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Wo lang und wie rum?

G

Gast

Gast
Hallo,
Das hier ist ein Zufallstreffer. Ich werfe einfach meine Frage raus ins Universum dieses Forums, in der Hoffnung ein paar Denkanstösse zu bekommen. Ich bin seit 2 Jahren mit einem Mann befreundet, der weit weg von mir wohnt. Wir hatten keine Beziehung geplant, ich steckte in einer verkorksten aber emotional geklärten Situation mit dem Vater meiner Tochter und er hatte ursprünglich eine Freundin. Im April wussten wir dann, dass da mehr als Freundschaft ist, jedenfalls dachten wir es. Er machte Schluss mit seiner Freundin und dann gleich wir beide....total intensiv und sehr, sehr nah und verbunden. Und verbrachten einen Sommer miteinander. Er stellte mich sofort all seinen Freunden, seiner Familie vor und wirkte immer sehr stolz auf mich. Allerdings wussten wir beide auch von Anfang an, dass es vieles gibt, was schwierig weredn würde. Die Fernbeziehung und die Tatsache, dass mein Kind eben auch wichtiger ist. Ich hatte von Anfang an gesagt, dass ich in seine Nähe ziehen werde, wenn es mal soweit ist mit uns. Aber irgendwas hat in in die Enge getrieben und er erbat sich eine Auszeit. Ich kann ihn gut verstehen und es sit auch besser so, da auch ich im Moment noch soviel abklären muss, für mich selbst auch. Er fehlt mir sehr und ich hätte ihn gern in dieser Zeit jetzt an meiner Seite gehabt, aber es musste einfach raus. Ich glaube nicht, dass es einer anderen Frau wegen war, da bin ich mir relativ sicher, wenn ich auch nicht blauäugig sein will, aber er hat mir nie das Gefühl gegeben, dass ich ihm nicht genüge. Im Gegenteil. Wir versuchten erst schriftlich in Kontakt zu bleiben, aber ich war sehr emotional und er erbat sich eine totale Schreibpause. Das hielt etwas 6 Wochen und wir hatten dann erst über die Arbeit und dann auch etwas persönlich wieder Kontakt. Ich muss mich immer in acht nehmen, dass ich ihn nicht überlade, mit meinen noch immer sehr intensiven Gefühlen, aber er ist einfach ein wahnsinnig toller Mensch, den ich auch gern "nur" als Freund behalten würde, einfach weil er so wertvoll ist. Wir haben die gleichen verrückten Ideen, aber es ging viel davon im echten leben verloren, obwohl es auch ein paar atemberaubende Momemte gab, als er im Park mit mir lag und mir aus der Zeitung vorlas und ich immer nur seine Stimme hören wollte. Er hätte mir das Telefonbuch vorlesen können....Es ist nicht nur eine körperliche Anziehung, sondern neben auch wirklich sehr im Kopf, was den Abstand jetzt umso unerträglicher macht. Ich habe gute Frende und meine Familie ist immer da, aber er fehlt rechts und links und überall. Er antwortet auf die meisten meiner emails, die ich so locker wie möglich belasse, um ihn nicht schon wieder zu erdrücken. Wobei er meint, ich hab ihn nicht erdrückt. Und er schreibt, daß ich wichtig für ihn bin und bedankt sich, daß ich ihn immer so postiv sehe, ohne zu schleimen. Vielleicht auch bißchen ein Sebstevertrauensproblem auf seiner Seite. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass er etwas in sich sieht, wovon er denkt, es wäre nicht gut genug für mich. Aber ich kenne seine Grenzen und liebe ihn auch dafür, dass er sie mich hat sehen lassen. Naja....also. Ich will natürlcih loslassen, hab ich auch. Ich texte nicht, ruf nie an und versuche die emails in größeren Abständen zu schreiben, so daß er sieht, daß ich noch da bin, aber ihn auch in Ruhe lassen kann. Ich weiß nicht, was ich noch machen kann um ihn rückzuversichern. Er will nicht, daß ich warte, aber natürlich warte ich. Das sag ich ihm natürlich nicht. Ich wünschte mir, er würde mehr Initiative zeigen, aber mehr als er zeigt, kann er wohl grad nicht. Mir ist es einfach wichtig, die verbindung nicht abbrechen zu lassen zwischen uns und weiß nicht genau was zuviel oder zuwenig ist. Weiß einer von euch das? Naja.....dies hier wohl eher ein VonderSeele schreiben und Reflektion von außen....Vielen Dank an jeden, der was schreibt.
 

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Serafina

Aktives Mitglied
Hallo erst Mal und willkommen im Forum!

