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Wieso Ich so bin - Ja wieso?

Enjoy97

Mitglied
Guten Abend liebe Community. Erneut möchte ich hier etwas niederschreiben. Da ich aber nicht wieder eine Textwand hierhin setzen will, in der Ich mich fast nur wiederhole und völlig ohne System schreibe (meine letzten Threads waren so), versuche Ich diesmal, das ganze etwas geordneter anzugehen. Dafür werde Ich überschriften verfassen und darunter nur etwas über ebendiese schreiben. Das erleichtert es mir meine Gedanken zu ordnen und möglicherweise selber etwas klarheit schaffen, und euch mein Problem besser herauslesen zu können und ich erhoffe daraus resultierend präzise antworten :)

Also damit ihr erstmal wisst worum es grob geht: Mir geht es emotional sehr schlecht.

Seit wann geht es mir so?
Seit ca. 5 Monaten. Dabei aber nicht durchgängig, sondern immer mal wieder für maximal eine Woche. Es fing mit dem Ende der Schule an; Alles war vorbei, ich musste das verarbeiten. Mir wurde klar dass es nun vorbei ist. Endgültig. Ich konnte nicht mehr schlafen, hatte kaum Hunger und konnte nicht mehr lachen. Selbst gezwungene lächler fielen mir schwer. Als hätte sich ein graues Tuch über die Welt gelegt. Alkohol (weil party wegen abschluss und so) linderte den Schmerz temporär. Natürliche bereute Ich dies am nächsten morgen wenn ich stockblau um 7 uhr wieder aufwachte nur um wieder meinen Gedanken zu verfallen. Nachdem Ich es dann nicht mehr für mich behalten konnte, und mit freunden und eltern darüber gesprochen habe, ging es bergauf. Ab dann ging es mir nicht nochmal so. Es kamen nur in den 4 Monaten Freizeit immer mal wieder so tage, an denen ich schlecht drauf war und ein sehr bedrückendes gefühl der hoffnungslosigkeit mich heimsuchte, so konnte Ich mich dennoch ablenken und so verflog es meist nach ein paar Tagen wieder. Nun habe Ich eine Ausbildung begonnen, ich habe gedacht wenn endlich wieder Routine in mein Leben kommt wird es besser, aber ich habe mich getäuscht.


Zum Thema: Wie geht es mir überhaupt?
Wenn es wieder einer dieser Tage ist, dann meist völlig unvorhersehbar. Plötzlich ist alles scheiße. Schlafprobleme oder appetitlosigkeit sind zwar nicht mehr vorhanden, aber es fühlt sich einfach so komisch an. Ich liste nun folgende Gedankenzüge und Symptome auf.
-Rastlosigkeit (renne im Zimmer rum anstatt mich mal hinzusetzen oder so)
-Heißhunger (zähle ich nur so auf, den hatte ich nämlich schon immer. Seit ich denken kann esse Ich für 4 ;D)
-Emotionslosigkeit (Ich würde ab und an gerne mal weinen. Geht aber nicht)
Meine Gedankenzüge und Ängste welche mich plagen:
-Der Grund warum es mir schlecht geht ist zunächst unklar. Dadurch, dass es mir aber schlecht geht fange ich an über alles nachzudenken, wobei ich immer zu einem negativen Schluss komme. Dadurch wird es schlimmer, wie ein Teufelskreis
-Angst vor der Zukunft
-Trauer über die Vergangenheit, das Zurückwünschen in die Vergangenheit, Nostalgie
-Angst vor Verlusten (Nicht materiell)
-Angst nicht gemocht zu werden, Angst nicht akzeptiert zu werden
-Angst alleine zu enden, Angst Freunde zu verlieren
-Angst vor der Zukunft (Was erwartet mich??)
-Keine Zukunft (Ich kann nicht an die Zukunft denken. Ich sehe nichts.)
-Angst davor nie wieder glücklich zu sein
-Angst vor einer unheilbaren psychischen Krankheit die das mit mir anstellt
-Und ja, Angst vor dem Aufgeben, Angst davor Suizid zu begehen (Ich habe keine Gedanken daran Suizid zu begehen, Ich fürchte mich davor es vielleicht eines Tages zu wollen)
Soweit dazu.

