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Wenn nichts mehr ist wie's war...

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Gast_Motte

Gast
Hallo liebe Leser,
ich weiß gar nicht was ich genau hier möchte. Weder weiß ich, was ich erwarte, noch wo mich das alles hinführt.
Vor einigen Wochen schrieb ich eine E-Mail an einen ehemaligen Dozenten (systemischer Therapeut in meiner Erzieherausbildung). Ich schrieb ihm unter anderem, dass ich mich seit einigen Monaten nicht mehr wie ich fühle, dass sich vieles in mir geändert hat, dass mein Leben in vielerlei Hinsicht auf der Strecke bleibt und dass ich vor allem nicht mehr dieser glückliche Mensch von früher bin. Dass es mir schwer fällt gut gelaunt zu sein und dass ich meine Familie und meine Freunde sowie meinen Partner über alles liebe. Auch habe ich ihm erzählt, dass es mir schwer fällt, mit Menschen über mich und meine Gefühlswelt zu reden. Das kann ich nicht einmal mit meinem Partner. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich Angst habe Schwäche zu zeigen... Schreiben unter dem Deckmantel der Anonymität des Internets fällt mir da weniger schwer.
Es sind so viele Dinge an mir selbst die mich stören und mich daran hindern dass es mir wieder gut geht. Es war mir nie aufgefallen, dass ich solche Hemmungen habe, mit jemandem über gewisse Dinge zu reden, doch jetzt, wo ich das Bedürfnis habe, meine negativen Gefühle und Gedanken abzuschütteln, fällt mir immer wieder auf, dass ich das noch nie gemacht und auch nicht gelernt habe. Weder mit Freunden noch mit der Familie...
Dieser besagte Dozent sagte mir, dass es sich so anhöre, als würde sich bei mir gerade etwas verändern wollen und fragte ob ich wüsste was das sein kann (Naja, außer dass ich will dass es so ist wie früher eigentlich nicht)? Auf jeden Fall riet er mir, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen und mir ein Rezept von meinem Hausarzt zu holen. Genau da liegt wieder das Problem. Wenn ich noch nicht mal mit meinem Partner über mich reden kann, wie soll ich dann einem Arzt von mir erzählen? Er selbst bot mir Therapie oder Coaching auf Selbstkostenbasis an. In einer weiteren Mail an ihn war mein schriftlicher "Tonfall" nicht ganz angemessen und ich hatte etwas überreagiert...Ich denke da an eine klassische Abwehrhaltung meinerseits.
Ok, ich forsche ja ziemlich viel an mir herum, was mir selbst aber irgendwie nicht hilft. Ich habe zum Beispiel ständige Angst um das Leben meiner Familie, wenn mein Mann sagt er ist für ne halbe Stunde mit dem Hund spazieren und ist dann nur fünf oder zehn Minuten zu spät, dann bekomme ich Panik dass etwas passiert sein könnte. Ich male mir die schlimmsten Szenarien aus. Ich kann mich dann teilweise selbst beruhigen, weil ich mir sage dass ich mal wieder übertreibe. Ich denke ich weiß auch woher diese Angst kommt, aber ich weiß nicht, wie ich sie beseitige... Ich denke dass ich den Ursprung für meine Gedanken und Gefühle kenne. Und doch drehe ich mich im Kreis.
Auch ist da oft am Abend diese Angst einfach nicht mehr aufzuwachen... Mein Körper macht mich so oft verrückt. Mein Atem, mein Herzschlag, meine ganze körperliche Wahrnehmung. Und auch hier kenne ich die Ursprünge...
Ich weiß nicht wie ich weiter vorgehen soll...Ich würde diesem Dozenten / Therapeuten gerne noch einmal fragen, ob sein Angebot noch steht, aber nachdem ich ihm in der letzten Mail nicht ganz so nette Worte sagte, traue ich mich irgendwie nicht mehr. Und doch ist er die einzige außenstehende Person, der ich mich voll und ganz anvertrauen könnte, denke ich.
Und was ist, wenn ich mich das dann traue und ich unter vier Augen reden soll? Kann ich das?
Ich möchte einfach alles los werden und schaffe das nicht allein... Ich MÖCHTE reden, KANN es aber nicht...
Ich glaube da blickt außer mir keiner durch... Ich selbst blicke ja kaum durch...

