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Wirkung von kognitiver Verhaltenstherapie

Ich bin jetzt seit mehreren Monaten (ca. 9 Monate) wegen einer mittelschweren Depression in kog. Verhaltenstherapie und habe das Gefühl, dass sich bisher noch nichts getan hat. Ich frage mich auch, ob eine Therapie in meinem Fall generell sinnvoll ist. Um ehrlich zu sein, bin ich es so leid ständig über mich und meine Sorgen sprechen zu müssen. Selbstverständlich machen die Inhalte der Sitzungen Sinn, aber irgendwie ergibt sich für mich da nichts neues. Ich weiß, dass meine negativen Gedanken verzerrt sind und ich weiß auch, dass positive Aktivitäten die Stimmung bessern können. Auch wenn ich alles umsetze, was in den Sitzungen besprochen wurde, fühle ich mich dennoch mies. Es bringt mir alles nichts, wenn ich gar nicht erst aus dem Bett raus komme und sowieso keinen Sinn im Leben sehe.
Mich nervt schon alleine die Frage der Therapeutin danach, wie es mir geht. Ja, ich weiß, dass sie das fragen muss und ich darauf ehrlich antworten sollte. Meistens kann ich die Frage aber gar nicht mal beantworten, weil ich einfach nicht weiß wie es mir geht. Ich vegetiere seit Jahren so vor mich hin, ich weiß gar nicht mehr, wann man sich gut fühlt oder wie es überhaupt ist.

Mich würde mal interessieren, ob hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder ob jemand so ungefähr weiß, wie viel Zeit bis zum Erfolg einer Therapie vergehen kann. Was sind eure Erfahrungen mit der kog. Verhaltenstherapie? Ihr könnt mir gerne sowohl positive als auch negative Erfahrungen berichten.

Ich bedanke mich schon mal im Voraus.
 

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Gelöscht 98679

Gast
Nun, es kann einerseits sein, dass Du mit der Therapeutin nicht gut klar kommst und ihr einfach nicht zueinander passt, andererseits ist vielleicht auch eine andere Therapieform für Dich geeigneter.

Nach 9 Monaten sollte es aber eine ganze Reihe neuer (Selbst)Erkenntnisse geben. Das würde ich zumindest erwarten. Hast Du schon das offene Gespräch mit der Therapeutin gesucht?
 
G

Gelöscht 86383

Gast
Nach dieser Zeit sollte sich bei dieser Therapieform etwas getan haben. Weil die davon lebt, einem schnell Werkzeuge an die Hand zu geben.
Man trainiert ja regelrecht auf etwas hin.

Sie wirkt natürlich nicht so ganzheitlich wie bspw. Tiefenpsychologie, dafür aber eher etwas schneller.
Ja, macht die Therapieform in Deinem Fall Sinn? (Möglicherweise, aber warum schlägt sie nicht an?)
Wurde schon eruiert, welche Ursachen die Depressionen haben könnte?
 
N

NochsoeinGast

Gast
Hallo Gast
Ich war auch jahrelang in sinnfreier Therapie, mit genau dem Problem wie du es schilderst; letztlich half mir nur eine neue Therapeutin und medizinische Unterstützung (ADHS-Medikament). Nach einer Kur damit war es mir endlich wieder möglich, Emotionen wahrzunehmen. Seither geht es auch mit der Therapie vorwärts. Alles Gute
 
A

Alböguhl

Gast
Wer hat deine Depression diagnostiziert und diese Therapieform empfohlen?
Bei Ängsten wirken diese Kognitiven-Therapien oft, selten bei Depressionen.
Da wirken oft selbst Medikamente bei mittleren oder schweren Depressionen nicht mal.
Bei einer chronischen Depression halten die Beschwerden über Jahre an.
Eine Behandlung kann depressive Episoden verkürzen und die Beschwerden lindern.
Bei den Behandlungsmethoden unterscheidet man die „Akuttherapie“, die „Erhaltungstherapie“ und die „Langzeitvorbeugung“ (Rezidivprophylaxe).
Die analytische Psychotherapie:
Eine wichtige Voraussetzung für eine psychoanalytisch begründete Therapie ist die Bereitschaft, sich intensiv mit vergangenen, möglicherweise schmerzlichen Erfahrungen auseinanderzusetzen.
Eine Psychoanalyse erstreckt sich meist über einen längeren Zeitraum als eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.
 
Hallo, hier ist noch mal die TE,
wow, vielen Dank für eure Antworten. Das hilft mir auf jeden Fall weiter. Ich versuche jetzt mal auf eure Fragen einzugehen.

Nun, es kann einerseits sein, dass Du mit der Therapeutin nicht gut klar kommst und ihr einfach nicht zueinander passt, andererseits ist vielleicht auch eine andere Therapieform für Dich geeigneter.