Was denke Ich verursacht diese Gedanken und meine Stimmung?
Als groben Grund sehe ich die Veränderungen in meinem Leben. Erwachsen werden, Schule aus, nun Berufswelt. Warum genau es mir schlecht geht kann ich aber immer noch nicht sagen. Mir fehlt es an nichts. Weder materiell noch psychisch. Familie, Freunde. Und genau da setzen die genannten Ängste ein. Ich will in die Vergangenheit zurück, aber das geht nicht. In der Zukunft sehe ich nichts. Ich kann nicht loslassen. Es fühlt sich an als würde mein altes Leben immer mehr über mir zusammenbrechen, mich erdrücken und mir den Blick auf die Zukunft zu versperren. Eine Hoffnungslosigkeit die mich verfolgt. Als hörte ich mit der Schule auf zu existieren. Als hätte ich jetzt keine Bestimmung mehr. Ich habe aus den AUgen verloren wer ich bin und was Ich will. Als wäre mein Ich, welches in der Schule noch existierte weg.

Wie ich mich verändert habe
Schon immer war ich ein Mensch den es wenig Interessiert was man über ihn denkt. Ich habe mich verhalten wie Ich es gerade sein wollte, habe mich fast nie verstellt. Man könnte sagen ich bin authentisch, was mir auch öfters bestätigt wurde. Ich bin (also gerade ja nicht) immer gut drauf (gewesen) egal was war, konnte mich immer selbst aufheitern und habe in allem was witziges gesehen. Habe mich eine Zeit lang nicht für sozialen Kontakt interessiert, bis das Schulende kam. Da wurde mir bewusst dass man sowas braucht und schlagartig war ich fast jeden Abend mit Leuten unterwegs. Nun noch ein paar Dinge über mich, positiv wie negativ.
Positiv:
-Intelligent
-Witzig
-Gebildet
-verantwortungsbewusst
-Vertraut (also mir kann man trauen)
Negativ:
-Faul
-Teils emotionskalt (sympathie und empathiemangel in gewissen Situationen)
-Schweige gerne anstatt einfach was zu sagen, nehme manchmal Dinge einfach hin.

Gibt es rationale Gründe für meine Ängste?
Nein. Mir fehlte es noch nie an etwas. Ich hatte noch nie nicht Freunde, wurde nie gemobbt, keine Probleme in der Familie. Nichts. Woher dann diese Ängste?

Was ich mir Wünsche
Meine Gedanken loszuwerden. Endlich wieder glücklich sein und das Leben in vollen Zügen genießen, ohne mich von meinen Gedanken einengen zu lassen. Gewissermaßen frei sein.

Wie will ich die Wünsche erfüllen? Was brauche Ich?
-Zeit
-Geduld
-Menschen mit denen ich reden kann
-Therapie

Was mich zu meiner letzten Frage bringt. Ich möchte mich in Therapie begeben. Ich fürchte alleine komme ich da nicht mehr heil raus. Da es mir aber ja nicht abgrundtief schlecht geht und Ich meine Ausbildung (vorerst) nicht abbrechen möchte, würde ich eine Therapie neben der Arbeit machen. So 1-2 die Woche. Leider sind Termine ja schwer zu bekommen, geschweige denn Therapieplätze. Hausarzt und Psychologen habe ich bereits aufgesucht. Psychologe hat kein Platz mehr. Hat mir die Nummer einer Zentralen Organisation die Plätze im Umfeld zusammenzählt und nennen kann. Habe ich noch nicht angerufen. Unter meiner Hautärztin ist ein Psychotherapeut. Will nächste Woche anrufen. Welche Möglichkeiten bleiben mir noch?

