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Warum sollte man sich nicht umbringen?

Shorn

Sehr aktives Mitglied
Ich finde es reichlich merkwürdig, dass hier mehrere Personen damit argumentieren, dass man quasi leben muss, nur damit sich andere besser fühlen. Das ist ein Schlag für alle Suizidgefährdeten, die im Grunde die Fußmatte für anderer Leute Wohlergehen sind.
Nun ist es aber dochj auch so das auch der Suizidgefährdete nicht sterben sondern leben will und der Suizidversuch derletzte Schreim um Hilfe ist.
 

Kirschblüte

Aktives Mitglied
Nun ist es aber dochj auch so das auch der Suizidgefährdete nicht sterben sondern leben will und der Suizidversuch derletzte Schreim um Hilfe ist.
Das lässt sich nicht verallgemeinern. Ich wollte mit Anfang 20 sterben und habe meinen Suizidversuch so geplant, dass er gelingen sollte. Dass ich überlebt habe, ist einem sehr dummen Zufall geschuldet. 1 Woche Intensivstation und vom Krankenhaus in die Psychiatrie dem Psychologen vorgestellt. Dem habe ich ein Märchen erzählt, damit ich nicht dort bleiben musste. Ich bin da rausmaschiert, schwerst suizidgefährdet (soviel zu manchen Psychologen) und dem Gedanken, es sofort wieder zu tun.

Zum Thema, warum ich es nie wieder versucht habe, ich war gerade in einer neuen Stadt, neuer Job, neue Kollegen, jung, jeden Abend auf die Rolle, um sich abzulenken. Mein Job war sehr gut bezahlt und hat mir Freude gemacht, ich hatte tolle Bekannte und Freunde, war beliebt und hatte keine Probleme, Männer kennenzulernen. Es gab keinen Grund, das zu beenden, ich war wieder lebenslustig, ließ meine Vergangenheit hinter mir. Dennoch hatte ich oft depressive Phasen durch den frühen Tod meiner Mutter, einem platonischen Freund aus dem Sandkasten und einer guten Freundin, die sehr jung verstorben sind. Ich habe alles irgendwie bewältigen können. Der Gedanke, dass ich das "Spiel" jederzeit durch Suizid beenden könnte, hat mir geholfen, weiterzu leben. So verrückt sich das anhört, aber diesen Weg als allerletzte Möglichkeit zu nutzen, stand mir (und jedem) offen und hat mich beruhigt.

Hätte der Versuch damals geklappt, hätte ich sehr viel nicht erlebt, meinen Sohn (der mir in Kürze einen Enkel schenkt), weltweite Reisen, tolle Menschen kennnen lernen u.v.m. Heute würde ich meinem Leben nur ein Ende setzen bei schwerster unheilbarer Krankheit, Krieg, Folter, alles was ich nicht ertragen könnte. Ich bin viel zu neugierig, was noch passiert und möchte das letzte Drittel meines Lebens noch so gut wie möglich genießen.
 

dr.superman

Sehr aktives Mitglied
Ich finde es reichlich merkwürdig, dass hier mehrere Personen damit argumentieren, dass man quasi leben muss, nur damit sich andere besser fühlen. Das ist ein Schlag für alle Suizidgefährdeten, die im Grunde die Fußmatte für anderer Leute Wohlergehen sind.
wieso denn "fußmatte"?
doch eher "Augenstern"?

was ist denn daran merkwürdig, wenn sich das Kind umbringt, dass die Mutter dann leidet?
oder umgekehrt?
wenn sich einer von beiden umbringt, leidet der andere und das würde er nicht, wenn der Betroffene auf den Suizid verzichten würde.
 
G

Gelöscht 125034

Gast
..........wer nicht mehr leben will, der soll es beenden, aber nicht aus einer Spontanreaktion heraus oder weil es Probleme gibt, die im moment zwar ausweglos, aber auf Zeit lösbar sind.
Leben ist einmalig und als solches sollte man es auch betrachten, denn Einmaligkeiten sind es Wert es inhaltlich in vollem Umfang zu verinnerlichen.
So denken so manche Männer auch... Jede Gelegenheit nutzen, völlig egal wie skrupellos und abstoßend das ist. Ich, ich, ich. So manche sollten sich fürs Allgemeinwohl besser gegen das Leben entscheiden. Klingt hart, ist es auch.
 

Theklar

Mitglied
wieso denn "fußmatte"?
doch eher "Augenstern"?

was ist denn daran merkwürdig, wenn sich das Kind umbringt, dass die Mutter dann leidet?
oder umgekehrt?
wenn sich einer von beiden umbringt, leidet der andere und das würde er nicht, wenn der Betroffene auf den Suizid verzichten würde.
Sorry, aber: Eltern haben sich Kinder ausgesucht und gefälligst für sie dazusein.

