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Was ist "Familie"?

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Zu Nordrheiner:
[/FONT]Ich bin der Meinung, dass für eine fehlende Bindung zwischen 2 Personen auch meistens 2 Personen verantwortlich sind.
Ja, das ist richtig. Ich bin auch in dieser Frage kein Freund von Schuldzuweisung. Eher stelle ich (mir) die Frage: Was kann ich noch tun, um die Situation zu verbessern?

Aber ich hatte nie das Gefühl, das meine Eltern auf mich eingehen wollten und mit ihrer Einstellung haben sie mir auch die Lust daran genommen, auf sie zuzugehen.
Deine Unlust kann ich verstehen. Es macht auch aus meiner Sicht wenig Sinn, in allen Fragen zu den Eltern zu gehen - oder zu sonst einer Person - wenn diese Person mit der Frage nicht klar kommt, überfordert wäre.

Zudem, ich möchte nur kurz klarstellen, wie ich dasunterscheide. Ich habe einen Zugang zu meinen Eltern, vielleicht eingeschränkt,aber er ist da. Ich unterhalte mich mit ihnen, vertraue ihnen auch Sachen an.Wenn ich ein extremes Problem hätte, weiß ich, dass sie für mich da seinwürden. Aber nicht bei allen Problemen.
Ja, genau, gut bzw. realistische Sicht.

Ich darf nicht über Liebe oder Freunde oder ähnliches zuhause reden (oder irgendwas davon zuhause mitbringen). Ich dürfte nie zuhause auf Unterstützung hoffen, wenn ich schwanger wäre (Versuch der Aufklärung mit 14: „Schwanger geht ins Mutter-Kind heim“). Meine Mutter ergreift auch lieber Partei für den Ex, wenn ich eine Trennung hinter mir hab, obwohl sie ihn nie kennenlernen wollte bzw. kennt („Also ich kann ihn ja da verstehen, du bist einfach so seltsam, ich wüsste auch nicht, was ich in der Situation mit dir anfangen sollte“ <--Übrigens ziemlich genau der Spruch der letzten Trennung).
Es ist einfach nur traurig, wenn sich Mütter so äußern.

Für mich ist Vertrauen, wenn ich darauf bauen kann, dass auf diese Person IMMER Verlass ist.

In dem Punkt habe ich eine etwas andere Auffassung. Ich vertraue Menschen nach Möglichkeit nur soweit, wie ich erkenne, dass sie in diesem oder jenen Punkt auch vertrauenswürdig sind. Manchmal, wenn mir das jetzt nicht so genau bekannt ist, gehe ich ein Risiko ein. Aber wenn ich z.B. weiß, dass ein Mensch in Sachen Sachkenntnis gute Fähigkeiten hat, aber weniger in Sachen Empathie, dann berücksichtige ich dies. Aus meiner Sicht kann jede Person sich auch mal fehlerhaft verhalten, selbst auf dem Gebiet ihrer eigentlichen Hauptkompetenz. Bedingungsloses Vertrauen halte ich in Bezug auf Gott gerechtfertigt, in Bezug auf Menschen sehr risikoreich.
Zudem bin ich mir nicht sicher, ob ich meine Familie nicht verstehe oder einfach nicht die gleiche Lebenseinstellung oder Weltsicht wie sie teile.
Das ist doch in Ordnung.
....
Der Vertrauensverlust hat angefangen, als ich mich etwas verändert hatte:
Ich würde es lieber mit Lernerfahrung beschreiben. Du hast gelernt, dass auch geliebte Menschen nicht automatisch mit jeder Situation oder Meinung oder Verhalten klar kommen. Man sollte seine Mitmenschen eben nicht überfordern.

.... Und als wär das nicht schlimm genug gewesen, hab ich eines Abends gehört, dass sie gesagt hat, dass sie so langsam denkt, dass sie mich damals hätte doch abtreiben sollen.

