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Wenn ich nochmal 20 wär...

Ostergesetz

Aktives Mitglied
Hallo,

ich bin (wie einige wissen) 23 und fange im Sommer einen 1 jährigen Master an.
Ich frage mich in letzter Zeit oft, ob viele Leute (auch ich) nicht teilweise wertvolle Zeit vergeuden. Nicht mit dem Studium, das ist sehr wichtig für mich und macht mir auch Spaß, sondern "daneben" bzw. "dazwischen".
Viele, viele, die ich kenne, hetzen von der Uni zum Nebenjob, machen Praktika in den Semesterferien und fangen nach dem Master (viele noch jünger als ich) sofort an zu arbeiten.
Mich würde interessieren, was ihr eurem Ich in seinen 20ern raten würdet. Was würdet ihr persönlich als etwas empfinden, was man gemacht haben sollte.
Leider ist meine Familie, der ich die Frage auch schon öfter gestellt habe, nicht so hilfreich. Ich wurde sogar schief angeguckt, weil ich mir nicht für 2 Monate Überbrückungszeit ein weiteres Praktikum besorgt habe, sondern mal von grundauf die geerbte Wohnung aufgeräumt habe.
Viel scheint nur noch darauf abzuzielen, dass es auf dem Lebenslauf gut aussieht. Ich kenne so manchen, der ein Praktikum in Afrika gemacht hat, weil man das eben auf dem Lebenslauf haben muss...spannend oder gar bereichernd fanden diejenigen das nicht.
Allerdings macht es mir auch Angst mich für etwas anderes als die vorgefertigten Praktikawege usw zu entscheiden, denn ich habe bei meinem letzten Praktikum von der Personalerin gehört, dass die Leute "ich geh jetzt mal auf Weltreise" überhaupt keine Chance mehr hätten. Sie müssten bei Null anfangen trotz vorheriger Erfahrungen. Ist es also zu riskant sich längere Zeit eine Auszeit zu nehmen in so jungen Jahren?
Ich sehe ein, dass vorberufliche Erfahrungen wichtig sind, aber hier geht es eher um das, was man sonst so machen kann/darf und welchen Effekt das hat.

Ich bin gespannt auf eure Ideen :)

PS: Es geht weniger darum, dass ihr MIR etwas raten sollt. Könnt ihr ja gar nicht, dazu wisst ihr zu wenig über mich. Es geht eher allgemein darum, was ihr eurem jüngeren Ich anraten würdet wie die Zeit auf dieser Welt zu nutzen ist :) Also praktisch: Ihr seid nochmal 20 und entscheidet über euren Weg ;)
 

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Kylar

Sehr aktives Mitglied
Ich hätte besser eine andere Ausbildung machen sollen (auch wenn ich nicht weiß welche genau).

Ich hätte mir früher einen Psychologen suchen sollen.

Ich hätte früher mal in dem Krankenhaus vorbeischauen sollen, in dem mein jetziger Freund arbeitet. Dann hätte ich den schon ein paar Jahre früher kennengelernt. ;)
 
T

Traumwelten

Gast
Hallo, mein mittlerer Sohn, gerade 23 Jahre geworden, studiert Lehramt Gymnasium -Sport-Englisch-Geographie, und ist seit dem letzten August 2015 für ein Jahr nach USA als Praktikant an einer German High School. Desweiteren ist er ein Eishocky Spieler auf Profi Level und hatte bereits nach 3 Wochen Aufenthalt in USA einen Eishockey Club gefunden in den er jetzt 2-3x die Woche trainiert und Sonntag spielt. Letze Woche hat er Dirk Nowitzki privat getroffen. Mein Sohn startet in USA senkrecht durch und es gefällt ihm gigantisch gut. Nach gerade mal 4 Wochen an der German School führt er schon absolut eigenständig den Unterricht durch. Mein älterer Sohn ist vor seinem Studium mit den Rucksack durch ganz Südamerika gereist für 8 Monate und er kam extrem gereift nach Hause. Ich möchte damit nur sagen, dass ein Auslandsaufenthalt immer zu einer gewissen persönlichen Reife beiträgt. Aber nicht jeder hat die Gelegenheit oder auch nicht das Bedürfnis in das Ausland zu gehen.
LG





Mein
 

Ostergesetz

Aktives Mitglied
@Spoony

Was fandest du besonders inspirierend? Was hast du Prägendes in deinen 20ern gemacht?

@Sevi

Das mit dem Krankenhaus klingt gut, aber vielleicht war auch der Zeitpunkt eures Treffens genau richtig. Früher wäre vielleicht zu früh gewesen ;)

@Traumwelten

Ja, sehe ich auch so! Ich war während der Schule 1 Jahr in den USA, habe in den Niederlanden studiert und studiere ab Sommer in Großbritannien.
Würdest du sagen, dass diese Rucksackreise deinem Sohn berufliche Nachteile gebracht hat? Mir hat ja die Personalerin gesagt, dass solche Leute oft aussortiert werden...
Ich kann mir aber vorstellen, dass so ein Erlebnis sehr stark prägt. Er hat sicher unheimlich viel gelernt (auch über sich selbst).
 
