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Wie mit extremen Mobbing umgehen?

E

Einfacher Mitarbeiter

Gast
Hallo, ich bin im 10. Jahr bei einer Firma, in der man an verschiedensten Einsatzorten mit verschiedensten Teams zusammenarbeitet. Der Beruf ist sehr interessant und lehrreich, die Bezahlung wirklich ausgesprochen gut und man kommt viel herum.

Bei jedem Einsatzort kommt man mit anderen Mitarbeitern zusammen, wobei überall ein Quasi-Projektmanager vorhanden ist. Mit den meisten dieser Chefs komme ich gut klar, weil man super mit ihnen zusammenarbeiten kann und eigentlich keine wirkliche Hierarchie, sondern ein Zusammenarbeiten am Projekt herrscht.

Einer dieser Projekt Manager ist aber der schlimmste Mensch, der mir je begegnet ist. Als ich vor 10 Jahren in der Firma angefangen habe, wollte ich direkt wieder kündigen, weil es so furchtbar war.
Dieser Mensch ist ein narzistischer Psychopath, der den Zuspruch und 'Respekt' jedes Teammitglieds braucht. Wenn ihm jemand nicht passt oder ihm diesen 'Respekt' nicht entgegen bringt, geht er wirklich mit brutalstem Mobbing gegen diese Person vor, so auch gegen mich. Bei meinem ersten Projekt hat er gar vor versammelter Mannschaft damit gedroht, mich zu verprügeln und immer wieder Sprüche gebracht, wie: 'Du weißt schon, dass ich über deinen zukünftigen Verbleib in dieser Firma entscheide'.
Ich bin einfach von Natur aus ein Mensch, der Hierarchien nichts abgewinnen kann und mir war schon immer suspekt, wie einige Menschen meinen können, mehr wert zu sein als andere oder sich selbst über anderen Menschen stehen zu sehen. Respekt habe ich nicht nur vor fachlich guten Leuten, sondern das Menschliche muss auch passen, was es bei ihm nicht tut. Und das merkt dieser Typ leider auch.

Seine Arbeitsweise ist wie folgt:
Er erzeugt eine Atmosphäre der Angst, in der jeder kleine Fehler jedes Mitarbeiters sofort angeprangert und mit Bloßstellung im Team bestraft wird. Dabei arbeitet er selbst nicht mit, sondern nutzt seine 30 jährige Erfahrung nur, um 'Führungsaufgaben' wahrzunehmen. Dh. er sitzt die ganze Zeit in seinem Stuhl, teilt die Leute gewissen Aufgaben zu und wartet nur darauf, dass Fehler gemacht werden, um sie zu bestrafen.
Dadurch kann er selbst sich als die gottgegebene Person darstellen, die nie eigene Fehler macht, sondern die von anderen ausbügeln muss.
So hat er sich außerdem einen Haufen Speichellecker unter den Mitarbeitern anerzogen, die ihm Honig ums Maul schmieren und ihm alles nachplappern, weil sie ja keinen Stress mit ihm haben möchten.

Ich hatte dann die letzten 10 Jahre das Glück, dass es nur bei diesem einen Einsatz mit ihm geblieben ist.
Seit 4 Wochen bin ich aber wieder bei einem seiner Projekte gelandet, und trotz meiner deutlich höheren Erfahrung und der Tatsache, dass ich gute Arbeit abliefere und ihm keinen Grund zur Kritik gebe, versucht er mich dieses mal wirklich fertig zu machen. Das Team besteht aus einem Haufen 'seiner Leute' und ich wurde vom ersten Tag an komplett isoliert. Keiner von den Mitarbeitern wollte etwas mit mir zu tun haben. Schlimmer noch ist aber die Tatsache, dass ich häufig 'vergessen' werde. Wenn er Meetings mit dem Kunden anleiert, bei denen auch ich zugegen sein sollte, weil es in meinen Aufgabenbereich fällt, wird einfach 'vergessen' mich zu informieren und einzuladen. Auch an einem Tag, an dem mal früher Feierabend gemacht wurde, durfte ich mir am Ende selbst ein Taxi rufen, weil man ausgerechnet mich vergessen hat darüber zu informieren. Am nächsten Tag hieß es dann von seiner Seite: 'Tut mir Leid, aber bei der Rückfahrt hat keiner gemerkt, dass du gefehlt hast'. Von 'seinen' Mitarbeitern spielen alle da mit, weil keiner es sich mit ihm verscherzen will.

Ich dachte mir zuerst, dass ich einfach eine fehlerfreie Arbeit abliefern, jeden Tag pünktlich und motiviert erscheinen und dieses Projekt aussitzen muss. Danach habe ich wieder auf Besserung gehofft.

