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Wenn mir etwas zu vertraut ist, will ich mich distanzieren...

soulstorm

Mitglied
Hey :)
Ich bin mittlerweile 21 Jahre und... fühle mich vielleicht... einsam und... distanziert von allem?
Seit 7-8 Jahren stelle ich immer wieder das Phänomen (zumindest betitel ich es als Solches, weil es mir irgendwie nicht so richtig erklärbar scheint) fest, dass ich mich je mehr ich mich mit "Dingen" beschäftige, es irgendwann zu einem Punkt kommt an dem ich sie abstoße oder ich mich unwohl fühle und mich distanziere.
Da das "Problem" in so gut wie allen Lebensbereichen Auftritt und ich deshalb schlecht in einer Definition zusammenfassen kann, möchte ich es an ein paar unterschiedlichen Beispiel erläutern.

Ich hatte früher in der Schule 3 Jahre lang Psychologie Unterricht was mir aus persönlicher Interesse sehr viel Spaß gemacht hat. Nach etwa 2 Jahren wollte ich mich aber nicht mehr damit beschäftigen, es hat mich belastet darüber zu lesen oder für dieses Fach zu lernen. Ich wollte mich auf einmal nicht mehr damit identifizieren, obwohl ich früher gerne Psychologe geworden wäre. Jetzt nachdem das schon einige Jahre her ist geht es wieder, aber diesen Punkt des "Unwohlseins" wenn ich mich damit beschäftige kommt nun schon nach wenigen Tagen und nicht mehr erst nach 2,5 Jahren.

Als ich mein Abitur nachgeholt habe, hat sich mein Freundeskreis geändert da ich mit anderen Leuten zusammen war. In diesen 3 Jahren habe ich mich mit wenigen Leuten sehr gut angefreundet, wir waren eine Gruppe mit gleichen Interessen... vielleicht eine "Randgruppe" aber das war uns egal, wir mochten alle und uns mochten alle.
Nach einigen Monaten fühlte ich mich nicht mehr wohl, ich wollte nicht mehr richtig wohl zur Schule zu gehen, ich hab meine Freunde gemocht aber mich auch nicht wohl gefühlt bei ihnen zu sein. Vielleicht wollte ich nicht so in einer Gruppe inkludiert sein, dass ich vom Rest isoliert war. Nachdem Abitur sind die meisten weggezogen und wir treffen uns nur noch sehr selten, das ungute Gefühl ist weg und ich würde mich gerne öfter treffen.
Leider kann ich natürlich nicht davon berichten was dann passieren würde...

Ich befinde mich aktuell in einem Studium mit einer etwas spezielleren Ausrichtung. Ich habe mich unglaublich gefreut dass ich aufgenommen wurde. Nach dem ersten Semester bin ich aber so überfordert mich mit der Thematik auseinanderzusetzen dass ich es unmöglich weiterführen möchte und abbreche.
Meine weiteren Optionen die ich schon lange im Sinn habe (Ausbildungsberufe) würde ich weiterhin gerne machen, habe aber die Befürchtung es könnte ähnlich enden... aber es kann ja nicht immer so weitergehen.

Habe für einige Jahre Krafttraining betrieben um etwas zuznehmen und mich fit zu halten.
Ich war in einem sehr familiären kleinen Fitnesstudio. Bin mit allen dort gut bis sehr gut ausgekommen und es gab nie Probleme. Doch nach 1-2 Jahren wollte ich nicht mehr, mich hat es mental belastet dort hin zu gehen. Die vertrauten Leute und Umgebung zu sehen und meine Routine durchzuführen.


Das Problem ist, dass ich alles was ich anfange nie wirklich beende, ich kann also nichts wirklich, habe Freunde aber aber keine guten Freunde. Ich mag vieles aber gehöre doch nirgends dazu, nicht weil ich ausgeschlossen werde, sondern weil ich mich bewusst herausnehme. Mir tut das vor allem auch Leid weil andere darunter leiden und auch wenn ich mich entschuldige macht es dass für beide Parteien nicht so gut wie es sein könnte.
Ich habe also keinen Fortschritt im Leben außer dass ich in allen Lebensbereichen immer wieder neu anfange.
Das ist natürlich auch ein Fortschritt, doch nicht wenn man nie etwas fertig bekommt.
Ich habe auch bereits diese Grenze überwunden um herauszufinden ob es nur ein unbegründetes Gefühl ist, aber als ich mich mit Freunden getroffen habe bei denen ich mich gar nicht so wohl gefühlt habe weil... ja weil... ?? - wurde ich sehr ruhig und wollte schnell wieder nach Hause.

...
Mein Wunsch mit diesem Post ist, Eindrücke von anderen Leuten zu bekommen die nicht zwangsweise aber vielleicht doch wissen was ich meine, es vielleicht sogar selbst kennen und womöglich für sich sogar schon herausgefunden haben woran es liegt um dann in meiner... Selbstfindung (?) neue Anreize zu bekommen.
Falls das beschriebene "Problem" etwas ist für das es einen Begriff gibt, oder es vielleicht sogar eine Art Krankheit ist über das es schon Berichte gibt würde ich mich auch sehr freuen wenn ich dahingehend ein paar Informationen bekomme:)

Danke schonmal!
und liebe Grüße...

SooulStorm


[Edit]: Mir viel gerade beim Nachdenken noch das Wort "Bindung" ein... Probleme mich an etwas zu binden... irgendwie so. Aber warum?
 
Zuletzt bearbeitet:

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Eva321

Mitglied
Hallo soulstorm,

es handelt sich nicht um eine psychische Erkrankung.

Die Begriffe: Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein, Geduld, Problemlösefähigkeit, Beziehung gestalten Selbststeuerung usw.
fallen alle in den Überbegriff "Resilienz".
Kein Kind ist von Geburt an "resilient", sondern man erwirbt diese Eigenschaften im Laufe des Lebens.

Die richtige Erziehung ist dabei entscheidend.

Es es gibt sehr viele Artikel dazu im Internet. Ich bin mir sicher das du dort die Antwort auf deine Frage findest.

Lieber Gruß
Eva
 

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