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Wahre Freundschaft? Oder spinn ich?

G

Gast braucht Hilfe

Gast
Hi,
ich möchte euch mal meine Situation schildern und hoffe ein paar gute Ratschläge zu erhalten. Also,...
... ich fange mal so an. Ich habe in meinen Leben noch nie wirklich beste, wahre Freunde gehabt. Und das ist keine plumpe Bemerkung, sondern es ist mein ernst (Ich denke nach allem, was ihr hier im Forum gehört habt, ist das für euch nicht neu. Ich weiß, es ist naiv zu glauben, dass wenn es heute an der Tür klingelt, draußen dein neuer bester Freund vor der Tür steht.) Eher mal flüchtige Bekannte und ein bis zwei Personen mit denen ich mal was unternehme (kann hier aber schwer einschätzen ob diese für mich Freunde sind, da wir nur selten was gemeinsam machen.). Mein ganzes Leben lang jedoch versuche ich diesen einen wirklichen Freund zu finden. Ich will keine 1000 Freunde. Mir ist es viel mehr Wert, einen Vernünftigen zu haben. Wisst ihr ich bin jetzt 19 Jahre und muss sagen, dass es schon irgendwie merkwürdig ist. Da gibt es einen Menschen, der wirklich versucht einen besten Freund zu finden und immer wenn er es sich so sehr wünscht, tritt diese Situation nicht ein. Ich glaube, ich setze meine Umwelt dadurch einen enormen Druck aus und das spüren die Menschen einfach. Vielleicht hat es deswegen noch nie geklappt.
Während all der Zeit fragt man sich dann, ob mit einem alles in Ordnung ist. Die Selbstzweifel werden immer größer und man zieht sich immer mehr zurück. Früher habe ich immer positiv darüber gedacht (Das wird schon, mach dir nicht so viele Gedanken.). Aber trotzdem versetzen einem Enttäuschungen immer wieder einen Schlag. Lässt man sich mal auf jemanden ein, kommt schnell das Gefühl des ausgenutzt werden. Und spätestens dann bin ich wieder allein, weil ich mich von der betreffenden Person entferne. Es ist mir manchmal schon peinlich raus auf die Straße zu gehen, denn immer habe ich das Gefühl beobachtet zu werden und dann denke ich mir, jetzt reden die Leute wieder über dich (Das ist hier nicht positiv gemeint). All das hat dazu beigetragen, dass ich heute sehr zurückgezogen lebe. Und komme ich mal mit (neuen) Leuten in Kontakt (es ist ja nicht so, dass ich es nicht versuche), dann habe ich einen trockenen Mund, Schweißausbrüche und denke ständig "Oh, mein Gott, habe ich jetzt das Richtige gesagt. Hat derjenige mich richtig verstanden. War ich jetzt zu arrogant, usw.“ Und häufig mache ich Fehler, die mir sonst nie passieren würden (z.B. sage ich A und meine B). Oder noch schlimmer, ich weiß gar nicht mehr was ich sagen soll (Dann sitze ich da wie ein Backfisch.). Das passiert mir auch bei Leuten, die ich schon länger kenne (Bekannte, Verwandte). Von daher habe ich mir in letzter Zeit angewöhnt nur noch so wenig wie möglich zu sagen, um ja keinen Fehler zu machen. Denn, die Angst davor verletzt zu werden, ist zu groß. Aber dies, so kommt es mir wieder vor, ist auch nicht richtig. Dann wird man wieder automatisch in die "Arroganzschublade" gesteckt. Egal wie offen ich mich gebe, am Ende bin ich immer der "Steppenwolf". Vielleicht gebe ich den Leuten zu wenig Vertrauen. Und überall wo man hin kommt, nimmt man den Mitleidsblick der Anderen war (Wie du hast keine Freunde,...). Ich weiß manchmal nicht mehr weiter. So weit die Vorgeschichte.
Jetzt ist es mir aber passiert, dass ich eine Person kennen gelernt habe, bei der ich sofort so ein kribbelndes Gefühl im Magen bekommen habe. Nein, ich spreche hier nicht von Liebe (Na ja, vielleicht platonischer Liebe.). Und mir war sofort klar. Wow, mit dieser Person will ich unbedingt befreundet sein (Bitte nicht falsch verstehen, ich meine, das ist hier nicht anmaßend und arrogant gemeint. Bei einer Person, die ich noch nicht einmal näher kennen gelernt habe.). Auf jeden Fall bin ich mit dieser Person ins Gespräch gekommen und habe festgestellt (Natürlich nicht sofort, sondern über Wochen und Monate hinweg.), dass ich in vielen Bereichen genauso denke und fühle, wie diese Person. Seitdem weiß ich jedoch nicht, wie weit ich als nächstes gehen kann und ob dieser jemand überhaupt an einer Freundschaft mit mir Interesse hat (Vielleicht habe ich schon längst ein Signal bekommen und es einfach übersehen.). "Kann ich mal deine Handynummer haben? Gibst du mir deine ICQ-Nummer? Hast du vielleicht mal Lust mit mir was zu machen?" Es wäre wohl naiv(schon wieder) zu glauben, dass ich mit solchen Fragen weiter komme. Versteht ihr ich will diesen Menschen nicht unter Druck setzen. Da läuft man ja gleich weg. Ich will der Person aber auch signalisieren, dass ich mich für sie und ihr Leben interessiere. Andererseits, warum sollte diese Person in mir, einem Außenseiter, einen Freund sehen, wenn sie doch selbst in einem festen Freundeskreis ist? Oft denke ich, ich mache mich zu abhängig, weil ich mich so stark nur auf eine Person konzentriere. Wie finde ich den Mittelweg? Was soll ich als nächstes tun (Mir ist klar, dass es keine Patentrezepte gibt. Aber sinnvolle Tipps wären schon mal nicht schlecht.)?
Ihr denkt jetzt bestimmt, dass ich so ein abgedrehter, dummer, naiver Psycho bin. Ich weiß, dass alles hört sich ziemlich unverständlich an, aber da ich noch nie Freunde gehabt habe, kann ich die Situation nur schwer einschätzen. Was so auch wieder nicht richtig ist. Denn ich erkenne zwar den Weg (Problem), aber ich weiß nicht welchen Schritt ich machen soll. Ahhh, Verwirrung pur :). Versteht ihr mich.
Das war jetzt viel Text und ich hoffe ihr seid beim Lesen nicht eingeschlafen. Aber ich musste etwas ausholen, damit der Zusammenhang deutlich wird.
Danke, schon mal im voraus.
 

