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Was ist eine "intakte" Familie?

Vermisst

Aktives Mitglied
Guten Morgen ihr Lieben!
Ich lese und höre immer wieder von der "intakten" Familie.
Oder wenn man mit Fachkräften redet, dann reden die immer:
Kinder brauchen eine "Intakte" Familie.
Aber was ist das denn genau?
Wie würdet ihr eine intakte Familie beschreiben?
Es gab mal den Begriff "Rama" Familie.
Aber so etwas gibt es doch in real gar nicht, oder?
Das sind doch Wunschvorstellungen, oder sehe ich das verkehrt?
Kann denn z.B. eine alleinerz. Mutter mit einem oder mehreren Kindern auch
eine "intakte" Familie sein?
Wäre lieb, wenn mir mal jemand erklärt, was Fachleute damit meinen....
Oder ich lese das auch immer bei Leuten die z.B. Pflegefamilie "spielen"
Die meinen immer, selbst wenn ein Kind nur kurze Zeit bei ihnen gewesen wäre,
dann hätten diese Kinder eine höhere Chance aus ihrem Leben etwas zu machen.
Vor allem wenn sie nie eine intakte Familie gehabt hätten...
Aber was stellt man sich darunter vor?
 

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fusselbürste

Mitglied
Guten Morgen...

...auch wenn ich diesen Begriff nicht erklären kann...nach meiner ganz persönlicher Meinung ist eine "intakte Familie" der "Ort", wo sich die Kinder einfach wohl fühlen, glücklich sind und einfach nur Kind sein können.

Leider sieht das nicht jeder so. Da hat doch tatsächlich mal ein Berater vom Jugendamt zu mir gesagt: "Solange der leibliche Vater nicht in der Familie lebt und nur ein Stiefvater da ist, ist das doch sowieso keine intakte bzw. richtige Familie!" Bei solchen Aussagen jagt es mir eiskalt den Rücken runter. Also sollte ich seiner Meinung nach mit einem Menschen weiter zusammen leben, der wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung (ich hatte Anzeige erstattet) verurteilt war. Soviel zu dem Thema wie Fachleute das definieren.

Ich denke auch, daß dieses "Vorbildmodell" Vater, Mutter,Kind doch sowieso überholt ist. Es gibt so viele Alleinerziehende, egal ob Mann oder Frau. Familie, bzw. intakte Familie ist doch dort wo das Herz ist, oder?
 
S

sonnenl

Gast
Ich hatte mal ein gespräch mit einer erziehungstherapeutin, in der ich meine schuldgefühle schilderte, weil ich alleinerziehnd war und dachte ich habe meinem sohn mit der scheidung, die chance auf eine gesunde familie genommen....

sie meinte zu mir was denn eine familie ausmacht,
wir kamen dann auf folgende punkte:

jeder fühlt sich wohl,innerhalb dieser familie,so das es sich nicht verstellen muss,
das kind kann das was ihn bedrückt auch jemanden erzählen,(somit eben über alles reden),
das kind bekommt aufmerksamkeit und fürsorge,(Liebe + Materielles (nahrung kleidung und so weiter...gesundheitliche fürsorge)
das kind wird geliebt,die liebe wird gezeigt,
es sind chancen da, das sich das kind so entwickelt ,wie es selbst das braucht,also zu nichts zwingen was es nicht will und auch fördern in den bereichen wo es interesse oder talente hat.
das kind wird so angenommen wie es ist und und wird als mensch akzeptiert und ernst genommen.
es ist eben jemand ganz da fürs kind. so das es nicht allein ist, mit gefühlen-gedanken.
und wenn man als mutter etwas nicht allein schafft, das problem nicht ignoreieren ,sondern unterstützung suchen,damit die entwicklung des kindes nicht verzögert wird.


mir hat das damals sehr geholfen...das wichtigste war eigentlich das miteinander reden. es findet kommunikation statt, damit man miteinander verbunden ist und nicht nur nebenher miteinander lebt. :)

ich weiss nicht ob dir das hilft, aber da es eben mit einer erziehungstherapeutin so besprochen wurde, denke ich das du schon nach solchen kriterien gehen kannst.
 

fusselbürste

Mitglied
Ich hatte mal ein gespräch mit einer erziehungstherapeutin, in der ich meine schuldgefühle schilderte, weil ich alleinerziehnd war und dachte ich habe meinem sohn mit der scheidung, die chance auf eine gesunde familie genommen....

scheußliches Gefühl, kenne ich nur zu gut...

Aber die Punkte, die ihr dort zusammengetragen habt sind schon ein wenig Balsam für die Seele. Also ist doch nicht alles falsch was man macht :)
 
F

fleur

Gast
Eine intakte Familie ist z.b. das Gegenteil von einer "dysfunktionalen" Familie.

Dieser Begriff hat mich seinerzeit bestätigt: Ja, ich bin in einer "nicht-funktionierenden" :)) Familie aufgewachsen.

Das sind doch nur so Begriffe: intakt oder dysfunktional. Familien. Beziehungen.

Um intakte oder dysfunktionale Beziehungen (und damit Familien) zu leben, bedarf es intakter bzw. dysfunktionaler Menschen. Und dieses Attribut möchte ich eigentlich niemandem aufdrücken. Du bist intakt bzw. du funktionierst nicht.

Es gibt gar keine intakten Familien, weil es keine intakten (somit funktionierende - in jeglicher Beziehung/Familie) Menschen gibt. Das ist einfach Quatsch - an solche Begrifflichkeiten glaube ich längst nicht mehr.
 
