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Warum haben sich Therapeuten nie mit meiner Familiengeschichte befasst?

exHausted

Aktives Mitglied
Hi,

bisher haben die Therapeuten, an die ich geraten bin, mit mir mie meine Familiengeschichte aufgearbeitet. Im Vordergrund stand immer nur das Symptom: Die Essstörung. Wenn ich familientechnisch mal was angedeutet habe, wurde seitens der Therapeuten meist sofort abgeblockt. Woran liegt das? Sind manche Therapeuten vielleicht damit überfordert? Es sei hinzugefügt, dass meine Geschichte..nun ja...ziemlich schwer ist. Ziemlich hart. Letztens habe ich mich einer Psychoanalytikerin vorgestellt, die fast die Fassung verloren hat als ich ihr meine Geschichte erzählt habe. Es ärgert mich, dass meine ehemaligen Therapeuten sich nicht mit mir gemeinsam mit der Geschichte auseinander gesetzt haben.
 

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pecky-sue

Namhaftes Mitglied
Guten Morgen,
Ich kann eigentlich erst meine Gedanken dazu schreiben, wenn ich weiß welche Art von Therapie du hattest.
Verhaltenstherapeuten zum Beispiel beschäftigen sich nicht mit der Vergangenheit. Eher mit dem Neuerlernen von für den Klienten positive Eigenschaften.

Normale Psychotherapeuten und auch Diplom-Psychotherapeuten beschäftigen sich mit der Vergangenheit. Es ist allerdings schwierig wirklich gute zu finden.


Wie war das bei dir?

Hast du ein gutes Gefühl bei der Psychoanalytikerin, bei der du letztens warst?
 

Muninn

Mitglied
Moin,

meine Erfahrung ist am besten ist es direkt nach zu fragen, wenn etwas unsicher ist und nach einer Erklärung bitten. Ansonsten kann man später nur Vermutungen anstellen.

Ob die Therapeuten überfordert waren kann ich dir nicht sagen. Meine Erfahrung ist auch gute Psychologen zu finden ist nicht so einfach.

Ein möglicher Grund der mir einfällt ist, dass über ein Trauma reden auch schon viel auslösen kann. Sie dies "Fass" vielleicht noch nicht aufmachen wollten um dich nicht in eine Kriese zu stürzen wollten. Da wäre allerdings eine Erklärung gut, wieso nicht darüber geredet werden sollte bzw. zu welchem Zeitpunkt es sinnvoll wäre.
 

cucaracha

Namhaftes Mitglied
Es ist wichtig, dass sich die Therapeuten mit deiner Familiengeschichte befassen.

Bevor du dich für einen Therapeuten entscheidest solltest du es mit ihm klären.
 

exHausted

Aktives Mitglied
Es ist wichtig, dass sich die Therapeuten mit deiner Familiengeschichte befassen.

Bevor du dich für einen Therapeuten entscheidest solltest du es mit ihm klären.
Ich war zum Zeitpunkt an dem ich an meine letzte Therapeutin geraten bin, 16. Da habe ich schon gemerkt, dass die Passung nicht stimmt und ihre Herangehensweise nicht auf mich abgestimmt ist. Ich war 3 Jahre zur Nachsorge bei ihr und hatte oft das Gefühl, sie sucht sich die Themen selbst aus. Wenn sie keine Lust hatte, sich mit etwas auseinander zu setzen: 'Dazu ist es jetzt noch zu früh.' oder 'Was ist dein Ziel? Du solltest dich nicht nur bei mir auskotzen.' Und im Nachhinein fällt mir auf, dass ich bereits seit 2017 symptomfrei bin und die letzten 2 Jahre Therapie bei ihr eigentlich völlig umsonst waren. Im Nachhinein ärgert mich das. Ich war aber auch noch zu jung bzw. hatte Angst, sie deswegen zu kritisieren. Dass in Kliniken vor allem an den Symptomen gearbeitet wird, ist mir schon klar. Aber die 3 Jahre Therapie bei ihr, hätte man besser nutzen können/müssen. Klar, zur Symptomfreiheit hat sie mir verholfen. Allerdings ist das ja nur die Spitze des Eisberges.
 

