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Wie kann ich ihr nur helfen?

Kannja

Aktives Mitglied
Meine Mutter war nie eine Mutter für mich... sie hat mich von klein auf psychisch aufs schlimmste misshandelt, mich geschlagen, beschimpft und Machtmissbrauch an mir verübt, mich mit allem belastet was sie empfand, mich gezwungen für sie da zu sein statt umgekehrt... und hätte ich sie wirklich mal in der Not gebraucht, ließ sich mich GENÜSSLICH im Stich, sah zu wie ich zappelte und unterging und genoss dabei ihre Überlegenheit. Sie war nie für mich da, auch nicht als mein Vater vor einem Jahr starb. Trotzdem schaffe ich es nicht sie umgekehrt ganz im Stich zu lassen. Sie hat sich mit allen Menschen die einst an ihrer Seite standen überworfen, weil sie ihnen Bösartigkeiten zufügte oder schlicht über jedes menschlich akzeptable Ziel hinausschoss. Aber auch wenn sie somit ihre heutige Einsamkeit wirklich selbst verschuldet hat, ist sie doch so allein... und es ist unendlich traurig zu sehen wie sie lebt, sich komplett gehen und verwahrlosen lässt. Sie ist so furchtbar einsam, ihr Dasein so unvorstellbar passiv und leer. Sie ist psychisch krank, will aber keine psychologische Hilfe, sondern nimmt nur starke Psychopharmaka die ein Arzt ihr verordnet. Sie hat schon immer jede Verantwortung von sich geschoben und jedes Verhalten mit ihrer seelischen Erkrankung gerechtfertigt, Rücksichtnahmne und Verständnis von allen gefordert... die Krankheit ist für sie Ausrede und sie versteckt sich komplett dahinter, eine Therapie wollte sie nie machen. Alle anderen sind schuld, sie selbst trägt keine Verantwortung für nichts - so hat sie schon immer gedacht und gehandelt. DEshalb meint sie eben auch selbst nicht (mit Hilfe eines Theapeuten) an sich arbeiten zu müssen um ihr Leben selbst zu verbessern. Sie geht einfach seit Jahren nicht mehr aus dem Haus (außer zum Einkaufen), hat keine Hobbys, keine Freunde, keine Kontakte. Auch ihr Äußeres vernachlässigt sie extrem, ebenso ihre Wohnung...

Gestern war ich zu ihrem Geburtstag bei ihr (als einzige natürlich). Und obwohl ihre Wohnung schon seit Jahren chaotisch und traurig ist, war ich diesmal doch richtig geschockt WIE schlimm der Zustand ist... es war zwar einigermaßen aufgeräumt (oberflächlich), doch der Dreck war unglaublich... richtige Dreckhaufen überall auf dem Teppich, alle Polster und Teppiche großflächig verfleckt, zudem lebt sie (und sie hat gutes Geld!!) auf teils zerbrochenen Möbeln. Auch sie selbst sah schlimm und ungepflegt aus, roch sogar ein wenig. Ich weiß für mich einerseits, dass der Kontakt zu ihr mir nicht gut tut und brauche eine gewisse Distanz... Aber andererseits mache ich mir nun doch große Sorgen und habe das Gefühl ihr irgendwie helfen zu müssen. So kann ein Mensch doch nicht leben, oder? Und es scheint ja vor allem steil bergab zu gehen...

Die Sache ist aber, dass ich schon seit Jahren immer wieder versucht habe meine Mutter zu ermutigen "Komm, ich helfe Dir, fahre mit Dir los neue Möbel und was schönes für Deine Wohnung aussuchen, es schön einzurichten, zu dekorieren..." aber es ist ihr nie recht, stört sie in ihrer Bequemlichkeit. Sie sagt dann immer sie könne später mal irgendwann danach gucken (z.B. die komplett zerbrochene Couch u ersetzen), im Moment sei ihr das zu viel. Es ganz für sie erledigen darf ich aber auch nicht, - sie will selbst kontrollieren und auswählen. Geld hat sie wirklich reichlich! Ist aber dennoch geizig und nicht gewillt etwas auszugeben um ihre Wohnung in Ordnung zu bringen.

