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Wenig Selbstbewusstsein durch Elternhaus

S

SchereSteinPapier

Gast
Ich bin von meinen Eltern nicht geliebt worden, sie haben mich kaum erzogen, mir wurde nichts beigebracht. Ich habe im Haushalt eigentlich nichts machen dürfen. Als ich kochen lernen wollte, hat meine Mutter mir jedes Mal gesagt, dass ich alles falsch mache, mir den Kochlöffel aus der Hand genommen und es selbst gemacht. Sie haben zu mir gesagt, dass ich fett bin (stimmte nicht), meine Noten nicht gut genug sind (bin die erste in der Family mit Abitur) und generell alles angezweifelt und schlecht gemacht, was mir gut getan hat. Ich bin dann viel zu meinen Freunden gegangen, weil ich dort glücklicher war als Zuhause, das wurde mir verboten, weil ich nicht dauernd fort gehen sollte. Allgemein fanden sie meine Freunde alle schlecht, alles was ich gemacht habe war schlecht.

Jetzt bin ich zwar schon lange Zeit aus dem Elternhaus raus und habe vieles nachgeholt, was man als Erwachsener eben können muss. Ich kann normal mit Menschen sprechen, ich kann vor Menschen sprechen, ich habe mir Fähigkeiten angeeignet... aber in mir drin bin ich immer noch das kleine, schlechte Kind, das nichts kann. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich glücklich bin, deswegen bin ich die meiste Zeit eher so "ganz okay" drauf. Allerdings hatte ich auch mal schwere Depressionen mit Suizidgedanken, weil ich das Gefühl hatte, dass ich niemals glücklich sein kann und darf, mich keiner will und braucht.

Nach außen wirke ich überhaupt nicht so. Ich lächle für andere, gebe mich selbstbewusst und wupp meinen Alltag. Über meine Gefühle kann ich nicht sprechen, da heule ich dann rum und es geht mir dann extrem beschissen. Habe ich auch nie gelernt, weil meine Gefühle, wie gesagt, von meinen Eltern ignoriert worden sind. Was ich will oder was mir gut getan hat... war immer egal.

Die Frage ist: Wie kann ich mich so selbstbewusst fühlen, wie ich mich vor anderen gebe? Im Moment ist es so, als wäre mein Körper voller Narben, aber die sieht keiner, weil alles unter meinen Klamotten versteckt ist. Aber ich weiß, dass das da ist und es ist so grausam für mich.
 

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Daoga

Sehr aktives Mitglied
Such Dir jemanden, bei dem es sicher ist, sich mal gründlich auszukotzen, notfalls einen Priester oder einen Psychologen, der wird dafür bezahlt Dir zuzuhören und anschließend darüber zu schweigen.
Je mehr Du über Deine Vergangenheit reden kannst - nicht zu jedem, nur zu vertrauenswürdigen Leuten, die darüber schweigen können und das nicht zu Deinem Nachteil ausnutzen! - um so mehr schleift sie sich ab. Und belastet Dich dann weniger.
 

Eva

Aktives Mitglied
Ich finde, du weißt schon sehr genau, warum du bist wie du bist. Das ist durchaus positiv, und liefert dir viele Ansätze, woran du arbeiten kannst.

Die eigene Weiterentwicklung ist ein Prozess, der lange dauert. Was du in, sagen wir mal 20 Jahren zu Hause gelernt hast, wirst du nicht in 2 - 3 Jahren los. Aber dadurch, dass dir so vieles bewußt ist, wirst du deinen Weg gehen. Da bin ich mir ganz sicher.

Ich bin übrigens schon über 60 J., und habe auch noch Momente (wenn auch wenig), da fühle ich mich wie ein kleines Mädchen, dass sich wünscht, die Mutter nimmt sie an die Hand. Aber das spielt sich nur im Inneren ab, und keiner in meinem Umfeld merkt etwas davon. Von daher finde ich das gar nicht schlimm. ;)
 

Schokoschnute

Aktives Mitglied
Dein größter Schatz sind deine Gefühle.
Auch wenn Sie noch Schmerzen, so kannst du auch Freude empfinden.
Aber den zwiespalt verstehe ich Gut,in dem du bist.

Es gibt durchaus auch Menschen die wegen ähnlichen Belastungen Pychotisch oder Schitzophren veranlagt sind,das ist sehr Traurig und zeigt was Menschen/Eltern anrichten können,wenn auch meist nicht Bewusst.
Jeder hat ein anderes Bemessen und eine andere Leidensfähigkeit.

Ich würde dir ein Buch empfehlen,da geht um um das innere Kind.
THICH NHAT HANH : "Versöhnung mit dem inneren Kind."
Ich denke mal dein kleines Kind, das was in uns jedem steckt, möchte endlich gesehen und geliebt werden.
Von Dir, heute.
Sie steht immer noch mit großen Mangel und wartet.

Ich hatte mal ein unglaublich schönen Traum,da sah ich mich im blauen Meer stehend und hab ein kleines Mädchen getröstet.
Ich hatte Sie fest im Arm ,es schlang sich an mich wie eine zweite Haut und es war eine unendliche Zärtlichkeit/ LIEBE,ohne Worte.
Dann schaute ich das Mädchen mit ihren langen Haaren an und sah mich als kleines 6 Jähriges Mädchen.
Ich umarmte mich,das kleine schutzlose Mädchen von damals.
Hab geheult wie ein Schlosshund der Berührung,noch Tage danach,aber eher Freudentränen.
Ich habe ihr nun ein wunderschönen Ort in Sicherheit gegeben (Imagnär) ,wo ich immer wieder vorbei schaue.
Seit dem gehtes uns beiden viel Besser^^
Ich hoffe ,das Buch hilft dir in die Welt einzutauchen.
Aber erschrecke nicht, alte Gefühle werden Dich begleiten, hin zur Versöhnung.
Ich wünsche es Dir.
 
