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Warum? Darf man diese Frage stellen?

Vermisst

Aktives Mitglied
In der Therapie kam der Wunsch auf, dass ich gerne einem der Täter fragen möchte, warum gerade ich und warum so lange und überhaupt "warum"?
Was denkt ihr, darf/kann man diese Frage stellen?
Ist das ein "Teil" in Richtung Aufarbeitung? Oder ist es eher kontraproduktiv?
Ich wollte schon mal meinen Bruder einen Brief schreiben, denn treffen möchte ich ihn nicht....er hat ja mit Mord an meinem Sohn und mir gedroht, sollte ich in die Öffentlichkeit gehen.....na ja es gab ein Gerichtsverfahren....deshalb weiß ich nicht, wie er reagieren würde, wenn er mich sehen würde. :(
Was meint ihr? Habt ihr ähnliche Gefühle/Empfindungen und wie geht ihr damit um?
Hilft es etwas, wenn man einen Brief schreibt aber nicht abschickt?
Meine Thera hat sich dazu nicht geäußert.....eine andere Thera. meinte das wäre zwar der Wunsch von vielen Pats aber es ist unrealistisch, dass ich jemals eine Antwort bekomme..:(
Ich würde auch gerne vergeben, damit ich besser damit evtl. abschließen könnte....aber ich kann nicht..:(
 

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G

Gast

Gast
Hallo,

ich finde es schon äußerst befremdlich, dass deine Therapeuten, du scheinst ja gleich mehrere zu haben, dir nicht helfen können,... das ist doch DIE FRAGE an deine Therapeutinnen - die sind ja schließlich Fachleute u. haben jahrelange Ausbildungen diesbezügl. hinter sich,...

Vielleicht solltest du einfach mal weniger sinnlose Fragen stellen u. mal in dich gehen,... Helfen kann dir hier sicher keiner, jeder Mensch u. seine Geschichte ist individuell,... und die entspr. Lösungsstrategie ebenfalls,...
 
P

pike

Gast
Hilft es etwas, wenn man einen Brief schreibt aber nicht abschickt?
Briefe zu schreiben hilft. Ich empfehle dir einen Brief anzufangen und diesen immer weiterführen, nicht gleich abschließen, sondern solange schreiben bis du nichts mehr zusagen hast. Das kann Tage dauern, mach es wird dir weiterhelfen.
 

kiablue

Aktives Mitglied
Man darf und kann so eine Frage stellen, na klar. Dann kommt allerdings tatsächlich die Frage, welche Erwartungen knüpfe ich daran? Wofür brauche ich die Antwort, wie wichtig ist sie und was kann sie verbessern, wie abhängig mache ich mich von der Antwort und was macht es mit mir, wenn es keine Antwort geben wird. Ich denke, es muss schon ein sehr einsichtiger Täter sein, der darauf antworten möchte. Und eine Antwort darauf würde wieder eine Beziehung zu Dir herstellen. Keine Ahnung, ob es das ist, was Du möchtest oder ob Du nicht lieber aus der gedanklichen "Schusslinie" raus sein möchtest.

Ja, es hilft, Briefe zu schreiben. Immer und immer wieder. Man braucht sie nicht abzuschicken, es geht ja darum, die inneren Gedankenkreise, das Kopfkino zu beenden, Gedanken zu klären, eigene Ziele zu finden. Ich bin eine lange Zeit ständig mit Stift und Zettel herumgelaufen. Laufend kamen neue Gedanken, selbst beim Duschen. Immerzu schreiben. Und Du wirst merken, wie sich Gedanken klären und auch verändern, wie Du selbst zu Lösungen kommst. Bevor Du tatsächlich den Kontakt mit Tätern suchst (wo man nie weiß, was draus wird, denn selbst eine Entschuldigung wird Dir nie reichen, besonders, wo es keine Entschuldigung geben kann, weil es nicht zu entschuldigen ist), versuch es mit dem Schreiben. Da kann alle Wut, jedes Unverständnis, Traurigkeit, Verzweiflung, Hass rein, ohne irgendeinen potenziellen Schaden anzurichten, ohne sich in den Fokus eines Täters zu rücken, ohne sich abhängig oder verletzbar zu machen.

