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Wie mache ich anderen Hoffnung?

grisou

Aktives Mitglied
Basierend auf dem Thema Hoffnung, das in einem anderen Thread von mir aufgekommen ist, möchte ich gerne etwas ansprechen, was mir schon länger auf der Seele liegt.

Gerade im Moment habe ich in meinem Umkreis eine Reihe von leuten, denen geht es ziemlich mies. ich möchte ihnen gerne beistehen, möchte ihnen gerne helfen, auch ein stück hoffnung geben. aber ich merke, die sind damit aktuell auch eher überfordert.

also denke ich, wäre mal ein gutes thema für das HR, was macht euch mut? woher bekommt ihr hoffnung? und auch - was ist eigentlich konkret hilfe für euch?

ich habe lange überlegt, wohin mit dem thema und mich für ICH entschieden, weil es ein thema ist, das liegt mir sehr nahe. und weil es hier um diskussionen über ängste und selbstbewusstsein geht über charakter und hilfe bei lebenskrisen und mir eine persönliche sicht wichtig ist.


edit: bitte hängt euch nicht am titel auf, ich habe den einfach so gewählt, ohne zu wissen, wohin der thread gehen kann und soll.
 

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TomTurbo

Aktives Mitglied
Auf deine Frage weiß keine Antwort. Ich weiß aber, was *nicht* funktioniert, zumindest bei mir nicht.

"Mach dir nichts draus"
"Das wird schon wieder"
"Du kriegst das schon hin"
"Nimm das nicht so ernst"

Das sind alle Sprüche, die ich nicht hören will, wenn es mir schlecht geht und ich von meinen Problemen erzähle.
 
Zuletzt bearbeitet:

Johnny_B

Sehr aktives Mitglied
MIR raubt so ein Beitrag zum Beispiel jede Hoffnung...
Wie kann denn eine unrealistische Hoffnung..Hoffnung geben?
Und ist eine solche Hoffnung unterm Strich wirklich als etwas Positives zu werten? Hofft man über einen begrenzten Zeitraum auf eine unerfüllbare Entwicklung, wiegt die Anspannung und die letztendliche Enttäuschung doch viel stärker als die anfängliche Freude und Motivation (falls überhaupt vorhanden), oder nicht?
 

grisou

Aktives Mitglied
hoffnung ist für mich etwas, was ich nur aus mir selbst schöpfen kann. so viele menschen haben mir hoffnung gemacht und mich dann fallen lassen. ich glaube niemandem mehr irgendwas.

und es gab eine zeit in meinem leben, da habe ich alle hoffnung total verloren. ich konnte nur noch sehen, ich kann nichts, ich habe nichts, es wird nie was werden. wenn ich sehe, wie mein leben vor fünf jahren war und ich da so fertig war, so ohne jede perspektive und keine hoffnung, kein mut darauf, dass sich je wieder was ändern wird, und dann sehe ich, wo ich heute stehe, eine ganz andere welt.

und ich habe mir jeden einzelnen schritt selbst ganz hart erarbeitet.

zuerst habe ich mir ein netz aufgebaut. mein kompetenznetz und das hält gerade jetzt. ich bin in vielem stabil, ich habe meine ängste im griff, aber wenn es mich umhaut, dann eben immer noch ganz schön heftig. nur weiß ich dann, ich kann mich zurückziehen, meine wunden lecken, mich wieder stabilisieren, weil mein kompetenzteam da ist und eine weile die stellung hält.

ich habe für mich verstanden, dass hoffnung ein zweischneidiges schwert ist. weil es nämlich heißt, ich muss ran und ich muss kämpfen. mein leben, meine verantwortung.

wenn leute sich immer wieder um das gleiche problem drehen. keine lösung annehmen können, das ist so eine erlernte hilflosigkeit. wenn ich mich nicht mehr über mein problem definiere, wer bin ich dann? und je mehr ich über ein problem diskutiere, umso mehr kann ich es zementieren.

vor ein paar tagen habe ich einen psychiater gehört, der meinte, eine therapie ist schwere arbeit und für viele beängstigend, weil man sein ICH neu aufstellen muss. und erst mal geht man ins leere. das kostet viel kraft. da sprach er über Borderline. ich denke, das ist bei vielen persönlichketisstörungen so.

ich habe oft an dem punkt gestanden, wo therapeuten gesagt haben: sie müssen doch nur .... zum beispiel, grenzen ziehen. ich habe immer nur gedacht, das kann ich nicht, ich will das auch gar nicht. grenzen ziehen, das bin nicht ich. das passt nicht zu mir. ich hatte kein bild dazu, was ich stattdessen machen soll. und vielleicht kann das auch kein therapeut einem geben und man muss selbst ERFAHREN. immer wieder dinge ausprobieren. schauen, was geht, was macht etwas mit mir, woher bekomme ich die stabilität, das risiko einzugehen.