Noch ein paar Sachen über mich:
-18
-Hat Abi
-Einzelkind
-Führerschein vorhanden


Vielen dank ich freue mich auf antworten
 

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Biddi

Sehr aktives Mitglied
Moin,

Du bist in einer Phase des Umbruchs. Schule beendet, die alten Freunde gehen ihre neuen Wege, das soziale Umfeld ändert sich erheblich. Das macht Dich traurig.

Andererseits beginnt eine neue, unbekannte Phase mit Ausbildung, unbekannten Problemen und neuen Aufgaben. Das ist doch spannend und aufregend.

Das kennt wohl jeder hier. Mein Rat: Konzentrier Dich erstmal auf Deine Ausbildung damit Du dort zufrieden bist. Dann kommt der Rest ganz von allein.

Viel Erfolg
 

Enjoy97

Mitglied
Danke für die schnelle antwort. Das habe ich leider nur schon so oft gehört...ich habe nur diese rasende angst dass wenn ich meine jetzigen freunde aus schulzeiten verliere o.ä finde ich keinen Anschluss mehr und werde niemals wieder so geile Menschen kennenlernen und allein bleiben. Das ist so der Gedanke der mich am meisten fertig macht. Und das obwohl ich nichtmal vor einem halben jahr noch gerne allein war und es mich nicht interessiert hat. Ein wenig würde ich gerne dahin zurück. Es wird wohl immer mal Phasen geben wo man gerade keine Freunde/Bekannte hat oder sie lange nicht sehen kann, dann muss ich ja mit mir selber zurchtkommen und es schaffen alleine glücklich zu sein. Wie damals. Wie kann ich lernen endlich wieder mit mir selbst zufrieden zu sein wenn ich allein bin? Ich möchte meine Zufriedenheit nicht davon abhängig machen wenn andere Menschen nicht da sind und ich auf mich gestellt bin.

Das was mich daran am meisten aufregt ist, wie meine Laune wirklich konstant davon abhängt ob ich gerade sozialen kontakt habe/hatte. Früher war mir sowas scheiß egal. Ich war noch nie der Typ der viel in Whatsapp schreibt, auch jetzt nicht wo ich den Umbruch hatte und mehr mit Freunden unternehmen will. Dadurch habe ich immer Angst ich werde vergessen oder die leute denken ich hab keinen bock auf sie. Wenn ich sehe wie viel andere den ganzen Tag mit irgendwelchen Leuten schreibe...klar ist es dumm dass auf Whatsapp zu reduzieren, ich mag es halt einfach lieber persönlich. Zu persönlichen treffen kommt es aber im moment wegen arbeit etc. 1 mal die woche oder alle 2 wochen. Dann freue ich mich aber auch immer. Wenn ich aber gerade keinen Kontakt habe und ich auch in whatsapp gerade nicht schreibe bzw. mir keiner schreibt bin ich direkt total unglücklich und fühle mich einsam. Sobald dann ein Treffen ansteht ändert sich das schlagartig, es reicht sogar schon wenn mir jemand in whatsapp schreibt. Das ist doch dumm oder? Ich glaube ich brauche einfach mehr selbstbewusstsein und muss lernen mich selbst zu lieben, bzw. mit mir selbst zurechtkommen ohne mich direkt einsam zu fühlen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Letzte Hilfe

Mitglied
Andererseits beginnt eine neue, unbekannte Phase mit Ausbildung, unbekannten Problemen und neuen Aufgaben. Das ist doch spannend und aufregend.
Viel Erfolg
Ist es nicht !
Wieso höre und sehe ich das immer wieder überall?
Was ist aufregend und spannend an Rechnungen, Stress, Sorgen und Scheiße über Scheiße?

Für manche die ihrem Traumjob nachjagen und diesen erreichen werden, mag es alles Sinn ergeben.
Aber die wenigsten sind glücklich mit dem was sie machen.
Ich kenne keinen einzigen der gerne arbeiten geht!

