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Wie mit "taktlosen, ungehobelten", direkten Menschen umgehen?

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Hallo,

mich beschäftigt schon seit einer weile obige ausgangsfrage:

ich wohne in einem haus mit mehreren wgs für psychisch kranke bzw. gestörte
junge erwachsene. die leute dort sind z.t. sehr unterschiedlich. aber ich komme
doch gut mit ihnen zurecht, also für mich fühlt es sich gut an.
aber mit ein paar leuten bzw. ein paar ihrer charaktereigenschaften komme ich noch
nicht zurecht.
eine sache ist da diese gewisse "ungehobeltheit", "taktlosigkeit", das fehlende "feingefühl",
diese totale direktheit, die ein paar leute hier oftmals an den tag legen.
ich mag es an sich wenn leute nicht ewig um den heißen brei rumreden. aber es gibt auch
situationen, da mag ich es zumindest nicht, wenn man mit der tür total ins haus fällt, wenn man mir zu nahe tritt oder mir nichts dir nichts eine entscheidung von mir erwartet.

beispiele:
wir haben hausplenum und ich berichte, dass ich einen dvd-player geschenkt bekommen habe, ihn aber nicht brauche, da ich schon über meinen pc dvds abspiele (und wollte gerade noch weiter erörtern, dass ich deswegen fragen wollte, ob die leute denn grundsätzlich dafür wären, wenn ich ihn somit dem gruppenraum spende, damit alle was davon haben). dazu kam es aber gar nicht mehr, weil sogleich, bevor ich überhaupt den satz beenden konnte, eine der bewohnerinnen reinrief "ooohh, kann ich ihn bitte haben, schenkst du ihn mir? bitttteee, büütttööö!!!"
ich bin dann immer erstmal ganz von der rolle, weil ich sowas eigentlich nur von kindern oder teenagern gewöhnt bin oder aber wenn ich mit jemandem schon in einer diskussion bin, dass ich dann auch mal unterbrochen werde.
aber nicht einfach so, wo ich doch gerade erstmal mein grundanliegen formulieren wollte und es ja wohl absehbar war, dass ich den dvd-player wahrscheinlich nicht an jemand einzelnes verschenken wollte, sondern eben der gruppe spenden wollte, da ich ja extra das hausplenum abgewartet hatte, um es anderen mitzuteilen.

anderes beispiel:
ich siehe gerade neu in die wg ein. am tag des einzugs sind von den insgesamt noch 3 mitbewohnern 2 nicht da. nur ein mädchen. mit ihr rede ich nur ein paar worte, da mit ihr ein gespräch irgendwie nicht so richtig in gang kam.
am zweiten tag sitze ich in meinem zimmer. auf einmal steht das mädchen im türrahmen und sagt: "du, kann ich mal kurz dein handy?" aber so völlig knall auf fall, kein hallo, kein wie gehts dir oder sich 5 min kurz erkundigt was ich so mache und dann mal mit der sprache rausgerückt und auch nicht gesagt, dass es ihr unangenehm wäre, dass sie mich so schnell schon um einen gefallen bittet o.ä. einfach so zack-boom.
also ich würde niemals gleich von jemandem, wenn ich erst vor einem tag eingezogen bin, gleich sowas verlangen, wenn dann wirklich nur hinzufügend, dass es mir sehr helfen würde und mit der entsprechenden gestik und mimik und tonfall. aber nicht einfach bäng "kann isch handy?" so klotzmäßig.

.....................................................

die sache ist aber, ich weiß, dass das die betreffenden personen nicht böse meinen, sie sind einfach geistig nicht in der lage zu verstehen, dass das ungehobelt und taktlos ist und viel zu direkt. aber ich möchte trotzdem mit ihnen gut umgehen können, ich möchte selber in solchen situationen dann nicht immer so von den socken sein und ihnen dann einfach und klar sagen können, was ich dazu eben meine.
habt ihr tipps wie ich mit solchen menschen umgehen kann?
 