Nach 9 Monaten sollte es aber eine ganze Reihe neuer (Selbst)Erkenntnisse geben. Das würde ich zumindest erwarten. Hast Du schon das offene Gespräch mit der Therapeutin gesucht?
Mit der Therapeutin komme ich eigentlich gut zurecht. Daran liegt es m.E. nach nicht. Anfangs habe ich ihr meine Zweifel der Therapieform gegenüber mitgeteilt, aber mittlerweile habe ich auch das bleiben lassen. Mich nervt es ja auch ungemein, ständig über sowas reden zu müssen. Ich weiß, dass das total kontraproduktiv klingt, aber es kommt mir so vor, als hätte ich schon tausend Leuten (Beratungsstelle, Psychiater, Psychologen, anderen Therapeutinnen) von mir erzählt und doch kommt nichts bei rum.

Nach dieser Zeit sollte sich bei dieser Therapieform etwas getan haben. Weil die davon lebt, einem schnell Werkzeuge an die Hand zu geben.
Man trainiert ja regelrecht auf etwas hin.

Sie wirkt natürlich nicht so ganzheitlich wie bspw. Tiefenpsychologie, dafür aber eher etwas schneller.
Ja, macht die Therapieform in Deinem Fall Sinn? (Möglicherweise, aber warum schlägt sie nicht an?)
Wurde schon eruiert, welche Ursachen die Depressionen haben könnte?
Die Werkzeuge sind für mich ja auch nichts neues. Ich leide ja seit Jahren unter der Depression und habe mich daher auch auf eigene Initiative hin mit solchen Werkzeugen befasst und versucht sie anzuwenden.
Die Ursachen der Depression haben wir zu Beginn der Therapie besprochen. Wir sind auf mehrere Faktoren eingegangen wie biologische, psychosoziale usw. Sehr wahrscheinlich hatte ich im Jugendalter eine depressive Episode und wahrscheinlich ist auch, dass ich erblich belastet bin.

Hallo Gast
Ich war auch jahrelang in sinnfreier Therapie, mit genau dem Problem wie du es schilderst; letztlich half mir nur eine neue Therapeutin und medizinische Unterstützung (ADHS-Medikament). Nach einer Kur damit war es mir endlich wieder möglich, Emotionen wahrzunehmen. Seither geht es auch mit der Therapie vorwärts. Alles Gute
Danke für deinen Erfahrungsbericht. Medikamente (Antidepressiva) nehme ich auch schon seit ca. 3 Jahren, die aber auch nur bedingt wirken. Hast du auch die Therapieform gewechselt?

Wer hat deine Depression diagnostiziert und diese Therapieform empfohlen?
Bei Ängsten wirken diese Kognitiven-Therapien oft, selten bei Depressionen.
Da wirken oft selbst Medikamente bei mittleren oder schweren Depressionen nicht mal.
Bei einer chronischen Depression halten die Beschwerden über Jahre an.
Eine Behandlung kann depressive Episoden verkürzen und die Beschwerden lindern.
Bei den Behandlungsmethoden unterscheidet man die „Akuttherapie“, die „Erhaltungstherapie“ und die „Langzeitvorbeugung“ (Rezidivprophylaxe).
Die analytische Psychotherapie:
Eine wichtige Voraussetzung für eine psychoanalytisch begründete Therapie ist die Bereitschaft, sich intensiv mit vergangenen, möglicherweise schmerzlichen Erfahrungen auseinanderzusetzen.
Eine Psychoanalyse erstreckt sich meist über einen längeren Zeitraum als eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.
Die Depression wurde von meinem Psychiater und der Therapeutin unabhängig voneinander diagnostiziert. Beide sagten mir, dass in meinem Fall eine kog. Verhaltenstherapie gute Erfolge erzielen kann.
Medikamente wirken bei mir tatsächlich auch nur bedingt. Ich weiß aber auch nicht, ob eine andere Therapieform mehr bringen könnte.
 
ich bin damals nur zur therapeutin hin... hast du da zwei anlaufstellen?
Was meinst du mit zwei Anlaufstellen?
Ich bin zunächst vor einigen Jahren zur psychosozialen Beratungsstelle der Uni (mit einem anderen Anliegen), die Beraterin dort empfahl mir nach einiger Zeit zur Hausärztin zu gehen, was ich dann auch tat. Diese verschrieb mir zum ersten mal Antidepressiva, ohne großartig auf mich einzugehen. Da diese nicht wirkten, ging ich zum Psychiater und stellte mich parallel dazu einer Verhaltenstherapeutin vor (nicht die aktuelle). Der Psychiater stellte erstmals die Diagnose und verschrieb mir andere Medikamente (bin mittlerweile beim dritten Medikament, das nur bedingt wirkt). Mit der ersten Verhaltenstherapeutin kam ich überhaupt nicht gut zurecht und so ließ ich es erst mal sein.
Dann gingen ein paar Monate ins Land und nachdem ich fast gar nicht mehr machen konnte, stellte ich mich meiner jetzigen Therapeutin vor. Sie stellte die gleiche Diagnose wie mein Psychiater.
 