aus dieser stabilität, die ich mir erarbeitet habe, ziehe ich heute meine hoffnung. stabilität habe ich, weil ich viel an erfahrungen zugelassen habe. immer ganz kleine schritte, immer in einem sicheren rahmen. ganz viel in der therapie ausprobiert. wie grenzen ziehen.

grenzen ziehen heißt nicht, einfach nein zu sagen. das ist ein so großes komplexes gebilde und ich bin damit noch lange nicht fertig, mich zu entdecken und den wert, den es für mich hat. ich glaube, angefangen hat für mich der weg mit der achtsamkeit. erst mal zulassen, auf mich zu schauen. wie geht es mir gerade. ich war immer im außen. und gerade in der therapie, mir war immer wichtig, wie geht es meinem gegenüber. aber dann mal hinschauen und merken, wie geht es mir. damit habe ich angefangen. dann zu lernen, das auch zu formulieren. tatsächlich mal zu meiner ergo zu sagen, mir geht es nicht gut, können wir heute nur karten spielen. das schlechte gefühl aushalten, dass so eine hochbezahlte kraft mit mir karten spielt, mitzubekommen, und genau das ist therapeutisch für mich. mit der therapeutin besprechen, wie geht es ihr damit, wenn ich sage, dass ich etwas nicht leisten kann. darf ich einen tag vorher den termin absagen? bei meiner betreuerin, die ist selbstständig, das ist ein finanzieller verlust für sie. zu lernen, darauf zu vertrauen, dass sie von allein sagt, das ist jetzt ein problem für mich. und irgendwann festzustellen, ich sitze in der therapie und denke mir "ist mir egal, wie es dir geht, ich muss darüber jetzt reden. und sie kann von mir aus in supervision gehen." und dann spüren, grenzen ziehen heißt, den fokus auf mich lenken.

und damit habe ich plötzlich ganz viel was wir SELBSTWIRKSAMKEIT nennen.

das bedeutet auch verantwortung zu haben und die muss auf festem stabilen boden stehen, sonst bringt es gar nichts. da setze ich heute mut und hoffnung an. der glaube an mich selbst. ich lasse das abenteuer leben auf mich zukommen und werde sehen, wie es läuft und was ich machen kann. ich fühle mich nicht mehr ständig bedroht, dass alles über mir zusammen bricht und ich die kontrolle verliere.. die dinge brechen immer noch über mir zusammen, ich bin immer noch schnell überlastet, aber ich kann mich daraus zurückziehen und erst daran arbeiten, einen festen boden unter die füße zu bekommen.

ganz oft geht es gar nicht darum, menschen lösungen zu geben, sondern vor allem darum, ihnen boden unter die füße zu zeigen und ihnen dabei helfen wieder stabil zu werden. das waren jetzt nur so eher spontan ein paar gedanken zum thema hoffnung.
 

roman12

Aktives Mitglied
Ein Beispiel: Oft türmen sich gedanklich die Verpflichtungen auf, und das entmutigt.
Aber auch Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden, und auch eine Arbeitswoche, mag sie stressig sein, besteht aus (üblicherweise) fünf Tagen.
Man sollte vermeiden, die Verpflichtungen und Termine alle in einen Topf zu werfen - sonst wird ein Ragout aus Stress und Hektik daraus.
Gilt analog natürlich auch für Befürchtungen.

Verpflichtungen und Befürchtungen getrennt zu betrachten, kann Hoffnung machen - einem selbst und anderen.
 

°°°abendtau°°°

Sehr aktives Mitglied
Wie kann denn eine unrealistische Hoffnung..Hoffnung geben?
[...]
Das ist doch ganz simpel. Durch den Glauben. Wenn man niemanden hat und ist ein gläubig Mensch, dann hat man seinen Glauben hinter sich. Das ist viel, wie ich finde. Ich bewundere das. Egal welcher Religion.
Die Fanatiker ausgenommen.

Ich bin Atheist, ich versuche daher immer an mich zu glauben, dass wiederum gibt mir eine gewisse Hoffnung bzw. Stärke (zurück). Ganz besonders wenn ich mal wieder bei etwas gescheitert bin.
Ich kann es aber auch nicht immer, aber das steht auf einem anderen Blatt.
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Wenn einfach jemand da ist, signalisiert, egal wann, egal worum es geht, kann das anderen evtl. Hoffnung geben.

In den Arm nehmen, halten.

Zuhören bei Redebedarf.
Durchdachte Fragen, um nachdenken anzuregen.
Tipps bei Bedarf.

Bestärken, an Erfolge und innere Kraft erinnern.

Verständnis, Mitgefühl, Empathie.
Und wenn nötig ein ermunternder Schubs oder ein Kopfwaschen.

Etwas zum Thema passendes schicken/schenken..
 

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