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irgendwienichts

Gast
Naja, in allererster Linie hat natürlich jeder seine eigene Definition von "Freunde". Meiner Meinung ha man z.B. höchstens zwei wirkliche Freunde in einem Leben. Klar, man unternimmt mit anderen etwas usw., aber sowas sehe ich nur als "Bekannte mit denen man die Freizeit" verbringt.

Und eine/n "gute/n Freund/in" kann man nicht gezielt suchen.
Was du aber gezielt machen kannst: Situationen ausnutzen, die es ermöglichen, dass du einen Menschen kennenlernst.

Du hast geschrieben, dass du, bei der Kontaktaufnahme, mit fremden Menschen, Schweißausbrüche bekommst, wirres Zeg erzählst, bzw. denkst, dass du dies tust. Klar, es ist eine neue Situation, wenn man einen neuen Menschen (zwanghaft?) kennenlernt, aber man sollte nie vergessen, dass man sich nicht verstellen braucht.
Bei mir ist es auch so, wenn ich mit jemanden rede, den ich nicht kenne, dass ich dann etwas zurückhaltender bin (es sei denn die Person provoziert mich^^). Und sowas ist ja auch völlig normal.

Und zum Thema "wirres Zeug plappern/Schweißausbrüche":
In der Hinsicht ist es natürlich das Wichtigste, dass man solche Faktoren versucht zu vergessen. Wenn du z.B. weißt, dass du morgen jemand Fremden triffst, und dir dann am Vorabend schon einen Kopf machst, dann steigerst du dich dort nur rein. Und dann passieren die beiden oben genannten Faktore auch mit hoher Wahrscheinlichkeit. Und, wie gesagt, wenn du diese (an sich völlig Menschlichen) Symptome immer wieder im Kopf hast, verschlimmert sich nur alles.

Ich gehe mal davon aus, dass du in einer früheren Zeit vermutlich keine großen Probleme hattest, auf Fremde zuzugehen, und sich deine negativen Gedanken, Schritt für Schritt verschlimmert und auch verwirklicht haben.

