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Wie kann ich meinem Stiefsohn helfen?

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Gast

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Ich habe einen 17-jährigen Stiefsohn, der bis vor kurzem mit seiner Mutter (im Ausland) gelebt hat. Er ist seit der Scheidung der Eltern ein Problemkind, in der Pubertät wurde es noch schlimmer. Nun hat es der Mutter endgültig gereicht und sie hat ihn rausgeworfen, wir ahaben wir ihn aufgenommen, Entgegen meiner Befürchtungen hat er bis jetzt noch keineswegs dieselben Verhaltensweise wie bei seiner Mutter an den Tag gelegt (Schule schwänzen, Drogen-Experimente, Alkohol etc.). Aber was mir Sorgen macht, ist dass er unheimlich in sich zurückgezogen ist, und dass obwohl er eigentlich, so wie ich ihn früher kennengelernt habe, ein richtiges Energiebündel und sehr extrovertiert ist. Ich versuche seit er bei uns wohnt, eine Beziehung zu ihm aufzubauen, aber es scheint fast, also würde er an einer Art Depression leiden. Er hat noch keine Freunde gefunden so weit ich weiss (es hapert auch mit der Sprache noch ein bisschen), verschwindet gleich wenn er heimkommt in seinem Zimmer und meidet jeden Kontakt mit uns. Mein Lebensgefährte ist sehr viel unterwegs, und es ist sicherlich nicht leicht für ihn in dieser Situation, aber gerade weil ich viel mit ihm alleine bin, möchte ich irgendwie an ihn rankommen. Hinzu kommt, dass wir nicht gerade einen glänzenden Start hatten und ich früher nicht gerade gut auf ihn zu sprechen war. Das möchte ich ändern, denn er tut mir im Moment richtig leid, ich weiss aber überhaupt nicht, wie man mit einem Jungen in dem Alter umgeht. Mein Lebensgefährte sieht das alles etwas lockerer, und meint das gibt sich alles schon wenn er erst mal Freunde gefunden hat. Das ist sicherlich auch richtig, aber ich kann es wirklich nicht mitansehen wie traurig er im Moment ist. Kann ich überhaupt etwas machen oder findet ihr ich übertreibe und sollte ihn einfach in Ruhe lassen? Oder hat jemand eine Idee wie ich an ihn rankommen könnte ohne zu aufdringlich zu sein? Lg, Anne
 

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Dame

Aktives Mitglied
Hallo Anne,

ist nicht ganz einfach, ihn so zu akzeptieren, wie er gerade ist. Und genau das braucht er, denke ich. Und dann mal versuchen den Blick auf all das Gute, das in ihm liegt, zu lenken. Ist wohl schwierig, da dies ganz schön verschüttet scheint. Er hat wohl oft (viel zu oft) erlebt, dass er abgeschoben, weggeschickt, wird, wenn er nicht so funktioniert, wie es die Erwachsenen gerne hätten. Sowas tut weh. Und irgendwann zieht man sich dann zurück.

Freunde in dem Alter zu finden, geht eigentlich vom Jugendlichen selber aus. Mit 17 kann man dies wohl nicht mehr fördern, evtl. eine Jugendgruppe, fällt mir gerade ein.

Was mir noch wichtig erscheint ist, über sein bisheriges Leben nur zu sprechen, wenn er es wünscht oder signalisiert, dass er drüber reden möchte.

Liebe Grüße Dame
 

Indianerin

Mitglied
Liebe Anne!
Meiner Erfahrung nach öffnen sich Jugendliche und Jung-Erwachsene dann, wenn man ihnen eine Vorlage gibt, sprich: öffne Du Dich ihm. Klopfe an seine Zimmertür - "ich will nicht aufdringlich sein, würd aber gern mal mit Dir sprechen, hab zwei Cola mitgebracht..." - setz Dich zu ihm in sein `Revier´ - sprich von Deinem Erleben, daß Du früher eifersüchtig auf ihn warst (oder ähnliches) - wie er heute auf Dich wirkt - daß Dich das sehr traurig macht - daß Du ihn magst und er jederzeit mit Dir reden kann - "ich bin für Dich da, Du hast ne Menge mitgemacht, ich kenne das, bei mir war das damals so und so..."
Zart und behutsam,
sprich von Dir, Deinen Erfahrungen mit Trennung, Abschied, Schmerz, mangelndes Selbstwertgefühl u.ä.
dann traut er sich vielleicht, von seinem Schmerz zu berichten...
Alles Liebe von Indianerin
 

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