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Wie geht man mit dem Auf und Ab von dem Leben um?

L

landstrasse

Gast
Guten Abend liebe Forenuser,

ich führe nun seit gut zwei Jahren ein Tagebuch und beim Sichten meiner Einträge ist mir etwas aufgefallen, was ich schon länger im Verdacht hatte. Mir scheint, als würden mir mehr schlechte als gute Dinge widerfahren. Oder ich habe zumindest mehr schlechte Tage als gute. Das führt natürlich unweigerlich zu dem Gedanken, warum ich mir das alles (=das Leben) eigentlich antue, wenn dies so im Ungleichgewicht ist.

Da ich momentan noch hier bin, reichen mir die wenigen erfreulichen Momente in meinem Leben allen Anschein nach noch aus. Nur kommt die Frage nach dem "warum" oder "wohin" soll das führen immer öfter. Ich beschäftige mich auch viel mit der Macht der Gedanken und positiven Affirmationen, aber meine pessimistische Grundstimmung bleibt.

Ja, das Wetter war heute schön und meine Arbeit angenehm sagen wir mal, aber das war es gestern auch und der Tag davor auch und das macht mich in meiner eben genannten Grundstimmung trotzdem nicht glücklicher. Kann ich das überhaupt noch lernen?

Oder weißt das auf irgendwelche anderen Probleme hin? Meine Laune ist stark abhängig von meinem Umfeld, und da treten meine guten Phase deutlich kürzer und schwächer auf als meine schlechten. Ist das nun alles meine eigene Einstellung oder liegt das in der Natur des Menschen, eher wütend und traurig zu sein?
 

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Sadie02

Aktives Mitglied
Hi!

Aus meiner Sicht ist es bei den meisten Menschen vermutlich ausgeglichen. Menschen, die in allem noch was Gutes sehen, kommen mir komisch vor. Und wer immer grinst, wird häufig eher für bekifft gehalten. Ständig wütend und traurig ist natürlich auch anstrengend und frustrierend.

Vielleicht kann man das auch nicht so gegeneinander stellen in deinen Beiträgen. Vielleicht hast du mehr schlechte als gute Tage, aber vielleicht ist das Gute, das manchmal da ist so stark, dass es das andere eher aufwiegt?
Zweitens ist es vielleicht auch so, dass man in einem Tagebuch doch eher offen zu sich selbst ist und oft Dinge schreibt, die man eben nur schwer offen woanders ansprechen kann. Man "kotzt" sich dann aus, und klar, dann wirkt das Schlechte oftmals stärker als es vielleicht real ist.

Was würdest du denn ändern wollen in deinem Leben? Glaubst du, wenn du die Umstände bestimmen könntest, würde die negative Grundstimmung verschwinden? Hättest du dich gerne anders oder lieber deine Umwelt oder bestimmte Leute?
Das sind auch Fragen, die du vielleicht mal ganz für dich überlegen kannst.

Alles Gute!
 

Eva

Aktives Mitglied
Zum einen gibt es eben Menschen, die eher negativ denken/Dinge eher negativ sehen. Bei anderen ist es wieder umgekehrt. Ist vielleicht eine Charaktereigenschaft. Das berühmte halb volle Glas/halb leere Glas. ;)

Ich kann dir von mir sagen, dass ich kein schönes Leben hatte. Es war geprägt von viel Krankheit, ernsthaften Sorgen etc. etc. Du fragst, wie man damit umgeht: Es war ein Lernprozess: Nicht auf andere schauen, Neid ablegen, Schicksalsschläge "hin nehmen" (ist natürlich nicht so leicht, wie hier kurz geschrieben). Außerdem habe ich irgend wann beschlossen auch für kleine Dinge dankbar zu sein, die für die meisten Menschen selbstverständlich sind. Und wenn ich manchmal andere Schicksale im TV sehe oder hier lese, weiß ich, dass ich mit meinem (sch...) Leben nicht alleine bin.
 

Wabisabi

Mitglied
Hallo landstrasse,

Ich kenne diese Gedanken sehr gut. Ich habe mich auch viel mit der Macht der Gedanken, Affirmation, Meditation etc beschäftigt, um meine negative Grundstimmung zu verändern. Leider haben sie nicht meine Gedanken grundlegend verändern können.