In der Welt derer die sich selbst um alles kümmern macht die Illusion von Freiheit den Rest nicht lebenswert.
Ich wäre lieber wieder ein Kind.
 

Enjoy97

Mitglied
Hm. Mit so einer pessimistischen Haltung ist es ja kein Wunder dass du das als nicht lebenswert empfindest. Mach es doch einfach lebenswert? Und bitte unterlasse solche Aussagen unter Threads in welchem jemand nach Hilfe sucht. Deine Aussage baut mich nicht gerade auf.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Ist es nicht !
Wieso höre und sehe ich das immer wieder überall?
Was ist aufregend und spannend an Rechnungen, Stress, Sorgen und Scheiße über Scheiße?

Nur mit schönen und leichten Aufgaben fertig werden kann jeder. Es kommt im Leben oft darauf an, dass man auch mit unangenehme Aufgaben fertig wird. Das Erlernen von Lösungsmethoden für diese unangenehmen Aufgaben nennt man Reife. Der Erfolg der sich einstellt, wenn man mit diesen unangenehmen Aufgaben fertig wird, ist die Belohnung. Jedoch das Jammern ist der falsche Weg. So lernst Du nichts und bleibst unreif.

Für manche die ihrem Traumjob nachjagen und diesen erreichen werden, mag es alles Sinn ergeben.
Aber die wenigsten sind glücklich mit dem was sie machen.
Ich kenne keinen einzigen der gerne arbeiten geht!
Dann kennst Du die falschen Menschen. Suche Dir Vorbilder, die ihre Arbeit gerne machen. Und zu jeder Arbeit, die man gerne macht, gehören auch Arbeitsteile, die man weniger gerne macht. Das Rauspicken von Rosinen funktioniert nur im Märchen.


In der Welt derer die sich selbst um alles kümmern macht die Illusion von Freiheit den Rest nicht lebenswert.
Ich wäre lieber wieder ein Kind.Und Probleme bleiben ungelöst, werden größer. Weglaufen ist keine Lösung!
Hallo Enjoy, hallo „letzte Hilfe“,

das Leben ist kein Ponyhof. Wir stehen immer vor der Wahl: Standhalten oder flüchten.

Standhalten bedeutet, die jeweils nächsten Aufgaben in Angriff zu nehmen. Tun wir das nicht, bekommen wir Probleme. Es gibt keine Garantie für Freude und Glück im Leben. Jedoch gibt es Chancen. Und diese Chancen schaffen und erhalten wir nur, wenn wir eben unsere Aufgaben anpacken und dies so gut wie möglich.

Das Leben in Angriff nehmen, bedeutet auch immer Veränderungen. Menschen, die uns bisher vertraut sind, gehen andere Wege als wir. Aber neue Menschen treten in unser Leben. Wir denken nach und schaffen es, vertrauensvolle und sympathische Menschen zu gewinnen – oder wir sind oberflächlich und geraten an die falschen Menschen, werden enttäuscht.

Es wird immer Situationen geben, die uns traurig oder wütend machen. Die Frage lautet: Lassen wir es zu, dass die Situationen mit uns machen, was wir nicht wollen – oder beeinflussen wir die Situationen und werden so aktiv, dass Traurigkeit und Wut so schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind.

Wir können nicht alles beeinflussen. Aber wir sollten das in Angriff nehmen, was in unserer Kraft und Kompetenz liegt. Und fehlt uns mal die Kompetenz, dann können wir diese erlernen. Und darin besteht das Leben: Im Lernen, in der Weiterentwicklung unseres Verständnisses sowie unserer Fähigkeiten.

Jammern, weil uns etwas nicht passt, ist immer der falsche Weg. Das Erlernen von Lösungsmethoden schon eher.

