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Wie kann die Gesellschaft "starke Jungs" hervorbringen?

Q-cumber

Aktives Mitglied
Liebe Community,

nach dem Lesen einiger Threads, in denen es in unterschiedlichen Varianten um das Männerbild in unserer heutigen Gesellschaft geht, möchte ich gerne Eure Erfahrungen und Meinungen zum Thema "Diskrimierung von Jungen" hören.
Ich habe aus den anderen Threads von Männern mitgenommen, dass sie sich -vor allem gegenüber der Frauenwelt- sehr unter Leistungsdruck gesetzt fühlen, der Überzeugung sind, nur mit einem gestählten Körper, dickem Konto und Karriere überhaupt Chancen zu haben, eine Partnerin zu finden.
Teilweise habe ich von Mobbing-Erfahrungen in der Schule gelesen, die den Selbstwert dieser Jungen und jungen Männer anscheinend schwer angekratzt haben.

Ich möchte nicht darüber diskutieren, ob diese "Du brauchst Geld, Optik und Status"-Nummer realitätsbezogen ist, oder nicht.
Letztlich geht es doch vor allem um eine Selbstwertproblematik.
Und da schließen sich für mich eine Menge Fragen an, die ich mit Euch gerne diskutieren möchte.

Sicherlich ist es vor allem die Aufgabe der Eltern, ihrem Kind ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen mit auf den Weg zu geben.
Dennoch verbringen Kinder nun mal eine lange und prägende Zeit vor allem in der Schule. Es gibt ja einige Untersuchungen, die besagen, dass Jungen im Klassenverband mit Mädchen im Verhältnis schlechter benotet werden, als lauter, störender, unangepasster wahrgenommen werden. Schneller den Stempel "Problemkind" erhalten.

Kommen wir nun endlich zu meinen Fragen:
1) Glaubt ihr, es braucht eine spezielle Förderung von Jungs in der Schule in Bezug auf positiven Selbstwert, eigene Stärken entdecken, Training sozialen Miteinanders? Und umgekehrt für Mädchen evtl. auch? Wie könnten diese Maßnahmen aussehen?
2) Glaubt ihr, es ist sinnvoll Jungen und Mädchen entweder ganz oder zumindest teilweise getrennt voneinander zu unterrichten?
3) Glaubt ihr, es braucht in Kindergarten und Schule mehr männliche Bezugspersonen? Insbesondere der Kita- und Grundschulbereich ist ja sehr frauenlastig.
4) An die Männer: habt ihr selbst in der Kindheit Diskriminierungen und Nachteile wegen Eures männlichen Geschlechts erlebt? Wie sah die Diskriminierung aus? Hattet ihr Unterstützung? Was hättet ihr Euch gewünscht?
5) An die Eltern von Jungs: habt Ihr das Gefühl, Eure Jungs werden aufgrund ihres Geschlechts schlechter behandelt? Was würdet ihr Euch wünschen?

Was ich in diesem Thread NICHT möchte:
Ein gegenseitiges Männer- und Frauenbashing. Ich wünsche mir einen konstruktiven Erfahrungsaustausch, möchte Eure Ansichten und Idee hören.
Ich möchte NICHT in jedem zweiten Satz hören, dass es Mädchen auch nicht leicht haben. Das weiß ich. Ich weiß, wo, wie und wann Mädchen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden. Heute soll es aber bitte mal um die Jungs gehen.

Ich freue mich auf ein respektvolles und konstruktives Miteinander und bin auf Eure Beiträge sehr gespannt.
Vielen Dank!
Q-cumber
 

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beihempelsuntermsofa

Sehr aktives Mitglied
Meiner Meinung nach wäre es an der Zeit, in der Erziehung auf jegliche Unterscheidung von Geschlechtern zu verzichten.
Ich würde von Anfang an auf den Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde verzichten als auch auf die Einteilung in rosa/blau.
In Kindergärten und Schulen keinerlei Einteilung mehr in Jungs/Mädchengruppen.
Keine speziellen Jungs-/Mädchenfächer etc.
Es muss Normalität werden, dass alle alles können, allen alles offensteht.
Das ist bestimmt ein langer Weg, der über Generationen gehen muss.
Aber irgendwann muss man halt anfangen.