Andersherum haben Kinder keine Bringschuld.

Aber im Grunde ist das vollkommen egal. Wenn ein Mensch so sehr leidet, dass er nicht mehr leben will, dann sollte es nicht darum gehen, wie es seinen Angehörigen gehen könnte. Sowas von irrelevant in dieser Situation.

Augenstern... haha. Nun, wenn man eine tolle, liebevolle Familie hat, sieht man das vielleicht anders.
 

dr.superman

Sehr aktives Mitglied
Nun ist es aber dochj auch so das auch der Suizidgefährdete nicht sterben sondern leben will und der Suizidversuch derletzte Schreim um Hilfe ist.
die leute, mit denen ich gesprochen haben, die einen gescheiterten Versuch hinter sich gebracht hatten,
hatten das nicht als "hilfeschrei" gesehen;
die psychische Erkrankung hat sie zu menschen werden lassen, die sie nicht sein wollten und nachdem sie dann nicht wie andere Freunde/Familie dann konnten, denn von sich selbst kann man nicht weg laufen,
war der Suizid-Versuch der Versuch, vor sich selbst zu fliehen.
Und dann haben mir auch zwei Leute erzählt, dass sie damit gezielt andere verletzen wollten, eine hatte sich sogar einen Feiertag ausgesucht, damit der Tag für alle Zeiten für ihre Familie versaut sein würde.
 
G

Gelöscht 125906

Gast
Sterben werden wir eh alle.
Und niemand von uns weiß, ob das, was der Tod bringt, gut oder schlecht ist.
Wenn es schlecht ist, dann ist die Zeit bis dahin wertlos, zumal ein Menschenleben ein Witz im Vergleich zur Dauer seines Totseins ist.
Wenn der Tod aber gut ist, dann ist das Leid bis dahin unnötig.
Also entweder ist der Tod eine Erlösung oder wir sind bereits verloren.
Vor diesem Hintergrund kann man also mit einem Suizid nichts verlieren, aber evtl. schneller an ein evtl. dauerhaftes Glück kommen.

Ich würde gern, weil ich gar nicht die Weisheit mit Löffeln gepachtet zu haben behaupten will, gegensätzliche Ansichten hören. Leider habe ich diesbzgl. bislang aber nichts als Phrasen gehört.
Gab es (einen) Auslöser für Deine Fragestellung?
 

Mipft

Aktives Mitglied
Mein Vater wird uns vermutlich in absehbarer Zeit verlassen. Gut, er ist 86. Er resümiert gerade sein Leben und sagt wirklich voller Überzeugung, dass er ein gutes Leben hatte. Und er bzw. meine Eltern hatten als Kriegskinder sehr schlechten Bedingungen als Kinder und auch während ihres erwachsenen Lebens gute und schlechte Zeiten. Aber es gab auch immer Menschen, die geholfen haben.

Ich habe vor 2 Jahren auch ernsthaft über Suizid nachgedacht, habe aber nichts gefunden, womit ich meinen Liebsten keinen Schmerz und Leid aufgebürdet hätte. Zudem hätte sie meine Suppe auch noch ohne mich auslöffeln müssen. Und auch in den schwärzesten Zeiten gab es immer wieder auch neue, liebe Menschen, die ich nie kennengelernt hätte, wenn ich mich für den Tod entschieden hätte.

In meinem Umfeld haben sich schon einige das Leben genommen, als sie um die 20 Jahre alt waren. Der sinnloseste Suizid war der Sohn einer Freundin meiner Eltern. Der Sylvester besoffen Auto gefahren ist und dabei einen Unfall mit einem Verkehrsschild verursacht hat. Es war ein reiner Blechschaden und ein "totes" Verkehrsschild. Grund für seinen Suizid war, dass ihm durch diesen Unfall seinen Jagdschein aberkannt worden wäre..... Das war ihm wohl so wichtig, dass er sich erhängt hat. Was für eine Verschwendung von Leben; wegen eines beschiss.... Jagdscheins.

Jetzt bin ich ins Labern gekommen. Tot ist für mich tot. Ich glaube nicht, dass danach noch irgendetwas großartiges kommt. Lieber nutze ich mein Leben, um Dinge und wenn sie noch so klein sind im Hier und Jetzt zu ändern. Vielleicht habe ich anderen Leuten etwas vermittelt, was sie brauchten, vielleicht habe ich meine Umwelt ein Stückchen besser gemacht etc.. Kann ich nicht beurteilen, wird die Zukunft aber zeigen.
 
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