Du schreibst selber, dass deine Stimmung abhängig ist vom Umfeld. Ich denke, dass man nie ganz die Ereignisse und Geschehnisse die quasi im „außen“ passieren von der eigenen Gemütsverfassung trennen kann. Dafür sind wir Menschen zu sehr miteinander verkettet. Trotzdem denke ich, dass man selber an einem „stabilen Ich“ arbeiten kann, in dem man das eigene Glück oder die Freude nicht nur und unmittelbar vom Umfeld abhängig macht.

Wenn du oft eine eher negative Stimmung hast, bedeutet es ja, dass dir im Leben generell etwas fehlt, was dir mehr Freude gibt. Ich denke darauf könntest du vielleicht deinen Fokus richten. Was fehlt dir? Was machst du gerne und was macht dir Freude? Und wie kannst du mehr von den Dingen, die dir gut tun, in deinem alltäglichen Leben integrieren?

Das „Stichwort“ Dankbarkeit“ spielt dabei auch eine essentielle Rolle.
Sicher hast du auch schon von Dankbarkeitslisten gehört: Regelmäßig die Dinge aufschreiben, für die man dankbar ist... mir hat so eine Liste nicht geholfen, weil ich zwar aufschreiben konnte, wofür ich dankbar sein sollte, aber innerlich keine tiefe Dankbarkeit verspüren konnte. Geholfen hat mir allerdings zu lernen, für die Dinge dankbar zu sein, für die man Schwierigkeiten hat, dankbar zu sein. Klingt etwas paradox, aber als ich anfing, für banale oder eher negative Dinge dankbar zu sein (wenn ich zb Dinge für andere Menschen erledigen musste, auf die ich keine Lust hatte. Ich habe dann versucht, dankbar zu sein, dass ich das machen darf) konnte ich mit der Zeit wirklich für fast alles Dankbarkeit verspüren. Ich denke nämlich, es ist sehr leicht, für Dinge dankbar zu sein, die eh gut laufen, viel schwieriger ist es ja, auch Dankbarkeit zu entwickeln, für die nicht so schönen Dinge im Leben. Ich meine in diesen Moment zeigt sich doch die wahre Bedeutung von Dankbarkeit... Es ist wie mit der „Toleranz“. Die meisten Menschen sagen sie seien tolerant. Aber können sie auch Dinge tolerieren, für die sie eigentlich keine Toleranz haben? Denn genau in diesen Augenblick zeigt sich doch ob sie wirklich von Herzen tolerant sind oder nicht. Wenn man es schafft, dass Bewusstsein in so eine Richtung zu lenken, dann lebt es sich leichter und schöner.

Heute schätze ich die Gegenwart, die Momente. Ich finde viele Dinge unglaublich schön in einem einzigen Augenblick und genieße dann den Moment, weil ich weiß, dass alles - jede Erfahrung, jede Begegnung, jedes Gefühl, einfach alles - vergänglich ist - und das ist auch gut so.
 

Doratio

Aktives Mitglied
Es liest sich fast so, als würdest du hauptsächlich negative Dinge in dein Tagebuch schreiben.
Natürlich gibt es solche Tage, wo anscheinend alles schief geht. Aber auch an diesen Tagen gibt es schöne Momente. Manchmal sind es nur kleine Augenblicke, aber auf die solltest du dich konzentrieren.
Z.B. ist dir im strömenden Regen der Bus vor der Nase weggefahren. Das könntest du abends verbittert in dein Tagebuch notieren. Vielleicht hast du aber deshalb das kleine Cafe an der Straßenecke entdeckt, dort in gemütlicher Athmosphäre einen Kaffee getrunken, bevor du mit dem nächsten Bus nach Hause gefahren bist.
Anfangs ist es tatsächlich schwer, solche Augenblicke zu entdecken. Je öfter du das machst, um so einfacher wird es aber werden.

Jetzt stelle dir mal vor, wie du in einem Jahr dein Tagebuch durchblätterst.
Anstatt von Problemen entdeckst du dann diese kleinen Glücksmomente wieder. Das wirft dann ein ganz anderes Licht auf dein Leben.
 

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