Tat auf jeden Fall gut das mal so zu schreiben und vielen Dank fürs Lesen dieses total bescheuerten Textes...

Schönen Abend
 

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Gehirnwäsche

Mitglied
"Ich weiß nicht wie ich weiter vorgehen soll...Ich würde diesem Dozenten / Therapeuten gerne noch einmal fragen, ob sein Angebot noch steht, aber nachdem ich ihm in der letzten Mail nicht ganz so nette Worte sagte, traue ich mich irgendwie nicht mehr. Und doch ist er die einzige außenstehende Person, der ich mich voll und ganz anvertrauen könnte, denke ich.
Und was ist, wenn ich mich das dann traue und ich unter vier Augen reden soll? Kann ich das?"
Ich traue mich auch oft nicht mehr nach solchen Dingen. Du musst dich irgendwie fuer den einen Moment zusammen reissen und dich bei ihm entschuldigen, erklaer wieso du dich so verhalten hast. Er wird das bestimmt verstehen. Wenn dieser Dozent der Einzige ist, dem du dich anvertrauen kannst, dann solltest du es tun.
Wahrscheinlich kennst du das auch selbst, du hast so panische Angst und am Ende, wenn es vorbei ist, fragst du dich wieso du ueberhaupt Angst hattest, dass es ja gar nicht so schlimm war. Du kannst ja anfangs mit ihm eher oberflaechlich darueber reden oder schreib es auf. Sag ihm am Anfang die Dinge,die du sagen kannst. Er wird dich ja nicht zwingen ihm alles zu sagen. Vielleicht musst du dich erst an diese neue Situation gewoehnen. Sei einfach ehrlich, dass du noch nie mit anderen Menschen ueber diese Dinge gesprochen hast und nicht gleich ueber alles reden kannst. Vielleicht wird es dir dann vertrauter oder du merkst, dass du doch nicht mit ihm ueber solche Dinge reden kannst. Dann muesstest du dir jemand anderes suchen.
 

Leftluggage

Mitglied
Hallo Gast_Motte,

hier schreibt dir eine registrierte ... Motte. ;) Soeben komme ich nach Monaten wieder einmal in dieses Forum, da springt mir gleich auf der Startseite dein Thema ins Auge. Ich hatte eigentlich vor, einen eigenen Thread zu eröffnen, war mir aber über den Titel nicht klar. Nun schreibe ich einfach unter deinem und hoffe, es ist ok für dich. Irgendwie passt er, so verallgemeinernd er auch ist, doch auch zu mir. Warum, das wird sich dir im Laufe meiner Antwort erschließen ... oder auch nicht.