Ich war übrigens in einer reinen Mädchenschule (internat).
Ea hat mir dort sehr gut gefallen. Aber im nachhinein gesehen in manchem doch nicht gutgetan.
 

Q-cumber

Aktives Mitglied
Liebe @beihempelsuntermsofa,

ganz vielen Dank für Deine Meinung und Deine eigenen Erfahrungen!

Das ist ja ein Ansatz, den viele Bildungs- und Erziehungseinrichtungen verfolgen: keinerlei Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu machen.
Das leuchtet mir auch ein und klingt gut - trotzdem habe ich manchmal schon bei ganz kleinen Kindern das Gefühl, dass Jungs und Mädchen eben doch nicht gleich sind. In ihrer Entwicklung, ihrer Art zu kommunizieren, ihren Neigungen. Ich bin da wirklich unschlüssig.
Es ist echt komplex -Vieles hängt natürlich auch vom Elternhaus und den dort vorgelebten Rollenbildern ab.

Magst Du evtl. erzählen, was für Dich nachteilig an einer reinen Mädchenschule gewesen ist?
Hat es z.B. Unsicherheiten im Umgang mit Jungs gebracht?
Das könnte ich mir evtl. vorstellen. Wenn man nie mit dem anderen Geschlecht in Kontakt kommt, kommen sie einem noch mehr wie Aliens vor...:sneaky:!

Ganz lieben Dank,
Q-cumber
 

primechecker

Aktives Mitglied
Schwierig zu sagen, die ganze Gesellschaft ist ja gefühlt in Schieflage. Man müsste überhaupt erst mal an gewisse Grundelementen ran. Aus meiner Sicht wird zu viel vorgegeben und vorgeschrieben, die freie Persönlichkeitsentfaltung wird dabei gehemmt, vor allem jener, die ein sehr individuelles Wesen haben.
 
wir brauchen keine starken Jungs, wir brauchen mehr Prinzessinnenjungs. Im Buch von Nils Pickert kann man auf diese Fragen viele Antworten finden.
Getrennt unterrichten, den "starken Mann" anstreben, das gab es ja schon zu Kriegszeiten, und schaut wohin es geführt hat. Das kapitalistische, patriarchale Denkmuster wird eh bald überholt sein. Einfühlsamkeit und Miteinander statt gegeneinander sind die neuen Werte.
 

Q-cumber

Aktives Mitglied
Hallo @primechecker,

Da wären wir dann evtl. bei alternativen Schulformen wie Waldorf- oder Montessori-Schulen, oder?
Hat jemand von Euch Erfahrungen mit solchen Schulkonzepten?
Im Volksmund werden sie ja häufig sehr belächelt ("Seinen Namen tanzen", blablabla).

Glaubst Du, dass es statt "Standardfächern" wie Mathe, Deutsch, Englisch vielleicht noch mehr künstlerisch-kreative oder pädagogische Elemente geben sollte?
Oder auch unterschiedliche Sportangebote ohne Leistungsdruck durch Zensuren zum Beispiel?
 

beihempelsuntermsofa

Sehr aktives Mitglied
Magst Du evtl. erzählen, was für Dich nachteilig an einer reinen Mädchenschule gewesen ist?
Hat es z.B. Unsicherheiten im Umgang mit Jungs gebracht?
Ja. Sehr sogar.
Vor allem, weil ich auch noch Einzelkind bin und einen wirklich sehr alten Vater hatte...
Es war ein schöner geschützter Raum,das Internat, und viele Freundschaften sind entstanden die bis heute halten.
Aber es war halt auch irgemdwie abgeschnitten von der realen Welt.
 

Q-cumber

Aktives Mitglied
wir brauchen keine starken Jungs, wir brauchen mehr Prinzessinnenjungs. Im Buch von Nils Pickert kann man auf diese Fragen viele Antworten finden.
Getrennt unterrichten, den "starken Mann" anstreben, das gab es ja schon zu Kriegszeiten, und schaut wohin es geführt hat. Das kapitalistische, patriarchale Denkmuster wird eh bald überholt sein. Einfühlsamkeit und Miteinander statt gegeneinander sind die neuen Werte.
Prinzessinenjungs :giggle: ...klingt süß, aber was ist damit gemeint?
Ich kenne das Buch nicht, kannst Du es empfehlen?
Gibt es aus Deiner Sicht Möglichkeiten, Einfühlsamkeit und Miteinander in Kita und Schule zu vermitteln?