Viel Erfolg,
Nordrheiner
 

Enjoy97

Mitglied
Vielen Dank für diese Antwort. Das nenne ich mal eine die Hoffnung macht. Was du schreibst ist sehr reif und ich denke ich liege richtig wenn ich sage du hast schon viel mehr Lebenserfahrung als Ich mit meinen jungen 18 Jahren. Ich kann dir nur zustimmen. Jammern ist keine Lösung. Es ist nur verdammt schwer - jammern und alle Probleme auf irgendwas schieben ist natürlich komfortabler als sich den Problemen selbst stellen und es sich einzugestehen. Ich kann vom Glück reden dass ich eher der Mensch bin, der versucht Probleme zu lösen. Und genau aus diesem Grund schreibe ich gerade diesen Text. Ich könnte mich natürlich auch einfach zuhause verkriechen, mich isolieren und mich von innen zerfressen lassen, aber das sehe ich absolut nicht ein. Ich weiß, dass Ich im Moment meine emotionen und gedanken nicht kontrollieren kann. Ebenso weiß Ich, dass ich mich im Moment in einer eher unangenehmen Phase des Lebens befinde. Die vertraute Schule ist vorbei und ich finde mich, auf mich allein gestellt, in der Berufswelt wieder. Allerdings ist es im Moment mein stärkster Wunsch, mental einfach wieder frei zu sein. Das Leben auskosten. Mir ist mein Leben zu schade um es mit jammern und schlechten Gedanken zu verschwenden - es gibt doch so viel zu erleben. Allerdings schaffe ich das nicht allein und ich versuche hier eine Lösung zu finden. Es kann hart werden und ich werde dafür Kämpfen müssen. Und ich hoffe, Nordrheiner, dass du mir nochmal antworten wirst. Du scheinst die Kompetenz zu haben zu sagen was Sache ist und dein Kommentar gibt mir gerade Hoffnung.

Also, mich plagen hauptsächlich 2 Dinge. Zum einen scheine ich durch meine jetzige Situation paranoid geworden zu sein. Ich denke über alles nach was jemand sagt und was passiert - immer mit schlechten Absichten. Ich habe Angst dass meine Freunde keine sind. Habe Angst dass ich unausstehlich bin (Nein, selbstbewusstsein habe ich und schüchtern bin ich auch nicht, dieser Gedanke ist einfach...da). Meine Befürchtungen stellten sich schon immer als absolut falsch raus, aber trotzdem sind sie da und machen mir das Leben schwer. Ich zweifle einfach gerade an so vielen Dingen...und das muss sich ändern. Wie kann ich bloß meine Einstellung ändern?

Dann plagt mich eine bestimmte Angst. Die Angst, psychisch krank zu sein. Die Angst, nie wieder glücklich zu sein. Immer wenn ich wieder mitbekommen hat dass sich jemand umgebracht hat (meist wegen Depression) breitet sich in mir so eine rasende Angst aus dass ich selbst einmal so Ende. Ich habe so eine verdammte Angst davor unheilbar unglücklich zu sein, so eine Angst davor irgendwann nur noch den Ausweg zu haben. Ich möchte einfach wieder Leben. Ich fühle mich wegen beiden Ängsten manchmal so leer und sehe nur grau, sehe keine Zukunft mehr. Aber ich will das ändern. Ich fühle mich so als hätte ich momentan kein richtiges Ziel mehr vor Augen. Alles hat einfach so geklappt. Abi ohne große Mühe, Ausbildungsplatz beim ersten Versuch bekommen. Wo ist der Sinn wenn alles ohne Probleme klappt? Klar hört sich das jetzt abgehoben an. "Freu dich doch, andere habens schwerer!" werden viele denken. Aber ich kann es ist nunmal so dass es mir gerade schlecht geht. Aus was für gründen auch immer. Und genau da möchte ich ansetzen. Genau das möchte Ich ändern. Meine Frage ist nur wie. Wie finde Ich endlich den Sinn in meinem Leben wieder? Versteht mich nicht falsch. Es ist schon so, dass ich noch spaß am Leben habe (meistens) und mich auf Dinge freue. Aber was ist danach? Was kommt? Was ist meine Bestimmung? So viele Fragen in meinem Kopf, ein pures emotionales Chaos. Ich will meine Gedanken in den Griff bekommen, Ich muss sie in den Griff bekommen. Aber manchmal klappt es einfach nicht. Aber irgendwie muss es doch möglich sein hier wieder rauszukommen. Auch wenn es immer Phasen im Leben gibt, in denen man sich schlecht fühlt. Zeiten in denen alles hoffnungslos aussieht. Aber es muss ja eine möglichkeit geben es zu ändern. Ich weiß, wenn ich mit dieser phase hier fertig bin wird es wahrscheinlich immer mal wieder vorkommen dass es mir so geht. Aber es muss jedesmal einen Weg geben. Und ich bin bereit dafür zu kämpfen.