Du schreibst: "Ich denke dass ich den Ursprung für meine Gedanken und Gefühle kenne. Und doch drehe ich mich im Kreis." Wenn mir das so geht, höre ich mit dem Drehen erstmal auf und halte inne, weil mir sonst schwindlig wird. Ich stelle mir dann viele Fragen zu meiner Authentizität und wo ich sie vielleicht verloren haben könnte oder im Begriff bin, sie zu verlieren. Trotz aller einschneidenden Wechsel, die ich schon durchlebt habe und neuen, zukünftigen, kommt es für mich hauptsächlich darauf an, in allem "ganz bei mir sein" und bleiben zu dürfen. Mein Innenleben ist schließlich das, was mich überallhin begleiten wird, sogar bis in den Tod. Auch wenn das vielleicht kompromisslos klingt: Mein Innenleben ist mir so wichtig, dass ich es keinesfalls von anderen Menschen manipulieren lassen möchte. Mir geht es schlecht, sobald ich spüre, dass ich manipuliert werde, dass die Menschen in meinem allernächsten Umfeld das Bild lieben, das sie sich von mir gemacht haben, aber nicht mich selbst. Vielleicht bin ich ihnen auch auf allerlei Weise nützlich. Daran ist im Prinzip noch nichts verkehrt. Aber völlig absichtslos und nur um meiner selbst willen geliebt zu werden - nach diesem Gefühl sehne ich mich, seit es die Menschen nicht mehr in meinem Leben gibt, die es so selbstverständlich in mir erzeugten, dass ich niemals auf die Idee kam, es könnte irgendwann nicht mehr da sein. Auch dieses Jahr ist für mich wieder einmal nichts mehr wie es war. Es geschah in einem Moment, in dem mir klar wurde, was für eine Rolle ich im Leben anderer Menschen spiele, nämlich die - und nur die -, die sie sich für mich ausgedacht haben. Ich fühlte mich enttäuscht, erst im negativen Sinne, dann aber erinnerte ich mich an das kluge Wort, dass Ent-täuschung im Grunde etwas sehr Gutes ist - schließlich ist es der Anfang des Endes einer Selbstbelügung, die elementarste Form der Hygiene, die ich meinem Innenleben schuldig bin. Ich verstand früher nicht, was ich mir unter dem Begriff "Selbstverwirklichung" vorstellen sollte. Der Mensch IST doch, also ist er bereits wirklich. Der Begriff schien mir absurd. Heute, wo ich weiß, wie homogen sich Menschen zusammenfassen lassen, sehe ich, dass es sich bei ihnen um das Kennenlernen ihres Selbst handelt, das ihnen während der Kindheit schlichtweg nicht möglich war. Manchen ist ihr Selbst aber auch erst auf ihrem späteren Weg abhandengekommen, in der Mühe um die Anerkennung von Angehörigen ihres sozialen Umfeldes. Durch die wie selbstverständlich vorausgesetzte Anpassung kann die eigene innere Stimme und damit der Kontakt zu sich selbst leicht verloren gehen. Etwas sehr Wesentliches fehlt dann und dieser Mangel verursacht ein unbehagliches Gefühl. Spätestens das könnte der Moment sein, sich grundsätzliche Fragen zu stellen, zu beantworten und die Konsequenzen aus den Antworten zu ziehen, auch wenn das unangenehm ist. Viel häufiger passiert es daher, dass Menschen den Weg des geringsten Widerstandes wählen und versuchen, auf eine banale Art innerhalb ihrer rigiden Sozialverbände "individuell" zu sein. Wenn danach jeder in der Gruppe strebt, ist natürlich am Ende niemand wirklich individuell, zumal Individualität nicht ein Kostüm ist, das aus purer Laune mal getragen wird und dann wieder nicht, sondern ein unaufhörlicher Wachstumsprozess als Folge vorausgegangener Denkprozesse. Im Wettbewerb um das individuellste Banale erübrigt sich gänzlich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Banalen. Noch schlimmer ist es, wenn dem Banalen feierlich Sinn verliehen wird, von "autorisierter" Stelle her. Wesentliche Punkte niemals anzusprechen, die richtigen Fragen um keinen Preis zu stellen, darin bestärk(t)en ja nicht nur bekennende Small talk-Begeisterte, sondern auch Personen der Öffentlichkeit, wenn sie sich nicht ihrer Verantwortung bewusst sind, sondern nur ein Ziel verfolgen, nämlich nur ja nirgends anzuecken, sondern beliebt zu sein, der persönlichen Vorteile wegen.