So wie sich dass für mich anhört will er sich nicht binden. Ein Mann der wirklich verliebt ist kann von einer Frau gar nicht genug bekommen.. Da gibt es kein "zuviel". Man setzt alle Hebel in Bewegung um zusammen zu sein, egal wie schwierig die Umstände sind. Die Realität sieht wohl so aus, dass er dir wichtiger ist als du ihm..

Ich bin sicher du siehst es auch so, dass du einen Mann verdienst der dich genauso liebt...

Frage dich ob du diesen Menschen liebst oder nur die Illusion die du von ihm hast..

Als Beispiel, du liebst ihn weil du das Gefühl hast, dass es ihm genauso geht... Da aber seine Taten eine andere Sprache sprechen ist es wahrscheinlich dass dies eine Illusion ist. Von Illusionen wird man "ent" "täuscht" weil die Täuschung fliegt irgendwann auf. Man hat sich geirrt.

Die einzige Chance die du hättest tatsächlich für ihn interessant zu sein, ist sicher die dich damit abzufinden wie es ist und zu versuchen "aus den Augen aus dem Sinn" zu praktizieren. Versuche dich ganz auf dich selbst und dein Kind zu konzentrieren und selbst glücklich zu werden.

Wenn man jemanden braucht kann man ihn nicht lieben sagte Konfuzius.. So höre also auf ihn zu brauchen und die Chance besteht, dass er sich von dir angezogen fühlt weil du ihn eben nicht brauchst...

Das ist meine Sicht der Dinge... Es gibt aber soviele Sichtweisen wie es Menschen auf der Welt gibt.. So entscheide du was für dich richtig ist.. Aber sei dir selbst treu und stelle die Gefühle nicht vor die Realität..

Ganz liebe Grüsse
 
G

Gast

Gast
Hallo Serafina,

Vielen Dank für deine Sicht und du hast sehr recht. Ich würde das gleiche sagen, jedem. Hier kommt dann eben der Punkt an dem ich feststecke. Natürlich weiß auch ich, daß wenn einen jemand wirklich ALLES ist, man Himmer und Hölle in Bewegung setzt. Ich kann mich auch nicht ewig mit der Tatsache aufhalten und drüber freuen oder als Hoffnungskatalysator benutzen, daß er mich sofort total in sein Leben eingebunden hat. In jeder Beziehung, Pläne machte und der Wunsch zusammenzuleben, der sicherlich aus der Fernbeziehungssituation geboren war, die wir beide irgendwie noch nie erfahren hatten auch sehr von ihm kam. Ich versuche sehr ehrlich mit mir zu sein und bin daher für ehrliche Meinungen dankbar, da sie mir nur helfen können. Ich hab ihn losgelassen. Ich bin sehr selbstständig und mein Kind und ich haben es gut. Aber ich bin auch nicht nur Mutter und habe auch Bedürfnisse als Frau, die ich eben hier grad zu verstehen versuche.
Meine Zwickmühle geht genau da los, daß er immer ehrlich war und ist und wir schon lange vor unsere Beziehung von seiner "Bindungsangst" sprachen und der Tatsache, daß er sich immer irgendwie nicht aus einer beziehung zu befreien wußte, wenn sie nicht gut für ihn war. Das Paradox ist, daß wir beide vielleicht zum ersten mal jemanden gefunden hatten, mit dem man über sowas reden kann und der dann nicht gleich wegrennt. Im Gegenteil. Ich hab ihn immer ermuntert, er selbst zu sein. Er konnte seine Reise mache, die er jahrelang auf Eis gelegt hatte. Fast scheint es mir so, als hätte ihn ihn bestärkt mich zu "verlassen" und sich seinen Raum zu nehmen. Ich hab ihm geholfen, das Schiff zu bauen, mit dem er nun von mir wegsegelt und stehe am Ufer und winke....Dabei sollte ich mich wahrscheinlich für ihn freuen.....
Danke dir nochmal.
 
G

Gast

Gast
Hallo Rainer,

Entschuldigung. Das sieht wirklich schlimm aus. Ich weiß nicht wie ich es nachträglich gliedern kann, da es für mich als Gast keine Option gibt. Hast du einen Tip? Ist ja schon mal ein guter Start. :-(
 

Gelinda

Sehr aktives Mitglied
Hallo - Willkommen lieber Gast von 14.52 Uhr,

dein Beitrag wäre leichter zu lesen, mit Absätzen. Ich weiß allerdings nicht, ob man als Gast auf seinen Text nochmal zum Bearbeiten Zugriff hat.

Es wär auch für dich leichter, wenn du dich mit einem Nick hier anmeldest, sonst dauern deine Antworten zu lange. Da bist du dann schon immer viel weiter in deinen Gedanken, Fragen und Situationen.

