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Was SIND Freunde? Wie komme ich da heraus?

G

Gast

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Hallo ihr Lieben,

ich bin seit Monaten über eine einzige Frage am nachdenken, die mich schon viele traurige Stunden gekostet hat... Ich wollte euch nun einmal mein Problem schildern und ein paar Meinungen einholen :)

Ich frage mich einfach, was wirklich "Freunde" sind? Was für Menschen in eurem Leben bezeichnet ihr als Freunde? Was zeichnet einen Freund aus? Gibt es wirklich diese dauerhaften, tiefen Freundschaften, oder sind eher kurze, nette Begegnungen im Wege des Lebens normaler?

Ich bin seit Jahren an einem Punkt, an dem ich eine Seelenfreundin an meiner Seite wünsche.... Ich suche und suche und falle immer nur auf die Nase.. Ich hatte einmal solch eine Freundin - dachte ich zumindest 5 Jahre lang. Wir waren 5 Jahre lang immer zusammen, tagtäglich. Haben uns alles erzählt.. Während diesen 5 Jahren sind mir persönlich ein paar schlimme Dinge passiert. Damals habe ich jemanden zum Reden gebraucht und sie war auch immer an meiner Seite und für mich da. Eines Tages, von ein auf den anderen Tag, hat sie sich (ohne das irgendwas vorgefallen ist) von mir abgewandt. Aber das war nicht das schlimmste, das schlimmste war, dass sie dieses tiefe Geheimnis überall herum erzählt hat und nicht einfach nur das, sondern sie hat die Geschichte, MEINE Geschichte, MEINE Vergangenheit so herumgedreht, als ob ich diese erfunden hätte und eine Lügnerin wäre und einfach nur verrückt........
Seitdem bin ich in einem tiefen Loch.. Mich haben jahrelang Leute, die ich nicht einmal kannte, doof angeschaut und niemand wollte was mit mir zutun haben, weil jeder dachte, ich sei eine Verrückte. Das hat solche Kreise gezogen, dass mich das manchmal noch heute einholt....

Nach diesem Verhalten der Freundin habe ich jegliches Vertrauen in die Menschheit verloren... Es war nichts vorgefallen, wir waren beste Freunde.. ich weiß bis heute das große WIESO nicht.. Wieso sie mir DAS angetan hat... Ich muss dazu sagen, dass wir damals noch in der Schule waren... Ich weiß nicht, ob unser damaliges Alter etwas mit ihrem Verhalten mir gegenüber zutun haben könnte.. Denn damals wollte sie ihren Freundeskreis zu den "coolen" Kids wechseln....

Ich habe mich nun nach mehreren Jahren aus dem Loch selbst befreit und möchte nun endlich richtig LEBEN... Aber ich merke, dass mir einfach Freunde fehlen.... Menschen, mit denen ich lachen kann.. Menschen, die es gut mit mir meinen... Menschen, die an meiner Seite sind..

Mein Problem ist nicht, wo ich diese nun kennenlerne.. Sondern, WAS sind überhauptt Freunde? Was sollte man von einer Freundschaft erwarten?
Und die wichtigste Frage überhaupt, WIE merke ich, dass ein Mensch es ernst mit mir meint? Jedes Mal, wenn ich eine Person näher an mich heranlasse, geht es mir auf der einen Seite super gut, da ich merke, dass diese näheren Begegnungen mit Menschen, die MICH sehen, super gut tut..Auf der anderen Seite geht es mir danach tagelang schlecht, weil ich einfach pure Angst verspüre aufgrund der Vorfälle in der Vergangenheit und einfach nur jegliches Verhalten der neuen Person als ein Anzeichen für einen solchen Vertrauensbruch von damals sehe... Ich weiß, dass nicht alle Menschen auf der Welt schlecht sind und sich zum Lebensziel gesetzt haben, andere Menschen schlechtes zuzufügen.. Ich weiß, ich hoffe, ich wünsche mir, dass es immer nur da draußen diese besonderen, großartigen Menschen gibt, die nicht mit unserem heutigen Gesellschaftsbild mitwandern... Aber ich kann solche Menschen nicht an mich heran lassen, da ich wie gesagt, jegliches Verhalten ihrerseits (sei es nur kleine Dinge, die anderen nicht mal auffallen würden), als ein potentieller Verdacht, dass die Person mir schaden möchte, interpretiere....