Ich bin mir natürlich klar darüber, dass dich vieles, was ich hier geschrieben habe, überhaupt nicht betrifft. In der Schule hätte ich womöglich eine 6 für Themaverfehlung bekommen. Aber auch wenn wir beide aus ganz verschiedenen Gründen unter der Erkenntnis leiden, dass in unserem Leben nichts mehr so ist wie es war - wir trauern beide derselben Illusion nach, nämlich dass im Leben etwas gleichbleiben oder wieder so werden könnte, wie es war. Den Gefallen tut es uns meistens nicht. Wir konnten das schließlich schon im Leben anderer Menschen beobachten. Nur, wenn es uns selbst betrifft, hat es eine völlig neue Qualität, weil wir damit nicht gerechnet oder es verdrängt hatten. Oder weil wir dachten, dass uns das nicht passieren kann, weil... Über dieses kurze eitle menschliche Dasein hinausblicken zu können, ist heute offen gesagt das einzige, das mir aus meinem Dilemma hilft, jeden Tag aufs Neue. Ich weiß, in einer Zeit, wo er als das ewige kleine Baby in der Krippe irgendwie gerade noch so durchgeht, ist es unpopulär, an den längst erwachsenen Jesus zu erinnern, noch dazu in der Rolle eines machtvollen Königs zur Rechten Gottes, der uns Menschen vom Tod auferstehen lassen kann. Trotzdem haben wir es nur seinem Tod zu verdanken (seine Geburt allein hätte das nicht bewerkstelligt), dass uns ein Horizont weit über dem von Erdkröten eröffnet worden ist, wie ihn Heinrich Seidel einmal satirisch beschrieb:
Die Kröte kroch mit großem Schnaufen bedächtig auf den Maulwurfshaufen, und sah sich um, von Stolz geschwellt: "Wie groß ist doch die weite Welt!"
Da der erwachsene Jesus von sich selbst sagte, dass nur er allein DER WEG ist, die Wahrheit und das Leben, und kein Mensch zum Vater kommt, außer durch ihn, habe ich mir natürlich überlegt, was es bedeutet, diesen Weg anzunehmen und auch, was dann womöglich alle anderen Wege bedeuten - also die, wo er gar nicht erst vorkommt oder die, die ihn jedes Jahr um diese Zeit zum Bonsai degradieren. Naja, das mobilisiert mich natürlich. Der erwachsene Jesus hinterließ seinen Nachfolgern schließlich nicht die Aufgabe, still zu sein.

Hoffentlich konnte ich dir wenigstens etwas schreiben, das dir weiterhilft und nicht nur Dinge, die für dich komplett daneben sind. Ich wünsch dir echten Frieden, der manchmal nur aus dem Gespräch mit Gott kommt, dem wir uns dank Jesus Christus so nahe fühlen können. Von Menschen aus unserem Umfeld diesen Frieden zu erwarten, überfordert sie - es liegen auch allzu oft wirklich Welten dazwischen - kein Wortspiel... Vielleicht ist dieses Gefühl, von Menschen total verlassen zu sein, ja sogar eine Methode Gottes, uns näher an sich heranzuziehen, all unsere Last (endlich) auf ihn zu werfen.

Herzliche Grüße

LL
 
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Gast

Gast
Du " denkst " aber du lernst nicht?
Du " glaubst ", aber du weißt nicht.
Du " fühlst ", aber du spürst nichts?
Du bist zu andren " ehrlich " , belügst dich aber selber:
Du bist " gewachsen "; aber nicht erwachsen geworden!
Du bist " unsicher " ; weil du dir selber nicht vertraust!
Du " lebst "; nicht dein Leben!
https://www.youtube.com/watch?v=4j3AOJV1J8I
 