T

Traumwelten

Gast
Ja, das kann man sagen das ihm das sehr viel gebracht hat. War auch nicht immer ungefährlich. In Bogota hielt ihm plötzlich ein Unbekannter eine Pistole an die Stirn. In Mexico wurde sein Zimmer aufgebrochen und einiges geklaut Aber was er alles gesehen und erlebt hat, das kann ihm keiner mehr nehmen. Ich muss sagen, so eine Entwicklung von einem jungen Menschen innerhalb von 8 Monaten habe ich noch nie erlebt.

Nachteile hat es ihm keine gebracht. Er hat Grafik Design studiert und ist mittlerweile in Berlin ziemlich erfolgreich.

Seine Reife und seinen Weitblick konnte er stetig weiterentwickeln und das macht ihn heute aus. Ein charismatischer junger Mann der sich nicht verbiegen lässt und sich und seine Vorstellungen immer treu bleibt.

Du bist ja sozusagen schon ein erfahrener Hase was das Ausland angeht. Toll finde ich das. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg in Großbritannien und für deinen weiteren Lebensweg alles Gute.
 

frara

Urgestein
ich hätte bis zu meinem 25. lebensjahr alles mitgenommen, was ging, dann hätte ich nach der erstdiagnose meinem leben ein ende gesetzt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Schönes Thema :). Aber sehr schwer zu beantworten, zumindest für mich.

Jede Narbe und tiefe Verletzung, die bis jetzt noch nicht verheilt ist, die mir über die Jahre zugefügt wurden, würde ich gerne ungeschehen machen. Aber auf der anderen Seite haben mich viele dieser Verletzungen und Narben zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und wer weiß, wofür das alles gut war. Ich habe deswegen eine wahnsinnig gute Intuition/Bauchgefühl entwickelt. Ich kann darauf immer vertrauen.

Was ich aber meinem früheren Ich raten würde:

"Verschenk nicht so schnell dein Herz. Das was du suchst, findest du nicht in anderen Menschen, sondern nur in dir selbst. Vertrauen ist wie Papier, wenn es erst einmal zerknüllt wurde, wird es nie wieder so sein, wie es einmal war. Deswegen such dir die Menschen gut aus, denen du wirklich vertraust. Du musst nicht immer die Beste sein. Wer es immer so gut meint wie du, wird schnell ausgenutzt. Mach das, was du willst und nicht deine Familie. Liebe dich selbst mehr - du hast nur diesen einen Körper. Wer einmal stolpert, der muss nicht sofort wieder aufstehen. Der darf und muss manchmal auch erstmal durchatmen."

Es gibt wahnsinnig viele Dinge, die ich heute gerne anders gemacht hätte. Aber damals wusste ich es auch einfach nicht besser. Ich hätte nicht so viel Zeit damit verplempert, es meiner Familie recht zu machen. Ich hätte gleich den Weg einschlagen sollen, den ich jetzt gegangen bin. Und es wäre um einiges weniger schlimm gekommen, wenn ich schon früher den Kontakt zu meiner Verwandtschaft abgebrochen hätte.

Rückblickend wäre es viel besser gewesen, noch zwei Jahre mit dem Ausziehen zu warten. Es wäre mir finanziell und von der Wohnsituation erheblich besser gegangen.

Wegen den Führerschein hätte ich mich auch nicht so stressen müssen - war aber damals einfach Statussymbol. :rolleyes:

Ohja, und ich hatte in dem Alter einen Freund, der war volle Panne. Das ist mir heute direkt peinlich, dass ich mich auf so einen Kerl eingelassen und um den Finger habe wickeln lassen. Schrecklich! Den hätte ich gerne auch aus der Liste der Männer, mit denen ich zusammen war, raus. Aber was passiert ist, ist passiert ;).
 
D

Dr. Rock

Gast
PS: Es geht weniger darum, dass ihr MIR etwas raten sollt. Könnt ihr ja gar nicht, dazu wisst ihr zu wenig über mich. Es geht eher allgemein darum, was ihr eurem jüngeren Ich anraten würdet wie die Zeit auf dieser Welt zu nutzen ist :) Also praktisch: Ihr seid nochmal 20 und entscheidet über euren Weg ;)
Ich würde alles wohl genauso machen wie ich es "damals" gemacht habe, zumindest was diese existenzielle, berufliche Seite angeht - ich wollte immer einen möglichst "sicheren" Job haben und hab zugegriffen als er mir angeboten wurde, noch während der Ausbildung - keinen blassen Schimmer was sonst aus mir geworden wäre aber ein Lebenslauf mit div. Lücken, Praktika, Sabbatical oder weiß der Kuckuck hätte nie zu mir gepasst, war für mich nie von Interesse und wäre mir immer zu unsicher gewesen.

Auch heute wäre das nichts für mich, weshalb ich meinem Ich im Alter von 20 raten würde, den Job anzunehmen, sofern er denn gefällt und "lebbar" ist. Und meiner ist es. :D

Auch sonst würde ich meine Zeit wohl so nutzen wie ich es getan habe, Reisen, Konzerte, Sport (nur vielleicht noch viel mehr davon)...was ich anders machen würde: weniger Zeit und Kraft für "Freunde" aufwenden die im Nachhinein nicht den Dreck unter den Nägeln wert waren.
 

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