Zuletzt bearbeitet:
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SchereSteinPapier

Gast
Vorab vielen Dank an die herzlichen Beiträge. Es ist wie Balsam für die Seele, wenn man solche netten Sachen liest. Das hat so gut getan.

Such Dir jemanden, bei dem es sicher ist, sich mal gründlich auszukotzen, notfalls einen Priester oder einen Psychologen, der wird dafür bezahlt Dir zuzuhören und anschließend darüber zu schweigen.
Je mehr Du über Deine Vergangenheit reden kannst - nicht zu jedem, nur zu vertrauenswürdigen Leuten, die darüber schweigen können und das nicht zu Deinem Nachteil ausnutzen! - um so mehr schleift sie sich ab. Und belastet Dich dann weniger.
Ich habe das Gefühl, dass "reden" nichts für mich ist. Ich habe solche Dinge schon zigmal runtergeschrieben und erzählt und ich hatte danach jedes Mal sowas wie einen Rückfall, bei dem ich depressive Verstimmungen hatte, teilweise richtig schlimm.

Ich finde, du weißt schon sehr genau, warum du bist wie du bist. Das ist durchaus positiv, und liefert dir viele Ansätze, woran du arbeiten kannst.

Die eigene Weiterentwicklung ist ein Prozess, der lange dauert. Was du in, sagen wir mal 20 Jahren zu Hause gelernt hast, wirst du nicht in 2 - 3 Jahren los. Aber dadurch, dass dir so vieles bewußt ist, wirst du deinen Weg gehen. Da bin ich mir ganz sicher.

Ich bin übrigens schon über 60 J., und habe auch noch Momente (wenn auch wenig), da fühle ich mich wie ein kleines Mädchen, dass sich wünscht, die Mutter nimmt sie an die Hand. Aber das spielt sich nur im Inneren ab, und keiner in meinem Umfeld merkt etwas davon. Von daher finde ich das gar nicht schlimm. ;)
Ja, du hast recht. Da waren noch einige andere Sachen, die meine Eltern gebracht haben.. eigentlich kann ich mich nicht mit anderen Menschen vergleichen, weil meine Kindheit nicht normal war. Da muss ich wohl erst "rauswachsen".

Dein größter Schatz sind deine Gefühle.
Auch wenn Sie noch Schmerzen, so kannst du auch Freude empfinden.
Aber den zwiespalt verstehe ich Gut,in dem du bist.

Es gibt durchaus auch Menschen die wegen ähnlichen Belastungen Pychotisch oder Schitzophren veranlagt sind,das ist sehr Traurig und zeigt was Menschen/Eltern anrichten können,wenn auch meist nicht Bewusst.
Jeder hat ein anderes Bemessen und eine andere Leidensfähigkeit.

Ich würde dir ein Buch empfehlen,da geht um um das innere Kind.
THICH NHAT HANH : "Versöhnung mit dem inneren Kind."
Ich denke mal dein kleines Kind, das was in uns jedem steckt, möchte endlich gesehen und geliebt werden.
Von Dir, heute.
Sie steht immer noch mit großen Mangel und wartet.

Ich hatte mal ein unglaublich schönen Traum,da sah ich mich im blauen Meer stehend und hab ein kleines Mädchen getröstet.
Ich hatte Sie fest im Arm ,es schlang sich an mich wie eine zweite Haut und es war eine unendliche Zärtlichkeit/ LIEBE,ohne Worte.
Dann schaute ich das Mädchen mit ihren langen Haaren an und sah mich als kleines 6 Jähriges Mädchen.
Ich umarmte mich,das kleine schutzlose Mädchen von damals.
Hab geheult wie ein Schlosshund der Berührung,noch Tage danach,aber eher Freudentränen.
Ich habe ihr nun ein wunderschönen Ort in Sicherheit gegeben (Imagnär) ,wo ich immer wieder vorbei schaue.
Seit dem gehtes uns beiden viel Besser^^
Ich hoffe ,das Buch hilft dir in die Welt einzutauchen.
Aber erschrecke nicht, alte Gefühle werden Dich begleiten, hin zur Versöhnung.
Ich wünsche es Dir.
Danke dir. Ich werde mir dieses Buch kaufen und hoffe, dass es mich weiterbringt.
 

Schokoschnute

Aktives Mitglied
Vielleicht soltest du irgendwann mal mit deinem Hausartz sprechen.

Auf so lange Zeit so Abschätzig und Ungeliebt zu Leben hinterläßt natürlich Seelische Wunden/ spuren.(Entwicklungsstörungen der Kindheit)
Vllt brauchst du auch einfach nur Zeit zur Selbstheilung.
Aber sollte es dich immer wieder emotional in dieTiefe ziehen,..würde ich mir an deiner Stelle dringend fachliche Hilfe holen.Es gibt heute genügend Verfahren wo man nicht tief in die Wunden muss.

Wie Eva schon schrieb,soviel Jahre sind schwer alleine zu Korrigieren.
Ich bin mir auch gerade Unsicher ob das Buch alleine bewätigen kannst, wenn Du erzählst,das Dich Erinnerungen eher Dissozieren.
Recherchiere doch erstmal ein Wenig..z.B Narzisstische Eltern erkennen.
Pö a Pö, immer drauf achten,das du nicht zu Tief fällst.
Schau was Dir Gut tut,z.B ist Meditieren ein toller Ausgleich..Yoga, Musik,Zeichen, Schreiben--alles was dir Gut tut, immer wieder anwenden. Finde deine Grenzen heraus und reiße das Ruder rum wenn Nötig.
 

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