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Gast

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Wenn er der Weg ist, dann scheine ich recht weit von meinem Weg abgekommen zu sein. Seitdem meine Mum nicht mehr unter uns weilt, habe ich in irgendeiner Weise meinen Glauben verloren. Wie oft frage ich mich nach dem "Warum?" und ich weiß auch, dass mir darauf niemals jemand eine Antwort geben kann. Nicht zu wissen warum ein kerngesunder Mensch, der voller Elan und Lebensfreude war, so plötzlich zu den Engeln geholt wird, zermürbt mich. Ja ich kann es bis heute nicht begreifen und IHM nicht verzeihen, dass er sie so früh zu sich geholt hat. Jeden Tag erkenne ich sie in mir und meinem Handeln in der Arbeit wieder. Das ist es, was mich am Leben hält und sie mir jeden Tag ganz nah sein lässt. Wo ist denn unser Gott? Wieso holt er sich die guten Menschen? Wieso die, die Wunder vollbringen und eine Bereicherung für Ihr gesamtes soziales Umfeld sind? Das kann ich ihm nicht verzeihen...
Ich bin zwar immer noch gern in der Kirche...Aber empfinde eigentlich nur Wut...
Klar, vielleicht wird sie jetzt woanders gebraucht, aber WIR bräuchten sie auch, und zwar genau hier in unserer Mitte!
Ich glaube, wenn ich sie nicht in mir tragen würde und jeden Tag auf meine Weise mit ihr reden könnte, dann wäre ich schon längst dort wo sie jetzt ist. Wie oft habe ich daran gedacht mich irgendwo aufzuhängen, mir auf irgendeine Art und Weise das Leben zu nehmen. Doch damit würde ich so vielen lieben Menschen weh tun, zumal ich dafür auch nie den Mut hätte, da ich panische Angst vor dem Sterben habe.
Ich weiß, welche Wege und Mittel mich aus meinem Tief raus holen könnten. Aber "ich weiß" heißt noch lange nicht "ich kann"...
Ich habe in meinem Leben all das erreicht was ich mir erträumt habe, auch wenn es nicht immer leicht war. Ich habe mir vieles hart erkämpfen müssen. Aber des Kampfes bin ich müd... Ich mag nicht mehr kämpfen...
 
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Gast

Gast
Nichts bleibt wie es war, Veränderung ist die Regel.
Und das Chaos, wie jetzt in deinem Leben, deinen Gedanken.
Aber ist es wirklich das Leben, die andren, die Welt, die sich verändert hat?
Oder nur dein Denken darüber.
An den meisten Dingen ist nichts gut oder schlecht, nur meine Interpretation gibt dem eine " Bewertung " !
Die muß nicht mit der " Wirklichkeit " der andren übereinstimmen.
Das ist nicht Krankhaft, sondern nennt sich " Weltbild ".
Keiner ist so wie du, denkt wie du, lebt wie du....
Kläre also erst mal für dich:
Wann und wie hat es angefangen mit dem Unwohlen Gefühl, da ist jetzt was , nicht mehr so wie sonst?
Ist da sonst niemand der so denkt wie Ich?
Ist das was ich für meine Welt halte anders als es die andern sehen?
Mit was bin ich nicht einverstanden an mir, oder redet man mir nur was ein ,ich übernehme das nur.
Muß ich so sein wie andre mich sehen oder haben wollen?
Irina Rauthmann sagte dazu:
Ich liebe die Andersartigkeit der Menschen, die ihr Anders sein authentisch leben.
Sich äußerlich zeigen durch Kleidung, Haartracht oder andere sichtbare Zeichen.
Oder durch ihr Handeln, das sie an den Tag leben, ohne die geringsten Anzeichen der Frage: "Was mögen die anderen denken?"
Ich liebe diese Echtheit, auch wenn sie manchmal nicht in mein Bild der Welt paßt.
 
