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Warum tue ich mir so schwer??

leopard

Neues Mitglied
Hallo,

mir ist das alles sehr unangenehm aber ich bin 27 Jahre alt und komm einfach immer weniger klar in meinem Leben. Ich fühl mich in allem total zurückgeblieben. Das geht jetzt schon seit mehreren Jahren so und wird immer schlimmer. Nach außen hin merkt das keiner weil ich das immer überspiele aber innerlich zerreißt mich langsam. Ich habe mit Anfang 20 ein Studium begonnen was am Anfang auch ziemlich gut lief. Allerdings wurde ich immer unzufriedener und fühlte mich an der Uni und überhaupt nur noch unwohl, obwohl mich das Fach ja interessierte. Leider wurden die darauf folgenden Jahre immer schlimmer.

Anfang des Jahres entschloss ich mich für ein längeres Praktikum und zog dafür in eine komplett neue Stadt in einer komplett neuen Umgebung. Das war eine wunderbare Entscheidung. Ich fühlte mich auf einmal so frei und unabhängig. Der Abstand zur Uni und der ganzen Umgebung, der letzten Jahre, war genau das richtige. Auch im privaten Leben lief es auf einmal wieder besser. Ich merkte auch, wie ich viel aktiver in meiner Freizeit wurde und viel mehr Interessen entwickelte was zu unternehmen. Es kam ein Gefühl der inneren Zufriedenheit auf, welches ich schon seit Jahren nicht mehr erlebt hatte. Ich spürte endlich mal wieder das Gefühl mein Leben zu leben anstatt einfach nur die Tage vergehen zu lassen. Ich war ein komplett anderer Mensch, so wie es früher einmal war.

Jetzt bin ich seit 3 Monate wieder zurück und muss nur noch meine Diplomarbeit an der Uni schreiben. Dazu war ich auch motiviert, doch seitdem ich zurück bin bekomm ich wieder absolut nichts gebacken. Es ist wieder alles genau so, wie es letztes Jahr aufgehört hatte. Es geht einfach nicht voran. Ich habe noch nicht mal eine Wohnung gefunden als ich zurückkam. Glücklicherweise konnte ich wieder im Haus meiner Eltern einziehen. Damit komm ich aber auch nicht wirklich zurecht, obwohl ich meine Ruhe habe und auch genug Platz vorhanden ist. Aber das ist halt in einer kleinen Gemeinde und die nächste größere Stadt ist 30 min entfernt, wo ich auch studiere. Aber da fühl ich mich ja auch nicht wohl…

Ich weiß nicht, aber ich habe das Gefühl, ich bin mit 20 einfach in meiner Entwicklung stehen geblieben. Ich fühle mich so unselbständig und hab an der Uni absolut kein Selbstvertrauen. Dann denk ich mir wieder, dass das absolut nicht sein muss, wenn ich mir meine bisher erbrachten Leistungen ansehe kann ich doch stolz sein. Auch das Praktikum lief super. Aber ich kann mich einfach nicht frei machen. Bin da total blockiert mit allem. Wenn das in den ersten 1-2 Jahren schon so schlecht gelaufen wäre, hätte ich ja längst was anderes gemacht, aber da ging es noch einigermaßen.. Das weiß ich auch, aber dass ich so schlecht klar komm, habe ich nicht gedacht. Ich hab in den letzten 2.5 Jahren ungefähr 1 Jahr verloren. Nicht, weil das so schwer war, sondern weil ich immer wieder Zeiten hatte, in denen einfach nichts lief, ich völlig blockiert war. Das nervt so. Ich könnte schon längst fertig sein mit der Uni. Mich zieht es einfach weg von hier, und das seit Jahren. Aber ich brauch halt erst meinen Abschluss.

Ich habe das Gefühl, ich habe die letzten Jahre so viel verpasst in meinem Leben. Weiß aber eigentlich nicht was. Mir ist das so unangenehm weil ich ja zufrieden sein sollte, mit dem was ich habe und ich dennoch zu wenig aus meinem Leben mache. Auch in meiner Freizeit fällt es mir momentan schwer was zu unternehmen. Das war eigentlich nie so der Fall gewesen. Dann diese Schlafstörungen in der Nacht. Ich bin Abends totmüde, schlaf auch ziemlich schnell ein. Dann wach ich aber nach ein paar Stunden wieder auf und kann einfach nicht mehr einschlafen. Am Tag merke ich dann wie der Schlaf fehlt…kann mich absolut nicht konzentrieren.