Aber heute habe ich von einem Mitarbeiter, der ihm nicht treu ergeben ist, erfahren, dass er sich bei der Geschäftsführung offiziell über mich beschwert hat.
Gründe:
- Ich ignoriere den Kunden und nehme einfach an Meetings nicht teil, die in meinen Aufgabenbereich fallen.
- Ich grüße die anderen Mitarbeiter nicht und kapsle mich von ihnen ab, anstatt mit ihnen zusammen zu arbeiten.
- Meine Arbeit ist unterdurchschnittlich und meine Kompetenz entspricht nicht meiner Position. (Was wirklich überhaupt nicht stimmt, aber er schreibt leider die Berichte darüber, was vom wem gemacht wird)
- Ich bringe durch meine eigenbrötlerische Art und mäßige Arbeitsqualität schlechte Laune in das Team, weil sie das ausbaden müssen.

Noch habe ich selbst keine Reaktion von höherer Stelle darauf bekommen, aber so langsam geht auch mir dieses Verhalten auf den Keks und ich sehne den Tag herbei, an dem das Projekt endet.

Jetzt wäre meine Frage, wie man am besten mit so einem Verhalten umgehen sollte?
Bisher habe ich mit stoischer Ruhe und gründlichem Arbeitseinsatz versucht, dagegen zu halten, aber wie man an der Beschwerde erkennen kann, sucht dieser Mann dann nur andere Mittel, um mir zu schaden.
Wie man sich sicherlich vorstellen kann, ist das eine wirkliche stressige Erfahrung für mich.
Was, wenn das noch größere Wellen schlägt und ich gar eine Abmahnung bekomme?
Ich bin hier leider vollkommen isoliert und habe keinen wirklichen Führsprecher vor Ort, der die Tatsachen in eine wahres Licht rücken könnte, weil nur dieser Psychopath und seine Ergebenen anwesend sind oder keinen Stress mit ihm wollen.
 

Binchy

Sehr aktives Mitglied
Du hättest sofort bei so einer Bemerkung direkt zur Geschäftsführung gehen sollen und dem Mann mit einer Anzeige bei der Polizei drohen sollen. Das ist Gewaltandrohung und ganz übel.

Du hast die falsche Taktik genommen und die Wange hingehalten. Aber solche Menschen brauchen direkt eine ganz klare und knallharte Breitseite und Grenze. Sofort zum chef und das würde ich jetzt auch machen. Solche Menschen kennen nur eine Sprache und das ist, wenn man sich wehrt. Nur dann respektieren sie möglicherweise einen, aber wenn Du Dich duckst, macht er weiter.
 

klecksfisch

Aktives Mitglied
Du hättest dich gleich bei deinem Vorgesetzten melden sollen und ihm die Sachlage schildern. Droht er die Schläge an, Anzeige erstatten.
Ich denke, er ist in der Firma bekannt, so etwas wird nicht verschwiegen. Von daher würde ichmir keine Sorgen machen, aber trotzdem den Vorgesetzten von seinem Verhalten informieren. Du wirst dann erfahren, wie über den Mann in der Firma gedacht wird.
Habe mit so was selber Erfahrung gemacht und die Personalchefin meinte nur, wir kennen XY. Da war die Sache für mich klar.
 
Es lässt sich doch nachvollziehen, ob und wann du zu welchen Terminen eingeladen wurdest oder? Bei mir kann man das im Outlook zum Beispiel nachvollziehen. Damit kannst du doch zu deinem Vorgesetzten gehen und anmerken, dass du nicht ordentlich involviert wurdest.
 

tonytomate

Sehr aktives Mitglied
Dann schreib mal eine Zusammenfassung. Die Taxiquittungen würde ich ebenfalls vorlegen. Beides bei der Geschäftsleitung und sag, daß diese Person für eine Atmosphäre der Angst sorgt, damit, Dich zu verprügeln usw. Es gibt auch ein Anti Diskriminierungsgesetz. Letztlich wird der Typ gefeuert. Sag ganz offen, daß Du seit der Typ angefangen hat, DU mit Bauchschmerzen zu arbeit fährst, Angst vor ihm hast und krank wirst.
 

nightbreed

Mitglied
Ich bin einfach von Natur aus ein Mensch, der Hierarchien nichts abgewinnen kann und mir war schon immer suspekt, wie einige Menschen meinen können, mehr wert zu sein als andere oder sich selbst über anderen Menschen stehen zu sehen.