G

Gast

Gast
Gott holt niemand zu sich.
Er ist auch nicht der , der dich auf die Erde gebracht hat.
Auch deine Eltern nicht, und auch nicht Adam und Eva.
Es gibt einen Gott, eine höhere macht die manche so nennen.
Der Glaube hat nichts mit der Kirche oder irgend einem Buch einem Gebäude einer Geschichte darüber zu tun.
Genau wie die Doktrin das nur der Glaube an den einen Gott ( der Christliche ) der wahre und ( richtige ) ist.
Was ist die Wirklichkeit , was alle sagen und denken?
Beispiel:
Da steht jemand auf dem Scheiterhaufen im Mittelalter.
Alle die drum herum stehen schreien: die Hexe soll brennen.
Alle glauben das ist eine Hexe, also muß es ja wirklich Hexen geben?
Sagen ja alle!
Der Glaube ist etwas ganz persönliches, ein Teil meines Menschsein, meiner Moral, meiner Seele und dem Geist, der ( Odem ) Gottes.
Deshalb ist es schwer das mit dem Wissen / Wissenschaftlich und nur rein Verstandesmäßig zu erklären.
Das kann nur der ( Intellekt ):
Das ist ein Teil meines Verstandes der dafür sorgt, das Gefühle real werden und erlebbar sind.
Genau wie die Liebe die in der Welt ist, die kommt von Gott.
Du hast deine Mutter geliebt, Beweise es?
Das geht nicht, genau so wenig wie die Liebe die ich fordere zu erhalten.
Liebe kann ich nur geben, dann kommt auch was davon zurück.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Wenn er der Weg ist, dann scheine ich recht weit von meinem Weg abgekommen zu sein.

Mit "er" meinst Du sicher Jesus Christus, richtig?

Seitdem meine Mum nicht mehr unter uns weilt, habe ich in irgendeiner Weise meinen Glauben verloren. Wie oft frage ich mich nach dem "Warum?" und ich weiß auch, dass mir darauf niemals jemand eine Antwort geben kann.

Das würde ich so nicht bestätigen. Einerseits will eine Antwort auch gelesen oder gehört werden. Andererseits ist für das Finden einer passenden Antwort oft auch das Suchen erforderlich.


Nicht zu wissen warum ein kerngesunder Mensch, der voller Elan und Lebensfreude war, so plötzlich zu den Engeln geholt wird, zermürbt mich. Ja ich kann es bis heute nicht begreifen und IHM nicht verzeihen, dass er sie so früh zu sich geholt hat.

Er hat seine Gründe. Du musst diese Gründe nicht verstehen. Er schuldet Dir auch keine Erklärung oder gar eine Rechtfertigung. Aber nur weil Du seine Gründe nicht kennst, müssen es keine schlechten Gründe sein.

Jeden Tag erkenne ich sie in mir und meinem Handeln in der Arbeit wieder. Das ist es, was mich am Leben hält und sie mir jeden Tag ganz nah sein lässt. Wo ist denn unser Gott? Wieso holt er sich die guten Menschen? Wieso die, die Wunder vollbringen und eine Bereicherung für Ihr gesamtes soziales Umfeld sind? Das kann ich ihm nicht verzeihen...
Ich bin zwar immer noch gern in der Kirche...Aber empfinde eigentlich nur Wut...
Klar, vielleicht wird sie jetzt woanders gebraucht, aber WIR bräuchten sie auch, und zwar genau hier in unserer Mitte!
Ich glaube, wenn ich sie nicht in mir tragen würde und jeden Tag auf meine Weise mit ihr reden könnte, dann wäre ich schon längst dort wo sie jetzt ist. Wie oft habe ich daran gedacht mich irgendwo aufzuhängen, mir auf irgendeine Art und Weise das Leben zu nehmen. Doch damit würde ich so vielen lieben Menschen weh tun, zumal ich dafür auch nie den Mut hätte, da ich panische Angst vor dem Sterben habe.
Ich weiß, welche Wege und Mittel mich aus meinem Tief raus holen könnten. Aber "ich weiß" heißt noch lange nicht "ich kann"...
Ich habe in meinem Leben all das erreicht was ich mir erträumt habe, auch wenn es nicht immer leicht war. Ich habe mir vieles hart erkämpfen müssen. Aber des Kampfes bin ich müd... Ich mag nicht mehr kämpfen...
Hallo, lieber Gast,
ich bedauere mit Dir, dass Deine liebe Mutter gestorben ist. Was würde sie sagen, wenn sie Deinen Beitrag lesen würde?