Serafina hat ihr Antwort so schön hinterlegt - diese Antwort trifft genau meine Meinung, meine Erfahrung. Selbst in einer Ehe kann das so sein. Man muß da immer die Balance halten zwischen selber brauchen und gebraucht werden, umständlich gesagt, was ich meine ist: dem anderen die Chance geben zu fühlen, daß er braucht, also sozusagen: zulassen, gebraucht zu werden.

Es kann schon eine voreilende Frage, "was der andere haben möchte" zu viel sein, weil zu früh gestellt, weil der andere noch gar nicht gemerkt hat, daß er "das oder eben etwas braucht". (z.B.)

Man kann einen Menschen mit seinem Gerede oder Geschreibe zumüllen.
Es ist wirklich oft von Bedeutung, wann man etwas sagt oder tut. Daß der Zeitpunkt falsch war, weiß man meist erst zu spät - hinterher *seufz*.
. . .türlich, hängts immer vom Charakter des Partners ab, aber wie ich zwischen den Zeilen zu spüren glaube . . .triffts vielleicht zu.

Weil das soooo kompliziert ist, wählte ich oft den direkten Weg, ich wußte von vorn herein um das Risiko und habe mich darauf eingestellt, quasi von vornherein abgefunden. So hatte ich den Lustgewinn, wenn ich angenehm "enttäuscht" wurde.

FG Gelinda
 
Zuletzt bearbeitet:
K

Kriss

Gast
So, jetzt kann ich wenigstens meine Antwort gliedern und unterteilen, auch wenn das Intro so schwer zu lesen ist.
Vielen Dank auch dir Gelinda.
Ja klar hab ich den Armen total zugemüllt. Während unserer Beziehung und danach wahrscheinlich auch.
Es war schon mal ein Wahnsinnskraftakt hierher zu kommen, wo ich jetzt bin. Das Problem war eben, daß er auch mein bester Freund war, mit dem ich vieles besprechen kann und wir dann einfach die Grenzen vermischt haben.

Ich lasse mich nicht schnell auf jemanden ein und bei ihm war es so leicht und so vertraut und ich hab es wohl vermasselt.

Andererseits halte ich nichts von Spielchen. Sich rar zu machen, damit der andere einen vermißt oder sich fragt, was man grad macht und dann aus Neugier oder Eifersucht nach einem sucht. Ich wollte nur einfach, daß er weiß, daß er mir fehlt und das hab ich ihm ja auch gesagt und muß es nun nicht ständig wiederholen.
Das Hautthema ist wahrscheinlich, daß ich kapieren muß, daß viele Männer dann wirklich einfach anders ticken als viele Frauen und ein geringeres Kommunikationsbedürfnis haben als wir.

Serafina..nochmals zu deinem sehr relevanten Punkt der Illusion. Du hast recht. Illusion und Hoffnung oder Zuversicht sind manchmal schwer auseinanderzuhalten. Das kann dann echt nach hinten losgehen, wenn man an etwas glaubt, was nur ein Luftschloss ist. Mir geht es aber um die ganze Person. Nicht nur ihn als Partner, das wäre zwar dann doch mein geheimer Wunsch, aber er ist mir auch als Mensch so sehr wichtig. So doof es klingt, es wäre noch nicht mal ein Kompromiß, wenn wir "nur" Freunde blieben, aber im Moment hab ich ihn wohl erstmal richtig verschreckt.
 

Serafina

Aktives Mitglied
Ich verstehe was du meinst, wenn du sagst du willst keine Spielchen spielen.

Es ist doch so, dass man einen Partner möchte der einem so akzeptiert wie man ist. Das Problem ist das Männer zumeist aus lauter Panik davon laufen, wenn man ihnen zu schnell das ganzes Wesen offenbart. Eine Frau hat das Interesse Informationen zu sammeln (Instinkt Frauen waren Sammlerinnen und mussten die Augen immer in alle Richtungen offen halten), Männer hingegen focusieren etwas (Instinkt Männer waren Jäger und mussten ein Ziel erfassen und dann jagen).

Wenn eine Frau von ihren Problemen spricht möchte sie einfach drüber reden. Ein Mann ist im Normalfall ein Macher und hat das Gefühl er müsse nun alle ihre Probleme lösen.. Typischer Fall von Missverständnis. Das gilt leider auch für das "Ich vermisse dich". Klingt für Frauenohren wie ein Traum, für Männer eher wie ein zu lösendes Problem...

Ich habe irgendwann verstanden, dass ich diejenige bin die komplizierter denkt, also ist es an mir mich auf die einfache logische Ebene zu begeben und einem Mann gegenüber auch so zu argumentieren wie ein Mann damit klarkommt. Man kann mit Männern und Frauen eben nicht gleich kommunizieren.

