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Wie soll ich vorgehen? Viele Probleme auf einmal

K

KittyMUC

Gast
Hallo zusammen,

ich bräuchte aus der Anonymität mal einen Rat. Ich bin 34 und arbeite seit meiner Ausbildung (Bürokauffrau, später noch Bankfachfrau und Ausbilerschein) bei einer großen, internationalen Bank im Innenndienst (also keine Filiale) mit Sitz in der Schweiz (wir sind aber der führende Standort in Deutschland). Ich bin dort vor gut zwölf Jahren Jahren, also direkt nach meiner Ausbildung, in eine Abteilung geschlittert und deckte mit der Zeit zwei Sachbearbeitergebiete dort vollumfänglich ab und leitete die Ausbildung in einem Bereich mit mehr als 250 Mitarbeitern. Zusätzlich habe ich selbst immer noch 2-4 Auszubildende/Studenten, neue Mitarbeiter oder Praktikanten, was nicht gerade wenig ist für nebenbei. Für eine ursprünglich gelernte Bürokauffrau verdiene ich sehr gut, was aber am Bankentarif liegt. Innerhalb der Branche bin ziemlich am unteren Rand des Durchschnitts eines Sachbearbeiters. Noch dazu wohne ich im Ballungsgebiet rund um München, d.h. sehr hohe Lebenshaltungskosten.

Die Branche und generell kaufmännische Themen waren jetzt nie das, wofür mein Herz schlug. Aber mit der Zeit arrangierte ich mich ganz gut, da ich nette Kollegen und eben ein für den Beruf selbst gutes Gehalt hatte, das manche Freunde von mir mit Studium (zumindest in geisteswissenschaftlichen Fächern usw.) oftmals nicht hatten. Auch zu meinen beiden Chefs hatte ich schnell ein sehr gutes Verhältnis.

Wie ich schon schrieb, handle ich zwei Themenfelder komplett ab. Bei einem davon, arbeitet man viel in der Gruppe. Da ich immer die einzige (jedenfalls FAST, 34 Stunden pro Woche) Vollzeitkraft war, leitete ich meine TZ-Kolleginnen ein wenig an, d. h. ich behielt den Überblick über die Arbeit und verteilte, meistens nach Wunsch, über das Monat die einzelnen Aufgaben. Vor drei Jahren hielt dann die Digitalisierung Einzug und es mussten von heute auf morgen sämtliche Programme abgelöst werden. Bis dahin war ich noch der Meinung, dass das unsere Informatik bzw. unser Einkauf erledigen würde, womöglich sogar von der Schweiz aus. Stattdessen bekam ich eines Tages den Auftrag mit den Kollegen aus der IT ein Übergangsprogramm zu schreiben. Ich sah mich dazu kaum in der Lage und machte dies auch mehr als deutlich. Zu diesem Zeitpunkt wechselte intern eine Kollegin zu uns, die aber aus dem direkten Nachbarressort kam und deshalb kaum Einarbeitung benötigte. Sie übernahm gemeinsam mit meiner langjährigen Kollegin (die ich sogar zufälligerweise schon vom Abi und Heimatort kenne!) die Projektarbeit und ich war einfach nur erleichtert. Zeitgleich hieß es, ich solle in irgendwelche Produktvorführungen für das endgültige Programm, welches extern eingekauft werden sollte. Das erschien mir als die bessere Option und ich wusste, ich könne ohnehin keine weiteren Tätigkeiten absagen. In diesem neuen Projekt fühlte ich mich erst dennoch deutlich unwohl, da ich die einzige Sachbearbeiterin im Boot war. Neben mir meine beiden Chefs und ganz viele andere Bereichsleiter aus allen erdenklichen Ressorts, die ebenfalls mit dem neuen Programm arbeiten würde usw. Irgendwann ging es besser, aber es machte mir nie Freude. Noch dazu baute ich Überstunden auf ohne Ende.