Hamsterpups

Mitglied
Um deine Frage zu beantworten, müsste man wissen, was für eine Therapie du gemacht hast.
Bei einer Verhaltenstherapie wird die Vergangenheit kaum beachtet. Es geht um die Gegenwart und um Methoden, wie man mit aktuellen Problemen klarkommt.
Bei einer tiefenpsychologisch-orientierten Therapie hingegen geht es vor allem um die Vergangenheit und deren Bewältigung, bzw. die Bewältigung der Auswirkungen der Vergangenheit.

Wenn du übrigens merkst, dass "die Passung" nicht stimmt, solltest du die Therapeutin und eben ggf. auch die Therapieform wechseln.
 
G

Gelöscht

Gast
Um deine Frage zu beantworten, müsste man wissen, was für eine Therapie du gemacht hast.
Bei einer Verhaltenstherapie wird die Vergangenheit kaum beachtet. Es geht um die Gegenwart und um Methoden, wie man mit aktuellen Problemen klarkommt.
Bei einer tiefenpsychologisch-orientierten Therapie hingegen geht es vor allem um die Vergangenheit und deren Bewältigung, bzw. die Bewältigung der Auswirkungen der Vergangenheit.

Wenn du übrigens merkst, dass "die Passung" nicht stimmt, solltest du die Therapeutin und eben ggf. auch die Therapieform wechseln.
Das hat eben, wie schon gesagt, meistens wirklich mit der Art der Therapie zu tun.

Allerdings werden manchmal die Leute, die Therapie machen wollen und sich vorher noch nie damit beschäftigt haben, richtig aufgeklärt, was es für verschiedene Arten von Therapie gibt. Die landen dann in irgendeiner Therapieform, sind einfach foh, dass dass sie einen Therapieplatz haben und nehmen das dann einfach mal so hin.

Ganz früher bin ich da auch einfach so hineingeschliddert ohne jegliches Wissen. Mit der Zeit kennt man sich dann aus. Heute gibt es zumindest das Internet, wo man sich informieren kann.
 

Sadie02

Aktives Mitglied
Hi!


Meine Meinung weicht jetzt total von dem ab, was bisher geschrieben wurde, aber ich will sie trotzdem mal sagen.


Kann es nicht auch ein Vorteil sein, wenn ein Therapeut eher auf das Hier und Jetzt schaut? Also eben versucht, mit Verhaltenstherapie konkret in manchen Situationen im Alltag Besserung zu schaffen. Ich würde das bei mir immer einer Therapie mit großem Herumwühlen im früher immer vorziehen.


Irgendwie ist Familie ja privat. Und wenn Schlimmes passiert ist...naja...ist es ja sowieso blöd, darüber zu reden. Ich würde mich beim Erzählen wie ein Opfer fühlen, dass ich nicht bin. Und auch wenn ich darüber rede, ändert das ja absolut nichts an der Vergangenheit. Die ist passiert. Mit der muss man leben,. Müssen wir alle. Und ich weiß nicht, ob es dann so sinnvoll ist, sich mit einer Zeit zu beschäftigen, die man nicht mehr ändern kann. Entscheidend ist doch die Gegenwart. Die kann man versuchen, zu ändern, aus der kann man versuchen, das Beste zu machen. Durch konkrete Hilfe eines Thera im Alltag.
Und wenn die Gegenwart besser wird, wen interessiert dann noch groß die Vergangenheit?


Aber ich wünsche dir das Beste und das ist nur meine Meinung. Wenn es dir wichtig ist, in einer Therapie auch ganz viel über die alten Dinge zu reden, ist das völlig okay und auch logisch.


Alles Gute!
 

Hamsterpups

Mitglied
Kann es nicht auch ein Vorteil sein, wenn ein Therapeut eher auf das Hier und Jetzt schaut? Also eben versucht, mit Verhaltenstherapie konkret in manchen Situationen im Alltag Besserung zu schaffen. Ich würde das bei mir immer einer Therapie mit großem Herumwühlen im früher immer vorziehen.
Das kommt immer auf die Probleme und die Person an. Wenn man in der Verhaltenstherapie nicht weiter kommt, weil die Vergangenheit eben immer wieder nach vorne drängt, dann ist es in der Regel sinnvoll diese aufzuarbeiten.
 

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