A

Aloha

Gast
Hallo!

Ich würde unterscheiden:

Die intakte Familie von Amtswegen oder intakte Familie umgangssprachlich.

von Amts wegen bedeutet dies wohl, dass die Familie in finanziell geordneten Verhältnissen lebt, die Kinder nicht emotional vernachlässigt aufwachsen, für Betreuung und Förderung
gut gesorgt ist...und dass die Eltern erziehungsfähig sind (z.B. Vorbildfunktion...), so dass sie sich innerhalb einer guten familiären Atmosphäre zu selbstbewussten und glücklichen Menschen entwickeln können, welche später in der Lage sind, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Leben zu meistern und zu gestalten.

Umgangssprachlich denke ich, dass eine intakte Familie durchaus auch Defizite haben kann, z.B. die alleinerziehende Mutter, die aufgrund der Doppelbelastung oft gestresst ist, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihren Kindern aber trotzdem ein gutes Zuhause, Geborgenheit und Liebe geben kann (bezgl. der gemeinsamen Zeit ist Quantität ist ja nicht immer gleich Qualität...)!
Auch wenn es Konflikte und/oder Geldsorgen (z.B. wg. Arbeitslosigkeit, Versteigerung des Hauses etc.) da sind, kann die Familie durchaus intakt sein.

Probleme gibt es in nahezu allen Familien, ich glaube, das wird auch von Fachkräften/JA realistisch gesehen und eingeschätzt.

Nicht intakt ist eine Familie meiner Meinung nach, wenn Gewalt/Kriminalität im Spiel ist, Desinteresse,Suchtprobleme der Eltern, Gleichgültigkeit etc...
Wenn Kinder keine Förderung und Anerkennung erfahren und keine gemeinsame Freizeitgestaltung/Mahlzeiten stattfinden, wenn nicht auf die kleine Seele eingegangen wird, wenn Kinder nicht in den Arm genommen werden - keine Liebe erfahren - können sie auch kein Urvertrauen und kein Selbstbewusstsein entwickeln...sie werden nicht stark.
Wenn keine gute Betreuung gewährleistet ist, sind sie zu früh auf sich gestellt - vernachlässigt!
(Alles ohne Wertung, viele Eltern sind ja selber Opfer, haben in der Kindheit ähnlich gelitten und hatten nie die Möglichkeit zu lernen, was soziale Kompetenz bedeutet und wie sie geht!)

Oh je...ein Roman...da sind die Tasten wohl mit mir durchgegangen....

LG

Aloha
 

Vermisst

Aktives Mitglied
Ich habe noch einen Gedanken, den ich gerne erklärt
hätte....ich kann damit nicht wirklich etwas anfangen...
Dem Kind
"noch mehr Sicherheit und Verlässlichkeit zu geben“
Was heißt das übersetzt?
Konsequenter zu sein?
Aber was ist "Sicherheit"?
 
A

Aloha

Gast
Hallo Vermisst,

Ich habe noch einen Gedanken, den ich gerne erklärt
hätte....ich kann damit nicht wirklich etwas anfangen...
Dem Kind
"noch mehr Sicherheit und Verlässlichkeit zu geben“
Was heißt das übersetzt?
Konsequenter zu sein?
Aber was ist "Sicherheit"?
Die eigene kontinuierliche psychische Stabilität und Sozialkompetenz.
(Da haben die Fachkräfte/JA extrem ein Auge drauf!)

Kinder müssen die Stabilität und Verlässlichkeit der Eltern spüren - nur das gibt Ihnen die Sicherheit, die sie so dringend brauchen, um keine Ängste und Identitätsstörungen zu entwickeln.
Eltern sind die einzige Sicherheit im Leben eines Kindes.
( und ohne diese Sicherheit sind Bindungsstörungen und spätere Beziehungsstörungen leider vorprogrammiert.)

Konsequenz in der Kindererziehung ist wohl ebenso wichtig wie Liebe!



LG

Aloha
 
G

Gast

Gast
Alo zum überholten Modell von Vater Mutter Kind kann ich nur sagen, dass ganze Gesellschaften daran zerbrechen, weil sie meinen, dieses zig tausend jahre alte Modell einfach so zu umgehen.

Die Natur hat ihre eigenen Regeln, und der Mensch hat diese Regeln weder gemacht, noch ist er in irgend einer Weise dazu im Stande diese nach seinen Vorstellungen zu ändern. Wir sind aus der Natur entstanden und komplett von dessen ganz eigenen Regeln abhängig.

Wenn es denn ein natürliches Modell der Familie gibt, dann ist das das einzige, was auf lange Sicht, und ich meine damit Jahrtausende, Erfolgreich sein wird. Alles von Menschen ausgedachte kann nur zu einer Implosion, zu einem Irrweg führen.

Eine intakte Familie ist nicht diejenige, wo einer glückliche ist, sondern diejenige, die zu geunsden Nachkommen führt. Was mich echt aufregt ist, dass hier in Deutschland keine morlaischen Werte mehr existieren. Der Teil der Gesellschaft, der noch die natürlichen Verhaltensmuster walten lässt, wird doch letztendlich derjenige sein, der weiterlebt, der andere schafft sich einfach ab. Und das hat einzig und allein was damit zu tun, ob man auf seinen Instinkt hört oder nicht. Das ist Evolution.
 

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