So solltest du auch vorgehen, wenn du es verändern willst. Klar, wenn du am Tag 1A völlig nervös und panisch bist, wenn vor dir jemand Fremdes steht, dann wird es nicht so sein, dass sich am Tag A2, diese negativen Faktoren von 100 auf 0 verbessern.

Ich würd's einfach locker angehen und bewusst Situationen entgegensehen, in denen du Fremde siehst bzw. mit ihnen sprechen musst und bin mir sicher, dass es sich Stück für Stück wieder normalisieren wird.

Der schlimmste Fehler ist es, wenn du deine momentanen Gedanken in Bezug auf das Aufeinandertreffen eines Fremden weiterbehälst. Sonst kommt es noch so weit, dass du jegliche soziale Situation zwanghaft vermeidest und dann in einen Teufelskreis gelangst.

LG
 
Zuletzt bearbeitet:

blattlaus24

Mitglied
Hallo, wie wäre es denn fürs erste, einfach mal "Freunde"/"einen Freund" und nicht den "besten, wahren, wirklichen Freund" zu suchen? Mit letzterem entsteht so eine große Erwartung, auch an dich selbst. Freundschaften wachsen, manchmal auch langsam, und manchmal entstehen Freundschaften auch unerwartet mit Personen, mit denen man gar nicht so viel gemeinsam hat. Auf alle Fälle kann man Freundschaft nicht erzwingen, auch wenn man das Gefühl hat, wow, das passt doch. Die Kunst ist dann, die fehlende Resonanz beim anderen nicht auf sich selbst zu beziehen. In den meisten Fällen sind die anderen einfach zu beschäftigt, um größeres Interesse aufzubringen, und in den seltensten Fällen werden sie denken, "oh, was für ein Steppenwolf, mit dem will ich aber nicht befreundet sein".

Was dein konkretes Problem mit der Person angeht, mit der Du gerne befreundet wärst: Vielleicht schlägst Du einfach mal eine gemeinsame Unternehmung vor, sowas wie Kino/Konzert etc.. Das kann man ganz unauffällig machen - Du sagst, dass Du da eh hin willst, und ob er/sie keine Lust hat mitzukommen. Das ist ganz harmlos und setzt auch niemanden unter Druck, und Du wirst merken, ob er/sie wirklich Lust hat. Telefonnummer und andere Kontaktdaten bekommt man dann schon automatisch. Und hab keine Angst vor Ablehnung (die wie gesagt in den meisten Fällen vermutlich wenig mit deiner Person zu tun hat). Aber wenn Du es nicht probierst, wirst Du auch nie in engeren Kontakt treten. Oder erwartest Du, dass alle immer auf dich zukommen? Versuch vielleicht, dir ein bisschen weniger Gedanken zu machen und nicht jeden Schritt zu hinterfragen. Steh zu deiner Schüchternheit/Nervosität, den wenigsten fällt es leicht, Leute anzusprechen. Ich bin mir sicher, Du findest irgendwann Freunde.
 

Ich Bin

Aktives Mitglied
Hallo Gast braucht Hilfe,

ich denke, Du hast Dein Problem schon sehr gut beschrieben !
Dein Text hat mich an mich selbst erinnert, und ich hätte ihn fast selbst verfassen können, oder ihn verfasst haben können als ich ungefähr in Deinem Alter war.
Bzw., die Geschichte mit der ICQ-Bekanntschaft (die ist weiblich, oder?), die hab ich auch so in der Art gerade... (ups, vllt. liest sie hier auch rein ? :cool::eek:)