Ein kindlicher Glaube benötigt an seiner Seite die Reife eines Erwachsenen, sozusagen einen Erwachsenenglauben.
Ein "Kind" fühlt sich sicher... solange die Mutter an der Seite steht. Die Sicht des reifen Christen richtet sich nicht auf einen Menschen, dem man nachfolgen will, dessen Hand Du spüren willst. Die Sicht des reifen Christen richtet sich nur auf Jesus Christus. Jesus Christus sagte nicht: "Folgt mir an der Hand eurer Mutter nach."

Und ja, die Gemeinschaft mit anderen Christen ist wichtig. Wir unterstützen uns gegenseitig. Aber auch die christliche Gemeinschaft ist kein Ersatz für Jesus Christus.

Ich habe keinen telefonischen Kontakt zu Gott. Also genau was Er immer beabsichtigt, kann ich Dir nicht sagen. Jedoch kann ich mir folgende Antworten vorstellen auf Deine Fragen:

Warum holt sich Gott die guten Menschen?
Ich denke, Gott hat einen Plan mit jedem Menschen und daraus resultiert der Platz und der Sinn im Leben des einzelnen Menschen. Viele Menschen verfehlen ihren Sinn. Sie suchen nicht ihrem Platz - von IHM ausgesucht - .
Hat ein Mensch den Platz, den Gott ihm ausgesucht hat, eingenommen und seinen Job gemacht, dann ist es irgendwann auch Zeit zu IHM zu gehen.

Mir erscheint für Dich wichtig, dass Du Deinen Platz - von IHM ausgesucht - erkennst. So wie Deine Mutter ihren Platz hatte.

Wenn Du einen Platz hast, der Dich überfordert, stimmt etwas nicht. Entweder holst Du Dir keine Kraft bei Gott ("ohne mich könnt ihr nichts tun"), oder Du bist auf einem falschen Platz. Wie auch immer. Auf dem Platz, den Gott für Dich ausgesucht hat, bist Du richtig. Da bist Du mit Seiner Hilfe nicht überfordert. Und da brauchst Du auch keinen Menschen. Du machst dann Deinen Job selbstständig mit Gottes Hilfe und nur mit Gottes Hilfe. Und solltest Du Hilfe, z.B. durch andere Menschen benötigen, dann wird Gott Dir auch diese Menschen an Deine Seite stellen. Er weiss doch was Du brauchst, bevor Du es ausgesprochen hast.

In jedem Fall solltest Du ein selbstständiger und reifer Christ sein. Ich weiss nicht, ob es zutrifft, aber evt. war Deine sehr gute Mutterbeziehung auch für Dich ein Hemmnis, selbstständig im Glauben zu wachsen.

Mir geht so ein weiser Satz im Kopf herum: "Wenn ich nur Dich habe, frage ich nicht nach Himmel und Erde".

Wenn Du Fragen hast, dann stelle sie.