Opferberatungsstellen bieten manchmal an, solche Täter-Opfer-Kontakte herzustellen. Es gibt Leute, denen so was hilft. Aber ich weiß nun nicht, was bei Dir passiert ist, was ich lese klingt für mich nicht, als wäre es durch so was "heilbar". Weiß ich aber auch nicht, da musst Du Deinen eigenen Weg finden.

LG kiablue
 
G

Gast

Gast
AW: Drohungen, insbesondere Mord-Drohungen sind strafbar ...

Rainer vollkommen richtig sofort zu Polizei wenn er Mord Drohungen macht.
 
A

Andreas7

Gast
Hallo Vermisst,

Fragen darf man immer stellen. Es gibt auch keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.

Wenn Du das Bedürfnis hast einen Brief zu schreiben, denke ich auch es ist eine gute Form sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen. Es ist eine Art Schreibtherapie. Wenn Du Dich wirklich entschließt ihn abzuschicken, wirst Du vermutlich keine Antwort bekommen und alle Deine Fragen bleiben leider nach wie vor unbeantwortet. Du wirst einfach ignoriert werden und das ist dann wieder eine schmerzliche Erfahrung.

Liebe Grüße
Andreas
 

Gelinda

Sehr aktives Mitglied
Liebe Vermisst!

Es wurden dir ja schon gute Antworten gegeben, was ich nicht wiederholen mag.

Das was Rainer schreibt finde ich einesteils gut und richtig, aber ich habe schon desöfteren gelesen, daß die Polizei nicht so einfach Leute schützen kann (sicherlich auch aus Personalmangel?) - du wirst ja keinen Brief vorlegen können, wo er dir und dem Kind schriftlich droht.

Du wirst ihn ja auch nicht spüren lassen wollen, daß du dich doch an die Öffentlichkeit gewandt hast. Das ist wohl auch ein Problem, wenn man sich polizeilich schützen lassen will.
Zur-Polizei-gehen bedeutet für dich ja auch wieder Zeit und Aufwand (evt.- also für mich wäre es eine Tagesfahrt). Es ist eben so: hinterher weiß man es immer besser.

Bist du denn mit dem Ausgang des Verfahrens zufrieden? Wurden die Täter bestraft?

Aber egal, ob ja ob nein, laß es dabei und schreibe die Briefe, wie schon erklärt - aber besser wohl nicht zum Absenden. Ich würde diesen Kontakt besser nicht auffrischen wollen.


ganz viele :) liebe Grüße - dir und deinem Kind!

Gelinda

Würde gern mal wieder von euch erfahren! Es wäre sehr nett, würdest du irgendwann dafür etwas Zeit finden.
 

Vermisst

Aktives Mitglied
Bist Du mit dem Ausgang dieses Verfahrens im Reinen?
Leider nein, auch wenn ich heute deshalb OEG (Opferentschädig.) bekomme
ich hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht.
Ich hätte wirklich seine Beweggründe etc...wissen mögen aber er hat das
Recht die Aussage zu verweigern in Anspruch genommen.

Ich bin leider auch daran schuld, dass es zu keiner Verurteilung kam....ich hab
das Glaubwürdigkeitsgutachten nicht durchgehalten....das gab es eben viele Jahre
später (ohne dass ich wusste, dass dies auch eines ist/war)
Mir wäre eine Verurteilung nicht so wichtig gewesen, viel mehr hätte mir viell.
geholfen, wenn ich gewusst hätte, ob das was der Richter über den Täter sagte auch
bei ihm wirklich sich so zugetroffen hat.....
Der Richter sagte, dass nicht er auf die Anklagebank müsste, sondern in erster Linie
mein "Vater":(
Er wäre auch nur ein "Opfer" meines Vaters, weil er uns Beide aufs schwerste misshandelt hat....deshalb hat sich mein Bruder dann an mir vergangen er hat sich das gesucht, was er bei meinen Eltern nie fand....
So ähnlich war die Erklärung was mich sehr schockierte, denn dann darf man heute jeden Missbrauchstäter "entschuldigen", denn die haben ja alle eine schlechte/schlimme Kindheit gehabt...
Was ist das bitte für eine Rechtsprechung?
 

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