Falls mir jemand einen Tipp geben könnte, wäre ich sehr dankbar

Viele Grüße
 

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Selah

Aktives Mitglied
Hallo,

Ich weiß nicht...eine mögliche Begründung dafür, dass es am Anfang des Studiums gut lief und plötzlich alles stockt, könnte sein, dass Du einfach unsicher bist, wie es nach dem Diplom weitergehen soll. Unsicherheit blockiert oft. Man "verhakt" sich irgendwie in dem, was man gerade tun müsste, weil man die Zukunft damit etwas rauszögern kann. Ob bewusst oder unbewusst, sei mal dahingestellt.

Deswegen wäre meine Frage: Hast Du konkrete Pläne für die Zeit "danach"? Was/wo willst Du arbeiten (dort, wo das Praktikum so gut lief?), wo leben?

Grad steckst Du in einer Übergangsphase, lebt wieder bei deinen Eltern .... es ist klar, dass alles grad nur provisorisch ist. In Provisorien kommt man nicht zur Ruhe.

Als Rat fällt mir nur ein, dass Du versuchen könntest, die positiven Gefühle, die das Praktikum ausgelöst hat, im Kopf wieder "wachzurütteln". Erinner dich daran, wie gut es dir dort ging. Es gibt keinen Grund, warum es nicht nach dem Diplom wieder so gut werden sollte. Würdest Du die Uni jetzt schleifen lassen, würdest Du dir das sicher auch vorwerfen, und es würde dir wieder schlechter gehen. Deswegen: Kratz den Rest Kraft zusammen und schreib deine Diplomarbeit. Danach kommt hoffentlich das Freiheitsgefühl zurück.:)

Was das Gefühl mit der stehengebliebenen Entwicklung angeht. Der Studienabschluss setzt so ein bisschen einen Schlusspunkt unter die meistens etwas lockere Ausbildungs-Studiums-Lebensfindungsphase. Also meint man auch, ab jetzt müsse man genau wissen, wie der Hase läuft und was man will. Die eigenen Gefühle halten sich aber nicht immer an solche Eckdaten. Deswegen hatte ich die Sache mit den Zukunftsplänen nach dem Abschluss angesprochen. Wenn es dort etwas Konkretes gibt, an dem Du dich erstmal ein bisschen "langhangeln" kannst, wäre das nicht schlecht. Auch den Übergang in die Nach-Studiums-Phase muss man erstmal für sich ordnen und gebacken kriegen. Danach verlieren sich die Unsicherheiten hoffentlich wieder etwas.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Leopard,
deine Schilderung aus der Zeit des Praktikums hat
mich neugierig gemacht - was, um Himmels Willen,
hast du damals anders gemacht als zuvor und jetzt
danach? Offenbar hast du irgend einen Schalter um-
gelegt, den du jetzt nicht mehr findest.
Kannst du dich nicht einfach wieder versuchsweise
genau so verhalten wie damals? Vielleicht kommt
ja die innere Haltung mit dem äußeren Verhalten
auch zurück.
Zu den Schlafstörungen: Was du beschreibst klingt
für mich so, als ob du kurz vor dem Schlafengehen
noch etwas Vitamin-C-haltiges isst oder trinkst. Bei
manchen Leuten (bei mir z.B.) wirkt Vitamin C am
Abend wach machend. Und bis das verstoffwechselt
wird, dauert es 2-3 Stunden, je nachdem, was du
gegessen oder getrunken hast und das könnte dich
dann aufwecken und für 3-4 Stunden wach halten.
Achte mal darauf und verzichte ggf. testweise. Eine
andere Möglichkeit wäre, dass du einen leichten
Zinkmangel hast. Zink steuert den Schlaf-Wach-
Rhythmus (über ein Enzym), hat man zu wenig
Zink im Körper, schläft man nicht mehr richtig. Ein
Test hierzu: zinktest.de - ein bisschen Rinderleber,
Austern oder viele Cashews essen könnte hier Ab-
hilfe schaffen (oder Zinktabletten natürlich, die
musst du aber eine Stunde vor dem Essen einneh-
men wegen der Aufnahme). Ansonsten mal genau
beobachten, was du anders machst, wenn du aus-
nahmsweise gut schläfst oder wenn du so zufrieden
und aktiv bist, wie du das gerne wieder öfters
hättest. Dein Ziel ist ja durchaus attraktiv - da
müsste doch genügend Motivation daraus zu ziehen
sein, um die letzten Meter der langen Strecke zu
schaffen.

Gruß, Werner

P.S. Es gibt keine "verlorenen Jahre", es sei denn,
du bezeichnest sie so. Auch Umwege können die
Ortskenntnis gewaltig erhöhen und im Nachhinein
wichtig sein.
 

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