A

Alböguhl

Gast
Die Depression wurde von meinem Psychiater und der Therapeutin unabhängig voneinander diagnostiziert. Beide sagten mir, dass in meinem Fall eine kog. Verhaltenstherapie gute Erfolge erzielen kann.
Medikamente wirken bei mir tatsächlich auch nur bedingt. Ich weiß aber auch nicht, ob eine andere Therapieform mehr bringen könnte.
Bei dieser Therapieform ist deine >aktive< Mitarbeit Grundvoraussetzung, was ja bei Depressionen oft nicht mal möglich ist!
Mitarbeit dieser Art sind vor allem in einer Verhaltenstherapie Standard, weil hier häufig mit Vereinbarungen oder sogenannten Hausaufgaben gearbeitet wird.
Wenn du depressiv bist und morgens nicht aus dem Bett kommst, dann kannst du zum Beispiel absprechen, daß du an wenigstens drei Tagen in der Woche vor neun Uhr aufstehst.
Vereinbarungen dieser Art sind vor allem dann sinnvoll, wenn du tatsächlich einen Bezug zum Problem hast, wenn du als Patient oder Patientin diesen Bezug auch sehen kannst und wenn du entschlossen bist, diese einzuhalten.
Wenn du dich nicht danach richtest, nimmst du einem Verhaltenstherapeuten quasi das Handwerkszeug weg.
Insofern ist es wohl berechtigt, wenn er es mit der Befolgung von Vereinbarungen sehr genau nimmt.
Meist wird das bisherige Vorgehen noch einmal sorgfältig überprüft, wenn du dich nicht an Vereinbarungen gehalten hast.
Dein Therapeut wird nach den Gründen und Motiven dafür fragen.
Es kann dann sinnvoll sein, weniger schwierige Verhaltensweisen abzusprechen oder in kleineren Schritten vorzugehen.
Überlege daher frühzeitig, ob du in der Therapie eher konkrete Anleitungen wünscht oder eher eine Person, die gemeinsam mit dir ein anderes Verständnis für deine Probleme entwickelt.
 
Bei dieser Therapieform ist deine >aktive< Mitarbeit Grundvoraussetzung, was ja bei Depressionen oft nicht mal möglich ist!
Mitarbeit dieser Art sind vor allem in einer Verhaltenstherapie Standard, weil hier häufig mit Vereinbarungen oder sogenannten Hausaufgaben gearbeitet wird.
Wenn du depressiv bist und morgens nicht aus dem Bett kommst, dann kannst du zum Beispiel absprechen, daß du an wenigstens drei Tagen in der Woche vor neun Uhr aufstehst.
Vereinbarungen dieser Art sind vor allem dann sinnvoll, wenn du tatsächlich einen Bezug zum Problem hast, wenn du als Patient oder Patientin diesen Bezug auch sehen kannst und wenn du entschlossen bist, diese einzuhalten.
Wenn du dich nicht danach richtest, nimmst du einem Verhaltenstherapeuten quasi das Handwerkszeug weg.
Insofern ist es wohl berechtigt, wenn er es mit der Befolgung von Vereinbarungen sehr genau nimmt.
Meist wird das bisherige Vorgehen noch einmal sorgfältig überprüft, wenn du dich nicht an Vereinbarungen gehalten hast.
Dein Therapeut wird nach den Gründen und Motiven dafür fragen.
Es kann dann sinnvoll sein, weniger schwierige Verhaltensweisen abzusprechen oder in kleineren Schritten vorzugehen.
Überlege daher frühzeitig, ob du in der Therapie eher konkrete Anleitungen wünscht oder eher eine Person, die gemeinsam mit dir ein anderes Verständnis für deine Probleme entwickelt.
Danke für deine Antwort. Ich versuche natürlich so gut es geht mitzuarbeiten und alle Übungen und Hausaufgaben umzusetzen und habe bisher auch so gut wie immer alles gemacht. Ich kann auch den Sinn dahinter erkennen, nur besser geht es mir dadurch nicht. Das sind für mich alles Dinge, die man sich selbst erschließen kann und für die ich (bisher zumindest) nicht hätte mit der Therapie beginnen müssen. Wie ich schon mal schrieb, setze ich mich seit Jahren mit solchen Werkzeugen auseinander und habe sehr vieles, das in der Therapie behandelt wurde, schon vorher versucht. Eine Therapie ist natürlich noch mal was ganz anderes als es auf eigene Faust zu versuchen, das ist mir schon klar.
Vielleicht lässt meine empfundene Sinnlosigkeit des Lebens im Allg. auch keine Besserung zu.
 

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