Nun danke für eure Aufmerksamkeit und ich hoffe mein kleiner Roman hier nervt euch nicht. Aber es freut mich zu wissen dass es, auch wenn es das Internet ist, Menschen gibt die mir antworten und helfen wollen. Ich danke euch
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Liebe Enjoy,

um zum Glück des eigenen Lebens zu gelangen, gibt es eine ganze Reihe von Weisheiten. Ich will Dir einige wenige vorstellen, von denen ich glaube, dass sie Dir (und jedem Menschen) helfen, sofern sie sinnvoll umgesetzt werden.

W1: Die Definition der eigenen Lebenseinstellung finden
Das erste, was zu entscheiden ist, sind die Lebenseinstellungen, die wir vertreten wollen. Ich will Dir von fast unendlich vielen nur zwei alternative Lebensvorstellungen vorstellen:
1) Ich bin der Mensch, der sein eigenes Glück, seinen eigenen Vorteil verfolgt. Koste es im Falle eines Falles was auch immer.
2) Ich bin der Mensch, der glücklich leben will, jedoch auf eigenes Glück und eigenen Vorteil verzichtet, wenn dadurch einem (geliebten) Menschen geholfen wird.

Nicht nur unsere Fähigkeiten, auch die Lebenseinstellung entscheidet welchen Beruf wir wählen und wie wir ihn ausüben. Nicht nur unsere Sexualität und unsere Gefühle, auch unsere Lebenseinstellung entscheidet, welchen Partner wir als Lebensgefährten wählen. Usw. Die Lebenseinstellung ist das Ding, welches wir wählen, bewusst oder unbewusst.

Es passt nicht, wenn eine Nonne einen Diktator heiraten würde. Würde eine Sozialarbeiterin ihren Job ausüben, nur weil sie keinen besser bezahlten Job erhielt, so würde es zu ihrer Lebenseinstellung (Geld ist am wichtigsten) schon eher passen, wenn sie einen Diktator heiratet. Er würde ihr das bieten, was ihr bisher nicht geboten wurde.
Die Frage zu W1 lautet: Warum tut der Mensch was er tut? Also welche Lebenseinstellung steht dahinter? Nur weil jemand einen sozialen Beruf ausübt, muss er nicht zwangsläufig über eine soziale Lebenseinstellung verfügen.

Zu unserer Lebenseinstellung wählen wir (automatisch) die Werte aus, die dazu passen.
„Nenne mir Deine Werte, und ich sage Dir welche Lebenseinstellung zu dir passt.“


W2: Authentizität
Wenn Lebenseinstellung, Gedanken zu Worten passen und die Handlungen zu den Worten, ist der Mensch authentisch. Das Problem liegt meist darin, dass wir selbst nicht immer 100%ig authentisch sind.

Widersprüche
Auch ein ehrlicher Mensch kann lügen oder stehlen, betrügen. Es stellt sich nur die Frage, ob ein Mensch, den wir bei einer Lüge ertappen, in diesem Fall nicht authentisch ist oder ob wir uns über seine Lebenseinstellung täuschten.

Zu einem Menschen, der egal auf welchem Wege reich werden will, würde wieder Lüge und Betrug passen. Wenn dieser Mensch lügt und betrügt, wäre er moralisch schlecht, aber authentisch. Gibt dieser Mensch ein Versprechen ab, dann lügt er oder er ist nicht authentisch, falls er es ehrlich so meint. Was jetzt zutrifft, müssen wir herausfinden.