Wie kann ich es lernen wieder Menschen an mich heranzulassen, ohne dass es mir danach so schlecht geht? Denn ich merke, ich brauche das SEHR....... Mein Inneres schreit schon fast nach Freundschaften im Leben...
 

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Nordrheiner

Urgestein
Hallo, lieber Gast,

es ist schon schlimm, was Dir mit dieser Freundin passiert ist. Dein Misstrauen kann ich gut verstehen. Vielleicht helfen Dir folgende Antworten auf Deine Fragen.

Was ist ein Freund?
Ein Freund ist jemand, der mit mir eine zeitlang die gleiche Wegstrecke geht. Wir teilen was wir haben und gehen miteinander respektvoll um. Wenn uns verschiedene Ziele wieder auseinander führen, dann ist es so. Manche Menschen begleiten uns über Jahre, andere sogar über Jahrzehnte. Wir haben – mal mehr – mal weniger – die gleichen Wertvorstellungen. Wir sind füreinander da, wenn einer von uns Hilfe benötigt.

Ein Mensch ist nicht schon deshalb mein Freund, weil wir die gleiche Freizeitbeschäftigung haben. Und ein Mensch ist nicht deshalb KEIN Freund, nur weil er nicht immer Zeit für mich hat oder weil er nicht jede meiner Meinungen teilt. Gesund ist, wenn keiner vom anderen mehr erwartet, als der andere zu geben bereit ist. Aber was jemand geben kann und will – muß erstmal herausgefunden werden. Es muß sich entwickeln. Eine Freundschaft wächst im Laufe der Zeit mit den gegenseitig guten Erfahrungen.

Schwierig ist die Frage, wieviel Vertrauen erforderlich ist, wenn „ich“ einen neuen Menschen kennenlerne. Ich mache es i.d.R. so, dass ich einen kleinen Vertrauensvorschuß leiste. Zeigt der andere, dass er dieses Vertrauen rechtfertigt, bin ich auch zu etwas mehr Vertrauen bereit. Auch hier unterliegt Vertrauen einem Wachstumsprozess.

Wenn ich Menschen kennenlerne, achte ich auf Authentizität. Damit meine ich: Authentisch ist ein Mensch, bei dem Einstellung zu Gedanken und diese zu Worte und Taten passen. Beispiel: Sagt jemand, er sei sehr mutig und schreckt bei jedem Geräusch zusammen, dann passen Aussage und Verhalten nicht zusammen. Oder: Jemand sagt „ich liebe Dich, Du bist meine beste Freundin“ aber bei der nächsten Geburtstagsfeier wirst Du vergessen, dann stimmt da etwas nicht. Wenn jemand sagt „ich bin menschenfreundlich“ und behandelt Farbige schlechter als Weiße, dann stimmt da etwas nicht.
Um festzustellen, ob ein Mensch authentisch ist, muß ich ihn schon länger im Alltag kennen. Nur so kann ich Einstellung, Worte und Handlungen sehen und beurteilen. Ist dieser Mensch authentisch und hat eine Einstellung, die mir zusagt, dann baue ich langsam Vertrauen auf und eine Freundschaft kann entstehen.

Hilft Dir das weiter?

LG, Nordrheiner
 

xx(w)

Mitglied
Hola, auch ich kenne dein Problem mit Freunden nur zu gut.
Bis vor ein paar Wochen hatte ich lediglich Bakannte mit denen ich Zeit verbrachte wenn daraus Freudschaft wurde habe oh den Kontakt abgebrochen oder mich einfach langsam von Ihnen entfernt. Doch wie du schon sagtest fehlt einem Freundschaft. Nicht nur das "nehmen" mir fehlte auch das Gefühl das mir ein Freund vertraut.
Nun zu deinem Problem. Vertrauen. Bau ersteinmal eine enge Bekanntschaft auf und dann könntest du schauen wie die Menschen sich dir gegenüber verhalten. Mir für meinen Teil ist aufgefallen, dass einige Bekannte sich nur gemeldet haben, wenn es mir gut ging. Denen könnte ich kein Vertrauen entgegenbringen. Doch schaffe ich es immer mehr denen zu vertrauen die DA sind. Sie sind da obwohl ich manchmal abweisend bin- sie sind da obwohl es mir schlecht geht. Ich würde sagen dass diese Menschen uns wieder an vertrauen gewöhnen können. Schau dir Menschen an und such dass gute :)

Ich hoffe ich habe nicht zu sehr ausgeholt und du konntest mir folgen
 

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