LG, Nordrheiner
 
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Leftluggage

Mitglied
Wenn er der Weg ist, dann scheine ich recht weit von meinem Weg abgekommen zu sein. Seitdem meine Mum nicht mehr unter uns weilt, habe ich in irgendeiner Weise meinen Glauben verloren. Wie oft frage ich mich nach dem "Warum?" und ich weiß auch, dass mir darauf niemals jemand eine Antwort geben kann. Nicht zu wissen warum ein kerngesunder Mensch, der voller Elan und Lebensfreude war, so plötzlich zu den Engeln geholt wird, zermürbt mich. Ja ich kann es bis heute nicht begreifen und IHM nicht verzeihen, dass er sie so früh zu sich geholt hat. Jeden Tag erkenne ich sie in mir und meinem Handeln in der Arbeit wieder. Das ist es, was mich am Leben hält und sie mir jeden Tag ganz nah sein lässt. Wo ist denn unser Gott? Wieso holt er sich die guten Menschen? Wieso die, die Wunder vollbringen und eine Bereicherung für Ihr gesamtes soziales Umfeld sind? Das kann ich ihm nicht verzeihen...
Ich bin zwar immer noch gern in der Kirche...Aber empfinde eigentlich nur Wut...
Klar, vielleicht wird sie jetzt woanders gebraucht, aber WIR bräuchten sie auch, und zwar genau hier in unserer Mitte!
Ich glaube, wenn ich sie nicht in mir tragen würde und jeden Tag auf meine Weise mit ihr reden könnte, dann wäre ich schon längst dort wo sie jetzt ist. Wie oft habe ich daran gedacht mich irgendwo aufzuhängen, mir auf irgendeine Art und Weise das Leben zu nehmen. Doch damit würde ich so vielen lieben Menschen weh tun, zumal ich dafür auch nie den Mut hätte, da ich panische Angst vor dem Sterben habe.
Ich weiß, welche Wege und Mittel mich aus meinem Tief raus holen könnten. Aber "ich weiß" heißt noch lange nicht "ich kann"...
Ich habe in meinem Leben all das erreicht was ich mir erträumt habe, auch wenn es nicht immer leicht war. Ich habe mir vieles hart erkämpfen müssen. Aber des Kampfes bin ich müd... Ich mag nicht mehr kämpfen...

Hallo Gast,

die eigene Mutter zu verlieren, ist eines der traumatisierendsten Ereignisse, und egal was einem Menschen da an trostreichen Dingen auch sagen - es wirkt sowieso nichts. Es würde auch keinen Sinn machen, die Trauer irgendwie abkürzen zu wollen, sprich dich mit allen möglichen Mitteln aus dem Tief herausziehen zu wollen, bevor du den Verlust halbwegs verarbeiten konntest. Ich sage "halbwegs", weil die Zeit zwar den Schmerz lindert, aber die Erinnerung an das traurige Erlebnis natürlich nicht auslöscht. Was mir half: Ich habe mich meiner Trauer nie geschämt und ihr einfach den Raum gegeben, den sie verlangt hat. Schließlich brach sogar Jesus spontan in Tränen aus, als er vom Tod seines Freundes Lazarus hörte. Und ich muss bestimmt nicht tougher sein als Jesus. Ich habe meine Trauer nicht verdrängt, und im Nachhinein kann ich sagen, dass das wahrscheinlich gut war so. Jahre danach hörte ich auch von Experten, dass man Trauer nicht wegdrücken soll durch Ablenkung, usw. Viele machen das ja - ich hätte das nicht gekonnt. Ich denke auch, dass verdrängte Trauer einen in einer späteren Lebenssituation einholt. Ich finde die Art und Weise schön, wie du deine Mutter trotzdem weiter in deinem Leben spürst. Das mit der Arbeit war bei mir auch so. Erst nach ihrem Tod wurde mir bewusst, wie viele gute Tipps von ihr ich jeden Tag befolge. Und heute schießt mir noch oft in den Sinn, was sie genau jetzt, in dieser Situation, gesagt haben würde.

Ganz viele herzliche und mitfühlende Grüße,

LL
 
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Leftluggage

Mitglied
Gott holt niemand zu sich.
Das geht nicht, genau so wenig wie die Liebe die ich fordere zu erhalten.
Liebe kann ich nur geben, dann kommt auch was davon zurück.
Da kann ich dir nur zustimmen, lieber Gast. Die Art von Liebe, die man braucht, kann man nicht einfordern, sondern muss dankbar sein über jede Art von Liebe, die einem irgendwo begegnet. Das bin ich auch. Es gibt so viele Arten von Liebe. Die, die einen wirklich meint, so wie man ist, ist die schönste. Und wenn einem die im Leben schon mal passiert ist, ist man eigentlich ein glücklicher Mensch, auch wenn sie nicht mehr da ist. Oder man sollte es sein ... ;)
 

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