Deine Gedanken von wegen "bin ich gut genug"...usw... kenne ich sehr gut.
Dass hat doch aber v.a. mit dem eigenen Selbstwertgefühl zutun, oder ?
Man schätzt einen Menschen sehr, aber hat die Angst, dass man nicht in der gleichen Qualität zurückgeschätzt wird.
Da kann eigentlich nur ein Ausbau des eigenen Selbstwertgefühls helfen.
Frage ist wo man das herholt... ist vllt. immer ein wenig individuell, weil nicht jedem die gleichen Wege offenstehen...
Z.B., könnte man sich im Job Selbstachtung/Selbstwertgefühl holen, oder in der Schule durch "Strebsamkeit"/Lernen und dadurch Verbesserung der Noten...
natürlich könnte man es aber auch so angehen, dass man sich klar darüber wird, dass man über seinen Schatten springen muss, auch mal ein Risiko einzugehen...
weil man die Chance hat, dass es klappt und dann freut man sich über seinen mut, und wenn es klappt wird das Selbstwertgefühl grösser. blöde formuliert grade :rolleyes::p
In Deinem Falle: Frag Deine ICQ-Bekanntschaft doch mal, ob sie sich vorstellen könnte mit Dir mal was zu unternehmen :)
Man darf es halt nicht "negativ" formulieren, oder das Gefühl vermitteln, dass einem das super-wichtig ist, weil man ja soooo alleine ist...
Übermittel Ihr Dein Interesse an solch einer Unternehmung (Kino, Café...) und die Freude, die der Gedanke an solch ein Treffen bei Dir auslöst... aber halt auch nicht zu fordernd!
Spontan würde ich an einen Satz denken wie z.B.:
"Hey, ich finde wir können uns hier toll unterhalten. Ich könnte mir vorstellen, dass wir vllt. mal was zusammen unternehmen könnten (
da sind jetzt zwei "könnten" drin, die Formulierung gefällt mir grad nicht:p)... z.B. Kino oder so ? Kannst ja mal drüber nachdenken und mir dann Bescheid sagen:)"
Sollte es darauf keine "positive" Reaktion geben darf man halt daran nicht verzweifeln, sondern sich vielmehr so etwas sagen wie: mmh, schade, soll wohl im Moment nicht sein, vllt. kommt sie ja später darauf mal zurück... ausserdem können Gründe ein Treffen abzulehnen ganz persönliche sein beim Gegenüber, was überhaupt nichts mit Einem selbst zutun haben muss... Menschen, mit mangeldem Selbstwertgefühl beziehen leider "Absagen" sofort meist auf sich selbst, und sind traurig... aber dann ist man auch ein wenig zu Ich-Zentriert

Ja, mmh... ich hatte den Beitrag vor mehr als einer Stunde angefangen, kann sein, dass ich noch was dazu noch sagen wollte, aber der Beitrag ist eh schon lang geworden :p:eek:

LG, ich hoffe Du kannst was damit anfangen was ich schrob...
 
G

Gast braucht Hilfe

Gast
Von den bisherigen Beiträgen, hat "irgendwienichts" meine Situation am besten nachvollziehen können. Ich danke dir für dein Verständnis.

@ "irgendwienichts": Bloß weißt du, ich habe immer irgendwie das Gefühl ignoriert zu werden. Wenn ich mal niemanden anspreche, spricht mich auch keiner an. Nur wenn die Leute was brauchen, kommen sie zu einem. Und ich bin mir sicher, dass wenn du die Leute über mich fragen würdest (draußen auf der Straße), dann würdest du nur den Kommentar hören:
"..., ja der/die soundso ist schon ein Netter." Punkt. Das wars !!! Da kommt garantiert nichts anderes. Und NETT ist meines Meinung nach eine abgebrannte Floskel für "den/die kenn ich, aber ich möchte mit dem nichts weiter zu tun haben."

Ich gebe mich aber auch, mit dem was ich sage, sehr zurückhaltend. Wie du schon sagst. Ich kann auf die Leute zugehen und mit ihnen sprechen. Aber oft verschieße ich dann vor lauter Nervosität innerhalb von 5 Sekunden meinen Gesprächsstoff (Ja ich weiß, dann muss ich mir meine Munition halt aufsparen). Und dann. Stille. Es ist immer wieder das Gleiche. Ich komme immer wieder in stocken und grübeln und werde den Gedanken, dass ich irgendetwas falsch mache, einfach nicht wieder los. Und das Schlimmste ist, dass ich mich früher (heute weiß ich, dass es falsch ist) immer verstellt habe. Ich konnte nicht zu mir selbst stehen, da ich Angst habe, dass ich die Leute dadurch vergraule oder dass die Leute mich nicht so akzeptieren wie ich bin. Teilweise habe ich auch noch heute dieses Problem. Aber ich versuche trotzdem immer noch Tag für Tag an mir zu arbeiten (obwohl ich schon fast alles versucht habe um Freunde zu finden, egal ob Schule, Arbeit, Freizeit,etc.). Denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
 

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