Ich weiß, dass jetzt kommt: „Du hättest ja auf siezugehen können“ aber nach dieser Aussage hab ich das nicht. Sie hat mir eben wehgetan. Ich hab ihr gesagt, dass ich das Gespräch gehört hab und dass ich nicht so behandelt werden möchte, dass sie mir mit sowas weh tut. Aber sie hat nur geschockt geschaut und dann alles abgestritten (Ich bin mir zu einhundert Prozent sicher, dass sie mich damit gemeint hat, ich hab ein bisschen länger hingehört und mein Name ist im Zusammenhang gefallen). Wenn ich das Thema wieder erwähne kommt es zum Streit also hab ich es aufgegeben. Ich hab mir eingeredet, dass sie das im Affekt gesagt hat und dass sie es nicht so meint und das glaub ich mittlerweile auch. Aber ich komme nicht mehr mit all meinen Problemen an, vertraue ihr wichtiges nicht an und verstecke alles, was persönlicher ist (zB. Tagebuch, das wurde nämlich auch schon gelesen^^), da alles davon auch wieder Probleme verursacht.
Das Gesagte ist auch verletzend... Und auf sie zugegangen bist Du doch. Das war mutig.
Zu der Aussage „mich nehmen wie ich bin“: Das bedeutet ja nicht, dass ich nicht selbst Fehler habe oder man mir das nicht vorhalten darf. Das ist nicht so, ich gehe auf Kritik auch gern mal ein und verändere Sachen, die wirklich störend sind. Die Aussage bezieht sich mehr darauf, dass ich meine Meinung, meine Interessen und Wünsche nicht vorschreiben lasse sondern eigenständig denke und darin nicht durchgehend als Person kritisiert werden möchte.
Bsp. Nur weil ein Veganer mir vorhält, wie schlecht es ist Fleisch zu essen und dass ich ein schlechter Mensch wäre, werde ich nicht damit aufhören oder meine Einstellung zu mir selbst ändern. Aber wenn er mir rät, auf die Herkunft des Fleisches zu achten und den Konsum einzuschränken,da es gesünder ist und etc., sehe ich da keinen Grund für Einwände.
Es geht um die logischen Argumente und nachvollziehbare Kritik, die für mich annehmbar ist. Aber die kommt zuhause nicht, obwohl ich das meinen Eltern versucht hab zu erklären. Mein Freund sagt mir im Gegensatz immer, was ihn im Moment an mir stört, selbst wenn es mich verletzt. Das hatte ich zur Bedingung für meine Beziehung gemacht (Wir waren schonmal 2 Monate zusammen und es ist auseinandergegangen, weil er mir eben nicht gesagt hat, was ihn stört).

Uii war das viel :)
Ich weiß nicht, ob ich noch etwas vergessen habe, aber das sollte das Wichtigste zu euren Antworten sein. Ich glaub, so viel steht nicht einmal in meinem neu angelegten Tagebuch :D

Vielen vielen Dank, dass ihr mich zum Nachdenken anregt und mich ernst nehmt <3
Liebe Grüße, Vanessa
Ich finde, liebe Vanessa, dass Du eine gesunde Einstellung hast. Der Wunsch, einen Partner zu haben, dem ich grenzenlos vertrauen kann, ist menschlich. Aber auch immer realistisch? Nur erwarte auch von dem besten Partner nicht, dass er immer alles richtig macht und nicht auch Dich einmal grob enttäuschen kann. Und auch wir selbst können uns sehr enttäuschen. Die Frage wird dann auf uns zukommen: Wie gehe ich mit dieser Enttäuschung um?

Alles Gute, Nordrheiner
 

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frara

Urgestein
also, familie ist gerade im moment für mich--die menschen, die mich durch die reha geleiten.

die nette, goldige frau, mit der ich das zimmer teile, dani, der nur noch einen arm und keine beine mehr hat, und nicht aufgibt, sondern sagt:"ich habs gut, fußpilz kieg ich nie wieder". oder:"fußnägelschneiden wird völlig überbewertet"...

der schwimmtrainer aus frankreich, in den alle ausser mir verliebt sind. er sagt ja immer:" sei bloß nischt pünktlisch, isch bin das auch nie".

alexandr aus kasachstan, der in der sowjetischen nationalmannschaft der handballer spielte, der ein unglaublich gut aussehender mann ist, und jeden satz mit "hallole" beginnt.

ja, all diese menschen sind im moment meine familie- für nen paar wochen!
 

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