Nehmen wir an, Du hast eine Freundin, die Dir noch vor 3 Monaten sagte: „Du bist meine beste Freundin.“ Aber bei ihrem nächsten Geburtstag „vergisst“ sie, Dich einzuladen.
Auch hier ist wieder die Frage hilfreich: Warum tut der Mensch was er tut?

Antwort a) weil sie es mit dem Ausdruck „beste Freundin“ nicht ernst meinte. Sie ist also nicht authentisch. Worte und Handlungen passen nicht zusammen.

Antwort b) Es mangelte zwischen euch lediglich an der Kommunikation über die gegenseitige Erwartungshaltung. Du hast erwartet, dass sie Dich einlädt und sie ging davon aus, dass Du ganz selbstverständlich sowieso zur Feier kommst. Das Problem liegt also nicht in der Authentizität sondern in der Kommunikation.

Antwort c) Sie feiert nur mit ihrer Familie, die Dich nicht leiden kann. Mit einer Einladung würde sie Dir keine Freude machen. (Sie hätte es nur erklären können, damit Du nichts Falsches denkst)
Auch hier liegt kein Konflikt mit der Authentizität vor.

Du siehst, die Frage „warum tut der Mensch was er tut?“ ist nicht nur sehr wichtig, sondern auch nicht immer klar zu beantworten. Hüte Dich davor, vorschnell zu urteilen. Manchmal gibt es nicht nur einen Grund, der eine Erklärung dafür sein könnte, warum der Mensch tut was er tut. Ich selbst bin gegenüber monokausalen Erklärungen skeptisch. Sie mögen logisch klingen und es mag dafür Hinweise geben, aber nicht immer ist es so, wie es scheint.

Deine Unsicherheit kann viele Gründe haben. Einer der Gründe könnte sein: Du suchst nach Möglichkeiten, Deine Welt, die Menschen, denen Du begegnest, einschätzen zu können. Auch durch meine Zeilen wirst Du zwar ggf. Hilfe, aber keine Sicherheit erlangen. Die Sicherheit erlangst Du nur durch das Leben, durch Versuch und Irrtum. Du solltest also davon ausgehen, dass Dir so manche Fehleinschätzung widerfährt.

Aber Du entscheidest, ob Du auch durch eine Fehleinschätzung lernst – oder nicht.

Angst
Zu deiner Angst: Ich denke, fast jeder Mensch hat ein Weltbild. Ein Weltbild erscheint mir brauchbar, wenn es mir erlaubt, die für mich wesentlichen Fragen zu beantworten. Kann mein Weltbild das nicht, dann ist mein Weltbild fehlerhaft oder komplett untauglich. Es wäre daran zu arbeiten….
In meinem Weltbild gibt es Gott und Teufel. Während Gott das Gute will und Menschen ermutigt, das Gute zu suchen und zu tun, will der Teufel zerstören und Menschen entmutigen, das Gute zu tun. Gott steht für Authentizität des Guten und der Teufel für Nicht-Authentizität des Guten (das Gute wird versprochen, das Resultat ist das Böse). Und dazwischen steht der Mensch. Er entscheidet, wem er sein Ohr leiht. Du entscheidest.Oft sieht der Mensch erst am Ende, wem er sein Ohr geliehen hat. Und wenn Du keine Entscheidung triffst, dann beeinflusst dies wieder Deine Lebenseinstellung und damit Deine Werte, Deine Authentizität und Dein Glück.