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B

Ben Salah

Gast
Hallo Gretchen Wieners,

um mit Menschen umgehen zu können, die einfach so sind wie sie sind; würde theoretisch das tiefe Verständnis ausreichen, diese Menschen genauso sein zu lassen, wie sie sind.

Denn die Situation wird immer wieder immer vorkommen bei Euch.

Das Einzige, was auf Dauer ( meiner Ansicht nach) helfen könnte, wäre ein Antrainieren von Dir, zum Thema Beharrlichkeit Deiner Gedanken. Also ganz klar zu wissen: das möchte ich der Gruppe vorstellen, usw. - und ich möchte mich nicht ablenken lassen.

Wenn dieser Gedanke wirklich ganz bestimmend und konkret bei Dir ist, dann wirst Du das auch nach Aussen tragen können.

An dieser inneren Einstellung und Festigkeit kannst Du anfangen in jedem Bereich Deines Lebens zu arbeiten. Mit einfachen Dingen, an die Du fest glaubst, wovon Du selber überzeugt bist.

Und ob Du dann mal mit Leuten Deine Meinung und Ansicht wirklich bis zu dem Punkt rüberbringen kannst, wo Du selber zu Dir sagst: "das habe ich genauso mitteilen wollen".

Und wenn Du das geschafft hast, dann wird Dich im Laufe immer mehr Zuversicht und Überzeugung erreichen, so dass Du in Zukunft immer mehr Deine Meinung auch bei so Themen wie dem DVD-Player im Auge behälst, und Dich nicht so leicht ablenken lässt.

Viele Grüße
 

kiablue

Aktives Mitglied
Ich kann Dir nur sagen, was ich tun würde. Je unsicherer Du selbst bist, desto wichtiger ist es, Dir darüber klar zu werden, wo Deine Grenzen sind und diese auch setzen. Diese auch rüber bringen mit klaren Ansagen. Zu Deinem DVD-Spieler - sie kann doch ohne Probleme auf Deine Ansage auf diese Weise reagieren. Du sagst dann einfach, nö, so hatte ich mir das nicht vorgestellt, ich hatte gedacht, den der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Problem gelöst.

Die Sache mit dem Handy - ich glaube, da erwartest Du eventuell zu viel, wenn Du meinst, sie kommen auf leisen Pfoten und fangen erst mal smalltalk an. Wenn Dir das so nicht gefällt, dann sagst Du ganz einfach, nö, mein Handy gebe ich nicht einfach weg.

Dir gefällt nicht alles, was die anderen Bewohner da tun, es muss auch nicht allen gefallen, was Du tust. Aber DU musst durchsetzen, was für Dich wichtig ist. Sicher nicht auf Biegen und Brechen, man muss da sicher situationsbewusst handeln. Aber wichtig ist wirklich an erster Stelle, was willst Du, was will der andere und was ist möglich.

Die Leute sind krank, "gestört", ich weiß nicht, wie weit man da erwarten kann, dass sie sich taktmäßig so verhalten KÖNNEN und auch wollen, wie gesunde Menschen. Sei nett, aber bleib bei Dir.

LG kiablue
 

Canya

Mitglied
Hallo Gretchen,

Ich denke auch, die Leute wohnen ja nicht grundlos dort. Und das mit dem DvD-Player war das ernst gemeint? Im Scherz hätte das bei uns bestimmt auch jemand gesagt ;)
Es geht ja darum, was DU willst, und wenn du das weißt, kannst du deine Grenzen klar setzen. Wenn jemand dich direkt fragt "kann ich mal dein Handy" kannst du auch genauso direkt "Nein" sagen, bzw. erstmal fragen, warum sie es denn überhaupt will.
Ich denke, du musst einfach üben, diese Menschen so sein zu lassen, wie sie sind. Aber du musst ihnen deshalb ja nicht nachgeben, "Nein" sagen zu lernen ist verdammt wichtig!
Eine andere Wahl hast du glaube ich nicht, ihr wohnt ja zusammen, es sei denn zu ziehst um...aber im Endeffekt gibt es überall Menschen, mit denen man Schwierigkeiten hat :)