Weil i.d. Regel tiefsitzende, schwere Defizite bei diesen Leuten vorliegen und sie es nötig haben andere anzugreifen, damit es ihnen selbst besser geht. Da ist immer irgendwas nicht in Ordnung. Habe genug Unfälle dieser Art getroffen und suche jetzt sofort das Weite, wenn mir so einer begegnet und wenn möglich. Oft war eine schlechte Kindheit oder eine anderweitige Prägung neben dem bösartigen Charakter der Zünder. Kann dir aber egal sein, was die Gründe sind das er krass deine Grenzen überschreitet.

Was, wenn das noch größere Wellen schlägt und ich gar eine Abmahnung bekomme?
Ich bin hier leider vollkommen isoliert und habe keinen wirklichen Führsprecher vor Ort, der die Tatsachen in eine wahres Licht rücken könnte, weil nur dieser Psychopath und seine Ergebenen anwesend sind oder keinen Stress mit ihm wollen.

Indem Du ihm z.B. zuvor kommst und dich stillschweigend an die nächsthöhere Abteilung wendest. Ob du eine Abmahnung bekommst, ist ja nicht entschieden. Du hast hier gute Ideen zum Vorgehen bekommen. Die Mäh-Schafe die einem Tyrannen brav folgen, haben Tradition in Deutschland. Die sind überall, in jeder Firma. Erwarte da keine Sympathien.

Hast du vielleicht eine Rechtschutzversicherung auf die du im schlechtesten Fall zugreifen kannst?
 
E

Einfacher Mitarbeiter

Gast
Danke erst ein mal für die zahlreichen Antworten.

Eine Rechtsschutzversicherung habe ich tatsächlich vor genau 10 Jahren abgeschlossen, als ich das erste mal mit diesem Typen zu tun hatte, weil ich gerade erst in der Firma angefangen und er schon damals die Schmerzgrenze extrem überschritten hatte.
Wenn das ganze Konsequenzen hat, bin ich auf alle Fälle versichert, um mich zur Not per Anwalt wehren zu können.

Das Problem der an mir beschriebenen Arbeitsweise ist, dass man weniger ein Teil der Firma, als ein Haufen voneinander unabhängiger Blasen ist. Ob da der Betriebsrat oder gar Geschäftsführer nachvollziehen kann, was vorgefallen ist, oder ob das am Ende von den Leuten dieser Blase so hingebogen wird, dass ich der 'Böse' bin, kann ich leider nicht hervorsehen.

Aber der Kernaussage vieler Kommentare gebe ich Recht. Bei solchen Leuten muss man knallhart sein und am besten noch etwas in der Hand haben, um sie selbst in die Mangel zu nehmen.
Solche Persönlichkeiten sind an einem harmonischen Umgang nicht interessiert, sondern wollen einfach nur ihre Macht und Authorität einsetzen, um ihr krankhaftes Ego zu befriedigen.

Ich habe leider noch 2 Wochen durchzustehen und werde erst mal abwarten, was da auf mich zu kommt. Die Chance ist natürlich vorhanden, dass sein Ruf diesem Typen vorauseilt und er von der Firma nicht wirklich ernst genommen wird.
 

Santino

Moderator
Teammitglied
Hallo

Es zu "vergessen", dich zu wichtigen Meetings einzuladen, die deinen Aufgabenbereich betreffen, ist sogar ganz klassisches Mobbing in der Arbeitswelt. Du nimmst die Situation also durchaus richtig war - aus meiner Sicht wirst du von dem Mann gemobbt und die Teamkameraden machen mit.

Ich würde insbesondere diesem "Vergessen" begegnen, in dem du schriftlich nachweisbar (am besten per Mail) zu festen Zeiten in der Woche bei diesem Mann und mehreren Teamkollegen im CC nachfragst, ob in den nächsten Tagen Meetings anberaumt sind, die dich und deinen Aufgabenbereich betreffen, z.B. Montag und Donnerstag (hier auch für "Anfang nächster Woche" fragen). Dann kannst du nachweisen, dass du durchaus immer nachgefragt hast, ob Meetings anstehen, dir aber niemand Auskunft gab und du deshalb nicht zum vereinbarten Termin erscheinen konntest.

Insgesamt ist das eine belastende Situation und ich würde mich dringend damit an den Betriebsrat und mit dem Betriebsrat gemeinsam an deinen nächsten Vorgesetzten wenden. Dort kannst du auch deine Sorge aussprechen, dass man dich als "Bösen" hinstellen könnte.

Wenn es für dich zu belastend wird, kannst du dich aus meiner Sicht auch durchaus krankmelden, um dich zu schützen.

Viele Grüsse
Santino
 

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