Aufgrund unserer Lebenseinstellung (die sich im Laufe der Jahre verändern kann) entscheiden wir uns auch für die Werte, die zu unserer Lebenseinstellung passen. Und wenn wir bewusst leben und uns um Tiefgang bemühen, werden wir uns immer und immer wieder diesen Fragen stellen müssen. Aber das ist auch gut so, denn so werden wir nicht bequem. Nur dürfen wir über dem Nachdenken nicht vergessen zu leben. Denn erst durch das Leben erleben wir Glück und Unglück, Wahrheit und Täuschung … und lernen den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Und es ist immer die Praxis, auf die es ankommt. Durch das Glück, welches Du zu geniessen verstehst, erfährst Du Deine Fähigkeit für Glücksempfindung. Du wirst motiviert, das zu tun, was zum Glück beiträgt und lernst abzuwehren, was Glück zerstören kann. Und durch Unglück erfährst Du Deine Grenzen, die zu Dir gehören wie Deine eigene Haut, aus der wir nicht rauskönnen, auch wenn wir wollten.

Ich weiss, dass damit noch nicht alle Deine Fragen beantwortet sind und evt. tauchen durch meine Zeilen noch mehr (neue) Fragen auf. Nur zu.

LG, Nordrheiner
 

Enjoy97

Mitglied
Vielen Dank Nordrheiner. Dass du mich mit "liebe" ansprichst verzeihe ich dir maal :D, aber ich bin ein Junge. Mir it aber schon aufgefallen, dass mein Name recht weiblich klingt. Es freut mich wirklich sehr, dass du versuchst mir zu helfen. Deine Antwort hilft mir und ich denke, mein Problem liegt wirklich daran dass ich nicht genau weiß wer ich bin, was ich will, und was ich von dem Leben erwarten soll. Es ist einfach eine aufwühlende Lage in welcher Ich mich gerade befinde. Es fühlt sich so an, als würde sich nicht nur mein Umfeld verändern, meine Situation, sondern auch Ich. Ich weiß einfach nicht was Ich will, weiß nicht auf was für einer mentalen ebene ich mich bewegen soll. Als müsste Ich mich erstmal selbst finden bevor irgendwas geht. Mir ist sowieso aufgefallen, dass ich in den letzten Monaten des "umbruchs" schon eine sehr harte Verwandlung durchgemacht habe. War ich doch vorher eher ein oberflächlicher Mensch, welchem es ausreichte mit Leuten über das Wetter zu reden oder nur mit ihnen irgendwas zu unternehmen (meist mit Alkohol, also Party) wünsche ich mir doch immer mehr gute Freundschaften, Freunde auf die ich mich verlassen kann, Freunde die für mich da sind und Freunde, für die Ich da sein kann. Während Ich vorher gewissermaßen ein einzelgänger war (Mit Absicht) und auf Menschen mit Problemen eher abgeneigt reagierte, so freue Ich mich jetzt wenn ein guter Freund sich mit seinen Problemen an mich wendet und Ich ihm helfen kann, es fühlt sich schön an wenn man jemanden hat dem man vertraut, noch schöner ist es allerdings wenn einem selbst vertraut wird. Ich vermute dass meine Ängste daher kommen. Es ist nicht so als war Ich eine stumpfe Maschine die keinerlei emotionen empfand, aber eine gewisse Zeit lang hegte ich einfach kein starkes Interesse an engen zwischenmenschlichen Beziehungen. Glücklicherweise kann ich nun aber sagen dass dem nicht mehr so ist. Ich wüsste gar nicht was ich machen würde wenn ich plötzlich wieder allein wäre. Das hört sich total wirr an und ich weiß auch nicht warum ich in der hinsicht so eine Meinungsänderung hatte, vielleicht weil ich endlich begriff dass sowas total wichtig ist. Umso mehr habe ich jetzt also die Angst es wieder zu verlieren, einfach weil es neu ist. In der Hinsicht muss ich auch noch vieles lernen. Ich hoffe einfach dass meine Freunde erkennen dass sie mir wichtig sind. Andererseits ist dort dann wieder die Angst sie halten mich für einen schlechten Freund, weil ich mich unbewusst daneben benehme oder so...Ich weiß es nicht. Ich hoffe einfach es legt sich mit der Zeit.
 

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