Das Übergangsprogramm meiner beiden Kolleginnen war dann eines Tages mit viel Schweiß fertig. Am Anfang von deren Projekt, hatte ich zugesagt, dort die Tagesarbeit alleine zu machen (allerdings wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich selbst auf diese ganzen Produktvorführungen usw. muss). Dies gelang mir aber wegen meiner eigenen Projektarbeit immer weniger. Noch dazu sagte die neue Kollegin oft, sie könne momentan ohnehin nichts projekttechnisches machen und würde deshalb im Tagesgeschäft arbeiten, was mich natürlich erstmal entlastete. Irgendwann konnte ich alles halbwegs stabil halten - trotzdem schlichen sich mehr Fehler bei mir ein, als ich sonst einfach nicht mache. Ich fühlte mich komplett gestresst und als könnte ich niemandem mehr gerecht werden (sei es in den einzelnen beruflichen Themen, familiär, Kinder usw.). Die beiden Kolleginnen begannen plötzlich wie eine Art Partei gegen mich zu wettern. Ich hätte ja versprochen alles alleine zu schaffen und jetzt müsse die neue Kollegin stetig aushelfen und sonst was... Dabei hatte sie mir das permanent angeboten und sogar teilweise gesagt, sie wäre so froh, mal wieder etwas "Normales" machen zu können. Zusammen mit meiner neuen Fehlerhäufigkeit, ergab das eine schreckliche Mischung und viel Angrriffsfläche. Und dennoch - das Verhalten der beiden schockierte mich, da die Kollegin, die ich vom Dorf und der Schule kenne, sogar eine Art gute Freundin von mir ist/war/wie auch immer. Jeden Tag kamen Mails mit irgendwelchen Beanstandungen, jeweils noch an die andere geschickt. Irgendwann auch mit Quatsch, der an den Haaren herbeigezogen war oder ganz minimalen Fehlern usw. Aufgrunddessen, dass ich dieses neue Programm nicht so gut kenne und auf die beiden angewiesen bin, verteilen sie jetzt die Arbeit und nicht mehr ich (was für mich okay ist). Aber sie geben mir nur noch "Müll" und das, was keiner machen will, also entweder SEHR KOMPLEXE Sachen oder irgendeinen Nonsense, den man theoretisch jedem Azubi als ABM übertragen könnte.

Allein das macht mich schon völlig fertig.

Im Laufe diesen Jahres, gaben mir meine Chefs dann immer mehr Sonderaufgaben (zB die komplette Revision für den Wirtschaftsprüfer betreuen), die viel Zeit in Anspruch nahmen, sodass ich zumindest durchsetzen konnte, nur noch im Notfall neue Mitarbeiter zu betreuen. Ich suchte auch rechtzeitig das Gespräch mit meinen beiden Führungskräften, dass mir das langsam zu viel wird und ich mich auch als Sachbearbeiterin dazu nicht in der Lage fühle (fachlich, aber auch psychisch). Ich machte Aufgaben, die früher im Haus Prokuristen und höherrangige Personen gemacht haben... Die beiden sagten, ich solle durchhalten und meine Selbstzweifel beiseite schieben, denn ich mache das alles ganz prima... Im November sollte dann alles fertig sein und ich schaffte auch alles, rechtzeitig und halbwegs mit meiner Leistung zufrieden, abzugeben! Keine Ahnung wie... Ich freute mich enorm und hoffte, mich jetzt wieder komplett der Sachbearbeitung zuwenden zu können und das wieder so korrekt wie früher, da endlich wieder mehr Zeit. Dadurch erhoffte ich mir auch Entspannung im Kollegenkreis. Stattdessen haben meine Chefs mich jetzt in ein XXL-Projekt, welches ungelogen auf 10 Jahre angesetzt ist, geholt und das zu einem Thema, mit dem ich bisher keinerlei Berührungspunkte hatte. Noch dazu hat sich einer meiner beiden Chefs verabschiedet und es gibt noch keinen Nachfolger! Zwar gab es einen Termin, in dem meinen beiden Kolleginnen gesagt wurde, dass ich jetzt mehr Projekt als Sachbearbeitung mache, aber auch das kam nicht so gut an. "Ich dachte immer, du willst keine Projektarbeit?" "Wie? Du im Projekt?" Ich war dabei so fertig, dass ich tagelang nur vor mich hin geheult habe und manchmal extrem ungeduldig mit meinen beiden Kindern war. Wieder ließ ich meine Unmut, diesmal nur noch bei dem einen Chef, durchklingeln. Er sagte dann: "Naja, Sie bekommen das schon hin!" Und dann kamen auch so psychologische Aussagen wie: "Noch können Sie das absagen, aber Sie machen uns damit wirklich riesige Probleme! Wollen Sie das?"

