wunschwaren ;) habe auch schon das buch: die narben der gewalt, traumatische erfahrung verstehen (oder so ähnlich heißt es... von herman)

was selbsthilfegruppehn angeht und so.... dann hier der grund wieso ich nochmal schreibe:

In letzter Zeit bin ich noch ein stück tiefer abgestürzt, habe z.t. schon suizid geplant, wurde auch chirugisch wg. svv versorgt, bin für die bfs wg. mobbing krankgeschrieben, habe nur noch albträume, svv und suizidgedanken... und deswegen habe ich mich entschieden, in eine Klinik zu gehen. Hatte da schon einen termin, morgen habe ich den termin, wo die wartezeit und der aufnahmetermin mir mitgeteilt wird...
zuerst werde ich in eine stabilisierungsklinik gehen, die vollstationär ist, danach in eine tagesklinik die sich mit traumata, ptbs usw. auskennt...

drückt mir die daumen... ich hoffe so sehr das dies mir hilft, sonst sehe ich in mir auch keinen sinn und zukunft mehr :(:(:(
 

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