EDIT: hab gerade mal ein bisschen zu Nils Pickert nachgelesen. Interessantes Buch und interessanter Typ.
 
C

casspetr

Gast
1) Glaubt ihr, es braucht eine spezielle Förderung von Jungs in der Schule in Bezug auf positiven Selbstwert, eigene Stärken entdecken, Training sozialen Miteinanders? Und umgekehrt für Mädchen evtl. auch? Wie könnten diese Maßnahmen aussehen?

Wir haben das Thema Geschlechteridentität und -rollen mehrfach in der Schule besprochen, und jedes Mal kam dabei raus, dass die männlichen Schüler ein viel besseres Selbstwertgefühl haben als die weiblichen. Ich will damit nicht sagen, dass das allgemein auf der Welt so ist, aber genauso kann man nicht allgemein sagen, dass es mehr unsichere Männer gibt, nur weil diese hauptsächlich in Foren vertreten sind. Ich denke, an sich schadet es nicht, die genannten Themen zu besprechen, aber auf keinen Fall nur geschlechterbezogen. Ich persönlich sehe nämlich keinen Zusammenhang zwischen dem Geschlecht und dem Selbstwertgefühl.

2) Glaubt ihr, es ist sinnvoll Jungen und Mädchen entweder ganz oder zumindest teilweise getrennt voneinander zu unterrichten?

Nein, denke ich nicht. Jungen sind sich untereinander vielleicht ähnlicher als dem anderen Geschlecht, aber Ausnahmen gibt es immer und ich vermute, es wird zu mehr Gruppenzwang und letztendlich auch Mobbing führen, wenn man bspw. nur mit anderen Jungs unterrichtet wird, die ein eigenes/von den Eltern vermitteltes Männerbild haben. Außerdem gehe ich davon aus, dass es ihnen dann erst recht schwer fallen wird, sich dem anderen Geschlecht zu nähern, weil sie in ihrer Jugend kaum Berührungspunkte hatten.

3) Glaubt ihr, es braucht in Kindergarten und Schule mehr männliche Bezugspersonen? Insbesondere der Kita- und Grundschulbereich ist ja sehr frauenlastig.

Ich habe nie darüber nachgedacht, ehrlich gesagt. Ich hatte auch nur weibliche Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen und ich kann absolut nicht beurteilen, ob mir das geschadet oder genützt hat

4) An die Männer: habt ihr selbst in der Kindheit Diskriminierungen und Nachteile wegen Eures männlichen Geschlechts erlebt? Wie sah die Diskriminierung aus? Hattet ihr Unterstützung? Was hättet ihr Euch gewünscht?

Bin kein Mann. Habe es aber als Außenstehende durchaus mitbekommen, vor allem bei Homosexuellen oder anderen nicht "typisch männlichen" Männern. Die Geschlechterrollen sind einfach zu allgegenwärtig.

5) An die Eltern von Jungs: habt Ihr das Gefühl, Eure Jungs werden aufgrund ihres Geschlechts schlechter behandelt? Was würdet ihr Euch wünschen?

Bin kein Elternteil. Ich erlaube mir aber zu sagen, dass mein Eindruck eher ist, dass Mädchen immer noch schlechter behandelt werden als Jungs (hauptsächlich wg. Punkt 1 : Ich erinnere mich sehr genau daran, wie oft Jungen meinten, sie würden keinerlei gesellschaftlichen Druck verspüren und ihnen stehen alle Möglichkeiten offen, während viele Mädchen berichteten, sie würden immer noch wegen ihrem Aussehen oder Verhalten verurteilt werden, besonders von Lehrern/Lehrerinnen).
 

Q-cumber

Aktives Mitglied
Ja. Sehr sogar.
Vor allem, weil ich auch noch Einzelkind bin und einen wirklich sehr alten Vater hatte...
Es war ein schöner geschützter Raum,das Internat, und viele Freundschaften sind entstanden die bis heute halten.
Aber es war halt auch irgemdwie abgeschnitten von der realen Welt.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
Und dann kommt am Ende eben doch eine große Unsicherheit heraus.
Danke Dir :)!
 

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