Liebe Grüße und Geduld,
Canya
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
hallo Ben Salah,

danke für deine antwort! das mit der beharrlichkeit meiner gedanken habe ich mir auch schon überlegt. denn in solchen situationen vergesse ich dann sogar oft für einen kürzen augenblick, dass ich eben z.b. den dvdplayer eigentlich der gruppe schenken wollte, keinem einzelnen.
nichts desto trotz fällt es mir dann aber trotzdem schwer, selbst wenn ich genau weiß was ich will und es auch nicht vergesse, es dann so knall auf fall zu sagen. ich empfinde das einfach als sehr unhöflich. also ich wäre, wenn mir einer so direkt was sagen würde, schon etwas gekränkt oder zumindest vor den kopf geschlagen. ich würde aber selber wiederum, auch nie so klotzmäßig nach etwas fragen, in sofern wird es mir kaum passieren.

was mir auf jeden fall schon geholfen hat ist, dass es betreffenden personen anscheinend gar nichts auszumachen scheint, wenn man ihnen dann, genauso grob wie sie gefragt haben eine antwort gibt. ich habe es schon ein paar mal gemacht und sie haben es gar nicht als unangenhem aufgenommen so kam es mir vor.
aber jedes mal promt so zu antworten fällt mir halt einfach schwer, weil ich das vom großteil der menschen einfach nich gewohnt bin.
 
L

LVchen

Gast
wie was soll ich dort erwarten?
ich erwarte gar nichts, ich will bloß wissen wie ich besser mit ein paaren aus komme.
Und warum ist das so wichtig?
muss man mit jedem?
Ich habe im Wohnheim auch Minimum zig Pappenheimer, mit denen ich gar nicht auskommen will, weil es da eh nur knallen würde.
Man kann nicht mit jedem.

Kannst du dein Zimmer nicht abschließen?
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Hallo kiablue,

ah was du sagst ist auch richtig, sich klar sein was man selber eigentlich will. das war bestimmt auch ein grund warum ich in den beiden situationen dann auf einmal so unsicher war.
denn bei dem dvd-player z.b. war ich mir eigentlich von anfang an nicht wirklich sicher, dachte aber auch nicht, dass ich es sein müsste, weil ich eben erstmal meine idee in den raum stellen wollte und sehen wollte was die anderen dazu so meinen. ich dachte daraus entwickeln sich dann ideen und zum schluss wird es wohl in die richtung gemeinsame benutzung gehen, aber wie genau, das habe ich von anfang an offen gelassen.

und bei dem handy, da war es auch so, an sich bin ich ja gerne bereit es meinen mitbewohnern oder anderen im haus zu leihen, sofern es nicht zur tagesordnung übergeht und ich nicht auf einmal kein guthaben mehr drauf habe. d.h. im grunde war und bin ich ja dazu bereit es zu verleihen. aber nicht so knall auf fall eben, ohne zu wissen wofür, wie lange, wem ich es da eigentlich ausleihe (kannte sie ja noch fast gar nicht) usw. daher hier die unsicherheit.

hmm übrigens, ich bin auch gestört, aber taktgefühl habe ich schon!:rolleyes: naja, ich hab ja auch was anderes als die z.b.
aber danke deine erläuterungen waren nochmal wirklich gut!

lg
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Hi Canya,

ähm ja, das war durchaus ernst gemeint!xD sie hat mir schon öfter gesagt sie will handy, playstation und internet.
danke du hast es auch nochmal gut zusammengefasst.
ja ich werde versuchen es einfach weiter zu üben in nächster zeit. ein klein wenig hat es eh schon gefruchtet.
es ist nur so schwer oft für mich sich so schnell wieder auf die unterschiedlichen persönlichkeiten einzustellen. redete ich vll noch gerade mit einem unserer betreuer die meistens total grenzrespektierend usw. sind und dann geh ich hoch, schließe die tür auf und wusch, erlebe ich schon wieder eine ganz andere art der nähe/distanz.
ich muss lernen mich darauf flexibler einzustellen.
 

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