Mit Gefühlsmanagement, was unser Frauen Hauptarbeit zu sein scheint, haben Männer nichts am Hut. Für eine Frau ist ein gelungener Tag ein Tag, an dem sie mit einer Freundin shoppen gehen kann und den halben Tag tratschen. Für einen Mann z.B. mit einem anderen Mann beim Angeln zusammen abzuhängen und nicht reden zu müssen. Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel..

Nun erscheint das sog. Spielchen in einem neuen Licht. Es geht gar nicht ohne eine gewisse Umstellung der Kommunikation zwischen Mann und Frau am Beginn einer Beziehung. Das erste 3/4 Jahr hatte ich auch einen beziehungsscheuen Mann. Also hab ich ihn kommen lassen. Ich habe versucht ihm jedes Mal wenn wir auseinandergingen ein gutes Gefühl mitzugeben. Habe mich für den jeweiligen Tag bedankt und ihn wieder in Frieden gelassen. Das gute Gefühl hat ihn wieder zu mir zurückkommen lassen. Er sagte mir, er wollte keine Beziehung. Da hab ich ihm gesagt, er solle es einfach nicht so nennen. Nach zwei Wochen war ich auf einmal "seine Freundin".

Er meinte, was wäre wenn er sich nach drei Monaten wieder trennen würde und ich sagte, dann ist das so und ich habe die Zeit genossen. Ich klammere mich nicht an Dinge die ich nicht ändern kann. Der war platt von meiner Argumentationsweise das kann ich dir sagen.

Heute sind wir seit fast 5 Jahren glücklich liiert und sind auch nach einem 3/4 Jahr zusammengezogen. Nachdem er mich schätzen gelernt hatte konnte ich auch mal Schwächen zeigen und das waren dann in meiner schlechten Zeit ziemlich viele und er hat mich immer so genommen wie ich war. Keine Spur mehr von Panik.

Hätte ich ihm aber am Anfang zugemutet alle Wesenszüge von mir verarbeiten zu müssen wäre er wohl überfordert geflüchtet...
 

Gelinda

Sehr aktives Mitglied
Danke Serafina für den tollen Beitrag!!:daumen:
Den müßte man grundsätzlich an das schwarze Brett hängen! (Falsch ausgedrückt, aber ihr wißt schon was ich meine.)

Den Wunsch hatte ich schon für einige Beiträge, schade, daß es sowas nicht im HR gibt.

Gelinda
 
K

Kriss

Gast
Ja, Serafina. Auch ich danke dir für deinen Beitrag. Du schreibst das was ich weiß, aber eben so klar und logisch.
Ich bin mir nicht sicher, das ist im Nachhinein ja auch immer schwer zu sagen, ob ich wirklich zu intensiv war, da wir wie gesagt sehr gute Freunde waren und gar keinen Beziehungsdruck hatten und eben ellenlange über alles mögliche philisophiert haben, Liebe, das Leben und es nie zuviel wurde weil wir uns nichts "schuldig" waren. Da hat man in einer echten Beziehung, auch wenn man sie nicht so nennt, ja eine ganz andere Sichtweise.
Aber ich weiß genau, daß es ihm am Schluß alles zu schnell ging, so als hätten wir uns gegenseitig verheizt.
Die räumliche Entfernung ist natürlich auch ein Aspekt. Wenn ich bei ihm war, hab ich ihm Freiraum gegeben. Bin mal alleine losgezogen, damit er ein paar Stunden für sich hat oder hab mir einfach ein Buch geschnappt und mich in eine Ecke verdrückt, aber er war es nicht gewohnt, 24 Stunden pro Tag mit jemandem zusammen zu sein, denn er hat eigenlich seit Jahren allein gewohnt. Je mehr ich es schreibe, desto klarer wird es auch mir. Das ist vielleicht der postive Nebeneffekt eines Forums, nicht nur Hilfe zu bekommen, sondern sich auch selbst etwas zu ordnen.
Und hier kommt dann dein Illusionsbeispiel wieder rein, Serafina. Hab ich mich an dem Traum festgehalten? Diese Frage zu bejahen wird immer wahrscheinlicher, leider.
Danke auch für den Jäger und Sammler Vergleich. Ich will es ja immer nicht wahrhaben, daß wir Menschen sehr oft, wenn nicht fast immer, nach einem sehr einfachen Grundprinzip funktionieren und versuche es dann zu widerlegen, da es natürlich auch Ausnahmen gibt. Frauen, die jagen und Männer die sammeln...und wähle dabei wohl oft die unpassenden Untersuchungsobjekte aus. :rolleyes:
 

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