Am liebsten würde ich einfach selbst alles in die Hand nehmen und sie einfach mit einer neu und schön gestalteten Wohnung überraschen... mir fehlen aber die finanziellen Mittel und ich bin ja auch nur eine Frau und allein, somit könnte ich so Sachen wie einen neuen Fußboden zu verlegen kaum ohne das nötige Geld (für einen Dienstleister) erledigen. WENN sie es überhaupt wollen sollte.

Zudem ist da das Dilemma für mich, dass meine Mutter mir, wenn ich den Kontakt wieder näher werden ließ bislang jedes Mal wieder sehr sehr weh getan hat (oft völlig bewußt/absichtlich), sie tat mir noch nie gut... und ich habe ja selbst viele Probleme. Also muss ich eigentlich auf mich selbst aufpassen was den Kontakt zu ihr angeht. Aber ich fühle mich andererseits so verantwortlich für sie - alle anderen (inkl. meines Bruders und ihrer Geschwister) haben ja längst das Weite gesucht. Es lastet also alles auf meinen Schultern. Ich kann nicht ertragen einen Menschen so elend zu sehen wie meine Mutter lebt... und nicht zu helfen. Bei niemandem könnte ich mich da einfach weg drehen, aber für sie bin ich ja im Grunde nun auch alleinig verantwortlich, - es gibt einfach niemanden sonst der ihr helfen würde wenn ich es nicht tue. Aber WIE kann ich das nur...???
 

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M

mutti123

Gast
Hallo,
auch wenn es hart klingt, aber ich glaube du kannst ihr nicht helfen. Aus deim einfachen Grund, weil sie NICHT WILL.
Sie hat es sich selbst ausgesucht und du kannst sie gegen ihren Willen zu NICHTS zwingen.
Viel wichtiger wäre, dass du vielleicht auf DICH schaust. Warst du jemals in therapeutischer Behandlung? Hast du alles verarbeiten können?
Ich sage das alles nicht ohne Hintergrund, denn auch ich kenne diese Grundproblematik. Ich habe mich auch schon IMMER für meine Mutter verantwortlich gefühlt - bis ich selbst in Therapie kam. Dort habe ich gelernt, dass ich NICHT verantwortlich für sie bin. Sie ist ein eigenständiger, erwachsener Mensch, der für sich selbst verantwortlich ist. Und wenn sie keine Hilfe WILL, kannst auch du das nicht ändern.
Es mag hart klingen, aber es könnte dir besser gehen, wenn du dich emotional von ihr ein wenig entfernst. Das habe ich durch die Therapie geschafft und nur dadurch konnte ich dieses Verantwortungsgefühl abgeben.
Lass es dir gesagt sein:
DU BIST NICHT FÜR SIE VERANTWORTLICH!!!
Schau lieber, wie du DEIN Glück finden kannst, DEIN Leben leben kannst, denn du hast nur eins.
In diesem Sinne wünsche ich dir alles Liebe und Gute
Viel Glück, vor allem DEIN Glück, Kraft und Mut, DEIN Leben zu leben.
Liebste Grüße
mutti123 :)
 

111kleinbuchstabe

Aktives Mitglied
Sie geht einfach seit Jahren nicht mehr aus dem Haus (außer zum Einkaufen
Es ist ihr Lebensentwurf. Vielleicht lässt sich das irgendwie verstehen, wenn es sich anliest. Reisen mit dem Neunundvierziger - Brigitte Schwaiger - Grenzerfahrungen - derStandard.at
Edit: Das Schöner wohnen « DiePresse.com meinte ich

zudem lebt sie (und sie hat gutes Geld!!) auf teils zerbrochenen Möbeln.
Es gibt ja die (Hobby)Psychologenweisheit, dass die Einrichtung der Wohnung viel über die Person aussagt, die darin wohnt. Dadurch drückt sie sich aus, es hat eine Bedeutung. Du kannst es wahrnehmen oder auch nicht.

Die Sache ist aber, dass ich schon seit Jahren immer wieder versucht habe meine Mutter zu ermutigen "Komm, ich helfe Dir, fahre mit Dir los neue Möbel
Damit wäre es nicht mehr ihre Wohnung, das wäre wie Picasso oder Dürer oder Peter Paul Rubens verbessern zu wollen. Ok, bei Picasso kann man es noch verstehen... :D
 
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