Noch dazu fragte ich immer wieder, ob ich denn auch mal mehr Geld für all das bekäme? Die Antwort war: es stünde mir eigentlich zu, aber die Schweizer hätten entschieden, dass es für mich eben nicht mehr gibt. Womöglich in drei oder vier Jahren. Und es seien noch andere dran. Dabei wurden Namen genannt von Personen, die ohnehin schon oftmals mehr Geld als ich bekommen und die keine 100 Sonderaufgaben übernehmen (müssen).

Für mich stellt sich nur noch die Frage, was ich tun soll. Die anderen Personen in den ganzen Projekten verdienen locker mal 2000 EUR mehr jeden Monat, haben zu 90% studiert usw... Ohnehin komme ich mir fehl am Platz vor... Und dann noch diese "Allianz" gegen mich, wenn es um die normale Arbeit geht... Ich habe krasse Selbstzweifel, ob ich überhaupt grundlegend noch meinen Job machen kann! Ich war schon tageweise so verzweifelt, dass ich einfach kündigen wollte, was natürlich nach all den Jahren und dem sicheren Arbeitsplatz keine Option ist. Noch dazu zahlen wir ein Haus ab, ich bin also auf das Einkommen angewiesen. Was soll ich nur machen??? Weiß jemand Rat?
 

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Schroti

Sehr aktives Mitglied
"Und dann kamen auch so psychologische Aussagen wie: "Noch können Sie das absagen, aber Sie machen uns damit wirklich riesige Probleme! Wollen Sie das?" "
Sag ihm: "Es bricht mir das Herz, aber sie kriegen das schon hin! Ich muss Ihnen leider absagen."
 

Paladin

Neues Mitglied
Hallo KittyMUC, also ich kann dir nur aus eigener Erfahrung einer ziemlich ähnlichen Situation sagen, dass du für dich und deine Gesundheit du dir deine persönliche Schmerzgrenze setzen musst denn sonst wird es sich, wie es bei mir am Ende war, auf deine Gesundheit schlagen. Ich habe am Ende so viele große Themen bearbeitet und bei mir liegen gehabt, wo ich auch total überfordert war, weil ich immer zu nett war und nie nein sagen konnte, bis ich psychisch stark angeschlagen war. Seit dem ich dann meine persönliche Linie gezogen habe und es meinem Vorgesetzten auch ganz ruhig und sachlich erklärt habe warum ich das so nicht mehr mit machen werde, habe ich nicht nur Verständnis erfahren (ist nicht unbedingt selbstverständlich) sondern auch eine starke Reduzierung (normales Level) der Arbeiten. So kann ich wieder durch atmen und das jetzige voll und ganz sauber abarbeiten. Es ist nicht dein Unternehmen bzw. deine Bank. Alles Gute für dich und liebe Grüße
 
L

Lili

Gast
Ganz schnell runterfahren und Danken ablehnen. Du hast nicht mal für deinen letzte Leistung ein Bonus erhalten.
Wozu sollst du den Mist mitmachen und auch nach 4 Jahren wird nicht mehr kommen. Wieso auch. Machst es doch super für ein Hungerlohn.
Dein Chef hat sich zurecht abgeseilt.
Wenn nicht mehr kommt, sei es unterstützung in Form eines Chefs dem. Du nur zuarbeiten musst oder ordentlich mehr Geld. Wozu der Mist, wegen eines Dankes? Das ist nämlich nicht dein Job. SCHWEIZ hat Nein gesagt? Glaub mal deine Chefs bekommen ihr Geld, da sagt keiner Nein. Du funktionierst prima,wieso mehr bieten. Und solche Infos wegen Haus usw. nutzen viele gerne aus. Würde ich gar nicht in deiner Entscheidung miteinfliesen lassen. Du kannst arbeiten
Und kannst Projektarbeit vorweisen. Wieso bewirbt du dich nicht wo anderes? Wo du dafür auch bezahlt wirst oder sagst deinem Chef du steigst aus. Und möchtest nicht 10 Jahre Druck, er soll einen geeigneten Menschen der das aus will damit beschäftigen. Und es entspricht auch nicht deiner Tätigkeitbeschreibung und du hat dich dafür auch nicht intern beworben. Glaub mir die welt dreht sich später weiter. Was ich leider auch noch lernen muss
Menschen nutzen das gerne aus, wenn sie sehen man kann arbeiten. Und dann schleichen sich Sachen ein, dass andere Kollegen dir arbeiten geben, die eigentlich nicht deine sind.
 

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